Ratgeber zur Auswahl von Golfschuhen: Damen- und Herrenschuhe mit und ohne Spikes

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Ratgeber zur Auswahl von Golfschuhen: Damen- und Herrenschuhe mit und ohne Spikes

 

Etwa 50 Millionen Menschen spielen es weltweit: Golf. Der Golfsport hatte jahrelang in unseren Breiten einen elitären Beigeschmack. Sein Ruf bestand darin, eine Sportart für die Bessergestellten und Reichen zu sein. Und tatsächlich: Die Einstiegsbarrieren waren relativ hoch. Im Gegensatz dazu ist das Golfen in den angelsächsischen Ländern, allen voran Schottland, schon immer eine Freizeitsportart gewesen, die auch von breiteren Bevölkerungsschichten betrieben wurde und wird. In Deutschland ändert sich der Ruf von Golf gerade. Immer mehr öffentliche Golfplätze werden gebaut, auf denen jeder Golf üben und spielen kann.

Wie bei vielen anderen Sportarten ist Golf mit einer Vielzahl an Ausrüstungsgegenständen verbunden. Schläger, Bälle, Handschuhe, Trolleys, Taschen – man könnte die Liste noch weiter fortführen. Dabei sind einige Accessoires sicherlich nicht unbedingt notwendig, um Golf spielen zu können. Eine tragende Rolle beim Golfspiel kommt – ähnlich dem Schläger und dem Ball – den Golfschuhen zu. Diese müssen bestimmte Eigenschaften besitzen, die dem Golfer überhaupt ein adäquates Spiel ermöglichen.

Dieser Ratgeber taucht ein in die Welt des Golfsports und möchte Ihnen einen Überblick darüber geben, was Sie beachten können, wenn Sie Golfschuhe kaufen. Dafür wird der Ratgeber noch einmal einen kurzen Blick auf die Sportart selbst werfen, um zu verstehen, was ein Golfschuh leisten muss. Danach wird es um die speziellen Charakteristika von Golfschuhen gehen, um Materialien, Marken, um Spikes und um die richtige Pflege.

Kurzer Rückblick: Woher Golf kommt

Die Geschichte des Golfsports ist sehr gut erforscht, dennoch gibt es immer wieder sich widersprechende Theorien über seine Herkunft. Allgemein gelten die Schotten als Erfinder des Spiels. Einige andere Theorien besagen jedoch auch, dass Golf kontinentaleuropäische Ursprünge besitzt. So soll die Sportart etwa in Holland oder in Frankreich, in Brüssel bzw. Flandern erfunden worden sein. Entsprechende Hinweise und Abbildungen sind vorhanden. Wenn man möchte, kann man den Ursprung jedoch auch schon viel früher ansetzen.

Schon aus dem alten Ägypten und antiken Rom gibt es Hinweise auf ein Spiel, das mit einem Schläger und einem Ball gespielt wurde. Geografisch sind hier beispielsweise auch das frühe Japan, Korea und China zu nennen. Wo das  Wort „Golf" herstammt, ist jedoch mehr oder weniger gesichert. Das erstmals 1447 bezeugte schottische „golf" stammt wahrscheinlich vom niederländischen Wort für Schläger, „kolv", ab.

Seit dieser Zeit entwickelte sich das Golfspiel stetig weiter. Aus dem 18. Jahrhundert stammen dann die ersten schriftlich fixierten Regeln. Erste Turniere wurden abgehalten und das Golfspiel wurde auch schnell zu einer akzeptierten Sportart für Frauen. Das erste Damenturnier fan 1810 in Schottland statt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Golf sogar zur olympischen Sport erklärt, jedoch nur für die Spiele 1900 und 1904 (2016 soll der Sport erneut olympische Disziplin werden). Gegen Mitte des Jahrhunderts gab es die ersten Berufsgolfer, der Sport professionalisiert sich zusehends. Auch die Ausrüstung wurde immer ausgefeilter.

Golfsport und Bekleidung

Doch nicht nur die „Werkzeuge" des Golfspiels werden stetig weiterentwickelt. Mit der zunehmenden Popularisierung des Sportes wurde auch die Bekleidung in den Fokus gerückt. Immer mehr Modehersteller entdeckten das Golfspielen für sich. Dabei wird mittlerweile eine unübersehbare Vielfalt an Hosen, Jacken und Shirts angeboten, die für die verschiedensten Geschmäcker und Geldbeutel hergestellt sind. Golf ist nicht nur ein Spiel, sondern es ist auch Mode. In diesem Zusammenhang ist es bei der Kleidung wichtig, dass sie bequem ist, aber gleichzeitig den Gepflogenheiten auf dem Platz entspricht.

Der Klassiker in dieser Hinsicht ist bei Männern das Poloshirt. Waren früher eher gedeckte Farben üblich, wird heute mehr und mehr vielfarbige und bunte Kleidung bevorzugt. Hosen sollten möglichst flexibel sein, denn vielfach macht es das Begutachten des Platzes notwendig, in die Hocke zu gehen. Weiterhin sollte man allgemein darauf achten, dass atmungsaktive Stoffe bei Hosen und Oberbekleidung verwendet werden. Eine Isolationsfähigkeit vor Wind und UV-Strahlung wäre eine weitere wichtige Eigenschaft korrekter Golfbekleidung, schließlich ist man nicht selten mehrere Stunden auf dem Platz.

Insofern sollte die Kleidung auch wasserabweisende Eigenschaften aufweisen, denn schließlich kann man ebenfalls von Regenschauern überrascht werden. Möchte man auch bei kühlen und kalten Temperaturen golfen, sollten Sie auf Thermokleidung zurückgreifen. Auch an eine geeignete Kopfbedeckung sollte gedacht werden.

Der Golfschuh als wesentliche Bekleidungskomponente

Neben all diesen Bekleidungsteilen nimmt der Golfschuh eine Sonderstellung ein. Er ist es, der den direkten und vor allen Dingen festen Kontakt des Golfspielers zum Boden herstellen muss. Golfschuhe müssen in diesem Zusammenhang verschiedene Ansprüche erfüllen, die im Folgenden näher beleuchtet werden sollen. Genauso wie bei der sonstigen Golfbekleidung bieten auch speziell auf das Golfen zugeschnittene Schuhe alles, was einen hohen Tragekomfort während des Spiels gewährleistet.

Sie sollten bedenken, dass Sie für eine Golfrunde eine durchschnittliche Laufleistung von etwa sieben bis zehn Kilometern absolvieren. Das klingt zunächst einmal nicht viel, stellt tatsächlich aber eine sehr große Belastung dar. Das betrifft im Übrigen nicht nur die Füße, sondern auch ganz in entscheidendem Maße die Wirbelsäule. Das erste, was Sie sich also beim Kauf von Golfschuhen fragen sollten, ist: Sind die Schuhe, die ich gerade ausprobiere, bequem genug?

Darüber hinaus kann man die Anforderungen, die an Golfschuhe gestellt werden auf drei Hauptpunkte herunterbrechen:

  1. Golfschuhe sollten wasserdicht sein.
  2. Die Schuhe sollten perfekt auf den Fuß abgestimmt sein; ein guter Sitz ist wichtig.
  3. Die Sohle des Golfschuhs muss einen festen Stand bieten.

Gerade der dritte Punkt stellt die höchsten Ansprüche an Verarbeitung und Qualität der Schuhe. Diese sind beim Schwung großen Belastungen ausgesetzt. Ein stabiler Stand ist dabei enorm wichtig. Rutscht man beim Schlag weg, verzieht man den Ball. Für diesen Zweck sollten Sie auf Schuhe mit wechselbaren Softspikes zurückgreifen, die für die richtige Bodenhaftung sorgen. Weiterhin sollten die Schuhe einen stabilen Seitenhalt gewähren, der auch noch nach vielen Golfschlägen und der damit verbundenen Drehung den notwendigen Halt bietet.

Bei den professionellen Golfwettbewerben lässt sich feststellen, dass sich die Wahl des richtigen Schuhs zum Teil entscheidend auf das Spiel des Golfers auswirkt. Neben der Bodenhaftung ist auch die Trittfestigkeit ein entscheidender Faktor. Golfschuhe sollten mit besonderer Sorgfalt verarbeitet bzw. genäht sein, damit sie den hohen Belastungen standhalten. Nimmt man den Schwung beim Abschlag als Beispiel, so zeigt sich, dass so große Kräfte auf die Füße ausgeübt werden, dass die Nähte herkömmlicher Schuhe nach kurzer Zeit reißen würden.

Weiterhin ist es sehr wichtig, dass Golfschuhe wasserdicht sind. Sie sollten den Schuh bzw. seine Sohle so auswählen, dass auch bei feuchtem Boden ein fester Stand gewährleistet ist. Ein niedriges Sohlenprofil wird von den meisten als vorteilhafter hinsichtlich der Bequemlichkeit und der Standsicherheit empfunden.

Golfschuhe für Herren, Damen und Kinder

Die Golfschuhmodelle für Männer und Frauen unterscheiden sich zwar in manchen Fällen im Schnitt und im Aussehen, jedoch nicht in ihrer Funktion voneinander. Auch für Kinder sind Golfschuhe erhältlich, die den genannten Anforderungen entsprechen und – gleich den Modellen der Erwachsenen – optimal auf die besonderen Beanspruchungen einer Golfpartie eingestellt sind. Dabei bewegen sich Golfschuhe in den verschiedensten Preisklassen und Ausführungen.

Das Material der Golfschuhe

Auch wenn es eine ganze Reihe an Golfschuhen aus moderner Kunstfaser gibt, empfiehlt sich der Kauf von Schuhen aus Leder. Die genannten synthetischen Materialien machen bei der Anprobe zumeist einen sehr leichten und bequemen Eindruck. Trägt man sie etwas länger, verflüchtigen sich diese Eigenschaften jedoch sehr schnell. Synthetische Materialien, vor allen Dingen, wenn es sich nicht um atmungsaktive Fasern handelt, begünstigen dabei die Schweißbildung.

Leder und spezielle Kunstfasern (z. B. Gore-Tex) besitzen hingegen eine gute Atmungsaktivität. Die im Schuh entstehende Feuchtigkeit wird während des Tragens nach außen hin transportiert. Wenn Sie zu verschiedenen Jahreszeiten Golf spielen wollen, sollten Sie vielleicht auch auf ein weiteres Paar Golfschuhe zurückgreifen. Wintermodelle beispielsweise sind höher geschnitten und gefüttert. Eine halbe Nummer größer zu wählen, kann von Vorteil sein, wenn Sie noch ein extra Paar Socken tragen möchten.

Golfschuhe und ihre Hersteller

Gab es in den 1990er Jahren vor allen Dingen klassische Golfschuhe von wenigen bekannten Markenherstellern, wächst das Angebot von Golfschuhen von Jahr zu Jahr stetig an. In diesem Zuge entdecken einerseits immer mehr Schuhersteller das Segment der Golfschuhe. Auf der anderen Seite werden die Modelle auch immer abwechslungsreicher, zum Teil auch modischer und extravaganter. Hier finden Sie eine Auswahl der bekanntesten Hersteller für Golfschuhe:

Die richtige Pflege für Ihre Golfschuhe

Wie bei jedem Kleidungsstück sollten Sie vor der Pflege auf das eingenähte Etikett schauen. Bei Kunstfasern wie Gore-Tex können Sie die Außenseite des Schuhs mit einer Bürste oder einem Tuch mit lauwarmem Wasser säubern. Es gibt eigentlich kein Pflegemittel, was der Gore-Tex-Membran schadet. Für Lederschuhe eignen sich zur Pflege fett- und ölhaltige Lederpflegeprodukte. Die jeweiligen Substanzen sollten jedoch nur sehr dünn aufgetragen werden, da sonst die Atmungsaktivität des Leders leidet.

Nehmen Sie auch das Fußbett aus den Schuhen heraus und reinigen Sie diese von innen. Lassen Sie die Schuhe bei mäßiger Temperatur lufttrocknen und vermeiden Sie dabei direkte Sonnen- oder Hitzeeinwirkung. Auch Stiefeltrockner nach dem Konvektionsprinzip eignen sich sehr gut zum Trocknen.

Gerade bei Kunstfasern ist ab und zu eine Imprägnierung der Oberfläche notwendig. Diese sorgt für eine bessere Schmutzabweisung. Durch die isolierende Wirkung wird eine Gewichtszunahme durch Nässe verhindert. 

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