Ratgeber zum Kauf von Oberleitungen, Regeltechnik und Signalen für Modelleisenbahnen H0

Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Ratgeber zum Kauf von Oberleitungen, Regeltechnik und Signalen für Modelleisenbahnen H0

Als Ausgleich zu den hektischen Routinen des Alltags bieten sich Freizeitbeschäftigungen an, denen mit Ruhe und Konzentration in den eigenen vier Wänden nachgegangen werden kann. Ein seit vielen Jahren beliebter Vertreter dieser Klasse von Hobbys ist der Modelleisenbahnbau. Die Zusammenstellung von Bahnstrecken, Zügen, Waggons und Bauwerken bietet all jenen kreative Freiräume, die sich an weitläufigen Landschaften und der Technik der Zugfahrt erfreuen. Eine Vielzahl unterschiedlichster Zubehörteile erlaubt dem ambitionierten Bastler die Zusammenstellung seiner Wunschstrecke.

Spielen Sie mit dem Gedanken, in den Modelleisenbahnbau einzusteigen oder eine bestehende Bahn zu erweitern, so finden Sie in den folgenden Abschnitten konstruktive Anregungen hierfür. Aufgrund ihrer weiten Verbreitung steht dabei die Bahngröße H0 im Vordergrund. An eine Darstellung ihrer zentralen Charakteristika schließt sich ein Überblick über wichtige Zubehörteile wie Oberleitungen, Regeltechniken und Signale an.

Ein Hobby für Jung und Alt – der Modelleisenbahnbau

Bei der Zusammenstellung von Modelleisenbahnstrecken bringt man originalgetreue Nachbildungen von Zügen, Waggons, Gleissystemen und Infrastrukturen auf Modellbauplatten auf. Im Interesse einer höchstmöglichen Authentizität sind diese mit Nachbildungen von Bergen, Tälern und Ökosystemen versehen. Der Aufbau einer Modelleisenbahn erfolgt entsprechend in drei Schritten. Im Ersten davon legt man die Platte mit den gewünschten Abmessungen aus. Daran anschließend bringt man die Nachbildungen natürlicher Umgebungen aus Kunststoff aus. In einem abschließenden Schritt erfolgt die Positionierung von Schienen, Gebäuden und elektronischen Verbindungen.

Je nachdem, in welchem Maße die Modelle gegenüber dem Original verkleinert sind, unterscheidet man verschiedene Maßstäbe. Anders als beim Zusammenbau von Flugzeug- und Schiffsmodellen zum Aufstellen hat sich hierbei ein System von acht Indizes durchgesetzt. Im Einzelnen handelt es sich dabei um die Kennzeichnungen 2, 1, 0, S, H0, TT, N und Z. Man bezeichnet sie als Nenngrößen. Die größten Modelle sind mit der Nenngröße 2 ausgezeichnet. Sie entspricht einem Maßstab von 1:22,5. Die kleinste Nenngröße Z steht in einem 1:220-Verhältnis zum Original.

Die in diesem Ratgeber zentrale Nenngröße H0 dient der Auszeichnung von Eisenbahnsystemen, die 87-mal kleiner sind als ihr Original. In Europa und Nordamerika ist sie der verbreitetste Maßstab. Gründe für Ihre Beliebtheit sind die Vielfalt der in H0 verfügbaren Zubehörteile, ihr geringer Platzbedarf und ihr hoher Detailgrad.

Der Zusammenhang von Nenngröße und Spurbreite

Zu Beginn sind viele Einsteiger von der Vielzahl der unterschiedlichen Maßstäbe irritiert. Sie stellen sich die Frage, weshalb es so viele Größen gibt und für welche Sie sich entscheiden sollen. Bei aller Verunsicherung, die sie am Anfang auslöst, ist sie doch recht einfach zu beantworten.

Die Nenngrößen gehen auf Vereinheitlichungen der Normen Europäischer Modelleisenbahnen und der National Model Railroad Association zurück. Durch sie ist sichergestellt, dass Eisenbahnteile der gleichen Nenngröße auch dann miteinander kombiniert werden können, wenn sie von unterschiedlichen Herstellern produziert worden sind. Gäbe es keine einheitlichen Nenngrößen, könnte sich der Modellbauer nie sicher sein, ob neue Teile zu seiner bestehenden Bahn passen.

Die Spurbreite stellt eine Ausdifferenzierung der Nenngröße dar. Sie gibt an, wie weit beide Schienen eines Gleises voneinander entfernt sind. Insgesamt unterscheidet man acht Größen. Es gibt die Normalspur (kein Kürzel), die Meterspur (m), die Schmalspur (e), die Industriebahn (i) und die Parkbahn. Je nachdem, wie weit die Schienen voneinander entfernt sind, können unterschiedliche Zugmodelle darauf verkehren. Wichtig ist hierbei der Achsenabstand.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Spurbreiten sich von Nenngröße zu Nenngröße unterscheiden. So ist eine Schmalspur bei einer Bahn mit der Nenngröße Z kleiner als bei einer Bahn mit der Nenngröße 1. Die folgende Auflistung zeigt Ihnen die Größenverhältnisse bei H0-Bahnen.

  • H0:     Normalspurbreite = 16,5 mm
  • H0m:  Meterspurbreite = 12 mm
  • H0e:   Schmalspurbreite = 9 mm
  • H0i:    Industriebahnbreite = 6,5 mm
  • H0p:   Parkbahnbreite

Das Herzstück der Modelleisenbahn – die Regeltechnik

Unter dem Begriff Regeltechnik fasst man alle elektrischen Bauteile zusammen, die die Stromversorgung und Stromweiterleitung in der Modelleisenbahn sicherstellen. Je nachdem, auf welcher technischen Grundlage Ihre Loks fahren, unterscheidet man Gleichstrom-, Wechselstrom und Digitalsysteme. Die folgenden Abschnitte thematisieren die Unterschiede, Vor- und Nachteile der drei Typen.

Die Besonderheiten der Gleichstrombahn

Suchen Sie eine Gleichstrombahn, können Sie aus einem reichhaltigen eBay-Sortiment wählen. Die an der Bezeichnung DC erkennbaren Systeme zeichnen sich durch ihren speziellen Elektromotor aus. Er ist permanent mit dem Plus- und dem Minuspol verbunden. Jeder von beiden liegt an einer Schiene an. Um die Geschwindigkeit des Zugs zu verändern, legt man eine höhere Spannung an. Zur Änderung der Fahrtrichtung vertauscht man die Pole.

Sie bedienen die Bahn über einen Transformator, der mit einem Drehregler ausgestattet ist. Sie erkennen die Gleichstromvariante daran, dass die Nullstellung sich im mittleren Bereich des Drehfeldes befindet. Von dieser Position aus bewegen Sie den Regler in beide Richtungen. Bei einigen Modellen befindet sich die 0-Stellung am Rand. Um die Fahrtrichtung zu ändern, greifen Sie in diesem Fall auf einen Schiebe- oder Kippschalter zurück.

Die technischen Grundlagen der Wechselstrombahn

Eisenbahnen mit Wechselstromtechnik erkennen Sie an der Abkürzung AC. Ihre Besonderheit besteht daran, dass sich die Motoren zu jeder Zeit in dieselbe Richtung bewegen. Welche Polung dabei anliegt, ist unwichtig. Damit Sie dennoch den Rückwärtsgang einlegen können, sind Wechselstrommotoren mit drei Anschlüssen ausgestattet. Der Erste davon ist für die Vorwärtsfahrt zuständig. Mit dem zweiten Anschluss bewegen Sie die Bahn rückwärts. Der Dritte fungiert als Rückleiter. Damit Sie nahtlos zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt umschalten können, verwenden Sie einen Umschalter, der auf verschiedene Spannungen anspricht.

In Modellbaukreisen wird mitunter die Frage thematisiert, ob man Motoren mit dreifachem Anschluss mit Gleichstrom betreiben kann. Die Möglichkeit hierzu besteht grundsätzlich, so es sich nicht um reine Wechselstrom-, sondern um Allstrommotoren handelt. Halten Sie sich vor Augen, dass Sie normale Zubehörteile für Gleichstrombahnen nicht in vollem Umfang damit verwenden können. Es besteht zwar die Möglichkeit zur Beschleunigung, allerdings können Sie nicht die Fahrtrichtung wechseln.

Eine Besonderheit der Trafos für Wechselstrombahnen besteht darin, dass sich die Nullstellung auf der Regeloberfläche nicht in der Mitte, sondern am äußeren rechten Rand befindet. Wenn Sie den Schalter nach links bewegen, entsteht ein Spannungsimpuls. Diese steuert die Lokomotive so an, dass sie ihre Richtung wechselt. Je nach Bauart des Transformatorsystems erzeugt man den Stromimpuls mit einem Druck auf die Geschwindigkeitstaste.

Bei der Auswahl von Gleich- und Wechselstrombahnen zu beachten

Der ehemals am meisten verbreitete Typ war die Gleichstrombahn. Die meisten Hersteller verwendeten diese Technik zur Fertigung ihrer Gleise, Züge und Zubehörteile. Der wichtigste und annähernd einzige Hersteller von H0-Wechselstrombahnen ist die Traditionsfirma Märklin. Werden Sie gefragt, ob Sie Gleich- oder Wechselstrombahnen wollen, will der Verkäufer letztlich wissen, ob es Märklin oder eine andere Marke sein soll.

Die Frage nach den Vor- und Nachteilen von Gleich- und Wechselstrombahnen ist heutzutage eher von untergeordneter Bedeutung. Erstens fallen sie nur gering aus und zweitens ist die Digitaltechnik heut der wichtigste Typ.

Der Vorteil von Gleichstrombahnen besteht darin, dass die Fahrtrichtung fest mit der Drehreglerbewegung zusammenhängt. Bewegen Sie ihn nach vorn, fährt auch die Lokomotive nach vorn. Bei Wechselstrombahnen ist die Fahrtrichtung davon abhängig, welche Art von Umschalter verwendet wird. Ein Nachteil besteht darin, dass alle Lokomotiven in dieselbe Richtung fahren müssen, das schränkt Sie bei der Fahrplangestaltung Ihrer Eisenbahnstrecke ein.

Die Vorteile der digitalen Regeltechnik

Mit digitalen Regelsystemen kann jeder Zug auf der Strecke individuell angesteuert werden. Hierbei verwendet man einen Decoder, der Steuersignale verwertet und in mechanische Bewegung umsetzt. Der Vorteil dieser Methode besteht in einer höheren Authentizität des Fahrverkehrs. Bei analogen Bahnen wäre dies nur unzureichend und umständlich über mehrere parallele Stromkreise möglich.

Ein weiterer positiver Aspekt der digitalen Regeltechnik besteht darin, dass nicht nur einzelne Wagen, sondern auch einzelne Funktionen angesteuert werden können. So besteht beispielsweise die Möglichkeit, die Beleuchtung der Lok unabhängig von der Geschwindigkeit zu regulieren. Auch die Signale auf der Strecke können Sie damit steuern. Sie finden eine Reihe verschiedener Ampelsysteme im Onlinehandel. Auch Bahnschranken von renommierten Herstellern wie Piko und Viessmann finden Sie dort.

Zur Nutzung eines digitalen Systems benötigen Sie eine Digitalzentrale, einen Transformator und verschiedene Typen von Decodern. Hierzu gehören Decoder für Dauerverbraucher, Lokdecoder und Magnetartikeldecoder. Weiterhin kann sich die Nutzung des PCs anbieten. Mit der entsprechenden Software steuern Sie alle variablen Funktionen der Bahn über den Computerbildschirm. Dies hat den Vorteil einer besseren Übersichtlichkeit und Nutzerfreundlichkeit.

Das ist beim Kauf von Oberleitungen zu beachten

Mit Oberleitungen geben Sie Ihrer Modellbahn den letzten authentischen Schliff. Damit sich die Investition lohnt, sind jedoch einige Besonderheiten bei analogen und digitalen Anlagen zu beachten.

Bei einer analogen Bahn bietet Ihnen die Oberleitung den Vorteil, dass auf einem Gleis zwei Züge betrieben werden können. Dabei bezieht ein Zug seine Betriebsspannung aus den Schienen und der andere aus der Oberleitung. Das ermöglicht eine einfache Mehrzugsteuerung mit getrennten Stromkreisen.

Bei digitalen Bahnen ist diese Steuerungsart von Haus aus möglich. Man nutzt hierbei die Digitalzentrale und den Digitaldecoder. Darüber hinaus ist davon abzuraten, eine digitale Lok über eine Oberleitung zu versorgen. Die Stromübertragung zwischen Oberleitung und Stromabnehmer am Zug ist zu schlecht für digitale Steuerkommandos. Die Oberleitung dient hier in erster Linie optischen Aspekten. Um bei der Anschaffung Geld zu sparen, sollten Sie einige Dinge berücksichtigen.

Zunächst sollten Sie darauf verzichten, die Leitung in unsichtbaren Streckenabschnitten wie Schattenbahnhöfen zu verlegen. Um die Federpantografen wie die von Roco nach solchen Bereichen wieder an den Leitungsdraht anzulegen, gibt es entsprechendes Zubehör im Fachhandel. Informieren Sie sich hierzu in Foren und bei Ihrem Modellbauhändler.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden