Ratgeber zum Kauf von Militäruhren

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Ratgeber zum Onlinekauf von Militäruhren

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden beim Militär spezielle Uhren genutzt, die den besonderen Ansprüchen bei militärischen Einsätzen genügen. Für die Planung und Durchsetzung von Einsätzen ist eine hohe Genauigkeit und Verlässlichkeit unabdingbar und so ist es nicht verwunderlich, dass man schon früh versuchte, genau diese Eigenschaften umzusetzen. Daneben ist es aber auch notwendig, dass ein Militärangehöriger sich jederzeit auf die Funktionstüchtigkeit seiner Uhr verlassen kann, weshalb eine Militäruhr auch den höchsten Belastungen standhalten muss. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, eine Militäruhr zu erwerben, wird Ihnen der folgende Artikel einige wertvolle Tipps geben, worauf Sie beim Kauf achten sollten, wenn Sie eine Uhr zum eigenen Gebrauch erwerben wollen, oder ob Sie antike Modelle sammeln möchten. 

Die Entwicklung der Militäruhr

Die Militäruhr wurde, wie es der Name schon sagt, für das Militär entwickelt und dort anfangs vor allem als Fliegeruhr genutzt. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Flieger-Armbanduhren von Cartier designt. Zuvor wurden von Männern stets Taschenuhren getragen, während die zierlichen Armbanduhren vor allem den Frauen vorbehalten waren. Erst durch die Entwicklung der großen Fliegeruhren, die eigentlich für militärische Zwecke gedacht waren, wurden Armbanduhren auch für Männer attraktiv. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden die Militäruhren fast ausschließlich im Militärbereich genutzt, danach hielten sie aber auch Einzug bei der zivilen Bevölkerung und erfreuen sich seither immer größerer Beliebtheit.

Was eine gute Militäruhr ausmacht

Eine Militäruhr hebt sich durch zahlreiche Merkmale von normalen Uhren ab. Zuerst einmal fällt auf, dass sie deutlich größer ist, was zum einen der leichteren Ablesbarkeit diente, zum anderen aber auch die Möglichkeit bot, einige Zusatzfunktionen einzubauen. Ebenfalls der leichteren Ablesbarkeit dienen die großen, hellen Ziffern auf dunklem Grund und Zeiger, die mit einem Leuchtstoff überzogen sind, um das Ablesen in der Dunkelheit zu ermöglichen. Das Armband ist in der Regel deutlich länger als ein normales Armband, damit die Uhr auch über der Jacke getragen werden kann. Das Gehäuse ist stets aus Stahl, was für eine hohe Stabilität sorgt. Und bei so viel Stabilität erscheint es fast überflüssig zu erwähnen, dass jede Militäruhr natürlich auch immer wasserdicht ist.

Deutsche Militäruhren

Dienstuhren des deutschen Heeres aus dem Zweiten Weltkrieg tragen alle eine Gravur auf der Rückseite, die der Registrierung und damit der Zuordnung zum jeweiligen Besitzer diente. Die Nummer wird meist von einem „D“ eingeleitet und endet mit einem „H“, was für „Dienstuhr Heer“ steht, oft aber auch als „Deutsches Heer“ interpretiert wird. Es gibt aber auch andere Buchstabenkombinationen, wie zum Beispiel „KM“ für Kriegsmarine. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese Bezeichnungen von Versorgungsnummern abgelöst, die bis heute der Registrierung und Zuordnung dienen. Sie sollten beim Kauf einer originalen Militäruhr stets auf diese Nummer achten und sich im Zweifelsfall genauer darüber informieren.

Britische Militäruhren

Beim britischen Militär waren die sogenannten A.T.P.-Uhren (Army Trade Pattern) die gängigen Modelle des Zweiten Weltkriegs. Sie sind wesentlich kleiner als die deutschen Modelle und werden daher von den meisten Liebhabern von Militäruhren eher ungern getragen. Sollten Sie den Kauf einer solchen Uhr in Betracht ziehen, so sollten Sie auf die Versorgungsnummer achten, die auf jeder Originaluhr angebracht sein muss. Mit Ende des Zweiten Weltkriegs kamen die W.W.W.-Uhren (Watches Wristlet Waterproof) auf den Markt. Diese sind größer als die britischen Uhren des Zweiten Weltkriegs, besitzen aber ebenfalls eine individuelle Inventarnummer. Auch der „Pfeil des Königs“, ein nach unten offenes Dreieck mit einem teilenden Strich von der Spitze zur Öffnung, trägt zur eindeutigen Zuordnung einer Uhr zum britischen Militär bei.

Amerikanische Militäruhren

Unter den amerikanischen Militäruhren ist vor allem die H3 bekannt und beliebt. Die Bezeichnung leitet sich aus der H3 Tritium Beleuchtungstechnologie ab, mit der Zeiger und Ziffern der Uhren zum Leuchten gebracht werden. Hierbei handelt es sich jedoch um ein relativ spätes Modell. Die ersten Militäruhren waren denen der Briten nicht unähnlich, sind jedoch an einem deutlichen „U.S.“ Eindruck, sowie der Identifikationsnummer leicht dem amerikanischen Militär zuzuordnen.

Antikes Original oder doch lieber eine Neuauflage der Militäruhr?

Es liegt ganz bei Ihnen, ob Sie sich für ein altes Modell entscheiden möchten, das vielleicht sogar im Zweiten Weltkrieg getragen wurde, oder ob Sie lieber ein neueres Modell oder gar eine Neuauflage erwerben wollen. Nicht alle Uhren, die als Militäruhr bezeichnet werden, wurden auch wirklich für das Militär hergestellt. Man unterscheidet heute in der Regel die originalen Militäruhren und die Neuauflagen. In jedem Fall sollten Sie sich aber vorab informieren, ob das von Ihnen gewünschte Modell besondere Merkmale besitzt, anhand derer Sie es als Original identifizieren können.

Originale Modelle von Militäruhren sind vor allem bei Sammlern beliebt

Vor allem wenn Sie eine Sammlung aufbauen wollen, dürften die antiken Militäruhren vom Beginn des 20. Jahrhunderts für Sie interessant sein. Diese Uhren waren in der Regel bereits im Einsatz und weisen entsprechende Abnutzungen auf. Genau das macht für viele Sammler aber auch den Reiz aus. Sie sollten darauf achten, dass die Uhr, die Sie erwerben möchten, eine Nummer auf der Rückseite hat. Jede Uhr, die beim Militär ausgegeben wurde, bekommt eine Registernummer und kann so dem jeweiligen Militärangehörigen zugeordnet werden. Die Lederarmbänder sind nach fast 100 Jahren meist nur mäßig erhalten, können aber nach dem Erwerb auch leicht gegen neue Armbänder ausgetauscht werden. Sie sollten also vor allem auf den Erhaltungszustand des Gehäuses und die Funktionstüchtigkeit des Uhrwerks Wert legen.

Neuauflagen von Militäruhren bieten garantierte Funktionalität

Nach dem Zweiten Weltkrieg hielten die Militäruhren Einzug in den privaten Bereich und einige Uhrenhersteller nahmen sich des neuen Trends an und entwickelten anfangs Modelle, die etwas schlanker als die eigentlichen Militäruhren waren. Später entwickelte sich der Trend in die entgegengesetzte Richtung, sodass man heute vor allem Modelle findet, die besonders wuchtig aussehen und möglichst viele Funktionen aufweisen, die beim Militär selbst so nie zur Anwendung kamen. Sie sollten bei Neuauflagen also darauf achten, was Sie wirklich benötigen oder wollen, denn nicht alle Funktionen sind alltagstauglich. Da diese Uhren nicht für den Militärgebrauch bestimmt sind, werden Sie eine entsprechende Registernummer auf der Rückseite vergeblich suchen. 

Die Wahl des passenden Armbands zur Militäruhr

Neue Uhren werden in der Regel bereits mit einem passenden Armband geliefert, das aus Nylon, Leder oder auch aus Metall bestehen kann. Ältere Uhren haben meist Lederarmbänder, die jedoch nicht immer optimal erhalten sind. Hier lohnt es sich, das Armband auszutauschen und somit die Uhr auch optisch aufzuwerten. Amerikanische Uhren werden aber auch oft mit einem Stoff- oder Nylon-Armband geliefert. Je nach Geschmack können Sie auch einzelne Armbänder erwerben und so neu kombinieren.

Lederarmbänder für Militäruhren

Gerade den älteren Modellen verleihen Sie ein stilvolles Aussehen, indem Sie zu hochwertigen Lederarmbändern greifen. Es gibt sie sowohl in hellen als auch in dunklen Tönen, sodass Sie sicher schnell den für Sie passenden Farbton finden. Vor allem ältere britische Uhren wurden aber auch mit Lederarmbändern herausgegeben, die zweigeteilt sind und einmal um das komplette Gehäuse der Uhr herumführen. Somit liegt die Uhr nicht direkt auf der Haut auf, was wiederum für einen angenehmen Tragekomfort sorgt.

Nylonarmbänder – auch für Militäruhren geeignet

Die günstigere, aber nicht unbedingt schlechtere Alternative sind Nylonarmbänder. Diese gibt es mittlerweile in fast allen erdenklichen Farben und Farbkombinationen, sodass sich für jeden Geschmack etwas finden lässt. Die sogenannten Nato-Armbänder sind an den meisten Modellen der amerikanischen Militäruhren bereits vorhanden, können aber auch leicht ausgetauscht werden. Häufig greift man hierbei auf gedeckte Farben zurück, die auch beim Militär Verwendung finden.

Selten, aber dennoch möglich: Metallarmbänder für Militäruhren

Beim Militär sind Metallarmbänder unüblich, da sie im Einsatz zu sperrig und unflexibel sind. Bei Neuauflagen von Militäruhren ist es allerdings üblich geworden, auch Modelle mit Metallarmbändern auf den Markt zu bringen. Vor allem wenn Sie etwas Besonderes suchen, können Sie nach diesen Sondermodellen Ausschau halten.

Nicht für den Einsatz geeignet: Kautschukarmbänder für Militäruhren

Ebenfalls eher ungewöhnlich, aber durchaus vertretbar ist ein Kautschukarmband. Dieses weiche aber robuste Material wirkt jedoch Hitze aufstauend, weshalb es für den Militärgebrauch eher ungeeignet ist. Gerade bei schweißtreibenden militärischen Aktionen sind Armband und Uhr bald eher lästig. Für den privaten Gebrauch spricht jedoch nichts dagegen. Sollten Sie die Uhr jedoch oft bei sportlichen Betätigungen tragen wollen, bietet sich eher ein Stoff- oder Lederarmband an.

Große Borduhren zur heimischen Dekoration

Einen ganz anderen Bereich der Militäruhren stellen die großen Borduhren dar. Diese großformatigen Uhren waren vor allem in Flugzeugen verbaut und zeichnen sich, wie die Armbanduhren, durch eine hohe Präzision und eine leichte Ablesbarkeit aus. Mit ihrem Aufkommen lösten sie die allseits beliebten Fliegeruhren im Militärgebrauch ab, da im Cockpit eine separate Armbanduhr unnötig wurde. Einige dieser Großuhren könnten Ihr Wohnzimmer oder Ihren Arbeitsplatz schmücken. Diese Uhren sind in den meisten Fällen jedoch Sammlerobjekte.

Für jeden Geschmack lässt sich die passende Militäruhr finden

Bei Militäruhren gibt es viele Dinge zu beachten - egal, ob Sie alte Militäruhren sammeln wollen oder nur ein besonderes Stück für Ihr Handgelenk suchen. Gerade die vielen Neuauflagen machen es dem Laien schwer, eine wahre Militäruhr von einer Nachahmung zu unterscheiden und so müssen Sie sich vor allem selbst die Frage stellen, ob Ihnen eine neue oder eine alte Militäruhr lieber ist. Beide Varianten bieten in jedem Fall eine robuste Beschaffenheit und eine leichte Ablesbarkeit. Es liegt nun ganz bei Ihnen, wofür Sie sich entscheiden möchten.

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