Ratgeber zum Kauf von Hobby- und Künstlerbedarf: wunderschöne Stoffe in allen Farben und Materialien

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Ratgeber zum Kauf von Hobby- und Künstlerbedarf: wunderschöne Stoffe in allen Farben und Materialqualitäten

Der Stoff, aus dem die Träume gemacht sind – welcher Hobbyschneider ist nicht auf der Suche nach ihm? Doch in der großen Auswahl ist es gerade als Anfänger nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Woraus nähe ich meine Gardinen und eignet sich der Stoff auch für Kleidungsstücke? Welche Materialien sind leicht zu verarbeiten und welche bedürfen einer gewissen Routine mit Nadel, Faden und Nähmaschine? Auf diese und viele weitere Fragen sollen Sie in diesem Ratgeber Antworten finden.

Beliebte Stoffarten und Materialien im Überblick

In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen nun einige wichtige Stoffarten etwas näher vorstellen. Sie sollen erfahren, welche Eigenschaften die unterschiedlichen Materialien haben und für welche Einsatzzwecke sie sich daher eignen. Es wird dabei sowohl um verschiedene Materialien als auch um verschiedene Arten der Stoffherstellung gehen.

Baumwollstoffe und Jersey sind eine optimale Basis und eignen sich auch für Anfänger

Eines der ersten Nähprojekte sind für viele die ersten eigenen Gardinen.Wer wenig Übung im Umgang mit der Nähmaschine hat, für den eignen sich etwas dickere Baumwollgewebe perfekt. Baumwollgewebe sind in den unterschiedlichsten Dicken und in den vielfältigsten Mustern erhältlich. Am beliebtesten sind klassische Streifenmuster, verspielte Punkte oder einfarbige Stoffe. Mit der richtigen Stoffauswahl setzen Sie in Ihrem Wohnraum tolle Farbakzente. Das Beste: Sie können die Vorhänge oder Gardinen jederzeit austauschen und ihr Raum erhält eine ganz neue Aura.

Für Kleidungsstücke sind dickere Baumwollstoffe eher schwer zu verarbeiten. Sie sind meist robust gewebt und daher nicht besonders beweglich. Was bei Vorhängen nicht stört, ist bei Kleidungsstücken ein großes Problem. Aus diesem Grund verwendet man für die Erstellung von Jacken, Röcken oder Blazern weichen Baumwoll-Jersey. Jersey-Stoff ist, anders als Baumwollgewebe, aus einem fein gestrickten Material gefertigt. Dieses ist deutlich flexibler und elastischer als gewebte Stoffe. Aus diesem Grund eignet sich Jersey auch für figurumschmeichelnde Textilien, wie zum Beispiel Kleider oder T-Shirts. Für Letztere wird Jersey in den meisten Fällen eingesetzt.

Achtung: Für das Nähen von Jersey sollten Sie eine spezielle Jersey-Nadel für die Nähmaschine verwenden. Diese ist an der Spitze stumpf, sodass die gestrickte Maschenstruktur des Stoffes nicht zerstört wird und es zu Laufmaschen kommt. Um ein Einreißen der Nähte bei dem elastischen Stoff zu verhindern, sollten Sie zudem einen Stick mit mehr Fadenweite verwenden, zum Beispiel einen Zickzack- oder Dreifachstich. Professionelle Näher verarbeiten Jersey mit einer sogenannten Overlock-Nähmaschine.

Robust und vielseitig: Cord- und Jeansstoffe eignen sich für Hosen und werden höchsten Ansprüchen gerecht

Robuste Stoffe, die sich dennoch zur Herstellung von Kleidungsstücken eignen, sind Cord und Jeans . Während Cord ursprünglich eher in Beige-, Braun- und Schwarztönen verwendet wurde, gibt es mittlerweile viele bunte Stoffe, die für Kinder sogar mit verspielten Mustern versehen sind. Von klassischer Cord-Mode, wie wir Sie von älteren Herren kennen, kann bei der neuen Auswahl keine Rede mehr sein. Neben den traditionell blauen Jeansstoffen ist der Kultstoff mittlerweile auch in vielen anderen verschiedenen Farben erhältlich.

Cord und Jeans sind in der Regel eher dickere Stoffe, die aus Baumwolle oder Baumwollmischgeweben hergestellt werden. Daher eignen sich die robusten Stoffe besonders für Hosen, Jacken und Oberbekleidungen.

Für sportlich elegante Shirts: Piqué-Stoffe

Eine weitere Besonderheit der Baumwollstoffe ist der Piqué-Stoff. Dieser weist ein waffelartiges Muster auf, das sich aus abwechselnd erhöhten und vertieften Stellen zusammensetzt. Sind diese Abstände besonders groß, spricht man auch von Waffelpiqué. Der Stoff erscheint dadurch wie gesteppt, er gehört jedoch zu den Doppelgeweben. Beim Weben von Piquéstoffen werden je zwei übereinanderliegende Webketten verwendet. Die Verbindung der beiden Webketten erfolgt durch ein sehr komplexes System beim Webvorgang, dadurch entsteht ein Gewebe, das auf der einen Seite etwas anders aussieht, als auf der anderen.

Der Piqué-Stoff wird klassischerweise bei Polo-Hemden eingesetzt. Doch auch bei Bettwäsche, Westen, Hausanzügen und Sommerkleidern ist das leichte und besonders atmungsaktive Gewebe eine gute Wahl.

Opulent in jedem Einsatzbereich: Jacquard und Brokat – Stoffe für besondere Anlässe

Prachtvolle Jacquards und Brokatstoffe sind meist opulent gestaltet und erinnern in ihrer eher schweren Machart an die Zeiten des Barock und des Rokoko. Aus diesem Grunde werden Stoffe dieser Qualität häufig bei edlen Kostümierungen eingesetzt. Doch mit schlichten Schnitten und klaren Formen können die aufwendigen Gewebe auch einen topmodernen Eindruck machen.

Jacquards sind Stoffe mit kunstvoll eingewebten Mustern. Die ganz besondere Webtechnik und der dazugehörige Webstuhl wurden von dem Franzosen Joseph Jacquard im 19. Jahrhundert erfunden. Werden für die Muster Glanzfäden in Gold und Silber verwebt, spricht man von Brokat. Um Brokat zuzuschneiden, sollten Sie einige Übung im Umgang mit Stoffen haben. So ist es zum Beispiel wichtig zu überprüfen, ob das Muster des Stoffes eine bestimmte Richtung hat. Das ist nicht immer auf den ersten Blick zu sehen. Zum Zuschneiden des Stoffes empfiehlt es sich, die Schnittteile immer so auf den Stoff zu legen, dass die unteren Kanten aller Teile in die gleiche Richtung zeigen.

Aus Jacquard und Brokat werden elegante Kleidungsstücke, wie Röcke, Mäntel oder Blazer aber auch Möbelbezüge hergestellt. Achten Sie bei der Verarbeitung der nicht ganz günstigen Stoffe darauf, dass sie die richtige Nadelstärke für den jeweiligen Stoff wählen. Für dünne und feine Stoffqualitäten können Sie eine feine Universalnadel verwenden. Für dickere Stoffe, zum Beispiel für Woll-Jacquard, ist eine Nadelstärke 90 geeignet. Auch die Stichlänge richtet sich nach der Dicke des Stoffes. Für dünne und feine Stoffe ist eine Stichlänge von 2 mm optimal, bei einer zu großen Stichlänge gerät man schnell in Gefahr, dass sich die Nähte zusammenziehen. Dies kann meist nicht mehr durch Bügeln ausgeglichen werden und sollte daher vermieden werden.

Für große Auftritte: Taft und Moiré

Große Robe oder kleines Schwarzes? Immer dann, wenn es festlich sein darf, sind Taft und Moiré gefragt. Die edlen Materialien schimmern festlich und geben ihrer Trägerin allein durch das sinnliche Rascheln der Stoffe ein ganz besonderes Tragegefühl. Taft ist ein matt-glänzendes Material, das raffinierte Changeant-Effekte je nach Lichteinfall bietet. Zeichnet sich der Stoff darüber hinaus mit einer Maserung aus, spricht man von der Sonderform Moiré.

Klar, Taft und Moiré sind Luxusstoffe, doch mit etwas Erfahrung und viel Fingerspitzengefühl können aus den edlen Materialien ganz besondere Textilien entstehen. Typisch für beide Materialien ist der relativ feste Stand, wodurch auch die charakteristischen Fältchen entstehen. Es gibt Taftstoffe aus sehr empfindlicher reiner Seide oder aus preiswerteren und robusteren Synthetik-Fasern, wie Polyester oder Acetat. Vor dem Zuschneiden sollte das empfindliche Material gründlich gebügelt werden, um Liegefalten und andere Transportspuren gänzlich zu beseitigen. Besonders wichtig: Sowohl zum Feststecken als auch zum Nähen müssen hier sehr feine Nadeln mit einwandfreier Spitze verwendet werden. Stumpfe nadeln mit beschädigter Spitze können das edle Material beschädigen und unschöne Löcher hinterlassen.

Fleece ist kuschelig warm und bei Kindern sehr beliebt

Weniger opulent, dafür aber umso pflegeleichter und beliebter sind Fleece-Stoffe.  Fleece ist die englische Bezeichnung für Veloursstoffe, die meist aus Polyester hergestellt werden. Bei Fleece handelt es sich nicht um ein Gewebe, sondern um Maschenware, wie Jersey. Fleece ist vor allem eine günstige und komfortable Alternative zu Wolle geworden. Die Gründe hierfür sind vor allem in den praktischen Eigenschaften von Fleece zu finden. Fleece ist ein sehr leichtes Material, das dennoch ein hohes Wärmeisolationsvermögen aufweist. Es ist dabei, knitterfrei, elastisch und hat eine leicht wasserabweisende Oberfläche. Anders als Wolle ist Fleece nicht kratzig und weich auf der Haut zu tragen.

Aus diesen Gründen ist Fleece ein sehr beliebtes Material für Outdoorbekleidung, wie zum Beispiel Jacken oder Mützen. Aufgrund der pflegeleichten und wärmenden Eigenschaften ist Fleece auch bei Kinderbekleidung sehr beliebt. Es muss nicht gebügelt werden, ist leicht zu waschen und ist darüber hinaus auch in den verschiedensten Farben und Mustern erhältlich.  Für das Nähen mit Fleece benötigen Sie keine besonderen Nadeln, da das Material sehr einfach zu verarbeiten ist.

Weich und schimmernd: Samt und Nicki-Stoffe

Bei Groß und Klein gleichermaßen beliebt sind Samt und Nicki-Stoffe. Samt war bis ins späte Mittelalter ein königlicher Stoff, der nur den besten Kreisen vorbehalten war. Während das damalige Samtmaterial aus Seide hergestellt wurde, findet sich heute Samt aus Baumwolle, Viskose oder synthetischen Fasern. Grundsätzlich zur Unterscheidung: Bei normalem Samt steht das sogenannte Flor, also die feinen Härchen, gerade nach oben. Wird der Flor flach gepresst, spricht man von Pannesamt.

Von der Oberfläche her wirkt Nicki fast wie Samt, doch ist es gleichzeitig so dehnbar, wie normaler Jerseystoff. Das liegt an der dehnbaren Rückseite des weichen Stoffes. Früher wurde Nicki-Stoff meist für Nachtwäsche und Homewear eingesetzt, mittlerweile ist der Stoff jedoch auch bei sportiven Kleidungsstücken und verspielten Kindertextilien beliebt. Samt und Nicki werden beide gegen den Strick zugeschnitten, um ein Verziehen des Materials zu verhindern.

Leinenstoff – klassisch und luftig für den Sommer

Lässig, leger und gleichzeitig sehr hochwertig präsentiert sich Leinenstoff. Die Fasern, die zur Herstellung verwendet werden, stammen aus den Stängeln der Flachspflanze. Dadurch knittert das Material zwar leicht, doch dies ist nur ein Merkmal für die Echtheit des Stoffes und daher beinahe schon erwünscht. Leinen hat von Natur aus einen leichten Schimmer und ist vor allem in den Sommermonaten sehr angenehm zu tragen. Es ist luftdurchlässig, leitet Wärme gut ab und kann viel Feuchtigkeit aufnehmen. Es ist meist einfarbig gehalten und kann daher ohne bestimmte Richtung zugeschnitten werden. Auch hier richtet sich die empfohlene Stichlänge ganz nach der Stoffdicke.

Leinenstoffe eignen sich aufgrund ihrer angenehmen Trageeigenschaften optimal für Sommermode - ob Röcke, weite Hosen, Blazer oder ein ganzer Anzug.

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