Ratgeber über Briefmarken der Deutschen Feldpost aus dem 1.Weltkrieg

Aufrufe 2 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Ratgeber über Briefmarken der Deutschen Feldpost aus dem 1.Weltkrieg

Die Situation der deutschen Feldpost zu Beginn des Ersten Weltkriegs

Die Feldpost hat ihre Ursprünge in den größeren militärischen Auseinandersetzungen des 18. und 19. Jahrhunderts. In den Zeiten von Napoleons Feldzügen, Preußens Kriegen und schließlich dem Deutsch-Französischen-Krieg 1870/71 wurde der Post von der Front eine immer größere Bedeutung zugemessen. Briefe und Pakete, die zu den Soldaten gelangten, aber auch Briefe an die Angehörigen in der Heimat, hatten eine positive Auswirkung auf die Moral. Sowohl die Soldaten als auch die Familien der Landser profitierten von dieser Kommunikationsmöglichkeit.

Im Ersten Weltkrieg, der 1914 begann und bis in das Jahr 1918 andauerte, war die deutsche Feldpost sehr gut organisiert und versorgte Soldaten an Ost- und Westfront regelmäßig mit Post. In diesen rund fünf Jahren, die der Krieg dauerte, beförderte die deutsche Feldpost alleine 28,7 Milliarden Sendungen in beide Richtungen. Viele dieser Briefe und Postkarten sind bis heute erhalten geblieben und werden von Philatelisten gerne gesammelt. Im Fokus sind hier vor allem komplette Postsendungen, die aus Stempel, Brief oder Postkarte und Briefmarke bestehen. Bei eBay finden Sie viele dieser Feldpostsendungen aus dem Ersten Weltkrieg, die Einblicke geben sowohl in die postalische Geschichte der Feldpost als auch in die Erlebnisse und Ereignisse der Soldaten an der Front.

Beförderungsbedingungen für Briefe und Postkarten mit der Feldpost

Im Gegensatz zu der Feldpost in späteren und früheren Zeiten war die Aufgabe von Briefen und Postkarten für Angehörige des Militärs kostenfrei. Somit fiel auch das Freimachen dieser Sendungen mit Briefmarken in den meisten Fällen aus. Dies ist der Grund, warum Sie bei eBay auf Postsendungen der Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg meist keine Briefmarken oder Feldpostmarken vorfinden.

Finden Sie bei eBay Feldpostsendungen aus dem Ersten Weltkrieg, auf denen sich Briefmarken befinden, handelt es sich bei diesen meist um reguläre Briefmarken aus dem Deutschen Reich. Auch wenn ein Großteil der Post aus besetzten Gebieten wie Frankreich, Belgien oder Russland gesendet wurden, gab es keine postalischen Sonderregeln für die Beförderung aus oder in diese Gebiete. Sondermarken oder spezielle Briefmarken für die Feldpost, wie sie zum Beispiel von den Alliierten oder dem Dritten Reich im Zweiten Weltkrieg verwendet wurden, gab es zu dieser Zeit nicht.

In einigen Sonderfällen wurden ausländische Briefmarken zur Verwendung in der deutschen Feldpost herangezogen. Wann und wo dies der Fall war und wie Sie diese Raritäten identifizieren, soll der folgende Ratgeber erklären.

Postkarten als Zeitzeugen der Feldpost des Ersten Weltkriegs

Eine beliebte und häufige Form der Feldpost im Ersten Weltkrieg waren die Feldpostkarten. Auf diesen finden Sie meistens Motive aus dem Krieg abgebildet wie Generäle, Feldherren oder sonstige ranghohe Militärs. Auch Gruppenbilder von einfachen Soldaten wurden oftmals auf die Postkarten gedruckt.

Vielfach existierten auch Feldpostkarten mit aufgedruckten Briefmarken, die an die Soldaten verteilt wurden. Diese fallen in die Kategorie der Ganzsachen und bilden in der Philatelie ein eigenes Sammelgebiet. Diese Feldpost-Ganzsachen finden Sie teilweise auch mit seltenen Stempeln aus Belgien oder anderen besetzten Gebieten. Im Regelfall befinden sich aber auch auf diesen Sendungen die Stempel der deutschen Feldpost.

Feldpost aus den Auslandspostämtern und den deutschen Kolonien

Obwohl es im Ersten Weltkrieg große Mengen an Feldpost gab, von der auch bis heute noch viele Exemplare erhalten sind, sind Sendungen aus zwei Teilbereichen der deutschen Feldpost jener Zeit extrem rar. Der eine dieser Teilbereiche sind die Sendungen per Feldpost aus den deutschen Kolonien.
Bei eBay finden Sie eine große Auswahl an Briefmarken aus Deutschland und deutschen Kolonien.

Feldpost aus den deutschen Kolonien

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges besaß das Deutsche Reich Gebiete in Ostafrika, Südwestafrika, in Südostasien die Inselkolonie aus Neuguinea sowie einen kleinen Marinestützpunkt in China bei Kiautschou. In all diesen Gebieten waren Soldaten stationiert, die ebenfalls Zugang zur Feldpost hatten.

Mit Ausnahme der Kolonie Deutsch-Ostafrika gingen alle Überseegebiete bereits im ersten Kriegsjahr verloren. Somit finden Sie aus diesen Gebieten nur aus dem Jahr 1914 Feldpost. In Deutsch-Ostafrika lieferten sich deutsche und britische Truppen Kämpfe bis ins Jahr 1916 hinein. Die Beförderung der Feldpost aus den Kolonien war ebenso schwierig. In Zeiten, in denen es noch keine Luftpost gab, war das Schiff die einzige Transportmöglichkeit aus diesen entlegenen Gebieten. Jedoch waren die Seewege von den Gegnern des Deutschen Reiches blockiert, sodass im Ersten Weltkrieg nur wenig dieser Transporte stattfanden.

Feldpost aus den Kolonien erkennen Sie an zwei Merkmalen. Zunächst wurden spezielle Briefmarken verwendet, die nur für die Kolonien ausgegeben wurden. Briefmarken aus den Kolonien wurden für jedes Gebiet erstellt, sodass Sie bei eBay Postwertzeichen mit Aufdrucken aller dieser Überseegebiete finden.

Sendungen aus der Marinefeldpost

Die zweite Rarität sind die Sendungen aus der Marinefeldpost. Im Ersten Weltkrieg wurde der Seekrieg noch größtenteils mit Überwasserschiffen wie Schlachtschiffen, Linienschiffen und Kreuzern geführt. Den auf diesen Schiffen stationierten Marinesoldaten wurde ebenfalls die Möglichkeit gegeben, über die Feldpost mit ihren Angehörigen zu kommunizieren. Sendungen, die über die Marineschiffspost gelaufen sind, erkennen Sie an den Bordstempeln. Hier gibt es jedoch eine Eigenart, welche erstmals auf den Kriegsschiffen angewendet wurde. Während es bei den Einheiten des Heeres noch üblich war, den Namen der Einheit des Soldaten als Teil der Adresse hinzuzufügen, wählte man bei der Marineschiffspost eine verschlüsselte Art der Postzustellung. So wurden die sogenannten Tarnstempel eingeführt, aus denen nicht erkennbar war, von welchem Schiff die betreffende Sendung kam oder an welches Schiff sie gehen sollte. Aus dem Zahlencode, ähnlich einer Postleitzahl, konnten die Feldpostämter jedoch bestimmen, für welches Kriegsschiff die Sendung bestimmt war. Sollte dem Gegner die Post in die Hände gelangen, war es ihm nun nicht mehr möglich, anhand der Adressdaten und des Datums des Poststempels Position und Typ des Schiffes zu bestimmen. Bei Sendungen der Feldpost auf dem Land wurde dieses System nicht verwendet, sodass Sie dort immer den Namen der Einheit auf den Sendungen vorfinden. Im Stempel findet sich dazu der Hinweis „Schiffspost“. Briefmarken aus der Marinefeldpost sind dazu noch seltener, da auch Marinesoldaten die Portofreiheit in Anspruch nehmen konnten. Auf einigen Postkarten befanden sich vorgedruckte Briefmarken, die dann vom Bordstempel entwertet wurden. Diese Ganzsachen bilden einen kleinen Teil von Sendungen der Feldpost des Ersten Weltkriegs, die über Briefmarken verfügen.

Feldpost aus den Auslandspostämtern

Die Feldpost aus den Auslandspostämtern stammte teilweise auch aus den Besetzungsgebieten im Osten von Europa. So stammt Feldpost aus dem Jahr 1916 zum Beispiel aus Rumänien oder den baltischen Staaten. Gerade bei Briefen aus diesen Gebieten kam es oftmals zur Kombination von Briefmarken mit Feldpoststempeln. Teilweise besitzen diese Sendungen auch mehrere Stempel, die zunächst auf eine Beförderung in der regulären Post und eine anschließende Übergabe an die Feldpost oder andersrum hinweisen. In Rumänien wurden dazu von der Militärverwaltung teilweise Briefmarken mit provisorischen Stempeln versehen. Diese Aufdrucke wiesen auf die neue Verwaltung hin und ersetzten übergangsweise die regulären rumänischen Briefmarken. Auch diese wurden vereinzelt zur Frankierung von Sendungen für die Feldpost verwendet. Ähnliche Vorgehensweisen sind aus Belgien bekannt, wo aber Briefmarken der Deutschen Reichspost eingeführt wurden. Bei eBay finden Sie diese Briefmarken aus den deutschen Besetzungen, teilweise auch als komplette Briefsendungen. Diese Übergangsmarken und Stempelungen wurden nur in einem relativ kurzen Zeitabschnitt in der Kriegsgeschichte benutzt, was zur Seltenheit dieser philatelistischen Sammelobjekte beiträgt. In diesen Gebieten benutzte die Feldpost auch Briefmarken aus den besetzten Ländern und versah sie mit improvisierten Stempeln der jeweiligen Einheit. So finden Sie zum Beispiel rumänische Briefmarken mit dem Aufdruck „Gültig 9. Armee“, was anzeigt, dass diese Marke für die Verwendung in der Feldpost in der entsprechenden Armee vorgesehen war. Briefmarken dieser Art sind einige der wenigen, die Sie auch noch in ungestempeltem Zustand bei eBay finden. In der Regel sind Briefmarken aus der Feldpost des Ersten Weltkriegs nur in gestempelter Version und auf Sendungen erhalten geblieben.

Feldpoststempel auf Briefmarken und Sendungen der deutschen Feldpost

Die Feldpost benutzte spezielle, eigene Stempel zur Entwertung der Feldpostbriefe. Dies war vor allem deswegen notwendig, da viele der Briefe und Postkarten aufgrund der Portofreiheit über keine Postwertzeichen verfügten. Anhand der Stempel können Sie auch einwandfrei identifizieren, dass die Sendung tatsächlich mit der Feldpost befördert wurde. So tragen die Feldpostbriefe im Stempel die Aufschrift „Feldpost“ sowie das Datum des Beförderungstages. Die Laufzeit eines Briefes im Ersten Weltkrieg betrug im Schnitt übrigens nur rund eine Woche, was keine besonders lange Zeit ist, bedenkt man die Umstände des Transports. Ein Ort der Entwertung findet sich selten in den Feldpoststempeln, da die Einheiten oftmals ihren Standort wechselten und die Feldpostämter an diese Einheiten gebunden waren. Teilweise wurden jedoch, vor allem in Belgien, zwei Stempel zur Entwertung der Briefe verwendet. Bei dem zweiten Stempel handelte es sich dann um einen zivilen Poststempel, aus dem der Ort der Entwertung klar hervorgeht.

Zusammenfassung über die Feldpost und die Verwendung von Briefmarken im Ersten Weltkrieg

Bei eBay finden Sie noch zahlreiche Briefe und Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg. Gerade diese Sendungen in ihrer kompletten Form sind bei Philatelisten beliebte Sammelobjekte. Briefmarken aus der Feldpost hingegen sind extrem selten, da kein Zwang zur Verwendung dieser bestand. Ebenso waren Sondermarken für die Feldpost im Ersten Weltkrieg nicht gebräuchlich, diese wurden erst später eingeführt. So fand die Entwertung bei der Beförderung der Sendungen nur über die Stempel statt. Auf einigen wenigen Sendungen finden Sie zwar Briefmarken, bei diesen handelt es sich dann aber um reguläre Ausgaben der Deutschen Reichspost oder improvisierte Marken. Briefmarken, welche mit Stempeln der Feldpost versehen wurden, zählen zu den ganz seltenen Raritäten der Philatelie und sind bei Sammlern sehr begehrt.

In den Besetzungen, die im Laufe des Krieges unter deutsche Kontrolle gelangten, kam es meist übergangsweise zur Verwendung von improvisierten Feldpostbriefmarken. Diese zählen zu den absoluten Seltenheiten der Geschichte der Feldpost jener Zeit und sind wichtige Stücke in jeder Sammlung von Militärpost.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden