Ratgeber für die Auswahl von Geschirr: Tassen & Untertassen aus Keramik, Porzellan und Glas

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Ratgeber für die Auswahl von Geschirr: Tassen & Untertassen aus Keramik, Porzellan und Glas

Jede Küche, wie modern oder traditionell sie auch eingerichtet ist, kommt neben allen Geräten nicht ohne eine wichtige Sache aus, das Geschirr. Zugegeben, prinzipiell reichen ein paar Teller und Gläser aus, um alle Mahlzeiten des Tages einzunehmen. Doch was tun Sie im Falle eines unerwarteten Besuchs? Greifen Sie auf Ihre täglich genutzten Tassen, Teller und Bestecke zurück? Nein. Sie wählen ein repräsentatives Geschirr, das die entspannte Atmosphäre eines nachmittäglichen Kaffeetrinkens optisch bereichert. Worauf Sie bei der Auswahl eines solchen besonders achten müssen, erfahren Sie im Folgenden. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei der Frage zu, ob Keramik- oder Porzellangeschirr besser geeignet ist, um sich und Ihre Gäste zu verköstigen.

Ein kleiner Ausflug in die Geschichte des Geschirrs

So vertraut wie den meisten der tägliche Griff in den Geschirrschrank ist, so überraschend wirken auf viele die Besonderheiten seiner Entwicklung. Wussten Sie beispielsweise, dass es in Europa erst seit dem 16. Jahrhundert üblich wurde, Geschirr und Besteck zu verwenden? Weit verbreitet war das heute Selbstverständliche dabei zwar noch nicht, doch speisten immerhin schon die Adligen mit Tellern und Tassen. Die Essensunterlagen unterschieden sich vorrangig im Material von den heutigen Ausführungen. Es handelte sich um einfache Bretter aus Zinn und Holz.

Bis zum Beginn der Moderne wurden nicht nur Teller aus Zinn und Silber hergestellt. Auch Trinkbecher und Gewürzbehälter bestanden aus diesem Material. Zur Fertigung von Messern verwendete man Stein. Löffel wurden üblicherweise aus Holz gefertigt. Im Gegensatz zu heute dienten sie allerdings mehr der Zerkleinerung der Nahrung als dem eigentlichen Essen. Die Gabel mit mehreren Zinken war bereits zu Zeiten des Römischen Reichs bekannt.

Essgeschirr aus verschiedenen Materialien – das Richtige für jede Gelegenheit

Im Haushalt kommen täglich verschiedene Arten von Geschirr zum Einsatz. Zum Frühstück benötigt man kleine Teller, Tassen, Untertassen und Eierbecher. Um mittags Suppe zu essen, ist ein tiefer Teller erforderlich. Der Genuss von Fisch setzt einen ovalen Flachteller voraus. Für den passenden Weißwein brauchen Sie ein Glas mit Stiel. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Damit Sie bei aller Vielfalt den Überblick bewahren, seien Ihnen an dieser Stelle die wichtigsten Geschirrteile und die bei der Herstellung verbreitete Materialien vorgestellt.

Der Teller – vielseitig anwendbar, zuhause und unterwegs

Der Großteil der im Haushalt zur Anwendung kommenden Teller besteht aus Porzellan. Darüber hinaus nutzt man Teller aus Keramik und Glas. Holzteller werden einer weitverbreiteten dialektalen Färbung entsprechend als Brettchen bezeichnet. Bei größeren Feiern sind Teller aus Karton oder Plastik beliebt. Sie können nach dem Essen entsorgt werden und müssen nicht gereinigt werden.

Je nach Anwendung unterscheidet man verschiedene Formen von Tellern. Sie sind auf die jeweiligen Gerichte abgestimmt. Die zwei Grundformen sind Teller mit Fahne und Teller Coupe. Die erste Klasse hat eine Vertiefung, die als Spiegel bezeichnet wird. Der darüberliegende erhöhte Rand trägt den Namen Fahne. Teller, die nur eine Vertiefung, aber keinen Rand haben, heißen Teller Coupe. Jeder der im Folgenden genannten Unterarten gehört einem dieser Typen an.

  • Platzteller: Dieser große Teller mit etwa 30 cm Durchmesser dient bei Menüs mit mehreren Gängen als Unterlage.
  • Unterteller: Den Unterteller verwendet man als Tischdeckenschutz. Er steht unter Suppenschüsseln und Tassen. Im zweiten Fall bezeichnet man ihn als Untertasse.
  • Speiseteller: Hierbei handelt es sich um den Standardtyp, der für die meisten Speisen verwendet wird. Er hat einen Durchmesser von 24 – 29 cm.
  • Frühstücksteller: Dies ist ein kleiner Teller, der wie der Speiseteller geformt, aber kleiner ist.

Mit den richtigen Tassen den Nachmittagskaffee genießen

Bei der Fertigung von Kaffeegeschirren kam ursprünglich Metall zum Einsatz. Heutzutage kann man sich nur noch schwerlich vorstellen, diese gemütliche Zeit des Tages mit dem kalt anmutenden Material auf dem Tisch zu verbringen. Zu ungewohnt wirkt die Vorstellung. Darüber hinaus brachten Metallkaffeebecher noch weitere Nachteile mit sich. Aufgrund der guten Wärmeleitungseigenschaften des Materials wurden sie in der Hand heiß. Außerdem beeinträchtigt das Material den Geschmack des Kaffees.

Eine bessere Lösung fand sich mit der Zeit in verschiedenen europäischen Adelshäusern. Sie ließen sich Trinkschalen aus China importieren. Der Geschmack wurde damit verbessert, doch verbrannte man sich nach wie vor die Finger. Die Einführung des Henkels in Europa war die Folge.

Auch heute gehört Porzellan noch zu den beliebtesten Materialien. Bei der Auswahl sollten Sie vor allem den Aspekt der Robustheit berücksichtigen. Hochwertiges Hartporzellan ist so gut als möglich gegen Abrieb und Kratzer geschützt. Hierzu tragen die In- und Unterglasurtechnik bei.

Eine weitere, bei der Herstellung von Kaffeegeschirren zum Einsatz kommende Herstellungsart ist Hartglas. Man erkennt es gut an seiner weißlichen Färbung, durch die es seinen Beinamen 'Opalglas' erhalten hat. Es zeichnet sich durch verschiedene Vorteile aus. Der erste davon ist der Kostenaspekt. Hartglasserien sind bedeutend günstiger als Geschirrsets aus Porzellan. Hervorzuheben ist ebenso die Hygiene. Auf der porenfreien Oberfläche können sich keine Verunreinigungen festsetzen. Darüber hinaus ist das Material mit geringem Aufwand zu reinigen. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass das Material gehärtet ist. Erst dadurch erhält es seine volle Robustheit und Widerstandsfähigkeit gegen Temperaturschwankungen.

Das brauchen Sie noch zum Kaffeetrinken: Untertassen, Zuckerdosen, Milchgießer und Kaffeekanne

Im europäischen Kulturkreis bildet die Tasse eine funktionale Einheit mit der Untertasse. Diese hat drei Funktionen. Die erste besteht darin, als Ablagefläche für den Löffel zu dienen. So muss er nach dem Umrühren nicht auf die Tischdecke gelegt werden. Die Entstehung von Flecken auf dem Textilstoff wird verhindert. Die zweite Aufgabe ist das Auffangen von Kaffeetropfen, die über den Rand der Tasse laufen. Zu guter Letzt dient sie dem schnelleren Abkühlen des Kaffees. Die Tasse gibt ihre Wärme schneller ab und man kann besser daraus trinken. Üblicherweise wird die Untertasse im selben Muster gewählt wie die Kaffeetasse. Bei Glastassen kommt eine Untertasse aus Glas zum Einsatz. Darüber hinaus haben Sie verschiedene Möglichkeiten. Aufgrund ihrer optischen Neutralität kann eine Glastasse gut mit farbigen Untertassen kombiniert werden.

Parallel zur Kaffeetasse entwickelt sich die Kaffeekanne. Beim morgendlichen Kaffeetrinken kommt das Modell zum Einsatz, das zur Kaffeemaschine gehört. Beim Nachmittagskränzchen mit Bekannten und Verwandten nimmt man die edle Porzellankaraffe oder ein extravagantes Modell aus Glas. Ein drittes Material, aus dem man Kaffeekannen herstellt, ist Metall. Es kommt bereits seit langer Zeit zum Einsatz. Man verwendet Silber, emailliertes Blech und Messing. Ein großer Vorteil dieser Methode besteht darin, dass die Kaffeekanne längere Zeit auf dem Herd auf Temperatur gehalten werden kann. Bei einer Porzellankanne ist dies nicht möglich.

Zwei weitere wichtige Teile eines Kaffeegeschirrs sind der Milchgießer und die Zuckerdose. Da nicht jeder Gast gern schwarzen Kaffee trinkt, empfiehlt es sich, beide Teile auf den Tisch zu stellen. Sie sind etwa 10 – 15 cm groß und meistens in weißer Farbe gehalten. Dadurch passen Sie sich an jedes Service gut an. Milchgießer und Zuckerdosen aus Glas haben dieselbe Eigenschaft. Sie sind neutral und fallen kaum auf.

Welche Unterschiede gibt es zwischen Porzellan und Keramik?

Die Unterscheidung zwischen Porzellan und Keramik führt zu Unsicherheiten. Grund hierfür ist der häufig synonyme Gebrauch beider Materialien. Dass es einige wesentliche Unterschiede gibt, wird nicht selten übersehen.

Der Grundunterschied besteht in der Zusammensetzung des Materials. Während Meissner Porzellan beispielsweise aus der feinen Kaolinerde besteht, stellt man Keramik aus Ton und Quarz her. Mit den unterschiedlichen Materialien gehen besondere Charakteristika einher, die im Folgenden kurz erläutert werden.

Porzellan – robust, edel, lichtdurchlässig

Porzellan ist ein edleres Material als Keramik. Dies hängt mit der feineren Struktur der Kaolinerde zusammen. Das seltene Vorkommen und der hohe Schmelzpunkt von 1.450°C zeugen von ihrer Qualität. Beim Brennvorgang wird die Tonerde wegen des Einschlusses von viel Wasser in Scherben umgewandelt. Bei Temperaturen von über 1.300°C beginnen diese Scherben zu verglasen. Der Vorgang ist hauptverantwortlich für die reine weiße Farbe und die glänzende Oberfläche von Porzellan.

Mit anderen Materialien wäre ein solcher Brennvorgang nicht möglich. Tonerden mit niedrigeren Schmelzpunkten würden bereits vor der Scherbenbildung verfallen. Aufgrund des hohen Brennpunkts sind Porzellanwaren besonders edel und widerstandsfähig. Berühmte Hersteller wie die Meißener Porzellanmanufaktur bieten ihren Kunden eine Nachkaufgarantie. Damit sind Sie auch im Falle einer Beschädigung oder eines Diebstahls abgesichert.

Keramik – rustikal, günstig, traditionsreich

Die Bezeichnung Keramik leitet sich vom griechischen Wort "keramos" ab, was Ton bedeutet. Unter geschichtlichen Gesichtspunkten wird häufig darauf hingewiesen, dass die meisten bekannten Kulturen seit langer Zeit über eine Art der Keramikproduktion verfügen. Man unterscheidet dabei zwei Formen, die Fein- und die Grobkeramik.

Ein verbreiteter Anwendungsbereich von Keramik der feinen Art ist das Sanitärhandwerk. Aus Keramik stellt man nicht nur Fliesen, sondern auch Waschbecken, Badewannen und Toilettenschüsseln her. Grobkeramik findet bei der Herstellung von Klinker, Übertöpfen und Dachschindeln Anwendung.

Der große Vorteil der Keramik besteht darin, dass sie vergleichsweise günstig hergestellt werden kann. Die Preise für Geschirr aus Keramik sind entsprechend erschwinglich. Hauptursächlich hierfür sind die weltweit großen Vorkommen an Tonerde. Das Material kann praktisch überall in großen Mengen abgebaut werden.

Geschirr aus Porzellan oder Keramik? Was soll es sein?

Ein großer Unterschied besteht im Gewicht. Kannen und Tassen aus Porzellan sind erheblich leichter als solche aus Keramik. Sie sind für ältere Leute empfehlenswert. Man kann leichter daraus einschenken. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Widerstandsfähigkeit. Gerade bei häufigem Gebrauch ist Porzellan geeigneter. Es ist fester und unempfindlicher als Keramik, bei der sich bereits nach geringen Stößen Splitter ablösen können.

Auch beim Porzellan selbst gibt es Unterschiede. Geschirr ohne Dekor ist widerstandsfähiger als solches mit Dekor. Achten Sie außerdem auf Spülmaschinenfestigkeit.

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