Ratgeber für die Auswahl von Bekleidung und Zubehör für das Taekwondo-Training

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Ratgeber für die Auswahl von Bekleidung und Zubehör für das Taekwondo-Training

Taekwondo ist mittlerweile eine der beliebtesten Kampfsportarten in Deutschland und weltweit. Ursprünglich kommt die Kampfkunst aus Korea. Nimmt man die drei Silben des Namens, ergeben sich folgende Bedeutungen: Tae (Fußtechnik), Kwon (Handtechnik) und Do (Weg). Dies zeigt zum einen die technische Ausrichtung der Kampfkunst auf und bedeutet mit der letzten Silbe aber auch, dass sie mit einer speziellen Ethik verbunden ist. Im Taekwondo geht es demnach auch um Höflichkeit, Integrität, Geduld und Selbstdisziplin.

Für einen ungeübten Betrachter mag die koreanische Kampfkunst Ähnlichkeiten mit weiteren asiatischen Kampftechniken besitzen. Bei genauerer Betrachtung lassen sich jedoch wesentliche Unterschiede aufzeigen. Taekwondo ist besonders auf Schnelligkeit und Dynamik ausgerichtet. Die Dominierung von Fußtechniken im Gegensatz zu Schlag- und Handtechniken ist ein weiteres Markenzeichen.

Taekwondo kann als wettbewerbsorientierter Sport von jedem erlernt werden. Seit den 1960er Jahren erfreut sich die Kampfkunst in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Wer mit dem Gedanken spielt, ein Taekwondo-Training zu besuchen, muss auch über die richtige Bekleidung und verschiedene Ausstattungsgegenstände nachdenken. Dabei möchte Ihnen dieser Ratgeber helfen.

Kurze Geschichte des Taekwondo

Bevor der Ratgeber auf Bekleidung und Zubehör für das Taekwondo zu sprechen kommt, soll im Folgenden auf die Geschichte und die Besonderheiten des Taekwondo eingegangen werden. Wie bereits erwähnt, ist der Ursprungsort des Taekwondo Korea. Vor zweitausend Jahren konkurrierten auf der Halbinsel verschiedene Königreiche miteinander. Bedingt durch die vielen Konflikte wurden neue Kampftechniken erdacht, die über die herkömmlichen Waffengattungen hinausgingen. Es entwickelte sich eine spezielle Kriegerkaste – die Hwa Rang Do. Diese übten sich im Faust- und Fußkampf.

In den weiteren Jahrhunderten gewann diese Kampfkunst immer mehr an Einfluss und Ansehen. Die Kampfkünste gelangten zu einer ersten Blüte. Jährliche Wettkämpfe wurden abgehalten. Seit der Zeit des europäischen Hochmittelalters bis zum Anbruch der Moderne gerieten sie jedoch allmählich in Vergessenheit. Bedingt durch die beiden Weltkriege und dem partiellen Verbot der koreanischen Kampfkünste, wurden diese nur noch im Untergrund gepflegt.

Am Ende der 1940er Jahre – Korea sah seiner Teilung entgegen – entwickelte der koreanische Leutnant Choi Hong-Hi eine eigene Technik, die dem japanischen Karate überlegen sein sollte. Das Taekwondo (Namensgebung erst 1955) war geboren, das zunächst viele Elemente des Karates mit aufnahm. Er machte, mittlerweile zum General aufgestiegen, das Taekwondo in aller Welt bekannt. Heute zählt es zu den beliebtesten Kampfsportarten mit mehreren Millionen Schülern.

Taekwondo: Stile und Wettkämpfe

Aufgrund der Vielzahl verschiedener Verbände haben sich mit den Jahren unterschiedliche Stile entwickelt. Unterschiede ergeben sich vor allen Dingen in den Abläufen der eingeübten Formen, der Benennung der verschiedenen Techniken und in der Art der Wettkämpfe. Bei traditionelleren Schulen ähneln die Körperbewegungen noch mehr dem Karate. Bei moderneren Varianten, die deutlich wettkampforientierter sind, ergeben sich Unterschiede bei den Bewegungsabläufen. So wird beispielsweise zwischen den einzelnen Positionen im Formenverlauf (Formen: festgelegte Schritt- und Technikfolgen) der Körper deutlich mehr auf- und abbewegt.

Taekwondo ist ein Wettkampfsport und dazu olympische Disziplin. Der Wettkampf selbst findet dabei auf einer abgegrenzten Matte bzw. einem Feld statt. Ziel ist es, den Kampfpartner innerhalb einer vorgegebenen Rundenzeit (bei Olympia drei Runden zu je zwei Minuten) zu treffen. Je nach getroffener Körperstelle werden Punkte vergeben. Neben einem Punktesieg ist der K.-o.-Sieg ebenfalls möglich. Insofern ist auch das Taekwondo-Training vielfach auf diese Wettkampfbedingungen hin ausgerichtet. Nur traditionellere Schulen legen mehr Wert auf ein Taekwondo ohne Wettkampfdruck. Auch hier finden jedoch Freikämpfe statt, die allerdings mehr auf die exakte und ästhetische Ausführung der Technik abzielen.

Die Bekleidung beim Taekwondo

Der traditionelle Kampfanzug beim Taekwondo wird „Dobok" genannt. Dieser besteht aus einem leichten und weißen bzw. weiß gebleichten Stoff, aus einer Jacke, einer Hose und einem Gürtel. Um den besonderen Anforderungen während des Kampfes gerecht zu werden, ist der Anzug sehr strapazierfähig. Er lässt alle Bewegungen zu und muss auch beim „Reißen" widerstandsfähig bleiben. Spezielle Schutze (s. u.) können ebenfalls verwendet werden. Alle Arten von Schmuck sind aufgrund der möglichen Verletzungsgefahr nicht erlaubt.

Die Füße sind in der Regel unbekleidet. Dennoch sind nach Absprache Ausnahmen erlaubt, etwa wenn der Sportler eine Fußverletzung hat. das Tragen eines Fußschutzes ist in dem Fall möglich. Für spezielle Anlässe, wie dem Training im Freien oder bei Vorführungen, werden auch spezielle Taekwondoschuhe angeboten.

Das Oberteil bzw. die Jacke des „Dobok" bedeckt das Gesäß und die Ärmel sollen mindestens über den halben Unterarm, höchstens aber bis zum Handgelenk reichen. Einen schwarzen Rand am Oberteil dürfen nur Dan-Träger (s. u.) tragen. Während im traditionellen Taekwondo das Oberteil einer Jacke gleicht, ist es bei den wettkampforientierten Schulen vorne geschlossen. Man muss mit dem Kopf, einem Pullover gleich, hineinschlüpfen. Die Hose wiederum ist bei allen Varianten so gearbeitet, dass ein Spagat möglich ist. Sie sollte mindestens bis zur halben Wade reichen.

Je nach Verband und Schule ist es möglich, an Jacke und Hose Verbandsabzeichen anzubringen. Sollten Sie noch neu sein und vor Ihrer ersten Trainingseinheit stehen, machen Sie sich keine Sorgen. Für die ersten Probetrainings sind auch normale Trainingsanzüge zulässig. Treten Sie jedoch einem Verband bei, müssen Sie spätestens dann einen „Dobok" kaufen.

Das Weiß des „Doboks" besitzt eine spezielle Bedeutung. Sie ist wie ein unbeschriebenes Blatt völlig leer. Der Schüler ist in diesem Bild wie ein leeres Glas, das erst der Meister mit Wissen füllen wird. Eine pragmatische Erklärung lautet: Farbstoffe waren früher teurer, weswegen man auf weiße bzw. gebleichte Bekleidung zurückgriff.

Der Gürtel und die Grade

Ähnlich wie beim Judo oder Karate gibt es auch beim Taekwondo verschiedene Grade, die der Kämpfer erreichen kann. Diese werden mit unterschiedlichen farbigen Gürteln angezeigt. Doch der Gürtel besitzt nicht nur diesen einen Zweck. Ähnlich wie bei Gewichthebern sitzt er etwas unter dem Bauchnabel. Ist er mit dem richtigen Druck gebunden, ermöglicht er die blitzartige Anspannung des Körpers.

In der Anfangsphase des Taekwondo gab es nur vier Farben, die sich an der koreanischen Fahne orientierten: weiß, blau, rot und schwarz. Hinzu kamen mit der Zeit gelb, grün und braun. Die verschiedenen Grade sind dabei aufgeteilt in Schüler- und in Meisterklassen. In Deutschland sind zehn Schülergrade (Kup) und ebenso viele Meistergrade (Dan) üblich. Dabei liegt den Farben jeweils eine gewisse Bedeutung zugrunde.

  • Weiß wird von den Anfängern getragen.
  • Weiß-Gelb als Übergang.
  • Gelb steht für den fruchtbaren Boden, auf dem das Erlernte wachsen soll.
  • Gelb-Grün als Übergang.
  • Grün repräsentiert die ersten Sprösslinge, die auf diesem Boden wachsen.
  • Grün-Blau als Übergang.
  • Blau symbolisiert den Himmel. Damit ist eine zu überwindende Grenze gegeben. Der Schüler soll Höheres anstreben.
  • Blau-Rot ist wieder ein Übergang.
  • Rot ist die Sonne und symbolisiert eine große Kraft. Je nach Schule wird hier auch ein brauner Gurt verwendet, der für den festen Stamm des gewachsenen Baumes steht.
  • Rot-Schwarz als Übergang.
  • Schwarz ist die Farbe des Meisters. Es symbolisiert das Weltall und nimmt alle Farben in sich auf.

Verschiedenes Zubehör für das Taekwondo-Training

Weitere Ausstattungen zum Taekwondo sind zunächst die verschiedenen Sicherheitsschutze. Die Sicherheit und Unversehrtheit bzw. die eigene Gesundheit und die des Kampfpartners ist sehr wichtig. Verletzungen können jedoch hier und dort auftreten. Mit dem entsprechenden Sicherheitsequipment lässt sich die Wahrscheinlichkeit hierfür jedoch minimieren.

Der Fußschutz wurde bereits erwähnt. Der feste Sitz am Fuß ist sehr wichtig. Auch die Ferse wird mit seiner Hilfe geschützt. Dies ist beispielsweise bei Hakenfußtritten sinnvoll. Die Sohle des Fußes ist hingegen nicht geschützt. Fixiert wird der Fußschutz zumeist mithilfe von Klettverschlüssen auf Knöchelhöhe. Innerhalb des Schutzes sorgen Gummizüge, die um die Zehen herum gelegt sind, für besten Halt. Weiterhin können Schienbeinschoner zum Einsatz kommen. Wenn das Schienbein im Wettbewerb als Trefferfläche definiert wird, ist der Schienbeinschutz mehr als sinnvoll.

Neben Schienbeinen und Füßen gilt es oftmals auch, Suspensorien bzw. einen Tiefschutz einzusetzen. Dieser schützt die Genitalien vor fehlgeleiteten Tritten. Suspensorien bestehen zumeist aus einem dicken und robusten Gewebe oder aus einer Kunststoffschale. Das Suspensorium lässt sich über der Unterwäsche tragen. In manchen Fällen, gerade im Verletzungsfall, ist es sinnvoll, während des Trainings einen Kopfschutz zu tragen. In manchen Sportarten werden diese regulär von Anfängern getragen. Im Taekwondo ist dies weniger der Fall. Wurde der Kopfschutz früher aus Leder gefertigt und mit Rosshaaren gefüllt, besteht der Schutz heute aus Weichschaum. Klettbänder sorgen für die richtige Fixierung am Kopf.

Für das Training gibt es weiteres Zubehör, das neben der Bekleidung und einem adäquaten Schutz sehr sinnvoll ist. Die Rede ist von sogenannten Pratzen bzw. Schlagpolstern. Durch eine Öffnung schlüpft man mit den Händen in die Pratzen und hält sie so, dass der Trainingspartner in optimaler Weise Schläge und auch Tritte darauf platzieren kann. Die Kombination von Schlagkraft und Schnelligkeit steht hierbei im Vordergrund.

Ein Boxsack ist ein weiteres sinnvolles Trainingsgerät. Das Material der zumeist zylindrisch geformten Boxsäcke besteht außen aus Leder, Kunstleder oder Nylon. Es gibt auch unterschiedliche Füllungen. Sägespäne, Getreide und Kunststoffgranulat können hierbei zum Einsatz kommen. Der von der Decke hängende Boxsack darf ein gewisses Gewicht nicht unterschreiten. Der Boxsack ist sehr gut für Tritte und Schläge geeignet.

Fazit: Haben Sie Freude mit Taekwondo und dem richtigen Equipment

Der Ratgeber konnte Ihnen die Bekleidung als auch weiteres Equipment für das Taekwondo-Training näher bringen. Ein kleiner Tipp zum Schluss: Kaufen Sie nie die Katze im Sack, sondern probieren Sie den „Dobok" und alles weitere Zubehör aus.

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