Ratgeber für die Auswahl professioneller Jagdbekleidung

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Ratgeber für die Auswahl professioneller Jagdbekleidung

Den meisten Menschen kommt im Laufe ihres Lebens öfter der Gedanke, sich mehr mit der Natur zu beschäftigen. Sie wollen sich in ihre mannigfaltigen Zusammenhänge hineinfinden und die vielen Tiere einmal in der Realität erleben. Neben dem Förster ist es vor allem der Jäger, in dem man die unmittelbare Erfahrung mit Flora und Fauna verkörpert sieht. Viele Menschen wünschen sich in der Tat selbst einmal, diese besondere Aufgabe wahrzunehmen. Mit der richtigen Vorbereitung steht es jedem frei, selbst dem Jägerhandwerk nachzugehen. Welcher Voraussetzungen es hierzu bedarf und wie Sie sich als Jäger am besten kleiden, erfahren Sie im Folgenden.

Wie wird man eigentlich Jäger?

Prinzipiell kann jeder Mensch Jäger werden. Wesentliche Voraussetzung hierfür ist das Absolvieren einer umfassenden Ausbildung. Sie lernen dabei nicht einfach nur, Wild zu erlegen. Es geht darum, das Wild in den heimischen Wäldern angemessen zu hegen und so zu schützen, dass sein Bestand gesichert bleibt. Hierfür ist nicht allein die Kenntnis der Tiere und ihres Zusammenlebens wichtig. Es bedarf eines umfassenden Wissens über die unterschiedlichen Pflanzenarten und einer fundierten Einschätzungsgabe in Bezug auf die Lebensgewohnheiten der Waldbewohner.

Wichtigste Voraussetzung ist und bleibt eine Liebe zur Natur. Belohnt wird man durch die Mühe mit langen Aufenthalten in einem ruhigen, natürlichen Ort fernab des hektischen Alltags. Rasch werden Sie erkennen, dass viele der Wissensgrundlagen von Jägern Allgemeinwissen und dem Interessierten intuitiv zugängig sind.

Die Erlaubnis zum Jagen erhalten Sie in Form eines Jagdscheins. Um diesen führen zu dürfen, müssen Sie eine Prüfung bei der Kreisjägerschaft oder in einer privaten Schule bestehen. In der Regel werden dabei ganzjährige Kurse angeboten, in deren Rahmen Sie die theoretischen Grundlagen und das Schießen erlernen.

Wie läuft eine Ausbildung zum Jäger ab?

Sobald Sie sich für einen Kurs eingetragen haben, erhalten Sie das notwendige Lernmaterial. Zur Vorbereitung vor dem Ausbildungsbeginn können Sie sich in einer Bibliothek bereits Bücher zum Thema Jagd ausleihen. Besonders seien Ihnen dabei kompakt zusammengefasste Nachschlagewerke empfohlen. Sie werden Ihnen im Umfeld der Prüfung gute Dienste leisten. Viele gute Bücher zum Thema bietet der Kosmos- und der Paul-Parey-Verlag an.

Wie die Ausbildung strukturiert ist, variiert von Schule zu Schule. In einigen Fällen können Sie die Ausbildung in einem zwei- bis dreiwöchigen Block absolvieren. Intensivkurse dieser Art haben den Vorteil, dass Sie das erworbene Wissen bei der Prüfung noch frisch im Kopf haben. Darüber hinaus können Sie sich ganz auf die Ausbildung konzentrieren und verlieren nicht viel Zeit. Die Ausbildung enthält dabei zumeist die folgenden Teilbereiche:

  • Theoretischer Unterricht: Hierbei lernen Sie viel Wissenswertes über die lokale Flora und Fauna.
  • Praxisbezug: Die Ausbildung wird von erfahrenen Jägern und Förstern durchgeführt. Sie profitieren dabei von jahrelanger Erfahrung und können alle Fragen stellen, die Sie schon seit Langem interessieren.
  • Kennenlernen des Reviers: In ausladenden Reviergängen und Exkursionen lernen Sie den Wald und seine Bewohner kennen. Auch in den Kursen gibt es reichlich Anschauungsmaterial.
  • Schießtraining: Dieser Teil ist besonders wichtig. Sie lernen hier den sachgemäßen und sicheren Gebrauch Ihrer Dienstwaffe.
  • Wissensüberprüfung: Sie haben täglich die Möglichkeit, Ihr Wissen zu testen. Hierzu führen Sie während des gesamten Ausbildungszeitraums lockere Gespräche mit Ihren Ausbildern.

Wichtig ist dabei der Zusammenhang. Kein Themengebiet wird isoliert betrachtet. Nur mit der Kenntnis des Naturkreislaufs besitzen Sie den Überblick, die Aufgaben eines Jägers wahrzunehmen.

Benötigte Ausrüstung zur Prüfung

Einige Ausrüstungsgegenstände sollten Sie ebenfalls schon vor dem Ausbildungsbeginn haben. Hierzu zählt festes Schuhwerk. Da Sie sich häufig in unwegsamem Gelände aufhalten werden, sollte es strapazierfähig und bequem sein. Atmungsaktivität und Imprägnation sind hierbei wichtig. Am Oberkörper tragen Sie eine Schießweste. Darüber befindet sich der bekannte Jägerumhang, der wetterfest sein sollte. Für die Schießübungen ist ein Ohrenschutz sinnvoll. Die kleinen Ohrenpfropfen können platzsparend in einer Jackentasche aufbewahrt werden. Zur Nutzung drücken Sie sie einfach zusammen und führen Sie in den Gehörgang ein. Dort breiten Sie sich dann wieder aus und verhindern das Eindringen von Geräuschen.

So könnte eine Jägerprüfung ungefähr aussehen

In der Regel sind Jägerprüfungen modular aufgebaut. Das heißt, dass die einzelnen Ausbildungsgebiete einzeln geprüft werden. An erster Stelle steht dabei die Schießprüfung, bei der Sie verschiedene Ziele treffen müssen. Dabei kommen sowohl bewegliche als auch unbewegliche Ziele zum Einsatz. Sie schießen auf Tontauben und verschiedene Klappscheiben mit aufgedruckten Ringen.

Im zweiten Teil der Prüfung kommt es zum schriftlichen Test. Dieser umfasst eine Vielzahl von Fragen, die sich auf die gelehrten Themengebiete beziehen. In der Regel kommen dabei sowohl normierte als auch offene Fragen zum Einsatz.

Im letzten Teil geht es um den mündlichen und praktischen Teil. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Anwendung der gelernten Zusammenhänge geachtet.

Das sollten Sie bei der Grundausrüstung beachten

Generell empfiehlt es sich, nicht alle Dinge billig auf einmal zu kaufen. Nehmen Sie lieber hochwertige Ausrüstungsgegenstände, auch wenn sie teurer sind. Der Vorteil eines Nach-und-nach-Zusammenkaufens besteht darin, dass Sie in jedem Fall auf hochwertige Ware zurückgreifen können. Da Sie sich als Jäger in hohem Umfang den Witterungseinflüssen der Natur ausgesetzt sehen, ist dieser Punkt besonders wichtig. Überdies halten sich Markenartikel von solider Herstellung zumeist ein ganzes Leben lang. 

Das Fernglas

Ein weiterer wichtiger Ausrichtungsgegenstand ist das Fernglas. Sie benötigen es, um das Wild durch die Weiten des Waldes beobachten und korrekt ansprechen zu können. Wichtig ist dabei die Dämmerungszahl. Das Ansprechen ist eine der wichtigsten Aspekte der Jägerarbeit. Dabei geht es darum, das Wild so genau wie möglich zu beobachten und bezüglich Alter, Geschlecht, Krankheitsgeschichte und Verletzungen zu beurteilen. Vom Ergebnis dieser Beurteilung hängt es ab, ob das Wild geschossen werden darf.

Das ist bei der Auswahl des Huts zu beachten

Der Hut ist eines der markantesten Bekleidungsstücke. Dabei handelt es sich keinesfalls nur um eine optische Besonderheit. E erfüllt zahlreiche Anforderungen, die in der Wildnis unverzichtbar sind. Da sich der Jäger die meiste Zeit des Tages unter Bäumen bewegt, ist ein Schutz vor Ungeziefer wichtig. Der Hut übernimmt diese Aufgabe ebenso wie die Schattenspende.

Der Klassiker unter den Hüten ist der Parforce-Jagdhut. Er ist grün und aus belastbarem Wollfilz gefertigt. Weiterhin gibt es Jagdhüte aus GoreTex. Das Material ist atmungsaktiv, wind- und wasserdicht. Ein guter Hut ist daran zu erkennen, dass er auch nach Regen und Schnee seine Form behält. Weiterhin sollte er einrollbar sein. So können Sie ihn bei Bedarf in Ihrer Jacke verstauen. Welchen Schnitt er haben soll, können Sie nach Ihrem persönlichen Geschmack auswählen. Es gibt gerade und spitzer geschnittene Hüte. Eine breite Krempe hat den Vorteil, dass sie das Gesicht gut schützt.

Mit den richtigen Schuhen sicher durch den Wald

Weiterhin ist die richtige Fußbekleidung wichtig. Auf den Boden von Wäldern gelangt wegen des dichten Blattwerks nur wenig Sonnenlicht. Entsprechend viel Feuchtigkeit ist vorhanden. Damit man bei der Arbeit im Wald keine nassen Füße bekommt, empfehlen sich Stiefel aus Gummi. Darüber hinaus ist zu jeder Jahreszeit festes Schuhwerk zu tragen. Empfehlenswert ist dickes imprägniertes Leder vom Rind. Um den Schutz vor Abkühlung zu schützen, ist im Innern ein Textilfutter integriert.

Achten Sie bei dem Schuh auf Atmungsaktivität. Sie tragen sie den ganzen Tag an den Füßen. Entsprechend gut sollte die Feuchtigkeit nach außen abgeführt werden. Hierfür sorgen verschiedene synthetische Membranen.

Stellen Sie weiterhin sicher, dass Sie in dem Schuh einen sicheren Halt haben. Dies wird nicht zuletzt durch einen hohen Einstieg gewährleistet. Er sollte mindestens bis zu den Knöcheln gehen. So wird auch verhindert, dass Wasser eindringt.

Die richtige Unterwäsche

Auch der Rest der Jagdkleidung muss gegen jede Art von Wetter geschützt sein. Wichtig ist ein ausreichender Schutz gegen Unterkühlung. Im Winter ist lange und warme Unterwäsche unbedingt zu empfehlen.
Hinweis: Grundsätzlich ist das Material der gesamten Kleidung relevant für den beruflichen Erfolg. Es darf nur möglichst wenig Geräusche verursachen. Dadurch verhindert man, dass Wild aus Unachtsamkeit aufgeschreckt wird.

Bei der Unterwäsche wird in der Regel angegeben, für welche Temperaturbereiche sie ideal geeignet ist. In vielen Fällen betragen sie zwischen 10 und -20 Grad. Sie können Kleidung mit dieser Eigenschaft ohne Bedenken in den heimischen Breiten verwenden. Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn die Unterwäsche elastisch ist. So lässt sie sich gut anpassen.

Ein Material, das bei der Herstellung von Jagdunterwäsche gern verwendet wird, ist Schurwolle. Diese vom lebenden Schaf geschorene Wolle hat den Vorteil, dass sie noch einen natürlichen Fettanteil enthält und deshalb gut gegen Kälte schützt. Weiterhin kommen Polyester, Polyamid und Elastan zum Einsatz.

Dazu sind Unterhemden mit Kragen für kältere Tage zu empfehlen. Per Zipverschluss können sie bis unter den Hals zugezogen werden. Damit Sie bei der vielen Bewegung oder bei langem Sitzen durch ein Verrutschen der Kleidung nicht frieren, ist ein Unterhemd mit verlängerter Rückenpartie sinnvoll. Dies ist vor allem bei der sogenannten Ansitzjagd wichtig. Dabei sitzt der Jäger auf einem Hochsitz am Rande eines Waldes und wartet, bis das Wild vorbeiläuft. Warme Kleidung ist unverzichtbar, da diese Art der Jagd vorrangig in den frühen Morgenstunden, der Abenddämmerung oder nachts ausgeführt wird.

Zu guter Letzt – der Rucksack

Der letzte wichtige Ausstattungsgegenstand ist der Rucksack. Er sollte genügend Platz für alle im Alltag benötigten Dinge bieten. Hierzu zählen Wasserbehälter, das Jagdmesser, Taschen- und Stirnlampen sowie Sitzkissen. Weiterhin werden Proviant, Unterlagen und Munition darin mitgeführt. Im Winter sollten auch heiße Getränke dabei sein. Bei langwierigen Ansitzjagden wird Unterkühlungserscheinungen so wirksam entgegengewirkt.

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