Ratgeber für die Auswahl der richtigen Gasdruckfeder für Ihr Auto

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Ratgeber für die Auswahl der richtigen Gasdruckfeder für Ihr Auto

Deutschland ist durch und durch eine Autonation, wobei so mancher Zeitgenosse sogar regelrecht als autoverrückt und autovernarrt gelten kann. Wirklich überraschen dürfte das allerdings nicht, denn allein aufseiten der Hersteller sind bereits etliche weltweit bekannte und beliebte Marken wie etwa Mercedes, Audi, BMW oder Porsche in der Bundesrepublik beheimatet.

Für viele Deutsche geht es beim eigenen Auto jedoch weniger um einen großen Namen als vielmehr die gewünschte Mobilität. Gerade auf dem Land ist ein eigenes Auto fast schon Pflicht, um sein alltägliches Leben meistern zu können - sei es zum Einkaufen oder um zur Arbeit zu gelangen.

Vielen ist daher ihr Auto wichtig. Da wird nicht nur gewaschen und gewachst, da wird bei einem Schaden prompt oder zumindest so schnell wie möglich repariert. So mancher Schaden muss sogar sofort repariert werden, um den Wagen schlichtweg fahrbereit halten zu können. Die Gasdruckfeder gehört sicherlich weniger in diese Kategorie, wobei ein Defekt trotzdem recht ärgerlich, weil ganz einfach störend sein kann. Was diese Feder ausmacht und noch einiges mehr, verrät Ihnen der folgende Ratgeber.

Bequemer Helfer: Die Gasdruckfeder kurz erklärt

Zäumen wir das berühmte Pferde von vorne auf und klären erst einmal, was eine Gasdruckfeder ist. Die Feder, kurz und schlicht gern als Gasfeder bezeichnet, ist eine pneumatische Feder. Das Wort „Pneumatik" ist aus dem griechischen abgeleitet und bedeutet so viel wie „Wind", „Atem" oder auch „Geist". Oder frei übersetzt „Druckluft". Das letzte Wort dürfte schon einiges zu der pneumatischen Feder aussagen. Tatsächlich wird die Federkraft mit einem unter Hochdruck stehenden Gas erreicht, womit sich Gasfeder ganz klar von einer typischen Schraubenfeder unterscheidet.

Gegenüber der Schraubenfeder zeigt die Gasdruckfeder außerdem einige Vorteile. Zum einen ist die Gasfeder kompakter, womit der Platzbedarf des Bauteils geringer ausfällt. Der Federweg erlaubt zudem eine fast unerschöpfliche Kraft, was bei einer regulären Schraubenfeder aus gewissen Gründen der Physik nicht der Fall ist. Schließlich kann der Feder auch noch ein Dämpfungsmechanismus integriert werden.

Hauptbestandteile der Feder sind ein Druckrohr oder eben Zylinder, eine Kolbenstange samt dem dazugehörigen Kolben sowie die bereits erwähnte, komprimierte Gasfüllung. Dieses Gas bestimmt je nach seiner Menge den Innendruck der Feder, welcher wieder auf die Querschnittsfläche der Kolbenstange wirkt. Der Kolben übernimmt schließlich die gewünschte Dämpfung. Interessant ist übrigens gerade die Gasfüllung, die je nach Anwendung entweder ein- oder aber beidseitig geschieht. Eingesetzt wird meistens Stickstoff, in manchen Fällen sind auch andere Gase möglich. Zur nötigen Schmierung enthält die Feder außerdem etwas Öl.

Bürostühle und Auto: Wo wird die Gasdruckfeder eingesetzt

Denkt der Autofan an Dämpfer und Federn, dürfte prompt das Fahrwerk des Fahrzeugs in Betracht gezogen wird. Tatsächlich wären Sie hier auf dem falschen Weg, denn in der Regel dient die Gasdruckfeder vor allem dem Gewichtsausgleich, beispielsweise bei Bürostühlen. Beim Auto wird die Gasfeder hingegen als Öffnungsmechanismus genutzt, etwa für die Motorhaube oder den Kofferraum.

Mit dem Fahrwerk oder gar Tuning hat die Feder somit gar nichts zu schaffen. Zur Tieferlegung eines Wagens ist die Gasfeder - ganz entgegen der ersten Vermutung - jedenfalls nicht gedacht. Vielmehr garantiert die Gasdruckfeder, dass sich Motorhaube oder Kofferraumklappe überhaupt öffnen und Ihnen nicht gleich wieder auf den Kopf fallen. Sinn und Zweck der Feder sind somit schlichtweg zusätzlicher Komfort, denn Motorhaube oder Kofferraum werden quasi automatisch dank dem Gasdruck geöffnet. Somit ist die Gasfeder zwar nicht für die Fahrbereitschaft des Autos nötig, aber durchaus praktisch und vor allem bequem. Gerade beim Be- und Entladen bietet sich dem Autofahrer ein deutliches Plus an Komfort, obendrein werden gebrechliche oder kranke Autofahrer geschont.

Aufgrund der genannte Eigenschaften ist die Gasdruckfeder vor allem aus höherwertigen Autoklassen und Premiumherstellern bekannt. Ob die Feder hingegen der Motorhaube oder aber Heckklappe dient, ist wiederum egal. Tatsächlich ist die Motorhauben-Gasdruckfeder nicht anderes aufgebaut als ihr entsprechendes Pendant im Heck des Fahrzeugs. Gegenüber älteren Modellen braucht die Motorhaube zudem nicht mehr mit einer speziellen Stange offen gehalten werden, womit wohl auch der Sicherheit gedient ist.

Aufgepasst: Tipps zum Kauf einer Gasdruckfeder

Als Lebensdauer der Gasfeder gelten übrigens einige Jahre, wobei die Branche eher in Zyklen rechnet. Im Schnitt verliert die Gasdruckfeder nach 4.000 Zyklen gerade mal zehn Prozent ihrer eigentlichen Kraft, womit die Feder recht lange hält. Letzten Endes aber unterliegt die Gasdruckfeder dem für Autoteile typischen Verschleiß, wobei das Ersatzteil trotzdem zum einen sehr langlebig, zum anderen alles andere als teuer ist.

Tatsächlich ist eine solche Gasdruckfeder - egal ob für Motorhaube oder Kofferraum - schon für sprichwörtlich kleines Geld zu bekommen. Die Preise liegen im Schnitt bei rund zehn bis maximal um die 40 Euro, was nun wahrlich nicht teuer zu nennen ist. Im Vergleich zu manch anderen Bauteilen eines Autos und besonders mit Blick auf die vielen Tausend Zyklen ist die Gasfeder sogar relativ preiswert.

Beim Kauf einer neuen Gasdruckfeder können Sie ebenfalls nicht viel falsch machen. Rein von der Qualität sind die Angebote in der Regel von fast gleicher Güte, hier müssen Sie also nichts beachten. Ob Marke oder No-Name, dürfte bei der Gasdruckfeder somit egal sein. Die Angebote einiger Markenhersteller stehen Ihnen selbstredend frei, wobei deren Preis natürlich einige Euro höher ausfällt. Wegen der kleinen Preisspanne halten sich die Aufschläge der Marken aber in Grenzen.

Trotzdem gilt es einiges beim Kauf der neuen Gasdruckfeder zu beachten. Zum einen ist natürlich Ihr Auto interessant, sprich Hersteller und Modell beziehungsweise Typ. Dass nicht jede Gasdruckfeder bei jedem Auto passt, dürfte kaum verwundern. Ein Markenprodukt - beispielsweise vom Hersteller Stabilus - macht übrigens trotz seines höheren Preises Sinn. Denn anders als so manche No-Name-Feder wird die Marken-Gasdruckfeder am Ende abgedämpft, womit die Klappe quasi nicht „durchknallt". Das wäre kaum Sinn der Feder, weswegen die Gasfeder einer großen Marke also doch lohnt. Bedenken Sie einfach, dass 40 Euro bei der langen Lebensdauer einer Gasfeder nicht allzu viel Geld sind.

Indiz: Wie Sie eine defekte Gasdruckfeder erkennen können

Trotzdem unterliegt das Bauteil dem Verschleiß, irgendwann geht die Feder doch defekt. Der Schaden ist immerhin leicht zu erkennen, wobei andere mögliche Faktoren quasi ausgeschlossen sind. Ist die Gasfeder nämlich defekt, sind Kofferraum oder Motorhaube nur noch schwer zu öffnen. So wie die Feder im Normalzustand die Klappen automatisch öffnet und „hochfährt", wird sich bei einem Defekt schlichtweg nichts oder zumindest deutlich weniger tun.

Motorhaube oder Kofferraum bleiben im schlimmsten Fall kurzerhand geschlossen und sind quasi nur noch nach der traditionellen Art, ergo mit eigener Muskelkraft, zu öffnen. Der nötige Kraftaufwand ist dabei nicht gerade gering, da die Feder die Klappe nicht nur geöffnet, sondern ebenso geschlossen hält. Bleibt die Klappe zum Kofferraum oder die Motorhaube also zu und öffnet sich trotz der Gasdruckfeder nicht automatisch, dürfte diese mit ziemlicher Sicherheit defekt sein.

Die Diagnose einer kaputten Gasfeder ist somit durchaus einfach. Wer zuvor ein Auto einer kleineren Klasse oder eines Volumen- statt Premiumherstellers gefahren ist, könnte eventuell überrascht sein. Wie gesagt: Gasdruckfedern wurden bisher meist von Premiumautobauern und in höheren Fahrzeugklassen verbaut, was sich künftig allerdings ändern dürfte. Ganz einfach aus dem stetig wachsenden Wunsch der Autokäufer nach Komfort.

Ebenfalls auf einen möglichen Defekt der Feder weist außerdem eine Klappe hin, die nicht mehr ganz öffnet. In diesem Fall ist bereits ein Nachlassen der alten Gasdruckfeder zu erkennen, deren Kraft nicht mehr für die komplette Öffnung von Haube oder Klappe ausreicht. Hier lohnt es bereits, wenn Sie sich frühzeitig nach einem passenden Ersatzteil umschauen.

Selbst ist der Mann: Montage einer Gasdruckfeder

Dem versierten Hobbyschrauber stellt sich zuletzt wohl die typische Frage, ob eine Gasdruckfeder in Eigenregie zu wechseln ist. Die Antwort kann bejaht werden, tatsächlich ist der Aus- und Einbau einer solchen Gasfeder gar nicht mal schwer. Der Austausch der Federn - meist sind diese paarweise eingebaut - erfolgt generell bei offener Klappe oder Haube. Achten Sie auf eine gut abgestützte Klappe - zufallen sollte diese während der Arbeit besser nicht.

Drücken Sie nun die Federn aus ihren Kugelköpfen und entfernen Sie die alten Gasfedern. Die neuen Exemplare werden ebenso einfach wieder eingebaut, wobei diese Anleitung natürlich nur einen sehr groben Umriss darstellt. Anhand der beiliegenden Montageanleitung oder einigen hilfreichen Videos im Internet ist die Reparatur einer Gasfeder aber jedem Hobbyschrauber möglich. Spezielles Werkzeug werden Sie in der Regel nicht benötigen, das typische Material wie etwa ein flacher Schraubendreher dürfte jedem Leser vorrätig sein.

Ansonsten ist der Austausch der Gasdruckfeder beziehungsweise der Gasdruckfedern schon getan. Je nach Automodell kann der Wechsel der Gasfedern mitunter etwas aufwendiger sein, was aber eher selten der Fall ist. Die Reparatur dauert nur einige Minuten, wichtig ist die gerade erwähnte Abstützung der offenen Klappe. Allzu viel schief gehen kann sonst nicht.

Damit kommt dieser Ratgeber auch seinem Ende entgegen. Sollten Sie übrigens beim Kauf Ihrer neuen Gasfedern unsicher sein, hilft Ihnen Ihr Fahrzeugschein weiter. Der Fahrzeugschein enthält nämlich ganz oben die sogenannten Schlüsselnummern, auch gern KBA-Nummern genannt. Allein mit diesem Zahlencodes finden Sie überall die passenden Ersatzteile, die genau auf Ihr Auto zugeschnitten sind. Egal welcher Hersteller, egal welcher Typ, KBA-Nummern lügen quasi nicht. Böse Überraschungen können Sie dank dieser Nummern jedenfalls keine erleben, ein Fehlkauf ist gänzlich ausgeschlossen. Trotzdem ist es keine Schande, wenn Sie sich professionelle Hilfe suchen.

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