Ratgeber für den Kauf hochwertiger Motorradstiefel

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Ratgeber für den Kauf hochwertiger Motorradstiefel

Beine und Füße eines Motorradfahrers müssen gut geschützt werden. Bei fast 80 Prozent aller Unfälle mit einem Motorrad werden sie in Mitleidenschaft gezogen. Es ist also wichtig, hochwertige Motorradstiefel am Fuß zu haben. Nur damit lassen sich schwerwiegende Verletzungen weitgehend vermeiden.

Darüber hinaus müssen Motorradstiefel aber auch bequem sein, und zwar nicht nur beim Fahren, sondern auch beim Gehen.

Worauf Sie beim Kauf von Motorradstiefeln achten sollten

Beim Kauf von Motorradstiefeln gibt es einige Kriterien, auf die geachtet werden sollte. Verstärkungen gehören in die Bereiche an

  • Fersen,
  • Knöcheln,
  • Zehenspitzen,
  • Außenfuß und
  • Schienbein.

Besonders praktisch sind Schleifer im Fersenbereich, die sich austauschen lassen, wenn der Fahrer damit über den Asphalt gerutscht ist.

Achten Sie auf hochwertige Verarbeitung

Ganz wichtig ist die Verarbeitung bei hochwertigen Motorradstiefeln. Hier sollten möglichst wenige, aber sehr gut vernähte Einzelteile vorhanden sein. Je mehr Nähte vorhanden sind, umso mehr Schwachstellen sind da, die bei hoher Belastung reißen könnten.

Ebenfalls anfällig für Belastung sind Reißverschlüsse. Hier ist ein robustes Material auf jeden Fall wichtig. Auch ein Blick auf die Sohlen der Motorradstiefel sollte vor dem Kauf erfolgen. Billigsohlen neigen dazu, bei einem Sturz abzureißen. Außerdem ist es aus hygienischen Gründen sinnvoll, wenn sich die Innensohle entnehmen und bei Bedarf austauschen lässt.

Achtung: Wer mit dem Motorrad auch auf die Rennstrecke oder ins Gelände geht, sollte Motorradstiefel mit einem hohen Schaft wählen. Bei Rennstiefeln sind außerdem Zehenschleifer sinnvoll. Hier sollten die Schrauben aber nicht im Schleifbereich liegen.

Achten Sie auf Qualität

Bei der Produktion hochwertiger Motorradstiefel werden auch heute noch viele Arbeitsgänge in Handarbeit erledigt. Dadurch kann der Fahrer sicher sein, eine wirklich geprüfte Fußbekleidung zu erhalten. Das hat natürlich auch seinen Preis. Während günstige, meist maschinell hergestellte Motorradstiefel teilweise bereits im zweistelligen Bereich erhältlich sind, muss man für Markenstiefel oft mehr als das Doppelte investieren.

Bedenkt man aber, dass ein hochwertiger Motorradstiefel teilweise aus etwa 100 Einzelteilen zusammengesetzt ist, wird klar, warum der Preis höher ist. Jedes Einzelteil, jede Naht oder Klebestelle muss bei der Verarbeitung dahin gehend überprüft werden, ob sie allen erforderlichen Belastungen standhält. Deshalb haben gute Motorradstiefel bei richtiger Pflege auch eine sehr hohe Lebensdauer – eine Investition, die sich auch unter dem Sicherheitsaspekt auf jeden Fall lohnt.

Die wichtigsten Bestandteile des Motorradstiefels

Alle Einzelteile, die beim Herstellungsprozess für hochwertige Motorradstiefel verwendet werden, kann man gar nicht aufzählen. Aber die wichtigsten Bestandteile des Stiefels sollte jeder Biker kennen. Dazu gehören unter anderem:

  • Die Brandsohle
  • Das Leder (beziehungsweise hochwertige synthetische Materialien)
  • Das Innenfutter
  • Die Gummisohle

Die Brandsohle besteht in der Regel aus einer Abdecklage, die später als Klebehilfe für die Verbindung zum Schaft und zur Gummisohle dient, einer Stahleinlage, einem textilen Mischgewebe für den vorderen Teil des Fußes sowie aus Kunststoff, der eingespritzt wird, um alle Einzelteile zu einer kompletten Einheit zu verbinden.

Jeder Hersteller von Motorradstiefeln hat für die einzelnen Modelle seiner Kollektion besondere Stanzeisen, mit denen sowohl die einzelnen Außen- als auch die Futterteile ausgestanzt werden. Dabei werden alle Schnittkanten sorgfältig entgratet, damit man die einzelnen Teile später überlappend zusammennähen kann, ohne dass die Nähte eine Wulst bilden.

Falls Firmenlogos oder Schriftzüge vorgesehen sind, werden sie aufgestickt, bevor der Stiefel zusammengesetzt wird. Auch die Schalthebelverstärkung am Vorderfuß, die mit Schablonen an den richtigen Platz gebracht wird, sowie die Kunststoffverstärkungen an der Ferse werden nun in die ausgestanzten Teile eingeklebt.

Das Innenfutter, das möglichst über eine Funktionsmembran verfügen sollte, wird komplett verschweißt. So sind die Motorradstiefel später wasserdicht. Ist der Stiefelschaft dann zusammengenäht, wirkt er zunächst noch ziemlich formlos. Durch Erhitzen, Formen und anschließendes Abkühlen erhält der Stiefelschaft nun seine spätere Form.

Die Brandsohlen werden auf Leisten genagelt. Diese Leisten sind verantwortlich für die spätere Passform des Stiefels. Mit Dampf wird das Außenmaterial erhitzt, damit es dehnbar wird und über die Leisten gezogen werden kann. Nun kann die Gummisohle auf die Unterseite der Brandsohle aufgeklebt werden. Dazu wird ein Spezialleim verwendet, der unter Wärmeeinwirkung bei einer Temperatur um etwa 70 Grad Celsius aktiviert wird und für eine dauerhafte Verbindung sorgt.

Jetzt kann der Stiefel vom Leisten gezogen werden. Klebereste werden durch vorsichtiges Abschleifen entfernt. Anschließend erfolgt eine Oberflächenpolitur, und es wird die auswechselbare Innensohle in den fertigen Motorradstiefel eingelegt. Der letzte Arbeitsgang besteht darin, den Stiefeln eine hochwertige Imprägnierung aufzusprühen, die sie wetterfest und unempfindlich gegen Nässe macht.

Verschiedene Typen von Motorradstiefeln

Eine Einteilung in verschiedene Typen ergibt sich bereits aus dem Einsatz der Motorradstiefel. Für den täglichen Fahrgebrauch sind Tourenstiefel die beste Wahl. Auf einer Rennstrecke sollten unbedingt hochwertige Rennstiefel verwendet werden, die einen zusätzlichen Schutz für Füße und Beine bieten. Sie sind allerdings beim Gehen eher unbequem, aber dafür wurden sie ja auch nicht konstruiert.

Wer gern sowohl lange Autobahnstrecken fährt als auch gelegentlich in unwegsamem Gelände unterwegs ist, ist mit Cross-over-Stiefeln gut beraten. Sie bieten – besonders im hochwertigen Bereich – eine gute Kombination aus Touren- und Geländestiefel mit hohen Schutzfunktionen, einer leichten Handhabung und Bequemlichkeit beim Gehen auf nahezu jedem Untergrund.

Wichtige Kriterien beim Kauf von Motorradstiefeln

Wer sich nicht sicher ist, welche Motorradstiefel er kaufen soll, kann sich anhand von Testberichten informieren. Sie werden unter anderem regelmäßig in Fachmagazinen für Motorradfahrer veröffentlicht. Dabei gibt es einige Hauptkriterien, die bei nahezu jedem Test unter die Lupe genommen werden. Wichtig sind zum Beispiel bei hochwertigen Motorradstiefeln:

  • das Verhalten beim Fahren,
  • die Bequemlichkeit beim Gehen,
  • die leichte Handhabung,
  • die gute Verarbeitung und
  • die Sicherheit bei Unfällen und Stürzen.

Einige Komponenten kann man bereits bei einer sorgfältigen Inaugenscheinnahme erkennen. Ein Motorradstiefel mit einem zu dicken Vorderfuß zum Beispiel passt schlecht unter manche Schalthebel. Ist die Sohle zu hart, verliert der Fahrer das Gefühl für die Fußbremse.

Wichtig ist zum Beispiel auch die Schafthöhe. Um Verletzungen am Sprunggelenk zu vermeiden, sollte sie mindestens 30 Zentimeter betragen. Reißverschlüsse gehören grundsätzlich auf die Innenseite, da der Fahrer bei einem Sturz meist auf der Außenseite der Stiefel landet.

Leder ist immer noch das Material, das am beständigsten auf unvorhergesehene Ereignisse reagiert. Es gibt eine Reihe von synthetischen Materialien, die inzwischen sehr beliebt sind. Allerdings schleifen sie sich wesentlich schneller ab als Leder und haben somit eine geringere Haltbarkeit.

Wetterfest muss sein

Manchmal ist es notwendig, bei Regen zu fahren. Häufig aber wird man von einem plötzlichen Schauer unterwegs erwischt. Dass bei längeren Touren eine Regenkombination mitgeführt werden sollte, ist jedem Fahrer klar. Aber wie sieht es mit den Stiefeln aus?
Hochwertige Motorradstiefel sollten auf jeden Fall wetterfest sein. Dabei sollten die Stiefel sowohl bei Wasserdurchfahrten als auch beim Gehen während starker Regenschauer absolut dicht sein.

Nahezu alle hochwertigen Motorradstiefel sind mit einer Membran ausgestattet, die das Eindringen von Regen- oder Spritzwasser in die Stiefel verhindert. Preiswertere Modelle zeigen hier im Test allerdings kleine Nachteile. Werden sie über einen längeren Zeitraum unter Wasser gesetzt, gibt es Undichtigkeiten, die bei langen Touren durchaus unangenehm werden können.

Kauftipp: Wenn Sie Tourenstiefel als „wasserdicht“ kaufen, müssen diese auch wasserdicht sein. Deshalb ist es empfehlenswert, gleich nach dem Kauf einen Dichtigkeitstest zu machen. Sind die Stiefel nicht vollkommen dicht, können sie im Rahmen der Garantiebedingungen umgetauscht werden.

Achtung: Bei gebraucht gekauften Motorradstiefeln ist die Garantie in der Regel bereits abgelaufen. Sie sind zwar günstiger, können aber je nach Alter auch bereits Abnutzungs- oder Ermüdungserscheinungen beim Material zeigen.

Leichte Handhabung von Motorradstiefeln

In den Bereich der Handhabung fallen sowohl das An- und Ausziehen als auch das Wechseln der Schleifer.

Hinweis: Bei einigen hochwertigen Motorradstiefeln gehört der passende Innensechskantschlüssel für den Schleiferwechsel zum Lieferumfang. Andere Modelle verfügen über aufgesteckte Schleifer, die sich häufig aber nur mit sehr viel Kraftaufwand lösen und austauschen lassen.

Die Stiefel sollten sich leicht an- und ausziehen lassen. Auch hier gibt es herstellerbedingte Unterschiede. So müssen zum Beispiel bei einigen Modellen mehrere Lagen aus Innenfutter, steifem Kunststoff und Außenmaterial übereinandergelegt werden, bevor man die Stiefel schließen kann. Hochwertige Motorradstiefel aus Leder zeigen hier in der Regel deutlich bessere Ergebnisse als Stiefel aus synthetischem Material.

Achtung: Besonders bei Tourenstiefeln ist es wichtig, dass die Reißverschlüsse geschützt sind. Sie könnten sonst zu einer Schwachstelle bei heftigen Regenfällen werden.

Material und Pflege

Grundsätzlich kann man feststellen, dass Motorradstiefel aus Leder – zum Beispiel Vollrindleder – besonders stabil und auch robust gegen Nässe sind. Wichtig ist, dass die Stiefel über eine geeignet Membran – möglichst aus Gore Tex – verfügen. Sie verhindert zum einen, dass Nässe von außen in den Stiefel eindringen kann, zum anderen sorgt sie dafür, dass die Füße in den Stiefeln nicht schwitzen.

Leder mag keine dauerhafte Nässe. Durch Feuchtigkeit wird das Material auf Dauer spröde und brüchig. Deshalb kommt der Pflege hochwertiger Motorradstiefel eine hohe Bedeutung bei. Sie sollte, auch wenn es mit Aufwand verbunden ist, regelmäßig durchgeführt werden.

Nasse Stiefel sollten mit saugfähigem Material (zum Beispiel Zeitungspapier) ausgestopft werden. Danach stellen Sie die Stiefel mit der Sohle nach oben an einen warmen Platz.

Achtung: Nicht direkt neben eine Heizquelle stellen. Das zu schnelle Austrocknen kann dem Material schaden.

Spezielle Lederpflegemittel, ein Schutzspray für den Reißverschluss sowie ein gutes Imprägnierspray gehören zur Grundausstattung. Für die Reinigung stark verschmutzter Lederstiefel kann auch Lederseife verwendet werden.

 

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