Ratgeber für das Chartern von Yachten und Motorbooten

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Einkaufsratgeber für das Chartern von Yachten und Motorbooten

Sommer, Sonne, spiegelndes Wasser, das alles macht Lust auf einen entspannten Urlaub auf Flüssen, Seen oder auch auf dem Meer. Gelegenheiten dazu gibt es viele. Für Mitmenschen, die nicht über ein eigenes Boot verfügen und auch keines erwerben wollen oder können, bieten sich viele Gelegenheiten, ein Boot zu chartern (mit oder ohne Skipper) oder auch auf Mitsegelangebote zurückzugreifen. Ausgehend von eigenen Erfahrungen, Bootsführerscheinen für Binnen- oder Seegewässer, nautischen Kenntnissen und anderem wird sich jeder Wasserfreund das für ihn Passende heraussuchen. Die Angebote sind breit gefächert, sodass für jeden etwas dabei ist.

Grundsätzliche Überlegungen

Bevor ein Urlaub auf dem Wasser in Angriff genommen wird, ist es sinnvoll sich mit Hilfe von Ratgeberliteratur einen Überblick zu verschaffen und so bereits im Vorfeld der Reise Informationen zu sammeln. Es gibt eine Reihe guter Ratgeberbücher, die einen umfassenden Einblick in das Thema Bootscharter geben. Taschenbücher oder auch gebundene Exemplare können zurate gezogen werden, um wichtige Fragen zum Bootstyp, zum Revier, zur besten Reisezeit, zum Versicherungsschutz und vielem anderem zu recherchieren. Neben der Literaturrecherche ist es besonders wichtig, die ganz persönlichen Ansprüche an eine solche Reise zu hinterfragen, zum Beispiel: Wie viele Verwandte und Freunde sollen mitreisen und in welchem Alter sind mitreisende Kinder, auf deren Belange Rücksicht genommen werden muss. Dabei spielt die Reisedauer eine wesentliche Rolle. Für einen Tages- oder Wochenendtrip müssen die Ansprüche nicht so hoch geschraubt werden. Soll es eine längere Urlaubsreise werden, dann sind andere Kriterien maßgebend. Ein entscheidendes Kriterium ist jedoch die Auswahl des Reviers und des Bootstyps. Beim Chartern einer Motoryacht bzw. eines Motorbootes gelten andere Maßstäbe als beim Chartern einer Segelyacht. Wenn Sie zum Beispiel unsicher sind, welche der vielen verschiedenen Charterangebote das richtige ist, sollten Sie sich für eine Charterfirma entscheiden, die viele unterschiedliche und individuell angepasste Yachtcharter-Törns anbietet. Das können Angebote zum Mitsegeln, Tages-, Wochen- oder längere Urlaubsreisen sein. Dies gilt für Anfänger ebenso wie für erfahrene Segler auf unterschiedlichen Segelbooten. Viele dieser Charterunternehmen bieten ihre Dienste bei eBay an. Wer nur auf Binnengewässern mit einem Charterboot unterwegs sein will, benötigt in vielen Fällen nicht einmal einen Sportbootführerschein. Das bezieht sich zum großen Teil auf die heute im Sommer auf unseren Gewässern oft anzutreffenden Familienhausboote, zum Beispiel auf der Müritz und den angrenzenden Gewässern. Sollen Seegewässer befahren werden, egal ob mit einer Motor- oder einer Segelyacht, dann muss ein Sportbootführerschein See nachgewiesen werden (außer Boote mit einer Motorleistung unter 15 PS), einschließlich der erforderlichen nautischen Nachweise. Dies betrifft Skipper, die eine Motor- oder Segelyacht oder auch Motorsegler eigenverantwortlich führen wollen,

Richtlinien zum Bootsführerschein

Möchten Sie eine Yacht mit Skipper chartern, ist ein Bootsführerschein kein Thema. Wer jedoch die Charteryacht selbst führen will, muss sich Gedanken zur Führerscheinpflicht machen. Für Boote mit einer Leistung unter 15 PS (11,03 kW) und einer Länge bis zu 15 Metern wird auf Binnengewässern kein Sportbootführerschein benötigt. Das Gleiche gilt für Seegewässer - eingeschränkt für Kinder unter 16 Jahren, hier liegt die Grenze bei 5 PS. Für alle Boote, die über dieser Leistungsgrenze liegen, gilt die Führerscheinpflicht Binnen bzw. See, über Ausnahmen wird immer gesondert informiert. Auf Seegewässern darf die Yacht auch länger als 15 m sein. Dies alles gilt nur bei nichtkommerzieller Nutzung. Für regionale Gewässer und Binnenschifffahrtsstraßen wie Rhein, Donau oder Elbe gelten jeweils gesonderte Richtlinien. Der Charteranbieter ist verpflichtet, den Kunden über die spezifischen gesetzlichen Bestimmungen zu informieren. Wird dies - auch auf Nachfrage - nicht getan, sollten Sie die Finger von diesem Angebot lassen. Aber auch wenn das Charterunternehmen Sie informiert hat, ist es dennoch sinnvoll, sich selbst mit den gesetzlichen Bestimmungen zu befassen. Auf einigen deutschen Binnengewässern ist zusätzlich zum Bootsführerschein Binnen eine Segelqualifikation erforderlich, das sind zum Beispiel die Dümmer, das Steinhuder Meer und das Zwischenahner Meer. Ähnliche Regelungen für das Ausland sind aktuell zu erfragen. Für konkrete Informationen gibt es umfassende Literatur zu Bootsführerscheinen.

Segelyacht- und Motorbootcharter maßgeschneidert

Segelyachtcharter

Segeln auf Binnen- oder Seegewässern ist ein Hobby, das in der Regel besondere Kenntnisse erfordert. Außerdem ist die Anschaffung einer Segelyacht und deren Unterhalt kostenintensiv. Für Segler, die lediglich ihren Urlaub auf einer Segelyacht verbringen möchten, sind Charterreisen deshalb die bessere Variante, zumal es dafür viele verschiedene Möglichkeiten gibt. Das Charteryacht-Angebot ist umfangreich. Für jeden Anspruch und für fast jedes Revier in Europa ist etwas dabei. Aber nicht nur in Europa werden Charterreisen angeboten, der erfahrene Segler kann sich auch für einen Überseetörn entscheiden. Wer die gecharterte Yacht selbst führen will, wird sich eine Charteryacht auswählen, die seinen Ansprüchen und Kenntnissen entspricht und für die er die benötigten Nachweise hat kann. Segelfreunde, die die Verantwortung für eine Yacht und die Crew nicht übernehmen wollen, können einen Chartertörn mit Skipper buchen. Dabei sind zwei Varianten möglich, zum einen das Mitmieten eines Skipper für eine Yacht, die selbst geführt werden könnte, zum anderen die Chartersuche, das Buchen einer Yacht, die nur mit Skipper vermietet wird. Für Binnengewässer und die nahen Küstengewässer eigenen sich auch Jollen und Schwerboote.

Mitsegeln ist am einfachsten

Wer sich für ein Charterangebot „Mitsegeln“ entscheidet, braucht sich um Bootsführerscheine, Sicherheit auf der Yacht und Verantwortung für die Crew keine Gedanken zu machen. In vielen Fällen sind Mitsegelangebote Hochseereisen und das nicht nur auf europäischen Gewässern. Viele Mitsegelangebote beziehen sich auf die südeuropäischen Gewässer. Aber auch Angebote für das Mitsegeln auf der Ostsee sind attraktiv. Sie werden in vielen Fällen als Kojencharter bezeichnet. Vielfach kann sich der Charterkunde aussuchen, ob er beim Segeln und an Bord mithelfen oder sich nur ausruhen möchte. Hochseecharter-Reisen eignen sich in den meisten Fällen nicht für Familien mit Kindern. Familien sollten deshalb lieber ruhige Binnengewässer bevorzugen. Wer sich für das Mitsegeln auf Seegewässern entscheidet weiß, dass die Verantwortung beim Skipper liegt, so dass die Reisenden den Segelurlaub entspannt genießen kann. Allerdings ist die Terminauswahl für Mitsegelgelegenheiten meistens etwas eingeschränkt, da die Törns vom Terminplan des Eigners bzw. des Skippers abhängen. Mitsegeln eignet sich für Segelneulinge ebenso wie für gestandene Segler. Ein Neuling kann bei Interesse viel über das Segeln lernen, der erfahrene Seebär wird dem Skipper fachgerecht zur Hand gehen.

Motoryacht- und Motorbootcharter

Segelyachten sind selbstverständlich durchweg mit Motoren ausgerüstet, deshalb gibt es keinen gesonderten Bootsführerschein Segeln, sondern nur einen Binnen- und/oder Seeschein. Wer kein Interesse am Segeln hat,  sich aber dennoch ein Boot chartern möchte, der greift am besten auf eine Motoryacht zurück. Die Handhabung einer Motoryacht ist im Gegensatz zur Segelyacht einfacher. Eine reine Motoryacht verfügt nicht über „stehendes Gut“ (Mast, Baum, Wanten und Stagen), das die Bewegungsfreiheit einschränkt und bei den Tätigkeiten an Bord berücksichtigt werden muss. Auch für das Chartern von Motoryachten stehen unterschiedliche Charterangebote zur Verfügung. Motoryachtcharter gibt es sowohl für Binnengewässer als auch für Seegewässer. Nicht alle Motorboote, die ihren Liegeplatz an Binnengewässern haben, sind auch für Seetörns geeignet. Deshalb ist im Vorfeld eines Motorbootcharters zu klären, welches Revier mit dem betreffenden Boot befahren werden kann. Motoryachten, deren Heimathafen in Küstengewässern liegt, sind in der Regel seetüchtig. In diesem Fall ist ein Bootsführerschein See erforderlich. Bei Charterangeboten werden (leider nicht immer) die Bedingungen angegeben, also Führerscheinpflicht, Versicherung, zusätzliche Kosten etc. Ist dies nicht der Fall, sollte der Charter-Interessent sich direkt beim Anbieter per E-Mail oder telefonisch danach erkundigen. Neben großen Motoryachten mit festem Standort, gibt es vereinzelt auch Angebote für ein Motorboot mit Trailer. Als Trailer wird ein Kfz-Anhänger zum Transport von Booten verstanden. Er ermöglicht den Transport des Bootes oder der Yacht über Land an einen gewünschten Standort. Oftmals kann das Boot auf einer geeigneten Slipanlage auch mit Hilfe des Trailers ins Wasser gelassen werden.

Welches Revier wird bevorzugt?

Europa ist reich an Binnen- und Seegewässern, sich für ein bestimmtes Revier zu entscheiden fällt daher manchmal schwer. Dabei spielen die persönlichen Interessen eine besondere Rolle. Für einen Familienurlaub gelten andere Bedingungen und andere Vorbereitungen als für einen Ostsee- oder Mittelmeer-Segeltörn. Freunde des Angelsports sehen das Hochseeangeln als eine beliebte Freizeitbeschäftigung an. Hierfür bieten unter anderem Unternehmen in Dänemark führerscheinfreie Charterboote zum Selbstfahren an. Aber auch geführte Hochseeangeltouren sind möglich. Europäische Binnengewässer können in Frankreich, in den Niederlanden, in Belgien, in Polen und selbstverständlich in Deutschland befahren werden. Polen punktet dabei mit seinen Masurischen Seen. Auf den Freund der Seegewässer warten Ostsee, Nordsee, das Mittelmeer und die Atlantikküste. Zu den befahrbaren Revieren kann sich der Freizeit-Wassersportler auch ausgiebig in einschlägigen Büchern über Segelreviere informieren. Steht das gewünschte Revier einmal fest,wird gezielt nach einem Charterunternehmen gesucht, das Yachten und Motorboote in diesem Revier anbietet.

Versicherungsschutz beim Yachtcharter

Auch für den Versicherungsschutz ist es wichtig, ob Sie eine Yacht mit Skipper buchen oder ob Sie selbst als Skipper fungieren möchten. Im ersten Fall trägt die Chartergesellschaft alle Versicherungsrisiken, Haftpflicht und Kasko einschließlich einer Skipperhaftpflicht. Im zweiten Fall ist nur die Haftpflicht- und Kaskoversicherung im Charterpreis enthalten. Die Skipperhaftpflicht für zusätzlich auftretende Schäden, die durch Fahrlässigkeit des Skippers und/oder der Crew entstehen können, sollten durch eine Skipperhaftpflicht-Versicherung abgedeckt werden. Zu bedenken ist außerdem der Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung für den Skipper und die Crew. Wie bei anderen vorab gebuchten Reisen auch, kann es immer vorkommen, dass die Reise aus verschiedensten Gründen nicht angetreten werden kann. Fällt der Skipper aus, gilt das auch für die gesamte, mit ihm gebuchte Crew. Das heißt der gebuchte Chartertörn kann nicht durchgeführt werden. Der Schaden kann somit erheblich sein. Es ist also durchaus sinnvoll, sich mit dieser Problematik zu befassen. Sind so alle Eventualitäten bedacht und die Vorbereitungen getroffen, steht einem entspannten Segel- oder Motorboot-Törn nichts mehr im Weg.

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