Ratgeber für antike Armbanduhren und Taschenuhren

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Ratgeber für antike Armbanduhren und Taschenuhren

Antike Armbanduhren und Taschenuhren - Eine Erfolgsgeschichte der Zeit

Die historische Entwicklung antiker Armbanduhren und Taschenuhren ist eine Geschichte der wechselseitigen Beeinflussung von Innovation, gesellschaftlichen Konventionen und zeitgeschichtlichen Notwendigkeiten. Die ersten tragbaren Uhren wurden bereits im fünfzehnten Jahrhundert entwickelt. Allerdings kann bei Uhren aus dieser Zeit nicht die Rede von einer Taschenuhr sein, wie wir sie heute kennen. Die sogenannten Dosenuhren waren viel zu groß, um praktischen oder dekorativen Interessen der oberen Schichten zu genügen. Die Armbanduhr ist im Wesentlichen eine Weiterentwicklung der Taschenuhr und hat sich erst verhältnismäßig spät durchsetzen können.

Von den ersten Spindeluhren zur heutigen Armbanduhr

Die meisten, mühelos zu transportierenden Spindeluhren, die ausreichend ganggenau waren, um auch Minuten anzeigen zu können, wurden im siebzehnten Jahrhundert entwickelt. Die teils liebevoll gestalteten Taschenuhren sind Meisterwerke früher Uhrmacherkunst und entsprechend wertvoll. Für Liebhaber antiker Kleinode und für Sammler sind diese Uhren besonders interessant. Falls Sie aber eine antike Uhr für den täglichen Gebrauch suchen, sind solche Arbeiten eher ungeeignet. So robust diese Taschenuhren dem Prinzip nach sein mögen: Alter und Verschleiß erfordern eine Handhabung mit der gebotenen Vorsicht. Bei einfachen oder sehr frühen Modellen fehlt gar ein Sekundenzeiger. Allerdings wurden Spindeluhren schon im ausgehenden 18. Jahrhundert mit Komplikationen wie etwa der Anzeige von zwei Zeitzonen hergestellt. Solche Meisterwerke trägt der Liebhaber allenfalls bei besonderen Anlässen.

Im Laufe zahlreicher Jahrzehnte wurde die Technik der Uhrenherstellung immer ausgefeilter. In den Zeitaltern Biedermeier, Historismus, Jugendstil und Art déco erfuhren die Uhren nicht nur technologische Innovationen, sondern ebenfalls stilistischen Wandel und unterschiedliche Verwendungsarten. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden zahlreiche Uhrmanufakturen. Das war ein Grundstein für eine spätere Massenproduktion, die das Produkt Uhr als Taschen- und Armbanduhr für alle Bevölkerungsschichten zugänglich machte. Bereits um die Jahrhundertwende zum Zwanzigsten Jahrhundert herum, im Zeitalter des Jugendstils, fanden Armbanduhren Eingang in die Modewelt der Damen der Oberschicht. Männer hingegen blieben ihren Taschenuhren zunächst treu. Praktische Erwägungen in Zeiten des Ersten Weltkriegs sorgten für eine rasante Verbreitung von Armbanduhren bei beiden Geschlechtern, Taschenuhren erfordern einfach einen gewissen Zeitaufwand bei der Handhabung.

Der Durchbruch der Armbanduhr

In den 20er- und 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts, der Epoche des Art déco, erlebten Armbanduhren ihren Durchbruch und eine erste Blütezeit als Damen- und Herrenuhren. Die meisten Armbanduhren entstammen somit der am wenigsten weit zurückliegenden Epoche. Für die praktische Verwendung im modernen Alltag stellen sie die bequemste Alternative dar. Taschenuhren sind demgegenüber ein Stück Kulturgeschichte und, je nach Modell, sehr repräsentativ. Zudem erfordert ihre Handhabung ein gewisses Maß an Distinguiertheit.

Die Uhr als Schmuckstück

Schon im Zeitalter des Barock wurden Uhren mit aufwendiger Dekoration und aus wertvollen Materialien wie Gold und Silber hergestellt. Der Gebrauch einer Uhr als Schmuckstück ist bis in die heutige Zeit hinein geblieben. Uhren gelten nicht zuletzt als Statussymbol. Die Wahl einer Uhr wird vom Gegenüber als Ausdruck der Persönlichkeit verstanden. Mit der Entscheidung für ein dekoratives Schmuckstück in Form einer antiken Armband- oder Taschenuhr von eBay unterstreichen Sie Ihren persönlichen Stil und verleihen jedem Outfit eine edle Note.

Was steigert den Wert einer antiken Armband- oder Taschenuhr?

Wie bei jeder Antiquität ist besonders das Alter einer Uhr ausschlaggebend für ihren Wert. Da die Qualität von Uhren, insbesondere von antiken Taschenuhren, von der verwendeten mechanischen Technologie ihres Uhrwerks abhängig ist, spielen die Erhaltung und die Lauffähigkeit dieses Produktes ebenfalls eine zentrale Rolle. Außer natürlich, Sie haben eher eine museale Verwendung für Ihre antike Uhr vorgesehen.

Je älter Uhren sind, die nicht zuletzt zu Repräsentationszwecken gefertigt wurden, desto aufwendiger ist ihre äußere Gestaltung. Das ist unter anderem bei Taschenuhren des Barock der Fall, als von kunstfertigen Uhrmachermeistern Unikate hergestellt wurden, die den Bedürfnissen aristokratischer Klientel gerecht werden mussten. Kunstvolle Emaillearbeiten mit Landschaften, Personen und anderweitigen Motiven sind ebenso darunter, wie edle Gravuren und Ornamente auf Gehäusen aus Gold und Silber. Edelmetalle sind durch alle Epochen hindurch ein Garant für Wert und Ansehen gewesen. Sowohl goldene Taschenuhren als auch Taschenuhren aus Silber bestimmen daher mehrheitlich die Auswahl antiker Uhren, die Ihnen zur Verfügung steht. Natürlich sind antike Armbanduhren aus Gold und anderen Edelmetallen ebenfalls bei eBay erhältlich.

Um die wertvollen Uhren ihrer Qualität nach einschätzen zu können, ist ein Blick auf den zur Herstellung des Produktes verwendeten Feingehalt an Gold und Silber hilfreich. Je höher der Feingehalt ist, der zumeist in Tausendstelanteilen angegeben wird, desto wertvoller ist im Prinzip die Uhr. Taschenuhren aus 750er-Gold, also aus einer Metalllegierung, die 750 Tausendstelanteile Gold beinhaltet, sind dementsprechend wertvoller als Uhren aus 585er-Gold. Allerdings ist hierbei zu bedenken, dass ein Goldgehalt, der weit über 585 Tausendstelanteilen liegt, wiederum die Anfälligkeit für Verkratzungen im Alltagsgebrauch erhöht.

Für Taschenuhren aus Silber können Sie vergleichbare Maßstäbe heranziehen. Arbeiten aus 935er-Silber sind entsprechend wertvoller als Uhren mit einem Feingehalt von 800 Tausendstelanteilen Silber. Allerdings müssen Sie hierbei bedenken, dass nicht in allen Epochen der höchstmögliche Silbergehalt auch verwendet wurde. So kann eine Uhr aus 800er-Silber durchaus ein wertvolleres Kleinod sein als ein Pendant mit höherem Silbergehalt. Ungeachtet des Feingehaltes an Silber muss eine Uhr aus diesem Edelmetall gepflegt werden, ansonsten bekommt sie einen Grau- oder Schwarzton. Geeignete Mittel zur Reinigung von Silber schaffen in diesem Fall Abhilfe.

Platin fand erst bei der Herstellung von antiken Armbanduhren Verwendung. Sämtliche Platinlegierungen für Uhren und Schmuckstücke sind von hoher Qualität. Bei Produkten aus diesem Material können Sie sich bei Ihrer Auswahl vorwiegend auf das von Ihnen bevorzugte Design konzentrieren. Es sind eher Schmuckstücke als Uhren.

Historismus, Jugendstil und der technologische Fortschritt: wie edle Taschenuhren Armbanduhren den Weg bereiten

Losgelöst von der Grundstimmung des Zeitalters, die die Rückbesinnung auf häusliche und familiäre Aspekte mit sich brachte, entwickelte sich zum Ende des Biedermeier hin die Technologie der Uhrenherstellung so weit, dass Uhrmanufakturen die kleinen Produktionsmengen einzelner Uhrmachermeister bei Weitem übertrafen. Äußerlich tat sich auf den ersten Blick in der Epoche des Historismus nicht viel Neues: Goldene und Silberne Taschenuhren von 1850 bis 1890 sind teilweise schlicht gehalten, teilweise reizend verziert oder sogar mit aufwendigen Gravuren und Ornamenten gearbeitet.

Obwohl der Kronenaufzug, der das Aufziehen einer Uhr mit der Hand ermöglicht, schon 1838 erfunden worden war, wurden nach wie vor Taschenuhren mit Schlüsselaufzug gefertigt, die mittels Schlüssel umständlich aufzuziehen waren. Die Formen der Uhren waren bereits seit sehr langer Zeit bewährt: Die Savonnette ist eine Taschenuhr mit Sprungdeckel zum Schutz des Glases. Die Halbsavonnette ist baugleich, ermöglicht aber durch ein Guckloch im Deckel das Ablesen der Zeit im geschlossenen Zustand. Die Lépine schließlich ist eine Taschenuhr, die ganz ohne Deckel gefertigt wird. Ihr Design wird auch für kleine Frackuhren verwendet, deren Herstellung durch die Miniaturisierung der Uhrwerke machbar wurde, welche mit dem technologischen Fortschritt einherging. Die Form der Lépine in Verbindung mit einem Uhrwerk, das in einer besonders flachen Bauweise konstruiert war, machte auch das noch verhaltene Aufkommen modischer Armbanduhren für Damen im Zeitalter des Jugendstils möglich. Taschenuhren waren in dieser Epoche aber nicht nur vorherrschend, sondern erlebten ihre letzte Hochzeit.

Der Jugendstil brachte Taschenuhren hervor, die hinsichtlich der Dekoration barocken Kleinoden in Nichts nachstanden. Zwar sind Blumenmotive, idealisierte Frauenbildnisse und die Herstellung künstlerischer Harmonie als Merkmale der Epoche durchaus sichtbar. Aufwendige, oftmals bunte Emaillearbeiten, reiche Ornamentik, Reliefs, Gravuren und weitere üppige Verzierungen machen die Uhren des Jugendstils zu zeitlosen Schmuckstücken, die der Schönheit barocker Uhrenpracht für den Adel in nichts nachstehen. Jedes moderne Outfit wird mit einer solchen Uhr von eBay zu einem echten Blickfang.

Das Innenleben antiker Taschen- und Armbanduhren

Neben hochwertigen Materialien, wie Gold und Silber für das Uhrengehäuse, sind sogenannte Komplikationen für den Wert und auch die Anziehungskraft von Uhren ausschlaggebend. Durch alle Epochen hindurch sind nützliche Funktionen und Spielereien, wie ein ewiger Kalender, die Anzeige mehrerer Zeitzonen oder auch die sogenannte Repetition, Merkmale einer wirklich wertvollen Uhr. Gegen Ende des Historismus und Anfang des Jugendstils wurden Uhren konstruiert, die eine Fülle an Komplikationen in einem ausgewogenen Gehäusedesign vereinten. Solche Stücke sind nicht nur von bleibendem Wert. Ihre Ganggenauigkeit ist bereits hervorragend und die Funktionalität kann sich mit modernen Uhren durchaus messen lassen.

Eine Komplikation, die bei antiken Taschenuhren besonders gefragt ist, nennt man Repetition. Repetitionsuhren können in einem bestimmten Intervall, so etwa minütlich oder stündlich, ihren Besitzer über das Verstreichen der Zeit mit einem akustischen Signal, dem sogenannten Schlag, informieren. Je älter eine Uhr ist, die Ganggenauigkeit und viele Komplikationen vereint, desto begehrenswerter wird sie natürlich für Sammler oder Liebhaber, die das Besondere suchen.

Art déco: die Blütezeit antiker Armbanduhren

Im Zeitalter des Art déco, nachdem praktische Erwägungen im Ersten Weltkrieg die Armbanduhr auch in der Männerwelt salonfähig gemacht hatten, konnte sich diese Uhrenvariante sowohl als Schmuckstück als auch praktischer Wegbegleiter für beide Geschlechter durchsetzen. Das Design des kleinen Lépine-Kalibers, der Gehäuseform von Taschenuhren ohne Sprungdeckel, in Kombination mit platzsparenden, sogenannten Brückenuhrwerken, sollte bis in die Gegenwart Aussehen und Mechanik von Armbanduhren bestimmen. Im Art déco erfuhr dieser Uhrtyp eine weite Verbreitung und, durch alle Gesellschaftsschichten hindurch, große Wertschätzung.

Allerdings wurden Taschenuhren nicht verdrängt. Bis heute sind sie Ausdruck einer vorwiegend reifen Persönlichkeit. Armbanduhren des Art déco sind bei eBay sowohl für Damen als auch für Herren in einer bunten Vielfalt erhältlich. Neben schlicht gehaltenen, diversen Uhrenmodellen sind in dieser Epoche auch extravagante Arbeiten oder edelste Platinuhren als Schmuck für die Dame gefertigt worden.

Welche antike Armband- und Taschenuhr ist für welchen Anlass geeignet?

Das hängt natürlich in erster Linie von Ihrer Persönlichkeit ab. Wenn nostalgisches Flair und individueller Stil von Ihnen bevorzugt werden, kann bei festlichen Anlässen oder einem edlen Abendessen eine schön verzierte Taschenuhr aus Jugendstil oder Historismus zu einem dezenten Blickfang werden. Allerdings sollten Sie bedenken, dass ein schlichtes Outfit in Kombination mit einem zugleich edel und dezent wirkenden Schmuckstück die beste Außenwirkung hat. Wertvollste Uhren aus Historismus oder gar Barock sollten vorwiegend im Safe oder einer Vitrine verwahrt werden und nur sorgsam ausgewählte Momente krönen.

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