Ratgeber für Tresorkauf für den Heimbereich!

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Ratgeber für Tresorkauf im Privatbereich.

Tresore gibt es in allen Größen und Preisklassen.

Für den Laien sehen alle auf den ersten Blick auch sehr stabil aus. Mehrere mm dicke Metallwände, massive Tür mit Codeschloss oder Schlüssel und ein ordentliches Gewicht. Darin sollte die Briefmarkensammlung, das Sparbuch oder die Goldmünze gut aufgehoben sein! Leider genügt die Sicherheit vieler sogenannter „Tresore“ nicht mal einfachsten Ansprüchen und sind teilweise schon mit einem stabilen Schraubenzieher in weniger als einer Minute zu öffnen. Worauf also achten?

1. Verriegelungsbolzen: Der Tresor sollte auf jeden Fall über mehr als einen Verriegelungsbolzen verfügen. Ein einzelner Verrieglungsbolzen muss der Gewalt durch ein Aufbruchwerkzeug ganz alleine standhalten und gibt sich oft schon nach mehreren harten Hammerschlägen geschlagen. Er verbiegt sich oder bricht gleich ganz aus der Arretierung. Ideal sind vier Bolzen. Jeweils 2 mal links sowie einer oben und unten an der Tresortür. Dadurch wird verhindert, dass ein Brecheisen ganz einfach oben oder unten an der Tresortür angesetzt wird und damit die Türe spielend einfach aufgebogen wird.

2. Wandstärke: Die Wandstärke ist nicht so wichtig, wie der Laie denken würde. Ein 2.5mm „dünnes“ Stahlblech durchstoßen Sie auch nicht mit dem dicksten Schraubenzieher und mit einem Winkelschleifer sind auch 6mm kein großes Hindernis. Da aber nur die wenigsten „Gelegenheitseinbrecher“ mit schwerem Gerät anrücken, verfügen sie als Aufbruchwerkzeug meist nur über einen massiven Schraubenzieher oder ein kleines Brecheisen. Wer mit Gasflaschen und Schneidbrenner durch die Wohnsiedlung streift, fällt in unseren Breiten einfach zu sehr auf. Grundsätzlich sollte aber 2mm für die Seitenwände und 5mm für die Tür als absolutes Minimum gelten. Weniger verbiegt sich schon nach einigen kräftigen Hammerschlägen.

3. Inhalt mit geringem Wert: Will man nicht viel Geld ausgeben und liegt der Wert der Gegenstände im Tresor nur im dreistelligen Bereich, dann sollte dennoch auf jeden Fall ein Doppelbolzen Verwendung finden. Ein einzelner Bolzen ist völlig ungenügend und bietet ungefähr denselben Schutz, wie die Wertgegenstände im Wohnzimmerschrank einzuschließen. Also keinen!

4. Code oder Schlüssel: Die Frage nach „Schloss“ oder „Codeschloss“ ist einfach zu beantworten: Stößt ein Einbrecher auf einen Tresor mit Schloss, wird er davon ausgehen, dass der passende Schlüssel irgendwo in der Wohnung versteckt ist. Er wird diese also systematisch durchwühlen und verwüsten. Bedenken Sie auch: Die klassischen Verstecke wie: Im WC-Spülkasten, in der Keksdose, unter der Topfpflanze, in einer CD Hülle oder unter der PC Tastatur kennt der Einbrecher auch und wird daher über kurz oder lang den Schlüssel finden. Wie Ihre Wohnung anschließend aussieht, können Sie sich sicher leicht selbst vorstellen. Daher der Rat: Codeschloss! Als Geheimcode aber bitte nicht das Geburtsdatum verwenden, dass probiert der Bösewicht als erstes aus, nachdem er den Ordner mit den Versicherungsverträgen entdeckt hat.

5. Verankerung: Da sich jeder Einbrecher so kurz wie möglich am Ort des Verbrechens aufhalten möchte, wird er versuchen den Tresor einfach mitzunehmen und dann an einem sicheren Ort in aller Ruhe aufzubrechen. Daher ist die sichere Verankerung das A und O. Suchen Sie sich einen Platz, an dem der Tresor mit der Rückwand und dem Boden mit stabilem Mauerwerk verankert werden kann. Schwerlastdübel und Schrauben sind dabei das Mittel der Wahl. Ein massiver, aber schlecht verankerter Tresor ist so sicher wie eine Geldkassette. Nämlich gar nicht! Der Täter bricht ihn einfach raus und nimmt ihn mit. Sollten Sie den Tresor in einem Schrank verankern wollen, dann sollte es sich hier zumindest um Massivholz handeln. Die Verschraubungen sollten sich an mindestens zwei Seiten des Tresors befinden. (Boden, Rückwand) Dabei ist es wichtig, einen Platz mit möglichst geringen Abständen zu den Innenwänden des Schranks zu wählen. Wenig Platz bedeutet auch weniger Möglichkeiten ein Hebelwerkzeug einzusetzen und man möchte es einen potentiellen Dieb ja so schwer wie möglich machen.

6. Feuerschutz: Ein normaler Tresor bietet keinen oder kaum Schutz gegen Feuer. Sicherlich wird der Tresor die Flammen relativ unbeschadet überstehen, aber im inneren werden leicht Temperaturen von mehreren hundert Grad erreicht. (Papier verbrennt ab einer Temperatur von ca. 150 Grad). Sollten Sie also Sparbücher, Dokumente, Datenträger oder Bargeld in dem Tresor aufbewahren wollen, dann kommen Sie um einen feuerfesten Tresor nicht herum. Eine günstige Alternative wäre höchstens noch der Kauf einer separaten feuerfesten Geldkassette (Sentry 1100 u.s.w.) und diese in dem Tresor zu verschließen.

7. Werkzeug für den Täter: Viele Tresore werden mit vorgefundenen Werkzeug aufhebrochen. Daher ist es nicht ratsam, den Tresor zusammen mit Bohrmaschine und Stahlbohrer, Vorschlaghammer und Brecheisen aufzubewahren. Die meisten Täter verfügen nur über einfaches Hebelwerkzeug und sind Ihnen daher über den neben dem Tresor liegenden Winkelschleifer sicher dankbar.

8. Sichere Wohnung/Sicheres Haus: Idealerweise bekommt der Einbrecher Ihren Tresor gar nicht erst zu Gesicht, da er bereits an der Wohnungstür scheitert. Hier kann meist schon für wenig Geld die Sicherheit deutlich erhöht werden. Einen abstehenden Schließzylinder, ein mit winzigen Schrauben befestigtes Schließblech und auf Kipp stehende Fenster ohne abschließbaren Fenstergriff sind wie eine Einladung und sollten daher "abgestellt" werden. Hier auf Ebay gibt dazu sicher günstige aber doch Zweck erfüllende Lösungen, die auch für den Laien schnell zu montieren sind!

9. Zusammenfassung für den Tresorkauf: Der Tresor sollte mindestens(!) über zwei Verriegelungsbolzen verfügen, er sollte ein Codeschloss besitzen und mit einer massiven Wand mehrseitig verschraubt sein. Soll der Inhalt auch vor Feuer geschützt sein, muss es sich zwangsweise um eine feuerfeste Variante handeln.

Wichtig: Hierbei handelt es sich lediglich um ein kompaktes Basiswissen zum Thema Tresor. Es soll bei der Auswahl eines passenden Safes für den Heimgebrauch helfen und ersetzt keinesfalls ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem Fachbetrieb oder der Polizei. Jegliche Haftung, die sich aus der Anwendung dieses Ratgebers ergeben wird ausgeschlossen.

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