Ratgeber für Sammler von asiatischem Porzellan

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Ratgeber für Sammler von asiatischem Porzellan

Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes hat nur sehr wenig damit zu tun, woraus Sie heute Ihren Kaffee und Tee trinken und worauf Sie Ihre Speisen anrichten. Tatsächlich leitet sich Porzellan vom italienischen „porcella“ ab, was so viel bedeute wie „Schweinchen“. Über den Umweg der Vulgärbezeichnung für einen weiblichen Körperteil wurde der Begriff zum Namen einer weißen Muschel. Als die ersten Lieferungen mit Porzellan aus Asien in Venedig eintrafen, hielt man das Material für pulverisierte und weiterverarbeitete Muschelschalen und nannte es „porcellana“. Somit haben Sie mit Ihrem Geschirr täglich Schweinchen und Muscheln auf dem Tisch, auch wenn Sie etwas anderes speisen oder wenn Sie diese Dinge gar nicht mögen.

Was Sie eher mögen, sind Vasen, Teeservices, Schälchen und anderes Geschirr aus edlem asiatischen Porzellan. Von Osten kommend trat die Feinkeramik ihren Zug um die Welt an und konnte jahrhundertelang nicht nachproduziert werden. Heute sind die Nachfahren des edlen Materials als einfache Haushaltsgegenstände nicht mehr aus dem täglichen Leben wegzudenken. Das feine, „Weiße Gold“ aber, wie es von jeher genannt wird, ist nicht zur Benutzung gedacht. Es soll Ihnen Freude bringen und Ihre Lust am Sammeln schöner Dinge befriedigen.

Rund um das Porzellan

Bevor der Mensch in der Lage war, komplizierte Gerätschaften und Gegenstände des täglichen Bedarfs herzustellen, griff er auf die Natur zurück. Holzteller und -platten boten sich an, um davon zu essen oder die Speisen zu Tisch zu bringen. Die Ansprüche wandelten sich mit den Möglichkeiten, und wenn diese immer umfangreicher wurden, beeinflussten sie im Gegenzug, was die Menschen haben wollten. Das Tonbrennen läutete die Produktion von Keramik ein, zunächst auf einfache aber nutzbringende Weise. Die Entdeckung, wie Ton und andere Materialien durch Brennen in dauerhafte Form gebracht werden konnten, sorgte für den Einzug einer neuen Art von Küchengeräten und Tischgeschirr in die Haushalte. Die nach heutigen Maßstäben eher groben und schlichten Stücke waren lange Zeit das Beste, was man bekommen konnte. Letztlich ist einer der Hauptbestandteile von Porzellan nichts anderes als eine besondere Sorte Ton. Im Unterschied zur schlichten Variante keramischer Erzeugnisse weisen gerade Produkte aus asiatischem Porzellan wie Geschirr aber eine sehr feine Oberfläche auf, die porenlos und glatt ist. Oft wird die Glasur vor dem Brennen aufgetragen, was die zur Herstellung notwendigen Brennvorgänge auf einen reduziert. Durch die Hitze verfestigt sich nicht nur das Grundmaterial, auch die glatte Oberfläche brennt sich gewissermaßen dauerhaft auf den Trägerschichten ein.

Ein lang gehütetes Geheimnis

Die Grundlagen der Brenntechnologie waren in unseren Breiten schon lange bekannt. Wie das begehrte Porzellan herzustellen sei, blieb aber für lange Zeiten ein gut gehütetes Geheimnis der Chinesen. Von dort hat Marco Polo um 1300 erste Stücke nach Venedig mitgebracht und in der Folge eroberte die feine Ware rasch die westliche Welt. Herrscher- und Fürstenhäuser waren eifrige Auftraggeber und Abnehmer für das „Weiße Gold“. Von allen durch die Chinesen hergestellten Gegenständen wurden zum Teil große Sammlungen angelegt. Wenn Sie sich für das edle keramische Material als Sammler interessieren, folgen Sie zum einen einer langen Tradition und finden sich zudem in guter Gesellschaft. Den elitär veranlagten Kreisen im alten Europa war es ein Dorn im Auge, dass das Porzellan das Geheimnis seiner Entstehung nicht preisgeben wollte. Wähnte man sich doch auf dem höchstmöglichen Gipfel der Technologie und forschte wie besessen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelang die Lösung. Am liebsten wäre es dem sächsischen König August dem Starken zwar gewesen, sein Beauftragter hätte das Geheimnis enthüllt, Gold herzustellen.

Der Durchbruch: Meissner Porzellan 

Mit dem, was Johann Böttger dann aus dem Ofen holte, wusste der Monarch sich dennoch bald zufriedenzugeben. Sein Meister hatte Porzellan von feinster Qualität gebrannt und das ließ sich zur damaligen Zeit durchaus noch mit Gold aufwiegen. Bis heute ist auch diese Feinkeramik aus Meißen von bester Qualität und das kobaltblaue Wappen mit den gekreuzten Schwertern ist weltberühmt. Nachdem der Durchbruch geschafft war, verlor das asiatische Import-Porzellan schnell sein Alleinstellungsmerkmal. Als besonders wertvoll werden die alten Stücke bis heute angesehen und gehandelt, aber für die tägliche Benutzung war der Weg durch Böttgers Entdeckung frei geworden. Das passende Meissner Porzellan können Sie jetzt hier bei eBay kaufen.

Asiatisches Porzellan

Ab wann das „Weiße Gold“ in Asien hergestellt wurde, kann nur vermutet werden. Als gesichert gilt hingegen, dass seine Ursprünge im Reich der Mitte liegen. Sowohl in Nord- als in Südchina waren die Rohstoffe Kaolin, Feldspat und Quarz in ausreichenden Mengen vorhanden. Im richtigen Verhältnis vermengt und mit Wasser zu einer halbfesten Konsistenz gebracht, bildeten die Mischungen die Grundlage für die Porzellankunst. Die Nord- und Südvarianten unterschieden sich in der Verwendung des Brennmaterials. Im Norden konnte durch die zur Verfügung stehende Kohle mit höheren Temperaturen gebrannt werden. Das „kältere“ Holzfeuer des Südens beeinträchtigte aber in keiner Weise die Qualität der Erzeugnisse. Lediglich das Mischungsverhältnis der Rohstoffe musste entsprechend den Temperaturen angepasst werden.

Formen von asiatischem Porzellan

Von Beginn an war die Verwendung des Porzellans in Asien nicht allein auf Geschirr beschränkt. Kultgegenstände und Schmuck sowie vieles andere wurden ebenfalls aus dem wertvollen Material gefertigt. Sie kennen die wertvollen chinesischen Vasen ebenso wie die Buddha-Statuen. Durch die fantasievolle Gestaltung während des in mehreren Stufen ablaufenden Produktionsprozesses waren Formen, Farbgebung und Mustern keine Grenzen gesetzt. Wichtig war die Unterscheidung in Alltagsgegenstände, Kunst, Schmuck und die Benutzung von Porzellan in Tempeln und zu anderen rituellen Zwecken. Kein Bereich des Lebens wurde ausgelassen. Leider sind aus manchen Epochen und von einigen Stilen nur noch wenige oder gar keine Exemplare erhalten geblieben.

Die „Mutter“ der Feinkeramik: chinesisches Porzellan

Zu den begehrten und beliebten Sammlerstücken gehören natürlich die kunstvollen chinesischen Exponate als „Mütter des Weißen Goldes“. Egal, aus welcher Epoche sie stammen oder in welchem Stil sie gefertigt wurden. Der im Volksmund übliche Begriff, um chinesisches Porzellan zu bezeichnen, ist Mingvase. Diese besonders schönen Stücke aus der Ming Dynastie sind sehr wertvoll und haben weltweit ihre Liebhaber gefunden. Überhaupt sind die von hohem handwerklichen Können zeugenden Vasen beliebt, da sie jeden Raum dekorativ aufwerten. Das chinesische Porzellan ist oft sehr dünn und gilt als besonders wertvoll. Das Kriterium für die Qualität ist sein Klang beim Anschlagen. Gutes Porzellan klingt rein und nahezu glockenhell. Eine besondere Form ist das spezielle Geschirr für Tee, dessen Genuss in China schon immer weit verbreitetet war. In Porzellan zubereiteter und servierter Tee war aromatischer und bekömmlicher als der aus Zink-, Kupfer- und Silbergefäßen stammende, und somit löste die Keramik das Metall ab.

Zusammenspiel von Material, Glasur und Brennverfahren

Die technologisch ausgefeilte Herstellung beruht auf einem genau abgestimmten Materialgemisch und der Weise, wie die Glasur aufgetragen wird. Ein verfeinertes Brennverfahren erzeugt unter diesen Voraussetzungen das Porzellan mit dem berühmten „Hasenfell-Muster“. In Japan fand man diese Art von Schalen und Kännchen sehr ansprechend und so wurde dort das Geschirr für die berühmten Teezeremonien verwendet. Wie vieles andere aus dem Zen-Buddhismus stammende bildete das Teetrinken eine Philosophie, für die es besondere Meister gab. Ein weiteres Tee-Geschirr besonderer Machart war das rote Tee-Steinzeug. Es konnte nur aus einem speziellen Ton vom Taihu-See gebrannt werden.

Berühmt geworden und bis heute unter Sammlern begehrt ist das chinesische Porzellan mit der an Jade erinnernden olivgrünen Färbung. Der Farbton entsteht durch die chemische Veränderung von Eisenoxid während des Brennvorgangs. Das der Legende nach erste Stück chinesischen Porzellans, das jemals nach Europa gelangte, befindet sich heute ausgerechnet in Irland. Die sogenannte „Fonthill-Vase“ ist dort im Nationalmuseum zu besichtigen. Das mehr als 700 Jahre alte Prachtstück war Papst Benedikt XII. vom letzten Yuan-Kaiser geschickt worden.

Porzellan-Träume in blau-weiß

Für das europäische Bild der chinesischen Porzellankunst war das weltberühmte Blau-Weiß-Muster prägend. Das vom Grundton her weiße Geschirr wurde durch blaue Farbornamente künstlerisch gestaltet. Noch vor dem Aufbringen der Glasur wurde das Porzellan mit der aus Kobaltoxid und Wasser angemischten Farbe verziert. Heutzutage besitzt China als Porzellanproduzent schon lange nicht mehr die Bedeutung wie zur Zeit der alten Kaiser. Als die Herstellung noch ein gut gehütetes Geheimnis im Reich der Mitte war, besaß der riesige Staat das Monopol auf die Kunst, die Feinkeramik zu brennen. Heute sind Porzellanfabriken auf der ganzen Welt verteilt und was benötigt wird, produziert man in vielen Fällen vor Ort oder in der Nähe.

Asiatisches Porzellan ist weltweit begehrt

Durch ihr Alter, aber auch das hohe kunsthandwerkliche Können, mit dem sie gefertigt wurden, erfreuen sich die Sammlerobjekte aus dem Fernen Osten großer Beliebtheit. Insbesondere betrifft das natürlich die antiken chinesischen Stücke, da sie in der ältesten Tradition entstanden sind. Inzwischen stehen die Japaner dem nicht mehr nach, da sie das chinesische Wissen meisterhaft zu übernehmen wussten für Schalen, Dosen und anderes mehr. Auch ihre alten Stücke sind bei Sammlern begehrt, ebenso wie auch die in Südostasien hergestellten Porzellandekorationen

Faszination des Sammelns von asiatischem Porzellan

Bevor Porzellan in Asien zu einer wertvollen Edelware wurde, brannte man auch hier Keramik zunächst zum täglichen Nutzen. Übrigens gilt das hierzulande als „Weißes Gold“ bezeichnete Material in China eher als das, was wir unter Keramik verstehen. Auch darin liegt der Reiz fremder Kulturen, dass sie uns eine andere Perspektive auf die gleiche Welt eröffnen. Entstanden aus dem Alltag, bieten sich Ihnen Sammlerstücke mit speziellen Funktionen und Formen an. Achten Sie auch einmal auf die unterschiedlichen Anfertigungen verschiedener Herkunftsgebiete. Porzellan erscheint in unterschiedlichen Farbgebungen und Qualitätsstandards abhängig davon, woher die Rohstoffe stammen und je nachdem, wie die Rohmasse gebrannt wurde. Am augenfälligsten sind natürlich die Einflüsse der verschiedenen Epochen auf die künstlerische Gestaltung und Wirkung des Porzellans. Die Einteilung entsprechend der Dynastien von nacheinander herrschenden Kaiserhäusern ist daher sehr gebräuchlich.

Tassen, Teller, Vasen und andere Gebrauchsgegenstände; Schmuck, Fliesen, Figuren und weitere künstlerische oder künstlerisch wertvolle Erzeugnisse - das alles können Sie als Sammler von asiatischem Porzellan bekommen. Sie verfügen über eine riesige Auswahl, um ihrem anspruchsvollen Hobby immer wieder neue Stücke hinzuzufügen. Die Kunst, für die Sie sich interessieren, ist viele Jahrhunderte alt und hat nichts von ihrem Wert und ihrer Bedeutung für die Kultur der Menschheit verloren. Auch die Profanisierung durch industrielle Fertigung konnte ihr nicht schaden. Sammeln Sie asiatisches Porzellan, helfen Sie dabei, besondere Stücke von zeitloser Schönheit zusammenzuhalten. 

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