Ratgeber für Genießer: die beliebtesten französischen Weine

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Ratgeber für Genießer: die beliebtesten französischen Weine

Französische Weine sind seit jeher etwas für Genießer und Feinschmecker. Zahlreiche Châteaux in Bordeaux, Burgund oder Languedoc-Roussillon bauen Weine von Weltruhm an. Nach Italien ist Frankreich weltweit der zweitgrößte Erzeuger von Wein. Mit 73 Prozent stellen die französischen Rotweine das größte Kontingent. Der Anteil an Weißwein beträgt dementsprechend 27 Prozent. Im Jahr 2007 wurden in Frankreich 6 bis 7 Milliarden Flaschen Wein erzeugt, wovon zwei Drittel im Land selbst ihren Absatz fanden. Dieser Ratgeber soll Ihnen dabei helfen, den richtigen Wein für Ihren Weinkeller oder das nächste Festessen zu finden. Darüber hinaus erfahren Sie, welches Qualitätssystem die französischen Weine besitzen und wie es sich mit den Weinbaugebieten und deren Weinen verhält.

Was sind die Qualitätsstufen der französischen Weine?

Wenn Sie einen guten französischen Wein erstehen möchten, müssen Sie wissen, welche Qualitätsstufen die Weine haben und was sich hinter den Bezeichnungen verbirgt. Generell gilt, dass die Weinproduktion in Frankreich der weltweit bestüberwachte Landwirtschaftsbereich ist. Die unterste Stufe in der Qualitätspyramide der Weine sind einfache Tafelweine, auch zu erkennen an der Bezeichnung: Vin de France. Die nächste Stufe bilden die gehobenen Tafelweine bzw. Landweine, sie werden als IGP bezeichnet. Die Spitze der Qualitätspyramide sind die Weine aus kontrollierten Herkunftsgebieten. Sie sind am Kürzel AOP zu erkennen. Beachten Sie bei den Kürzeln, dass diese erst 2009 in Kraft traten. Vorher hießen AOP-Weine AOC und IGP-Weine „Vin de Pays“. Innerhalb der einzelnen AOCs gibt es ebenfalls unterschiedliche Qualitätsstufen. Leider können diese nicht dem Etikett entnommen werden. Deshalb können Sie einfach davon ausgehen, dass ein bezeichnetes Gebiet mit kleiner Größe einen höherwertigen Wein verspricht, als ein großes Anbaugebiet. Auch spielen je nach Weinbaugebiet verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle für die Qualität der Weine. So sind im Burgund die Lagen äußerst wichtig, während im Bordelais das Château die entscheidende Rolle spielt. Weiterhin müssen Sie bei Weinen aus Frankreich wissen, dass sie kaum sortenrein sind. Anders als bei deutschen, australischen und amerikanischen Weinen werden meist mehrere Rebsorten gemischt.

Wo werden französische Weine angebaut?

Beaujolais

Obwohl das Beaujolais eigentlich zum Burgund gehört, handelt es sich um ein eigenständiges Weinbaugebiet, da der Stil der Weine aus dieser Region sich deutlich von den „Burgundern“ unterscheidet. Besonders bekannt ist das Weinbaugebiet durch den Beaujolais Nouveau geworden, einem Wein, der im Schnellverfahren produziert wird und eher von minderer Qualität ist. Sehr hochwertige Weine stammen aus den Beaujolais-Cru-Gemeinden.

Bordeaux

Das Bordeaux ist sicherlich eine der bekanntesten Weinbauregionen der Welt. Seinen Namen erhielt es durch die Stadt Bordeaux, die im Zentrum des Gebietes liegt. Im Vergleich zu anderen Weinbaugebieten ist hier der Anteil an Weinen mit Spitzenqualität am größten. Weine aus dem Bordeaux sind fast immer Cuvées, was Verschnittwein bedeutet. In ihnen finden also mehrere Rebsorten Eingang. Besonders hochwertige Weine kommen aus den Weinbaugebieten Margaux, Pauillac, Saint-Julien oder Pomerol und natürlich dem Saint-Émilion und dem Barsac. Die meisten Bordreaux-Weine kommen aus dem AOC Bordeaux oder auch Bordeaux Supérieur.

Burgund

Im Gegensatz zu vielen anderen französischen Weinbaugebieten werden im Burgund sortenreine Weine hergestellt. Bekannt sind die Weine aus der Chardonnay-Traube und natürlich der Rebsorte Pinot Noir. Absolute Spitzenweine erhalten Sie aus den sogenannten Grand-Cru-Lagen. Die beiden Weinbaugebiete Côte de Nuits und Côte de Beaune haben hier Weltruhm erlangt.

Champagne

Die Champagne ist ebenfalls eine der bedeutendsten Weinbauregionen der Welt. Dort wird vor allem der nach der Region benannte Schaumwein, der Champagner, hergestellt.

Montagne de Reims, Côte des Blancs und Vallée de la Marne

Die meisten Produkte kommen aus den Anbauregionen Montagne de Reims sowie Côte des Blancs und Vallée de la Marne.

Elsass

Aus dem Weinbaugebiet Elsass stammen – wie aus dem Burgund – sortenreine Weine. Das liegt vor allem daran, dass die Region lange zu Deutschland gehörte und hier sozusagen „deutsche Tugenden“ in die Weinherstellung einflossen. So sind die Weine des Elsass eine Verbindung deutscher und französischer Weintradition.

Korsika

Korsika ist auch heute noch ein Geheimtipp, wenn es um hochwertige Weine geht. Diese werden hier seit den 1980er Jahren angebaut. Neben den AOC-Gebieten hat Korsika auch einige bemerkenswerte Vin des Pays zu bieten, etwa den Vins de Pays de l'île de beauté.

Provence

Das Weingebiet der Provence ist sehr heterogen, da unterschiedliche klimatische Bedingungen in den einzelnen Appellationen herrschen. Bekannt ist die Provence vor allem für ihre Roséweine. Zu den regionalen Appellationen gehören beispielsweise Coteaux d'Aix-en-Provence und Coteaux de Pierrevert sowie die lokalen Appellationen Bandol und Cassis.

Weitere Weinbaugebiete im Süden

Im Rhônetal finden Sie zwei sehr verschiedene Anbauregionen, die nördliche und die südliche, die zum Mittelmeer geöffnet ist. In der nördlichen Region werden eher sortenreine Weine wie Syrah, Viognier und Marsanne hergestellt. Im Süden wird die Grenache-Traube verwendet, deren Weine sehr geschmeidig schmecken. Um ihnen eine festere Struktur zu geben, werden sie mit Syrah und Mourvèdre verschnitten. Aus diesem Gebiet kommt der bekannte Châteauneuf-du-Pape, einer der wohl körperreichsten französischen Weine überhaupt.

Das Weinbaugebiet Südwesten fasst die zwei Anbaugebiete Bergerac und das Irouléguy zusammen. Bekannt ist die Region auch unter dem Namen Sud-Ouest. Da sie immer im Schatten des Bordeaux und des Bordelais stand, können Sie hier Weine erwerben, die ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Bekannte Appellationen sind etwa Monbazillac, Montravel oder Pécharmant sowie Lavilledieu, Madiran und Pacherenc du Vic-Bilh. Neben den aufgeführten Weinbaugebieten gibt es in Frankreich noch zahlreiche weitere, wie das Est, das Jura, das Loire, Languedoc-Roussillon und natürlich das Savoyen.

Was verbirgt sich hinter den Begriffen auf den Etiketten der französischen Weine?

Gute französische Weine tragen in der Regel Etiketten, die in der Landessprache verfasst sind. Da nicht jeder des Französischen mächtig ist, sollen im Folgenden einige wichtige Weinvokabeln erläutert werden. Wird bei der der Beschreibung vom arrière-goût gesprochen, ist damit der Nachgeschmack gemeint. Dieser kann beispielsweise chaud sein – alkoholisch, aber angenehm warm oder chêne, womit der Eichengeschmack gemeint ist. Hat der Wein einen holzigen Geschmack, wird dies boisé genannt. Trocken heißt brut, genau wie brut de brut oder brut intégral. Die süße Variante eines Weines wird mit doux bezeichnet und der halbtrockene Wein ist demi-sec. Ein capiteux Wein ist voll, schwer und wuchtig. Mit charnu wird ein körperreicher bzw. fleischiger und gut strukturierter Wein bezeichnet. Ein ausgewogenes und ausgeglichenes Aroma versteckt sich hinter dem Wort équilibré. Steht auf dem Weinetikett, dass er frais ist, dann handelt es sich um einen Wein mit erfrischendem Geschmack. Soll er hingegen frais serviert werden, dann sollte man ihn gekühlt trinken.

Wozu sollten Sie welchen Wein trinken?

Als Aperitif servieren Sie Ihren Gästen am besten Champagner oder auch einen Crémant. Generell empfehlen sich Schaumweine hoher Qualität für diesen Anlass. Das deutsche Abendessen mit Wurst, Schinken und Brot können Sie von einem trockenen und frischen Weißwein begleiten lassen. Es kann ein Silvaner aus dem Elsass sein oder ein weißer Bordeaux, auch ein Macon aus dem Südburgund passt hervorragend. Zum typisch deutschen Mittagessen wie Eisbein, Königsberger Klopse oder saure Nierchen servieren Sie ebenfalls trockenen Weißwein. Sehr gut eignen sich ein Chablis oder ein Meursault.

Leichte und frische Rotweine sind ideale Begleiter für Kalbs- und Schweinebraten. Auch Gans, Ente und Pute vertragen sich hervorragend mit Weinen wie einem Vin de Savoie oder einem Côtes du Ventoux. Ein fruchtiger Rosé passt sehr gut zu solch deftigen Gerichten wie Linsen- oder Erbseneintopf. Kohlrouladen und gefüllte Paprikaschoten sowie Grünkohl mit Speck sind ebenfalls mit einem Roséwein gut angerichtet. Beispielsweise können Sie diese Speisen mit einem Côtes de Provence rosé oder Vin de Corse rosé Ihren Gästen servieren. Rinderschmorbraten, Gulasch und Roastbeef oder Leber lassen sich exzellent mit einem eleganten Rotweinen kombinieren. Hier sind Sie natürlich mit einem Bordeaux oder auch Medoc aus dem Bordeaux auf der sicheren Seite. Körperreiche, gut strukturierte Rotweine runden Wildgerichten zielsicher ab. Einen Gevrey-Chambertin, Chateauneuf du Pape oder Côteaux du Languedoc sind in diesem Fall immer richtig. Natürlich können Sie auch zu einem Gevrey-Chambertin oder einem Corbières aus Languedoc-Roussillon greifen. Ist der Hauptgang vorüber, wird das Dessert serviert. Dafür empfehlen sich französische Weine, wie etwa ein Champagner oder ein weißer Anjou von der Loire. Auch kann ein spritziger Rosé das Dessert harmonisch abrunden. Gerade zu Crêpes passt dieser hervorragend. Bei Desserts, die aus Schokolade bestehen oder mit Zitrusfrüchten serviert werden, sollten Sie auf Wein verzichten, da es geschmacklich kaum Harmonien ergibt.

Französischer Wein als Geldanlage

Ein edler Tropfen kann nicht nur der passende Begleiter für ein Gericht oder den Feierabend sein, viele sehen gerade in französischen Spitzenweinen eine gute Anlage für ihr Geld. Hierfür haben sich auf dem Finanzmarkt Weinfonds etabliert, die meist Premiers Crus erwerben und nach einem gewissen Zeitraum wieder veräußern. Zu diesen Weinen gehören etwa Chateau Margaux oder Chateau Mouton-Rothschild. Auch werden gern Weine aus dem Burgund gekauft, da hier viele Experten großes Potenzial zur Wertsteigerung sehen. Natürlich ist diese Geldanlage nicht sicherer als Aktien und Immobilien. Eine enorm wichtige Rolle spielt beim Wert eines Weins die Benotung durch einen Kritiker. So können bekannte Weintester den Preis eines Weines durch eine positive Bewertung mehr als verdreifachen. Natürlich müssen Sie nicht unbedingt in einen Fonds investieren, sondern können den Wein auch selbst kaufen und lagern. Hierfür sollten Sie unbedingt die richtigen Räumlichkeiten und Kühlsysteme besitzen. Außerdem empfiehlt es sich bei sehr wertvollen Weinen, eine Versicherung gegen Diebstahl oder Beschädigung abzuschließen. Da die Kosten für Lagerung und Versicherung so schnell anwachsen, muss der Wein entsprechend vielversprechend sein, das heißt, sein Preis muss steigen, damit Sie am Ende eine Rendite damit erwirtschaften können. Generell sollten sich an Wein als Geldanlage nur Menschen wagen, die mit dem Thema sehr vertraut sind und auch einen finanziellen Verlust problemlos verkraften können.

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