Ratgeber für Freunde von niederländischen Briefmarken

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So findet man niederländische Briefmarken bei eBay

Königin und Kolonien – Wissenswertes über Briefmarken aus den Niederlanden

Die Niederlande sind ein verhältnismäßig kleines Land mit einer dafür umso größeren Geschichte. Als Seefahrernation mit dem Drang, die Welt zu erkunden, richteten die Niederländer ganz im Geiste der Moderne erstaunlich viele Kolonien ein. Die Briefmarke selbst wurde zwar auf der britischen Insel erfunden, trotzdem haben aber auch die Holländer eine höchst interessante Postgeschichte zu bieten.

Elf Jahre und acht Monate, nachdem die erste Briefmarke der Welt, die legendäre One Penny Black, in Umlauf kam, wurde in den Niederlanden die erste Marke veröffentlicht: Es war der 1. Januar 1852 – der Beginn der bewegten und beachtenswerten Briefmarkengeschichte des deutschen Nachbarn. Lesen Sie im Folgenden, wie Sie niederländische Briefmarken finden und was Sie beim Erwerb anschließend unbedingt beachten sollten. 

Die Niederlande – eine besondere Briefmarken-Nation

Ausgewiesene Numismatiker und Philatelisten werden gleichermaßen feststellen, dass sich die königs- und königinnentreuen "Oranjes" bei den Editionen von Münzen und Briefmarken oftmals an der Regierungszeit der einzelnen Monarchen orientieren. Im größeren Maßstab werden die Postwertzeichen in drei Kategorien unterteilt:

Der Zweite Weltkrieg stellte somit ganz deutlich eine Zäsur für die niederländische Postgeschichte dar, da Deutschland die Niederlande im Krieg besetzt hatte und diese erst am 5. Mai 1945 von Alliierten befreit wurden.

Die größte Auswahl an Briefmarken finden Sie für die Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, die älteren Marken sowie die Exoten aus den Kolonialgebieten sind unter Umständen für manche Sammler von noch größerem Interesse. Durch spezifische Suchbegriffe in den richtigen Kategorien mitsamt kleineren Verästelungen kann jeder Interessent die passende Marke finden. Erfahren Sie hier nun, was Sie bei der Auswahl beachten sollten, damit die neue Briefmarke – ob einzeln, als Sonderedition, im Kleinbogen oder Block – Ihren ganz individuellen ästhetischen und historischen Vorstellungen entspricht.

Michel-Kataloge und Briefmarkenheftchen

Die Nummern aus den Michel-Katalogen sind ein nützliches Hilfsmittel zur Klassifizierung von niederländischen Briefmarken. Eine besondere Rolle spielen auch die Briefmarkenhefte in den Niederlanden. Insgesamt sind bisher seit der ersten Ausgabe von 1902 über 150 dieser Markenheftchen erschienen. Das Spannende für Nationensammler sind verständlicherweise die kleinen, gerade für Experten merkbaren Unterschiede in Verbreitung und Umgang mit den Postwertzeichen – die Niederlande beispielsweise hatten ein Faible für Briefmarkenhefte. Eine zusätzliche Besonderheit im Vergleich zu manch anderem Land stellen, wie bereits angedeutet, die kolonialistischen Bestrebungen der Niederlande dar.

Briefmarken aus den niederländischen Kolonien

Die Kolonialgeschichte hat das Abendland ganz entscheidend mitgeprägt. Die holländische Ostindien-Handelsgesellschaft hat beispielsweise großen Anteil daran, dass der Schwarztee in Ostfriesland zum Nationalgetränk wurde – schließlich waren Zucker, Tee oder Kaffee einst absolute Luxusprodukte und Alleinstellungsmerkmal der gut betuchten Oberschicht. 

Die umtriebigen Niederländer haben in denen von ihnen regierten Außenbezirken natürlich auch viele spannende Briefmarken veröffentlicht. Eine Auswahl der besonders interessanten Editionen für die jeweiligen Kolonien können Sie im Folgenden nachvollziehen und danach selbst bestimmen, womit Sie sich ausführlicher beschäftigen möchten.

Niederländisch Indien

Nederlands-Indië, wie die Niederländer sagen würden, entspricht bis auf wenige Abweichungen dem heutigen Staatsgebiet von Indonesien. Bereits um 1600 übernahmen die Niederländer die Kolonialherrschaft über den größten Inselstaat der Welt. Aus dieser Zeit stammen viele interessante Marken, die in der Regel die Monarchen der Kolonialherrscher porträtieren. Wie bei vielen anderen Gebieten der Philatelie auch können Sie sich auch bei diesen Kolonialmarken an den Michel-Katalog-Nummern orientieren. Sehr beliebt ist die Marke mit der Michel-Nummer 1 vom 1. April 1864.

Niederländische Antillen

Die politischen Verhältnisse der Niederländischen Antillen sind auch im Rückblick insgesamt als recht komplex einzustufen. Das niederländische Hoheitsgebiet konstituierte sich aus insgesamt sechs Inseln, die sich in zwei Kategorien unterteilen lassen: zum einem in die "Inseln unter dem Winde" mit Aruba, Curaçao und Bonaire, zum anderen in die "Inseln über dem Winde" mit Saba, Sint Eustatius und St. Martin. Um heutzutage Briefmarken der Niederländischen Antillen zu finden, bieten sich vor allem Curaçao und Aruba als Anlaufstellen an.

  • Curaçao: Curaçao, die kleine Insel in der Karibik, war wie Aruba ein Teilgebiet der Niederländischen Antillen und damit eine Kolonie der nordwestlichen Nachbarn Deutschlands. Unter dem Suchbegriff Curacao 148 – 159 finden Sie zum Beispiel zwölf verschiedene Marken, die Sie mit einem Klick gemeinsam erwerben können. 1873 erschien für Curaçao die erste Marke – allerdings kommen in letzter Zeit auch aktuelle Editionen in die Druckereien. Die farbenfrohen Exemplare der jüngsten Zeit thematisieren beispielsweise die moderne Kunst oder aktuelle Technologien. Im Anschluss an die Auflösung der Niederländischen Antillen im Oktober 2010 begann Curaçao, sich postalisch zu emanzipieren.
  • Aruba: Auch Aruba gehörte zu den Niederländischen Antillen. Deswegen finden Sie unter der Kategorie "Aruba" interessante Exemplare aus der jüngeren Zeit. Besonders beliebt sind Motive aus den Bereichen Flora und Fauna wie zum Beispiel heimische Orchideen, farbenfrohe Schmetterlinge, die Wale vor den Küsten. Ebenfalls populär sind nautische Motive.

Für alle Suchanfragen bezüglich der Marken ehemaliger Kolonien gilt, dass Sie Ihre Sammlung nach Ihren ganz eigenen Vorstellungen gestalten können. Wenn Ihnen der Erhaltungszustand besonders wichtig ist, können Sie sich folgende Fragen stellen: Sollen die Marken postfrisch sein oder doch lieber gestempelt – oder vielleicht bevorzugen Sie Ersttagsbriefe? Sie können die Marken aber ebenfalls nach dem Michelin-Wert aussuchen. Ist das Budget eher klein, oder wollen Sie lieber Marken, für die laut Katalog über 20 Euro verlangt werden? So können Sie, je nach persönlicher Ausrichtung, eine Vielzahl unpassender Ergebnisse unbeachtet lassen.

150 Jahre niederländische Briefmarken – Die Jubiläumsausgabe von 2002

Im Jahr 2002 konnten sich Sammler über einen ganz besonderen Ehrentag freuen. Der Erscheinungstermin der ersten niederländischen Briefmarke jährte sich zum 150. Male. Bei Briefmarkensammlern aller Nationen sind solche Jubiläumsausgaben hochgeschätzt. Eine Briefmarke, die zu Ehren einer anderen historisch relevanten Marke erscheint, ist etwas ganz besonderes und bedient das Interesse der Sammler somit zusätzlich auf einer Meta-Ebene.
Sehen Sie sich auch nach verschiedenen postfrischen Editionen umsehen. Mit dem Suchbegriff "Niederlande 1852" finden Sie Briefmarkensammlungen aus der Anfangszeit der niederländischen Briefmarkengeschichte. Mit dem DAVO 131 Luxus Briefmarken-Album Niederlande 1852-1944 haben Sie ein schönes, hochwertiges, aber auch praktisches Hilfsmittel zur Hand:. Denn wer wertvolle Marken von der Anfangszeit bis kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs sammelt, will diese sicher und elegant aufgehoben wissen.

Königsmarken – Briefmarken zu Ehren der Monarchen

Als Beatrix im April 2013 nach auf den Tag genau 33 Jahren als Königin der Niederlande abdankte, um ihrem Sohn Willem-Alexander den Thron zu übergeben, sind aus den Augen der geschminkten Anhänger viele orangefarbene Tränen geflossen. Wenn auch Sie der "Koningin Beatrix" nachtrauern, können Sie bequem von zu Hause aus die Sondermarke zur Abdankung am 30. April bestellen.

Zu vielen prominenten Vertretern des Königshauses finden sich attraktive Marken:

  • Wilhelm III: Wilhelm III. war zwischen 1849 und seinem Tod 1890 König der Niederlande. In seiner Zeit als Oberhaupt des Landes wurde die erste Briefmarke der niederländischen Postgeschichte ausgegeben. Suchen Sie nach Wilhelm III, um sich verschiedene Motive des Monarchen mit dem zweifelhaften Spitznamen "König Gorilla" anzusehen. Aufgrund des Alters sind viele Marken aus dieser Zeit besonders wertvoll und bei Sammlern sehr geschätzt.
  • Wilhelmina: Die Tochter Wilhelm des Dritten übernahm nach dem Tod ihres Vaters das Zepter – mit zarten zehn Jahren Lebenserfahrung. Allerdings stand sie zunächst unter einer Vormundschaft. Mit ihrem Namen als Suchbegriff finden sie die passenden Briefmarken – die Michel-Nummer 47 zeigt die Adelige beispielsweise vier Jahre vor dem Tod ihres Vaters als sechsjähriges Mädchen, spätere Ausgaben präsentieren sie als erwachsene Frau und Königin. Übrigens: Wilhelmina ist die Urgroßmutter des aktuellen Regenten, Prinz Willem-Alexander.
  • Juliana I: Königin Juliana, bekannt als Mutter der Nation, führte die Niederlande zwischen 1948 und 1980 in die Moderne. Die Mutter der späteren Königin Beatrix I. galt als volksnah und beliebt. Wenn Sie Briefmarken von Julianas Konterfei sammeln möchten, bestellen Sie doch gleich verschiedene Markenhefte und erhalten so eine praktische Übersicht und eine große Auswahl an postfrischen Drucken.
  • Beatrix I: Beatrix I finden Fans von Briefmarken und des Königshauses auf sehr vielen Marken – von der jungen Frau bis hin zur staatstragenden Dame. Ihre 33 Jahre als Staatsoberhaupt haben nicht nur das Land, sondern auch die Regentin verändert. Suchen Sie sich ihr Lieblingsporträt aus oder sammeln Sie gleich alle? Sie entscheiden.

Selbstverständlich werden die politischen Geschicke des Küstenstaats im Wesentlichen nicht mehr von der Monarchie geleitet. Wie in den anderen westlichen Industrienationen hat sich auch in den Niederlanden die Demokratie als Staatsform durchgesetzt. Dennoch bietet das Königshaus eine besondere Möglichkeit der Identifikation.

Die bewegte und bunte Historie der Niederlande geht mit vielen interessanten Briefmarkeneditionen einher – ein Grund, warum niederländische Drucke bei Sammlern durchaus beliebt sind. Vor allem die ereignisreiche Geschichte außerhalb der eigentlichen Landesgrenzen erklärt die Vielseitigkeit der Motive. Karibisches und exotisches Flair also, gedruckt von Nordwesteuropäern, die eine ganz besondere und persönliche Beziehung zu Ihren Monarchen pflegen – eine ungewöhnliche Kombination.

Wenn Sie also bereits holländische Marken sammeln oder vielleicht damit anfangen möchten, können sich je nach eigener Orientierung auf verschiedene Bereiche konzentrieren - die Auswahl ist groß.

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