Ratgeber Wohnwagen-Zubehör: Wissenswertes über Fahrwerk, Technik und Inneneinrichtung

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Ratgeber Wohnwagen-Zubehör: Wissenswertes über Fahrwerk, Technik und Inneneinrichtung

Viele träumen davon, sich einen Wohnwagen zu kaufen, mit dem man einfach mal am Wochenende spontan wegfahren oder im Urlaub vollkommen unabhängig verreisen kann. Der Wohnwagen – auch Caravan genannt – gehört zu den am häufigsten benutzten Ferienunterkünften. Im Gegensatz zum Wohnmobil hat der Wagen keinen eigenen Antrieb, sondern wird als Anhänger vom Kraftfahrzeug gezogen. Der größte Vorteil des Wohnwagens ist, dass er wesentlich preisgünstiger als das Mobil ist und alle wichtigen Inneneinrichtungsgegenstände beherbergt, die unterwegs oder beim Camping gebraucht werden. Neben einer kleinen Küche ist im Inneren auch ein Badezimmer vorhanden. Die meisten Wagen sind bis zu 4,50 Meter lang und haben eine Breite zwischen 2,10 und 2,30 Meter. Abhängig von der jeweiligen Ausstattung stehen bis zu sechs Schlafstätten zur Verfügung. Mittlerweile gibt es auch Caravans für Familien, die über sieben Schlafplätze verfügen. Oft können die Schlafstätten tagsüber zu gemütlichen Sitzgelegenheiten umgebaut werden.

Für mehr Tempo und Fahrspaß – das Fahrwerk des Wohnwagens

Damit Ihr Wohnwagen überhaupt fahrtüchtig ist, benötigt er ein Fahrwerk. Nahezu alle Wohnwagenfahrgestelle sind mit einer Auflaufbremse ausgestattet. Bremst der Pkw, drückt der Wohnwagen von hinten. Mit Hilfe des Drucks, den die Deichsel auf die Kugelstange der Anhängerkupplung ausübt, werden die Wohnwagenbremsen automatisch ausgelöst. Damit das Bremssystem auch einwandfrei funktioniert, muss der Wagen mit Trommelbremsen ausgestattet sein. Für Wohnwagen gilt allgemein ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Wenn Sie dennoch Tempo 100 fahren wollen, müssen Sie Ihr Fahrwerk dementsprechend aufrüsten. Der Wohnwagen muss hydraulische Schwingungsdämpfer besitzen und mit einer ISO-zugelassenen Stabilisierungseinrichtung sowie -kuppel versehen sein. Auch die Wohnwagenreifen müssen gewisse Anforderungen erfüllen. Sie dürfen nicht älter als sechs Jahre und mindestens für eine Geschwindigkeit von 120 km/h zugelassen sein. Zudem muss das Gesamtgewicht des Caravans unter dem Leergewicht des Zugfahrzeugs liegen.

Die Versorgung im Wohnwagen – Gas und Wasser

Das Herzstück des Wohnwagens ist seine Versorgungsanlage. Ohne Gas und Wasser würde der Urlaub oder Ausflug wohl kaum Spaß machen. Der größte Teil der Stromversorgung wird durch Gas sichergestellt. In einem Gasflaschenkasten, auch Deichselkasten genannt, werden die meist mit Propan- oder Butangas gefüllten Flaschen untergebracht. Die Gasanlage des Wohnwagens ist eigentlich gänzlich ungefährlich, solange man nicht unsachgerecht an ihr herumwerkelt. Zu beachten ist, dass die Lüftungsöffnungen am Wohnwagenboden immer geöffnet sind, damit das Gas entweichen kann. Außerdem empfiehlt es sich, immer einen Gasfülladapter an Bord zu haben. Mit dem Adapter können Sie Ihre Flaschen an Füllstellen wieder auffüllen.

Die Wasserversorgung des Wohnwagens findet entweder mittels Kanistern oder Tanks statt. Das Wasser muss mithilfe einer 12-Volt-Pumpe vom Behälter zum Wasserhahn gepumpt werden. Damit der Frischwassertank unterwegs nachgefüllt werden kann, sollte man einen Frischwasserschlauch und verschiedene Hahnstücke dabei haben. Ein aus Polyethylen oder Gummi gefertigter Schlauch mit einer Länge von zehn Metern reicht vollkommen aus. Im Notfall kann auch eine Gießkanne verwendet werden. Dem Wasser im Wohnwagen wird ein spezieller Frischwasserzusatz hinzugegeben, der das Trinkwasser haltbar und keimfrei macht. Für die Heißwasserbereitung im Caravan werden immer öfter elektrische Kleinboiler mit 5 Liter Inhalt eingebaut, die nicht nur die Dusche, sondern zum Beispiel auch Geschirrspüler versorgen.

Ein kleines Kraftwerk – die Elektroanlage im Caravan

Die Elektroanlage im Wohnwagen ist in zwei Stromkreise unterteilt. Die 12-Volt-Anlage, die von der Autobatterie mitgespeist wird, betreibt in den neueren Wohnwagen meist die gesamte Elektrik. Dazu gehören unter anderem Heizungen, die Toilettenspülung, die Beleuchtung und die Küchengeräte. Bei älteren Modellen beschränkt sich die Stromversorgung durch die 12-Volt-Anlage auf die Beleuchtung, die Wasserversorgung und den Kühlschrank. Wenn sich der Wohnwagen im Stillstand befindet, wird er über den zweiten Stromkreis, also über die 220-Volt-Anlage versorgt. Der Anschluss der Anlage erfolgt über eine CEE-Kupplung mit drei Polen. Damit die Stromversorgung auch am Campingplatz reibungslos abläuft, sollten Sie immer ein CEE-Anschlusskabel, das den Wohnwagen mit Stromsäulen verbindet, mit sich führen. Auch eine Kabeltrommel ist von großem Nutzen. An ihr kann zum Beispiel ein Elektrogrill eingesteckt werden.

Fahrzeugzubehör – was Sie für Ihren Wohnwagen brauchen

Ein paar nützliche Helfer sollten Sie immer an Bord haben, damit bei Ihrem Campingausflug nichts schief geht. Unentbehrlich ist auf jeden Fall ein Feuerlöscher, mit dem kleinere Brände im Wohnwagen gelöscht werden können. Der Pulverlöscher ist am besten am Fluchtweg zu deponieren. Eine Antirutschmatte ist deshalb ein sinnvoller Begleiter, weil sie das Rutschen von Gegenständen während der Fahrt verhindert. Mithilfe von Auffahrkeilen werden die Unebenheiten von einem Stellplatz ausgeglichen. Die meist aus Kunststoff hergestellten Keile stellen den Wohnwagen in Waage.

Ebenso nützlich sind Spanngurte. Sie sichern Gepäckstücke, Transportboxen oder Fahrräder. Für größere oder schwerere Gegenstände sollten Ratschenspanngurte verwendet werden. Taschenlampen sind ideal für Stromausfälle oder nächtliche Toilettenbesuche geeignet. Auch eine Laterne gehört zum unentbehrlichen Fahrzeugzubehör. Akkubetriebene Laternen helfen Ihnen, Strom zu sparen, und sind sowohl drinnen als auch draußen einsetzbar. Ein weiterer nützlicher Begleiter ist ein Stellplatzführer. In ihm sind Stellplätze für Wohnwagen in ganz Deutschland inklusive Anfahrt, Ausstattung und Kosten aufgelistet.

Die passende Inneneinrichtung für den Campingausflug

Die Innenausstattung des Wohnwagens sorgt dafür, dass Sie es während der Reise und am Stellplatz komfortabel haben. Bei der Auswahl der Utensilien müssen Sie berücksichtigen, dass sie den Anforderungen im Caravan gerecht werden und am besten nicht allzu schwer sind. In eine Wohnwagenküche gehören keine Gläser oder Porzellangeschirr.

Sie verwenden am besten Geschirr aus Melamin, da das Material unempfindlich, langlebig, spülmaschinengeeignet und sehr leicht ist. Von der Optik her erinnert Melamingeschirr an Porzellan. Gläser aus Polycarbonat sind unzerbrechlich und ähneln normalen Gläsern. Sie sind in allen Formen erhältlich. Das Kochgeschirr in der Wohnwagenküche ist am besten aus Aluminium. Pfannen und Töpfe sollten glatte Böden haben und von ihrer Größe her zum Gaskocher passen.

In eine Wohnwagenküche gehört natürlich auch ein Kühlschrank. Absorberkühlschränke laufen mit Gas und arbeiten völlig geräuschlos. Jedoch brauchen sie sehr lange, um die gewünschte Temperatur zu erreichen. Kompressorkühlschränke sind dahingegen wesentlich schneller und verfügen über eine erheblich bessere Kühlleistung. Nachteilig ist, dass sie lauter sind, einen Stromanschluss erfordern und nicht mit Gas betrieben werden können.

Zur Inneneinrichtung gehören auf jeden Fall auch Stühle und Tische. Am besten entscheidet man sich für Klapp- oder Rolltische, da sie sehr platzsparend und leicht sind. Die Platte des Rolltisches besteht aus einzelnen Lamellen und kann mit dem Tischgestell zusammen weggepackt werden. Das Angebot an Stühlen ist riesig. Faltstühle sind meist weniger bequem als Klappstühle, nehmen aber weniger Platz weg.

Auch im Bad ist eine komfortable Innenausstattung das A und O für eine angenehme Reise. Ihr Wohnwagen sollte über eine Nasszelle mit einem Waschbecken und einer Kassettentoilette verfügen. Die Nasszelle muss mindestens eine Duschtasse als Boden haben, damit Wasserspritzer nicht den Wohnwagenboden aufweichen. Wichtig ist, dass Sie für die Toilette in Ihrem Caravan ein spezielles Toilettenpapier verwenden. Papier, das nur aus zwei Lagen besteht, lässt sich wesentlich einfacher herunterspülen, löst sich schneller auf und verstopft die Toilette nicht. Mithilfe von einem Sanitärzusatz beugen Sie unangenehmen Gerüchen vor und beschleunigen den Zersetzungsprozess von Fäkalien. Beim Kauf müssen Sie darauf achten, dass der Zusatz umweltverträglich und für Kläranlagen geeignet ist.

Anbauten für den Wohnwagen – Vorzelte und Sonnensegel

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Wohnwagen nach außen hin zu vergrößern. Zwei der gängigsten Varianten sind das Vorzelt und das Sonnensegel. Sonnensegel lassen sich in Sekundenschnelle aufbauen und bieten Schutz vor der Sonne. Ein wenig schützen sie auch vor Regen. Der Aufbau eines Vorzeltes dauert länger, da mehr Gestängeteile benötigt werden und diese aufwendiger verspannt werden müssen. Der Vorteil des Vorzeltes ist jedoch, dass mit ihm ein zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird. Beim Kauf müssen Sie auf eine gute Qualität des Zeltes achten. Vorder- und Seitenwand sollten einzeln herausnehmbar sein. So wird nicht nur der Aufbau, sondern auch die Lüftung des Vorzeltes erleichtert. Besonders bei starker Sonneneinstrahlung sind herausnehmbare Wände vorteilhaft.

Für den Transport ist außerdem wichtig, dass Sie auf das Gewicht des Vorzeltes schauen. Zelte, die mit PVC beschichtet sind, eignen sich besonders für Dauercamper, da sie sehr schwer sind. Es sind aber auch leichtere Materialien für Reisecamper erhältlich. Vorzelte aus Acryl mit Gestängen aus Aluminium oder Glasfiber sind empfehlenswert. Damit Sie Ihr Zelt am Stellplatz ohne großen Aufwand aufbauen können, benötigen Sie Zeltheringe. Am besten nehmen Sie unterschiedliche Arten mit. So sind Sie immer auf verschiedene Bodenhärten vorbereitet. Eine der bewährtesten Heringarten ist der Schraubhering. Er ist sehr griffig und auch für härtere Böden geeignet.

Wintercamping – so machen Sie Ihren Wohnwagen fit für den Winter

Wer seinen Caravan nicht nur im Sommer benutzen will, sondern auch im Winter campen möchte, sollte seinen Wohnwagen dementsprechend ausstatten. Für Wintercamping ist es ratsam, sich eine Warmluft-Verteilanlage anzuschaffen. Die Anlage sorgt dafür, dass im gesamten Wohnwagen dieselbe Temperatur herrscht. Für extra Komfort kann auch eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Ganz wichtig ist, dass spezielle Winterrückenlehnen verwendet werden. Die Lehnen schaffen einen Abstand zwischen den Außenwänden und den Polstern der Sitzgruppen, sodass der Bereich gelüftet wird und kein Schwitzwasser entsteht.

Ebenfalls eine sinnvolle Investition für das Campen im Winter ist eine Anlage, die automatisch zwischen den Gasflaschen wechselt. Auf diesem Weg stellen Sie sicher, dass die Heizung nicht plötzlich nachts ausgeht, nur weil kein Gas mehr in der Flasche ist. Falls Ihr Wohnwagen ein Vorzelt besitzt, sollten Sie sich im Winter eine Heizkanone oder einen kleinen Gasofen mitnehmen. Auch ein Teppich aus einer schnell trocknenden Kunstfaser macht den Aufenthalt im Vorzelt wesentlich angenehmer.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden