Ratgeber Vinylplatten: Das zeichnet afrikanische Musik auf Tonträgern aus

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Kaum etwas kann so leicht Menschen miteinander verbinden, wie es die Musik vermag. Selbst wenn man sich untereinander sprachlich nicht verständigen kann, ist die Musik in der Lage, Menschen zueinander zu führen. Die heutige moderne Musik wird dem Hörer gemeinhin auf einer CD oder als digitale Datei verkauft. Die Musik als solche hat vor allem in den Charts einen sehr modernen und elektronischen Charakter. Doch vielen Liedern merkt man inzwischen deutlich an, dass sie unter dem Einfluss so manch alter afrikanischer Tradition entstanden sind oder zumindest einige Inspirationen aus musikalischen Kulturen enthalten, deren Ursprünge fernab jeder digitalen Technik liegen. Die afrikanische Musik besitzt schon seit jeher ihren ganz eigenen Stil und ist dadurch absolut unverkennbar von der Musik anderer Kulturen zu unterscheiden. Dieser Ratgeber wird Ihnen einen Tonträger vorstellen, welcher den Geist der afrikanischen Kultur wie kein anderer wiedergeben kann, und Ihnen die afrikanische Musik mit ihren beeindruckenden Eigenschaften und ihren Einflüssen auf die Musikwelt mithilfe der Schallplatte näher bringen.

Die Entstehung der Vinylplatte als Grundlage für die Verbreitung afrikanischer Musik

Die Schallplatte aus Vinyl ist eine der bedeutendsten Erfindung der Menschheit. Denn sie sorgte dafür, dass man nicht mehr in ein Theater oder zu einem Konzert gehen musste, um Musik genießen zu können. Sie machte möglich, wovon der Mensch seit Urzeiten geträumt hat. Das Konservieren von Musik für die dauerhafte Wiedergabe im heimischen Wohnzimmer revolutionierte die musikalische Welt und machte es möglich, Musik aus allen Richtungen und Kulturen von Europa über Asien und Amerika bis Afrika außerhalb der Landesgrenzen bekanntzumachen und zusammenzuführen.

Die Erfindung des Phonographen

1877 erfand Thomas Edison mit dem Phonographen den Vorläufer des heutigen Kassettenrekorders. Das mit einer Wachswalze als Tonträger betriebene Gerät konnte erstmalig Klänge wie die Sprache oder die Musik aufzeichnen und wiedergeben. Ein berühmtes Oratorium des deutsch-britischen Komponisten Georg Friedrich Händel namens „Israel in Egypt" mit Wurzeln in der afrikanischen Kultur, das am 29. Juni 1888 im Crystal Palace in London mit Edisons Phonographen aufgenommen wurde, ist eines der ältesten, bis heute auf drei erhaltenen Wachswalzen aufgezeichnete Tondokument der Welt. Doch der Phonograph war nicht für die Massenproduktion und -verbreitung von Musik geeignet, sondern eher ein Produkt für die gehobene Gesellschaft.

Die Erfindung des Grammophons

Zehn Jahre nach der Erfindung des Phonographen entwickelte der Erfinder Emil Berliner auf Basis des Phonographen zwei Produkte, welche später die vielseitige Welt der Afrika-Musik für alle Menschen zugänglich machen sollten. Im Jahr 1887 meldete er das Patent sowohl für die Schallplatte als auch – mit dem Grammophon – für jenes Gerät an, welches die Schallplatte abspielen konnte. Im Gegensatz zu Edisons Erfindung konnte Berliners Grammophon jedoch die Klänge nicht aufzeichnen, sondern lediglich abspielen. Es war also ein reines Wiedergabegerät und damit der direkte mechanische Vorgänger des heutigen elektrischen Plattenspielers. Zunächst wurden als Tonträger – nach der ursprünglichen, mit Wachs beschichteten Zinkplatte – Schallplatten aus Hartgummi benutzt. Erst im Jahr 1896 entwickelte Berliner die Schallplatten weiter und nutzte eine neue Substanz, das aus harzigem Gummilack hergestellte Schellack.

Erste Ansätze afrikanischer Musikkulturen wurden in Europa durch amerikanische Schellackplatten überliefert

Die Schellackplatte wurde von dem Zeitpunkt an ein unbeschreiblich großer Erfolg. Plötzlich war es möglich, Musik aus aller Welt im eigenen Wohnzimmer zu hören und das wann immer man wollte und solange man mochte. War ein Konzert beendet, musste man nun nicht mehr den Saal verlassen. Man spielte die Schallplatte einfach wieder von vorn ab. Wobei die Schellackplatte aufgrund ihrer geringen Spieldauer nicht in der Lage war, ein ganzes Konzert wiederzugeben. Bedingt war die kurze Abspielzeit trotz der Größe der heute gängigen Langspielplatte mit 12 Zoll durch die hohe Abspielgeschwindigkeit von 78 Umdrehungen pro Minute. Nichtsdestotrotz waren Grammophon und Schellackplatte ein Meilenstein der Musikgeschichte.

Zur Zeit ihrer Entwicklung kannten die meisten Menschen den Kontinent Afrika zwar aus Erzählungen und aus Schulbüchern, aber erlebt hatten ihn die wenigsten. So waren dem größten Teil der Menschheit außerhalb des afrikanischen Kontinents die Klänge der vielschichtigen afrikanischen Musik völlig unbekannt, während die afrikanischen Kulturen in den Vereinigten Staaten aufgrund der vielen afrikanischen Einwanderer und Afroamerikaner schon längst ihre musikalischen Einflüsse auf das nationale Liedgut ausübten und sich in Genres wie Jazz, Swing, Soul und Blues widerspiegelten. Schon im 18. Jahrhundert überlieferten afroamerikanische Sklaven die Musik und die Percussion-Klänge der afrikanischen Völker in die USA und beeinflussten dadurch nachhaltig die dortige Musikentwicklung bis heute. In europäischen Regionen blieb diese Entwicklung jedoch noch weitestgehend aus, trotz der Schellackplatte. Erst mit den Platten von amerikanischen Musikern kamen erste Ansätze afrikanischer Kulturen auf den deutschen Musikmarkt.

Die Schallplatte aus Vinyl machte afrikanische Musik erst innerhalb Europas populär

In den Dreißigerjahren des 20. Jahrhunderts wurde schließlich die Schallplatte aus Vinyl entwickelt. Wie schon bei der Entwicklung des Grammophons entwarf man das entsprechende Abspielgerät mit dem elektrischen Plattenspieler gleich mit. Das neue System hatte gegenüber des veralteten Grammophons und der Schellackplatte viele Vorteile, konnte sich jedoch in den ersten Jahre nur zaghaft durchsetzen. In dieser Zeit war insbesondere in Europa die Gesellschaft durch extremen Rassenhass geprägt, welcher sich in den USA bereits über Jahrhunderte ausgedehnt hatte. Dennoch konnte dort die afrikanische Musik die amerikanische Kultur beeinflussen. In Europa blieben diese Einflüsse noch weitestgehend aus - vor allem im nationalsozialistischen Deutschland. Afrika blieb weiterhin ein mysteriöser Kontinent, der höchstens von deutschen Musikern besungen wurde. Die Klänge der afrikanischen Kultur fanden letztendlich erst nach dem zweiten Weltkrieg ihren Weg in den deutschsprachigen Raum. So kam es, dass immer mehr afrikanische Musiker das Medium Schallplatte als Möglichkeit nutzten, ihre traditionsreiche Musik in der Welt zu verbreiten. Ohne die Schallplatte aus Vinyl wäre dies nur schwer möglich gewesen.

Afrikanische Musik brilliert auf Tonträgern aus Vinyl durch ihren mystischen Geist und bewegende Rhythmik

Wenn Sie sich einmal eine Dokumentation über afrikanische Völker und Kulturen angesehen haben, werden Sie sicherlich bemerkt haben, dass in solchen dokumentarischen Filmen immer die Musik eine wichtige Rolle spielt. Es ist eigentlich kaum möglich, irgendeinen afrikanischen Stamm vorzustellen, ohne direkt mit dessen Musik konfrontiert zu werden. Sowohl die Musik als Möglichkeit der Kommunikation und des Ausdrucks als auch der dazugehörige traditionelle Tanz gehören in Afrika zu den Wurzeln dieses Kontinents und jedes einzelnen Stammes respektive Volkes. Vinyl-Platten zeichnen sich allein schon durch die Möglichkeit aus, diese Traditionen für Sie hörbar zu machen.

Viele Percussionsinstrumente haben afrikanische Wurzeln

Die prägnante Rhythmik, erzeugt durch unzählige vielseitige Schlaginstrumente, die größtenteils aus den einfachsten Mitteln und Materialien hergestellt wurden, ist nicht nur eines der Elemente, die diese Kultur musikalisch am meisten prägen. Die afrikanische Percussion gehört zum größten Einfluss der afrikanischen Musik auf die der übrigen Welt. Viele Instrumente, die für die europäischen Völker inzwischen selbstverständlich sind, stammen ursprünglich aus den Kulturkreisen Afrikas, wie die Rassel, die Ratsche oder das Xylophon. Vor allem die Schlaginstrumente, wie beispielsweise die Congas oder die Bongotrommeln, sind heutzutage ein wichtiger Bestandteil der internationalen Musik.

Wenn Sie nun auf der Suche nach afrikanischen Klängen auf einem Tonträger sind, gibt es einen ganz besonderen Tonträger, der den afrikanischen Geist so warm und originalgetreu wiedergeben kann, wie kaum ein anderer. Die Schallplatte aus Vinyl unterstreicht die ethnischen Klänge aufgrund ihrer speziellen Charakteristik und der klanglichen Wärme nahezu perfekt und erzeugt eine Atmosphäre, wie sie mit der eher klinisch reinen, digitalen CD kaum möglich wäre. 

Die Klänge afrikanischer Weltmusik fanden auch durch bekannte Musiker ihren Weg auf das Vinyl

In den 1980er-Jahren prägte der britische Popmusiker Peter Gabriel aufgrund seines WOMAD-Festivals den Begriff der Weltmusik, welcher die Vereinigung westlicher Musik mit den Klängen der afrikanischen Kultur bezeichnet. Vor allem Gabriel war es, der extrem viel mit den afrikanischen Klängen und Instrumenten experimentierte sowie mit zahlreichen afrikanischen Musikern zusammenarbeitete, welche durch diese Zusammenarbeit oftmals außerordentliche Berühmtheit erlangten. Viele Vinyl-Alben Peter Gabriels bieten Ihnen nahezu die gesamte musikalische Bandbreite der afrikanischen Musikkultur in nostalgischem Akustik-Ambiente. Allein der Song „Rhythm of the Heat" von seinem Album „Peter Gabriel 4" mit dem Beinamen „Security" vermittelt Ihnen das Gefühl, Sie seien bei einer echten afrikanischen Zeremonie hautnah dabei. Besonders intensiv erleben Sie die musikalischen Einflüsse der afrikanischen Kulturen jedoch auf seinem Album „Passion", auf dem er auch mit dem vom ihm entdeckten späteren afrikanischen Superstar Youssou N'Dour zusammenarbeitete.

Die 1980er-Jahre waren gleichzeitig trotz des Aufkommens der CD die Blütezeit der Schallplatte aus Vinyl. Bis heute hat sich die Schallplatte zudem auf dem Markt gehalten. Grund dafür sind ihre zahlreichen klanglichen Vorzüge. Diese Vorzüge sind noch immer ein Garant für besonders eingängigen Hörgenuss. Das charakteristische Knistern der Plattennadel während ihres Laufs durch die Rille des Vinyls erzeugt eine berauschende akustische Atmosphäre und verbindet die rhythmischen Klänge der afrikanischen Kulturen mit den nostalgischen Stimmungen der Schallplatte.

Afrikanische Musiker stellen Ihnen ihre Kultur auf der Schallplatte aus Vinyl vor

Der senegalesische Musiker Youssou N'Dour schaffte es im Jahr 1994 mit seinem Song „7 Seconds" gemeinsam mit Neneh Cherry, einen Welthit zu landen. Doch zu diesem Zeitpunkt war die afrikanische Musik ebenso wie die afrikanische Kultur in nahezu allen weltlichen musikalischen Bereichen bereits fest etabliert. Schon im Jahr 1967 erlangte die südafrikanische Sängerin Miriam Makeba mit ihrem rhythmischen Klick-Song „Pata Pata" einen großen internationalen Hit, der nicht zuletzt aufgrund des dazugehörigen charakteristischen Tanzes bis heute populär geblieben ist. Allein diese Tatsache zeigt den großen Einfluss afrikanischer Kulturen auf die Welt der Musik. Diese Einflüsse bekommen durch die speziellen Eigenschaften des Vinyls noch zusätzliche Intensität, die Ihnen das Hörvergnügen dieser einzigartigen Musik um ein Vielfaches veredeln kann.

Neben den angesprochenen Werken und Künstlern der ethnischen Klänge finden Sie natürlich viele weitere Musiker und Werke des afrikanischen Kontinents auf dem nostalgischen Tonträger Vinyl. Künstler wie Nusrath Fateh Ali Khan oder Papa Wemba sind aufgrund ihrer erfolgreichen Schallplatten mit dafür verantwortlich, dass die afrikanische Musikkultur unaufhaltsam ihren Weg durch die Musikwelt fortgesetzt hat und nun womöglich sogar in Ihrer Schallplattensammlung einen angemessenen Platz finden wird. Vor allem, wenn Sie ein Freund heißer Rhythmen und exotischer Klänge und Melodien sind, wird Ihnen afrikanische Musik auf Schallplatten aus Vinyl nachhaltig sehr viel Freude bereiten und Ihnen gleichzeitig Kulturen näher bringen, denen man unbedingt mehr Beachtung schenken sollte.

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