Ratgeber UV-C-Wasserklärer: gesunde Fische und ein algenfreies Aquarium durch UV-Strahlen

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Ratgeber UV-C-Wasserklärer: gesunde Fische und ein algenfreies Aquarium durch UV-Strahlen

Wer ein Aquarium besitzt, weiß wie wichtig ein Filtersystem für die Sauberkeit des Wassers und damit die Gesundheit der Pflanzen und Tiere ist. Oft werden für diese Aufgabe nur Aquarium-Innenfilter mit mechanischem Reinigungssystem und Aktivkohle verwendet. Doch diese können nicht alle Krankheitserreger sowie Schwebealgen beseitigen. Eine sehr sinnvolle Ergänzung zur mechanischen Filtertechnik ist deshalb der UV-C-Wasserklärer. Mit seiner Hilfe können Sie die genannten Ursachen für Wassertrübung beseitigen, die Gesundheit der Fische schützen und sich lange am klaren Wasser in Ihrem Aquarium erfreuen. Wie ein solches System funktioniert, was der genaue Nutzen ist, wo Sie UV-C-Wasserklärer einsetzen können und wie die Geräte gewartet werden, wird im Folgenden erläutert.

Funktionsweise des UV-C-Wasserklärers

Licht wird grundsätzlich in drei Klassen unterteilt, das sichtbare und das unsichtbare Licht sowie die Wärmestrahlung. Zum unsichtbaren Licht gehört die UV-Strahlung, welche eine sehr kurze Wellenlänge hat, wodurch es sehr energiereich ist. Bekannt sind die beiden Hauptformen des UV-Lichtes, und zwar UV-A und UV-B. Sie sind nicht nur dafür verantwortlich, dass man im Sommer braun wird, sondern sie sind Auslöser bzw. Unterstützer vieler biologischer Prozesse, die das Leben auf der Erde erst möglich machen. Eine dritte Art der UV-Strahlung ist das UV-C Licht. Dabei handelt es sich um die energiereichste Form des UV-Lichtes. Organische Stoffe, die damit in Berührung kommen, werden denaturiert, d.h. zerstört oder die DNA wird stark beschädigt. Damit eignet sich UV-C-Licht hervorragend zur Desinfektion, da es Bakterien und andere Kleinstlebewesen beseitigt. Besonders hervorzuheben ist, dass im Gegensatz zu biologischen und chemischen Verfahren zur Desinfektion Bakterien gegen UV-Licht keine Resistenzen entwickeln können, da es rein physikalisch wirkt.

Haben Sie nun in Ihrem Aquarium einen UV-C-Entkeimer installiert, dann tötet dieser alle Kleinstlebewesen im Wasser, wozu Bakterien, Schwebealgen, Sporen und andere Einzeller gehören. Damit dies funktioniert, muss das Wasser entsprechend nah an der Strahlungsquelle vorbei geführt werden und die Kontaktzeit sollte ausreichend hoch sein. Meist funktionieren die Geräte so, dass eine Pumpe das Wasser zum Entkeimer bringt. In diesem ist eine UV-Lampe montiert, deren Strahlung von der Umgebung abgeschirmt ist, um Sie und die Bewohner des Aquariums nicht zu gefährden. Das Wasser fließt durch einen Glasmantel an der Lampe vorbei. Dieser Glasmantel ist so konstruiert, dass das Wasser nah genug an der Lichtquelle ist und die Flussgeschwindigkeit so niedrig ist, dass die UV-C-Strahlen alle Keime im Wasser abtöten können. Praktisch ist dabei, dass das UV-Licht nicht überdosiert werden kann, da es vom Wasser nicht gespeichert wird. Außerdem wird das Wasser an sich nicht verändert, wie bei anderen Entkeimungsverfahren, die etwa den PH-Wert erhöhen oder verringern.

Informatives zum allgemeinen Nutzen des UV-C-Wasserklärers

Gerade wenn Sie mit der Aquaristik erst beginnen, müssen Sie sich klar machen, dass Fische und Pflanzen in ihrem natürlichen Lebensraum kaum Keimen ausgesetzt sind. Aus diesem Grund haben sich die Wasserbewohner an einen sehr keimarmen Lebensraum evolutionär angepasst. Im Aquarium ist die Situation grundlegend anders. In Versuchen wurde das 10.000- bis 100.000-fache der Konzentration an Keimen nachgewiesen. Das stellt eine immense Belastung für ihre künstliche Tierwelt dar. Besonders hoch ist die Keimbelastung in Meeresaquarien, da hier in der Regel sehr viele Lebewesen auf kleinstem Raum leben. Krankheiten und Infektionen können sich so schnell im Aquarium ausbreiten, was im schlimmsten Fall den Verlust der Tiere bedeutet. Durch einen UV-C-Wasserklärer reduziert sich die Keimzahl im Aquarium um circa 98 %. Dabei werden wirklich nur die Keime abgetötet, die frei im Wasser schweben. Die wichtigen Nitritbakterien, wie Sie sie auf Pflanzen, im Boden oder im Filter finden, bleiben davon unberührt. Somit zerstört der Entkeimer nicht das Ökosystem des Aquariums, sondern sorgt lediglich dafür, dass es im Gleichgewicht bleibt und Bakterien sowie Algen nicht die Oberhand gewinnen.

Nutzen des UV-C-Wasserklärers in Meer- und Süßwasseraquarien

Besonders in Meerwasseraquarien sollten Sie auf keinen Fall auf einen UV-C-Wasserklärer verzichten. Durch ihn schaffen Sie es, dass selbst empfindliche Korallen nicht von Bakterien befallen werden. Gewebeschädigungen bleiben aus und außerdem haben Sie so eine echte Chance, die Korallen durch Fragmentierung zu vermehren. Weiterhin werden Sie feststellen, dass Pilzinfektionen zurückgehen, genauso wie bakterielle Infektionen und Erkrankungen der Haut. Auch Wassertrübungen werden vermieden und durch die geringere Keimzahl ist die Nachzucht von Fischen und anderen Meeresbewohnern kein Problem mehr.

Auch Freunde von Süßwasseraquarien können sich dank UV-C-Entkeimer die Arbeit erleichtern. Die Wasserqualität im Becken gleicht durch den Einsatz dieser Geräte denen in keimarmen Reinstwasserzonen, wodurch sich Tiere und Pflanzen wie zu Hause fühlen. Auch gehen bakterielle und Pilzerkrankungen der Aquarienbewohner deutlich zurück und die Kosten für meist wirkungslose Medikamente können deutlich reduziert werden. Darüber hinaus ist ein UV-C-Wasserklärer die Geheimwaffe aller Diskuszüchter. Nur dadurch gelingt es ihnen, die empfindlichen Eigelege vor Keimen zu schützen. Wie auch im Salzwasseraquarium so wird auch hier das Eintrüben des Wassers durch Algen und Ähnliches effektiv vermieden.

Praktische Verwendung des UV-C-Wasserklärers im Aquarium

Einen UV-C-Wasserklärer können Sie in Süß- wie Salzwasseraquarien verwenden. Allerdings sind Ansprüche an die Qualität des Wassers im Salzwasseraquarium sehr hoch, deshalb sollten Sie gerade in diesem nicht auf einen UV-C-Filter verzichten. Es empfiehlt sich hier außerdem, das Wasser aus dem Entkeimer direkt zum Abschäumer zu leiten. Dadurch werden die Überreste der getöteten Bakterien und Algen direkt aus dem Wasser herausgefiltert und zersetzen sich nicht im Wasser des Aquariums. Weiterhin sollte der UV-C-Wasserklärer nicht nur einmal die Woche oder einmal am Tag für ein paar Stunden angeschaltet werden. Bereits nach anderthalb Tagen sind nämlich wieder genauso viele Keime im Wasser wie vor der Nutzung des Gerätes. Aus diesem Grund sollten Sie den Entkeimer permanent laufen lassen. Hierbei brauchen Sie sich keine Sorgen zu machen, dass Sie das Wasser übersäubern würden, denn das ist mit dieser Technik nicht möglich, da etwa Nitritbakterien nicht betroffen sind. Außerdem erhöht sich durch permanente Nutzung die Lebensdauer der Lampe, denn häufiges An- und Ausschalten verkürzt diese.

Richtwerte für den Einsatz eines UV-C- Filters

Bei der Durchlaufmenge achten Sie darauf, dass ungefähr einmal pro Stunde der Beckeninhalt durch das Gerät fließt. Natürlich ist nicht nur die Durchlaufmenge für die Entkeimung wichtig, sondern auch, dass die UV-C-Strahlung genug Zeit hat, in das Wasser einzudringen und Bakterien und Algen abzutöten. Aus diesem Grund muss die Strahlung lange genug mit dem Wasser in Kontakt kommen und die Lampe sollte ausreichend Leistung haben. Richtwerte sind hierbei für Meerwasseraquarien, dass eine UV-C-Lampe mit 10 Watt Leistung für die Entkeimung von circa 350 Litern ausreicht und eine 15-Watt-Lampe für 500 Liter. Eine 30-Watt-Lampe ist für größere Aquarien mit 1000 Litern geeignet. Genauere Angaben können Sie den entsprechenden Geräten entnehmen oder Sie Fragen den Händler, welches Gerät für welches Fassungsvermögen am besten geeignet ist. Unverzichtbar ist der Einsatz des UV-C-Filters, wenn Sie neue Fische ins Aquarium einsetzen wollen. Dafür muss das Wasser möglichst keimfrei sein. Experten raten deshalb, circa drei Wochen vor dem Einsetzen der Tiere mit dem Entkeimen zu beginnen.

Die Verwendung des UV-C-Wasserklärers im Teich

Nicht nur im Aquarium, auch im Gartenteich ist ein UV-C-Filter sehr sinnvoll. Hier sorgen zwar Teichfilter dafür, dass die großen Algen nicht im Wasser verbleiben, aber kleine Algen können die Poren der Filtereinheit problemlos passieren. So wird das Wasser des Teiches nach und nach grüner, und wenn Sie Fische im Teich haben, können Sie diese kaum noch sehen. Aus diesem Grund ist ein UV-Teichfilter wichtig. Er sorgt dafür, dass die Algen nicht nur abgetötet werden, sondern auch verklumpen. Dadurch können sie nicht mehr durch die Poren des Teichfilters gelangen. Somit ist der UV-Teichfilter an sich kein Filter, sondern er sorgt für die Filtrierbarkeit der kleinen Algen. Daher sollten Sie bei der Anordnung der Anlage beachten, dass Sie zuerst die Pumpe, dann den UV-C-Teichfilter und anschließend den eigentlichen Filter schalten.

Wichtig ist, dass Sie bei der Ausrüstung des Teiches mit einem UV-Entkeimer darauf achten, dass er eine ausreichend große Fördermenge aufweist. Die Anlage sollte außerdem so groß sein, dass das Wasser lange genug mit der UV-Strahlung in Kontakt kommt, da sonst kein befriedigendes Ergebnis erreicht wird. Empfehlenswert beim Einbau des Filtersystems ist außerdem eine Winterbrücke. Schalten Sie nämlich den UV-Entkeimer einfach durch das Ziehen des Steckers aus, so können sich Algen auf der Lampe festsetzen und deren Wirkungsgrad nimmt ab. Besser ist es, das Wasser um den UV-C-Wasserklärer herumzuleiten, wenn es nicht benutzt wird. Damit haben Sie garantiert lange Freude an dem Gerät.

Wartung und Ersatzteile für den UV-C-Wasserklärer

Die Wartung eines UV-C-Wasserklärers ist relativ simpel. Wichtig ist, dass Sie regelmäßig das Glasrohr reinigen, durch welches das Wasser an der UV-C-Lampe vorbei läuft. Nur dadurch ist gewährleistet, dass genug Licht in das Wasser eindringen kann. Weiterhin haben die Lampen in diesen Geräten zwar ein hohe, aber keine ewige Lebensdauer. Sie können mit circa 8000 Stunden rechnen, wodurch die Lampe circa ein Jahr lang verwendet werden kann. Je nach Anlage haben die Lampen eine unterschiedlich hohe Leistung. Erhältlich sind deshalb UV-C-Lampen mit 9 Watt Leistung genauso wie Lampen mit 11 Watt oder 18 und sogar 55 Watt, wobei diese meist in Anlagen für Teiche verwendet werden. Neben der Reinigung der Glasröhre und dem Auswechseln der Lampe, sollten Sie den UV-C-Wasserklärer zweimal im Jahr auf poröse Stellen untersuchen, wenn dieser aus Kunststoff besteht. Poröse Stellen treten zwangsläufig durch die UV-Bestrahlung auf, da kein Kunststoff eine dauerhafte Beständigkeit gegen UV-Strahlen besitzt.

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