Ratgeber Tennisschuhe: So haben Sie den richtigen Auftritt!

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Ratgeber Tennisschuhe: Mit diesen Sohlen haben Sie in der Halle den richtigen Auftritt!

Tennis ist ein beliebter Freizeit- und Profisport, der ein breites Publikum hat. Seit 1988 ist Tennis nicht nur wieder olympische Disziplin, auch die anderen nationalen und internationalen Wettbewerbe und Turniere erfreuen sich großer Zuschauer-Begeisterung. Sowohl im TV als auch live.

Die Sportart selbst kennt eine ganze Reihe an verschiedenen Ausrüstungsgegenständen. Neben Schlägern und Bällen gibt es viele weiter notwendige Dingen, die auf dem Platz gebraucht werden. Auch hat sich beim Tennis mit der Zeit eine spezifische Form der Sportbekleidung entwickelt. Sie ist optimal auf die Bedingungen des Spiels angepasst. Dieser Ratgeber möchte einen Teil dieser Tennisbekleidung näher beleuchten – den Tennisschuh.

Qualitativ hochwertige Tennisschuhe sind sehr wichtig auf dem Platz. Tennisspieler legen während eines Spiels viele Kilometer zurück, die Schuhe müssen hohe Belastungen aushalten und sehr hohen Ansprüchen genügen. Sollten Sie also noch wenig Erfahrung im Tennisbereich besitzen oder sogar ganz am Anfang stehen, kann Ihnen dieser Ratgeber weiterhelfen. Er wird Ihnen sowohl etwas über den Sport selbst verraten als auch praktische Hinweise und Tipps zum richtigen Schuhwerk geben.

Ein kurzer Blick zurück

Schaut man einmal zurück in die Vergangenheit des Sports, so erkennt man, das Tennis in der frühesten Zeit eine Sportart für viele Bevölkerungsschichten war. Seinen Ursprung hat das Spiel in Frankreich. Seinen Vorläufer nannte man Jeu de Paume, was soviel wie „Spiel mit der Handinnenseite" bedeutet. Zuerst wurde dieses in Klosterhöfen und Ballspielhäusern gespielt. Aus einem recheckigen Feld heraus schlug man die Bälle gegen eine Wand.

Im 16. Jahrhundert wurde der Sport immer populärer und auch kommerzieller. In Paris beispielsweise wurden in dieser Zeit zahlreiche Tennisanlagen eröffnet. Deren Besitzer verliehen und verkauften das für das Spiel notwendige Equipment und vermieteten weiterhin die Spielflächen. Besonders interessant: diese Anlagen wurden von den verschiedensten Bevölkerungsschichten als Freizeitmöglichkeit genutzt. In seiner Ursprungsphase ist Tennis also alles andere als eine elitäre Sportart.

Schnell kommen Schläger zum Spielen hinzu. Verliert das Spiel in Frankreich durch die folgenden Jahrhunderte hindurch mehr und mehr an Bedeutung, so hält es sich in England um so besser. Dort wird es besonders zu einem Sport des Landadels. Hier werden auch im 18. und 19. Jahrhundert einige wichtige Regeln festgelegt, die das Tennisspiel noch bis heute ausmachen. Die ersten Netze werden gespannt (anstatt über Mauern oder gar Dächer zu spielen), es gibt ein Punktesystem und man spielt ab jetzt mit Hohlgummibällen. Von England aus verbreitet sich Tennis dann in der ganzen Welt. Zuerst sind es die englischen Kolonien, die USA und das europäische Festland. Ein wesentlicher Grund seiner Verbreitung: Von Anfang an durften Frauen den neuen Sport ebenfalls ausüben. Sogar gemischte Doppel waren gesellschaftlich anerkannt.

Erste Turniere entstanden, Wimbledon beispielsweise, Dachverbände wurden gegründet, kurz: im 20. Jahrhundert professionalisierte sich der Sport zusehends. Das betraf natürlich nicht nur die Wettbewerbe auf der Spitzensportlerebene. Als Amateursport wurde Tennis auch immer beliebter. Die traditionellen Markenhersteller von Tennisbedarf antworteten mit immer differenzierteren Produkten auf diese Entwicklung. Sie nutzen heutzutage die Früchte der Wissenschaften: hoch funktionale Bekleidung aus Kunstfasern mit atmungsaktiven Eigenschaften, extrem leichte Schläger aus kohlestofffaserverstärkten Kunststoffen usw. Auch vor dem Schuhwerk haben diese Entwicklungen nicht halt gemacht.

Tennisschuhe: Stabilität und Dämpfung

Die Sportart stellt nicht nur hohe Ansprüche an das sportliche Vermögen des Spielers, sondern auch an die entsprechenden Schuhe. Das Tennisspiel bringt es mit sich, dass man sich permanent in viele verschiedene Richtungen bewegt. Das abrupte Stoppen und der direkte Richtungswechsel stellen den Schuh auf eine harte Probe. Wie bei anderen Sportarten ist der Fuß dadurch nicht selten in Gefahr, umzuknicken. Die erste Eigenschaft, die der Tennisschuh daher mitbringen muss, ist Stabilität. Diese wird bei allen modernen Modellen durch die Verstärkung des Mittelfußbereichs erreicht.

Fachleute sprechen auch davon, dass der Schuh so wenig Torsion wie möglich aufweisen soll. Einfach gesagt: Das Material soll sich nicht so schnell verdrehen bzw. seine starre Form verlieren. Um noch mehr Stabilität des Fußes zu erreichen, muss der gesamte Schuh mit einem stabilen Außenskelett umfasst sein. Achten Sie beim Anprobieren darauf, dass Ihre Ferse fest vom Schuh umfasst ist.

Da Tennis vor allen Dingen auch ein Laufsport ist, bei dem die Gelenke der Füße, der Beine und der Wirbelsäule stark beansprucht werden, müssen Tennisschuhe über eine leistungsstarke Dämpfung verfügen. Bereits kostengünstige Schuhe ab 50 Euro aufwärts besitzen ausreichend dämpfende Eigenschaften. Allerdings sollten Sie auf diese Modelle nur dann zurückgreifen, wenn Sie selten oder nur gelegentlich spielen. Wenn Sie öfter unter hohen Belastungen spielen, sprich: Tennis regelmäßig betreiben, sollten Sie jedoch zu etwas höherwertigen Schuhen greifen. Besonderen Wert sollten Sie bei der Dämpfung des Schuhs in besonders beanspruchten Bereichen legen. Hier ist die Rede besonders vom Fersen- und Vorderfußbereich.

Was bei der Außensohle zu beachten ist

Tennis wird grundsätzlich nicht nur in der Halle, sondern auch im Freien und somit auf unterschiedlichen Belägen gespielt. Das bedeutet, dass Tennisschuhe – je nach Belag – unterschiedliche Außensohlen besitzen können. Tennis spielt man entweder auf Sand bzw. Asche, auf Teppich, Granulat, Beton, auf Kunststoffboden oder Gras. Da für das Tennisspiel Standfestigkeit und Beinarbeit sehr wichtig sind, spielt die Sohle als direkte Kontaktfläche zum Boden eine wesentliche Rolle.

  • Für Asche, Sand und Granulat werden Schuhe mit je nach Modell und Hersteller unterschiedlichen Sohlen angeboten. Die Sohlen verfügen alle über einen speziell auf den Belag angepassten Grip (Griffigkeit), der ein Aus- bzw. Wegrutschen verhindert. Das spezielle Profil erlaubt aber darüber hinaus auch ein kontrolliertes Gleiten. Der Spieler kann so noch in, unter normalen Bedingungen, nicht mehr zu erreichende Bälle „hineinrutschen".
  • Auf Plätzen, die aus Beton- oder Kunststoffbelägen bestehen, kommen ebenfalls Schuhe zum Einsatz, die über ein ausgeprägtes Profil verfügen. Allerdings ist die Sohle nicht extrem profiliert bzw. strukturiert. Wäre das der Fall, könnte die Sohle nicht den gewünschten Kontakt zum Belag herstellen. Diese etwas glattere Sohle erlaubt es, auch auf einem solch „stumpfen" Beton- oder Kunststoff-Hartplatz kontrolliert zu rutschen. Hierbei ist jedoch weit mehr Vorsicht geboten. Die Gefahr, Gelenke und Bänder zu verletzten, ist sehr groß.
  • In einigen Tennishallen wird heutzutage auf Velourteppichböden gespielt. Dieser Velourbelag zeichnet sich besonders dadurch aus, dass er sehr stumpf ist. Hier sollte man ausschließlich mit profillosen Schuhen spielen. Sehr stark profilierte Sohlen laufen Gefahr, sich in den verdrillten Fasern des Teppichbodens zu verhaken. Dies kann im schlimmsten Fall zum Umknicken des Fußgelenks und/oder zu Verstauchungen führen. Die glatte Sohle eines Teppich-Tennisschuhs ist daher die weitaus sicherere Variante.
  • Der Grasplatz ist hinsichtlich seiner spezifischen Eigenschaften eine Mischung aus Hart- und Sandplatz. Grasplätze sind auf der einen Seite zwar sehr hart, es lässt sich aber auch sehr gut auf ihnen rutschen. Für Grasplätze sind daher eher Sohlen mit einem mittleren Profil zu empfehlen.
  • Viele Sohlen bei Tennisschuhen verfügen am Außenrand über eine spezielle Verstärkung. Außerdem sind sie dort etwas nach oben gezogen, um den starken Belastungen während des Spiels besser begegnen zu können. Wenn Sie häufiger auf Hartplätzen spielen, sollten Sie noch vor dem Kauf der Schuhe darauf achten, dass die Sohle keinen Farbabrieb erzeugt (non marking sole).

Gewicht und Material von Tennisschuhen

Wie Sie sich bereits denken können, sollte der ideale Tennisschuh nicht sehr viel wiegen. Hierbei beschreiten die Hersteller immer wieder einen schmalen Grat. Der Anspruch der größtmöglichen Leichtigkeit kollidiert dabei immer wieder mit der Forderung nach einem Höchstmaß an Stabilität des Schuhs. Denn – wie bereits erwähnt – muss die Stabilität auch bei extrem harten Stopps und Querbelastungen noch gewährleistet sein. Daher sind Tennisschuhe im Vergleich zu Joggingschuhen zumeist schwerer.

Tennisschuhe werden in aller Regel aus Kunstleder und/oder anderen synthetischen Stoffen (beispielsweise Mesh-Fasern) gefertigt. Diese Materialien sind sehr leicht und können auch über eine längere Zeit für ein gutes Klima innerhalb des Schuhs sorgen (Atmungsaktivität). Echtlederschuhe sind nur noch selten auf den Tennisplätzen dieser Republik anzutreffen. Zwar besitzt Leder den Vorteil, flexibel und bequem zu sein, es ist aber auch schwerer als andere Materialien. Feuchtigkeit kann dabei weniger leicht aus dem Schuhinneren nach außen gelangen. Somit stellt das Material immer auch einen Kompromiss zwischen Leichtigkeit, Stabilität und Atmungsaktivität dar.

Die richtige Pflege für Tennisschuhe

Als Erstes ist bei der Pflege der Tennisschuhe zu beachten, dass diese nach dem Gebrauch immer gut gelüftet werden. Bei extremer Nässe lohnt es sich, die Schuhe mit Zeitungspapier auszustopfen, das schnell Feuchtigkeit aufsaugen kann. Zum Waschen von Tennisschuhen bieten sich ein Schwamm, Wasser und ein schonendes Reinigungsmittel an, das man nur sehr sparsam einsetzen sollte. Säubern Sie auch eventuell vorhandene Einlegesohlen separat. Lassen Sie die Waschmaschine am besten links liegen und bleiben Sie bei einer Handreinigung. Die Lebensdauer Ihrer Schuhe wird davon profitieren.

Fazit: Tennisschuhe müssen verschiedenen Ansprüchen genügen

Die Schuhe sind je nach Platz und Belag auswählen. Zwei Paar Schuhe sind aber generell sinnvoll - ein Paar für den Außenplatz in der warmen Jahreszeit, ein weiteres Paar für die Hallensaison im Winter. Fragen Sie in jedem Fall einen Fachmann. Sollten Sie sich nun auf die Suche nach neuen Tennisschuhen machen wollen, kann es nützlich sein, sich auch an Herstellern zu orientieren. Die bekanntesten Hersteller von Tennisschuhen sind unter anderem K-Swiss, Wilson, Babolat, Adidas oder Head.

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