Ratgeber: Stoßdämpfer, Federn, Federbeinlager und Domlager

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Wie man Stoßdämpfer, Federn, Federbeinlager und Domlager findet

Was für Bastler eine Herausforderung darstellt, ist für die meisten anderen Autofahrer ein großes Ärgernis: die Suche nach passenden Ersatzteilen. Es ist für Fahrer, die auf ihren Wagen angewiesen sind, schon schlimm genug, dass die Autoteile überhaupt defekt sind. Daher muss meist recht schnell ein neues Ersatzteil her. Der Gang führt den Autofahrer nun oft zum nächstgelegenen Händler. Wer jedoch nicht blind dem nächstbesten Mechaniker vertrauen möchte, kann sich auch selbst darum kümmern, die richtigen Dämpfer für sein Auto zu besorgen.

Erst informieren, dann kaufen: einige Fakten über gängige Stoßdämpfer

Stoßdämpfer fangen nicht, wie man wegen ihres Namens vermuten könnte, Stöße durch Fahrbahnunebenheiten ab. Ihr Einsatzgebiet liegt in der Dämpfung von Schwingungen, die durch die Bewegung der Autoteile entsteht. Die Schwingungsenergie wird in Wärmeenergie umgewandelt, damit die Schwingungen rascher abklingen. Funktionierende Stoßdämpfer sind für das Beherrschen eines Fahrzeugs von großer Wichtigkeit. Ohne diese würden die Reifen in Kurven bei starker Beschleunigung oder heftigem Bremsen anfangen zu rutschen oder zu hüpfen. Der Stoßdämpfer hält sie auf der Straße und der Wagen bleibt steuerbar. Haben Sie verschlissene oder stark beschädigte Stoßdämpfer in Ihrem Auto, verlängert sich nicht nur der Bremsweg deutlich. Die Gefahr, dass Sie den Kontakt zur Straße verlieren und sich überschlagen, ist größer. Aus diesem Grund sollten Sie defekte Stoßdämpfer möglichst zeitnah durch neue ersetzten.

In den meisten Pkws werden Hydraulische Stoßdämpfer verbaut. Das Bauprinzip ist recht einfach: eine Kolbenstange wird bei Bewegung in einen mit Öl gefüllten Zylinder gedrückt. Die durch den Widerstand der Flüssigkeit entstehenden Druckdifferenzen erzeugen Wärme, die an die Außenluft abgegeben wird. Da Öl kaum zusammengedrückt werden kann, muss ein Ausgleichsvolumen vorhanden sein. Dies ist bei einem Einrohrdämpfer ein Luftgemischpolster. Bei Zweirohrdämpfern befindet sich eine zusätzliche Hülle um den Zylinder herum, in welche das Öl bei der Kompression ausweichen kann. Eine Weiterentwicklung sind die sogenannten Luftfederdämpfer. Sowohl Dämpfung als auch eine gewisse Federung werden durch den Einsatz von Luft erreicht.

Wenn Sie einen Oldtimer besitzen, müssen Sie eventuell nach einem zu früheren Zeiten verbauten Reibungsdämpfer suchen. Statt mit Druck wird bei diesem Prinzip mit Reibung gearbeitet, die durch den Einsatz von Reibebelegen entsteht.

Wie Sie merken, ob der Stoßdämpfer ausgewechselt werden muss

Sie sind sich nicht sicher, ob Ihre Stoßdämpfer tatsächlich ausgewechselt werden müssen? Folgende Anzeichen weisen darauf hin, dass die Wirkung der Stoßdämpfer nachlässt:

  • Ihr Fahrzeug schwingt bei Unebenheiten und auch, wenn Sie es per Hand bewegen, eine längere Zeit lang nach.
  • Das Fahrverhalten ändert sich: Die Lenkung beginnt zu flattern, die Reifen zu springen und das Kurvenfahren wird immer mehr zu einem Driften.
  • Ihr Wagen reagiert besonders empfindlich auf Seitenwind.
  • Sie hören deutliche polternde Geräusche, wenn Sie langsam über eine unebenere Straße fahren.

Sollten einige dieser Punkte zutreffen, Sie sich aber immer noch nicht sicher sein, wenden Sie sich unbedingt an einen Mechaniker. Stoßdämpfer sind ein wichtiges Element für das sichere Fahren und sollten daher unbedingt voll funktionsfähig sein.

Nützliche Informationen zur Federung Ihres Wagens

Die Federung Ihres Wagens sorgt dafür, dass dieser auch bei Fahrunebenheiten auf der Straße bleibt und sich nicht allzu sehr auf und ab bewegt. Das dient sowohl dem Komfort der Insassen als auch der Sicherheit. Denn ohne Federung könnten Unebenheiten den Wagen vor allem bei hohen Geschwindigkeiten in die Luft schleudern. Und sobald die Reifen den Bodenkontakt verloren haben, können Sie das Auto nicht mehr kontrollieren. Die Federung fängt nur die Stöße ab, die den Wagen einwirken, nicht aber die Schwingung, in welche dieser dadurch versetzt wird. Das ist die Aufgabe des Stoßdämpfers.

Was ist der Federweg und was bedeutet gefederte oder ungefederte Masse?

Der Federweg ist die Strecke, welche die Federung zwischen einer unbelasteten und einer vollbelasteten Radlast zurücklegt. Ein sehr großer Federweg ist für besonders unebene Böden geeignet, weshalb Geländewagen meist dementsprechend gebaut sind. Dadurch liegt allerdings auch der Schwerpunkt des Autos weiter oben. Deshalb wird bei sportlichen Fahrzeugen und Rennwegen auf einen weiten Federweg so viel wie möglich verzichtet.

Im Zusammenhang mit Federn wird auch von gefederter und ungefederter Masse gesprochen. Erstere ist der Aufbau des Fahrzeugs – dieser muss gefedert werden. Die ungefederten Massen dienen den Federn als Stütze, von der aus sie die Bewegungen abfangen können. Zu ihnen zählen die Räder, Achsen, Radlagerungen und auch Teile der Aufhängung. Die genaue Zusammensetzung der ungefederten Masse unterscheidet sich je nach Bautyp des Autos.

Stahlfedern, Schraubenfedern, Luftfedern

In den meisten Autos ist der Einsatz von gewundenen Schraubenfedern, sogenannten Torsionsfedern, gebräuchlich. Je kürzer der Federweg eines Fahrzeugs ist, desto steifer müssen die Federn sein, um eine optimale Einwirkung auf das Fahrverhalten zu haben. Eine neuere Entwicklung, die lange Zeit fast ausschließlich bei Lkws eingesetzt wurde, ist die Luftfeder. Bei diesem System wird keine Feder aus Stahl benötigt. Die Federwirkung entsteht durch das Verdichten von Luft. Die Luftfederung ermöglicht eine noch ruhigere und angenehmere Fahrweise.

Einen weiteren Ersatz für die gebräuchlichen Stahlfedern bildet auch die Hydropneumatik. Da der Autohersteller Citroën diese Federung entwickelt hat, ist sie größtenteils bei Autos dieser Marke verbaut. Grundsätzlich gilt, dass Sie erst nachsehen sollten, welche Federung Ihr Wagen benötigt, bevor Sie eine neue und dann möglicherweise nicht passende besorgen.

Wenn Federn nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren, verändert sich oft die Länge gegenüber der der funktionstüchtigen Federn. Dadurch wird das Auto aus der Balance gebracht und das Fahrverhalten deutlich verschlechtert. Ausgeleierte Federn können Sie oft schon an einer spürbar schlechten Stoßdämpfung auf holprigen Straßen erkennen.

Was Sie über Federbeinlager wissen sollten

Durch das Federbein werden Stoßdämpfer und Federung miteinander verbunden. Der Stoßdämpfer ist dabei in der Mitte der Stahlfedern angeordnet. Diese werden von Federtellern komprimiert, die wiederum auf dem Zylinder des Stoßdämpfers angebracht sind. Nach seinem Erfinder wird diese Konstruktion auch McPherson-Federbein genannt. 

Ein Federbein ohne Federn wird Dämpferbein genannt, ist allerdings nicht so häufig verbaut wie das Federbein. Das Dämpferbein ist fest mit dem Radträger verbunden und kann daher nur Längskräfte aufnehmen und dämpfen. Es wird vor allem dann eingesetzt, wenn für ein Federbein nicht genügend Platz vorhanden ist, was vor allem in der Klein- und Kompaktwagenklasse vorkommen kann.

Das Domlager, eine andere Bezeichnung für das Federbeinlager, ist ein Teil der Federung. Es befindet sich am Federbein oberhalb der Feder und verbindet dieses mit der Karosserie des Wagens. Als Karosserie werden alle beweglichen Bauteile eines Autos bezeichnet. Diese werden an einem Rahmen angebracht oder als selbsttragende Karosserie-Form verbaut, die einen Rahmen überflüssig macht. Eine selbsttragende Karosserie macht den Einbau eines Federbeindoms notwendig. Der Dom ist ein Teil dieser Karosserie und bildet das Lager für die Feder- oder Dämpferbeine. Die statischen Kräfte, die auf ihn einwirken, werden über das Gewicht der Karosserie aufgenommen und verteilt. Der Federbeindom kann außerdem noch als Drehpunkt für die Lenkung des Wagens dienen.

Aufbau und Aufgabe des Federbeinlagers

Das Federbeinlager ermöglicht eine Drehung und Winkelung des Federbeins im Domlager. Zudem kann es in geringem Ausmaß auch über eine Dämpffunktion verfügen. Die meisten Domlager bestehen aus einer Metall-Gummi-Mischung, die sowohl fest als auch verformbar ist. Über ein Kugellager wird das Federbein im Lager fest verschraubt. Das Kugellager erlaubt dem Federbein eine gewisse Drehung. Da dies aber nur auf der Vorderachse notwendig ist, wird auf der Hinterachse für gewöhnlich ein Domlager ohne Kugellager montiert. Diese Form kann auch Stützlager genannt werden.

Domlager, die ausschließlich aus Metall bestehen, werden eigentlich nur im Motorsport eingesetzt. Ein Kugelgelenk, das die notwendigen Winkelveränderungen gewährleistet, ermöglicht eine äußerst präzise Lenkung. Ein Nachteil ist die deutlich schlechtere Schwingungsdämpfung dieser Bauweise.

Woran erkennt man defekte Domlager?

Defekte Domlager erkennt man weniger am Fahrverhalten, sondern an einem knackenden Geräusch, das Sie beispielsweise beim Einsteigen in Ihren Wagen hören können. Sollte das Federbein Spiel haben, ist das Domlager unbrauchbar geworden und sollte rasch erneuert werden. Wie alle beweglichen Bauteile nutzen auch Federbeinlager mit der Zeit ab und müssen ersetzt werden.

Über Domstreben, auch Federbeinbrücken genannt, können die beiden vorderen und die beiden hinteren Federbeindome miteinander verbunden werden. Dadurch können diese sich nicht in verschiedenen Winkeln gegeneinanderstellen. Das Fahrwerk kann sich dadurch nicht so leicht verziehen, was sich unmittelbar auf ein stabileres und spurgetreueres Fahrverhalten auswirkt. Domstreben werden beinahe immer erst nachträglich eingebaut und sind bei neu hergestellten Wagen noch nicht vorhanden. Der Einsatz von Federbeinbrücken kann sich dann lohnen, wenn das Fahrwerk größeren Belastungen ausgesetzt wird und dabei stabil und steif bleiben soll. Domstreben sind nicht nur relativ günstig zu kaufen, sie sind zudem in Deutschland und Österreich eintragungsfrei. Das erspart Ihnen bürokratische Mühseligkeiten bei einem geplanten Einbau.

Fazit

Wenn Sie nach einem passenden Ersatzteil suchen, sollten Sie zuerst herausfinden, welche Stoßdämpfer, Federn und Domlager Ihr Wagen überhaupt verbaut hat. Nichts ist ärgerlicher, als ein Teil zu kaufen, das letztendlich nicht passt. Das Erstehen von Original-Teilen ist diesbezüglich die einfachste Variante, kostet aber am meisten Geld. Zudem sind viele Nachbauteile nicht von schlechterer Qualität, obwohl der Preis deutlich geringer ist. Durch die sehr großflächige Normung von Fahrzeugteilen sollte die Suche kein allzu großes Problem darstellen. Prinzipiell gilt: Je mehr Sie über das gesuchte Bauteil wissen, desto rascher und einfacher werden Sie es auch finden.

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