Ratgeber: Spätrömische Münzen

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Ratgeber: Spätrömische Münzen

Antike Münzen des alten Römischen Reiches

Münzen haben in der heutigen Zeit ziemlich ihren Nutzen als Zahlungsmittel eingebüßt, waren sie doch Jahrtausende lang ein wichtiges Handelsgut. Allerdings werden mittlerweile die meisten Geschäfte mit Papiergeld oder sogar bargeldlos getätigt, und auch wenn jeder noch Münzen mit sich herumträgt, sind sie doch nicht mehr das, was sie einst waren: Hauptzahlungsmittel und wichtigste Recheneinheit von riesigen Reichen. Dafür haben jedoch vor allem alte Münzen ein neues Feld eröffnet: Numismatiker suchen aus verschiedensten Epochen Münzen, um ihre Sammlung zu vergrößern oder um die Geschichte zu wahren. Doch auch als Wertanlage kommen gerade Goldmünzen immer mehr in Mode, da sie erstens weltweit eingetauscht werden können und zweitens ihren Wert nicht verlieren, sondern im Gegenteil sogar im Wert steigen. Falls Sie auch in eine sichere Wertanlage investieren möchten haben Sie die Möglichkeit bei eBay viele verschiedene Variationen von Goldmünzen zu kaufen. Eine sehr beliebte Epoche bei Münzsammlern ist das spätrömische Reich und dessen Währungen. Sie sollten sich informieren, welche Münzen typisch für diese Zeit sind und worauf Sie achten sollten, wenn Sie eine neue Sammlung starten möchten. Außerdem sollten Sie wissen, welche Eigenschaften eine spätrömische Münze hat.

Die Vorgänger der spätrömischen Münzen

Schon lange bevor Rom überhaupt gegründet wurde, wurden die ersten Münzen hergestellt. Man datierte die ältesten, bisher gefundenen Münzen auf einen Zeitraum von etwa 2000 vor Christus. Diese bronzene Währung wurde im Mittelmeerraum produziert und zeigt Haustiere von vermutlich hoch gestellten Persönlichkeiten. Im europäischen Raum wurden Münzen als Zahlungsmittel allerdings erst 1500 Jahre später wirklich genutzt, gerade durch die Entwicklung im antiken Griechenland. Zunächst gab es dort lediglich regionale Münzen, die von großen Städten wie Athen oder Karthago geprägt wurden und sich in Größe und Gewicht sowie Reinheitsgrad des verwendeten Materials unterschieden. Doch schon bald konnte sich die Drachme als griechische Münze durchsetzen und wurde auch über die Grenzen des Landes hinaus bekannt und als Zahlungsmittel sehr beliebt. Nachdem das Römische Reich Griechenland annektierte und es zur Provinz des Reiches deklariert hatte, übernahmen die Römer einfach die wichtigsten Münzen von dort. Der Stater wird als wichtigste Münze des antiken Griechenlands angesehen und wurde einfach eins zu eins von den Römern kopiert und geprägt. Wenn Sie sich für diese Zeit interessieren und gerne diese Münzen erwerben möchten, dann können Sie das bei eBay machen.

Die ersten Münzen Roms

Auf diese Weise kam das Münzwesen auch nach Rom und schon bald wurden auch eigene Zahlungsmittel hergestellt. So entstand zum Beispiel der Aes, der zunächst in reiner Barrenform vorhanden war. Das bot auf der einen Seite viel Platz für große und ausgeprägte Verzierungen dieser Zahlungsform, allerdings waren die ersten Aes auch sehr sperrig und damit unpraktisch. Deshalb kamen schon bald aus Bronze und Kupfer bestehende Kleinmünzen heraus, die sich bis in die spätrömische Zeit halten konnten. Eine weitere wichtige römische Münze, die bereits relativ früh entstanden ist und sich sowohl die komplette Antike, als auch bis in das Mittelalter und die Neuzeit halten konnte, ist der silberne Denar, der als die wichtigste Silbermünze des Römischen Reiches gilt. Viele der folgenden Münzen bauten auf ihm auf und waren entweder als Teil oder als Vielfaches von ihm entwickelt worden. Wenn Sie sich nicht nur für die spätrömische Zeit interessieren, sondern eine Sammlung beginnen möchten, die zum Beispiel die komplette römische Zeit umfasst, dann können Sie an den verschiedenen Denaren der Zeitepochen gut erkennen, wie die damalige wirtschaftliche Lage war: Je mehr Silberanteil vorhanden ist, desto besser ging es den Münzprägeanstalten und damit auch den Herrschern, was sich wiederum positiv auf das Volk auswirkte. Wurde jedoch mehr Kupfer mit hinzu gemischt, dann waren die Zeiten härter und das Geld saß nicht so locker.

Die Münzen des spätrömischen Reiches

Betrachtet man das Münzwesen der Antike und besonders das des spätrömischen Reiches, dann sollte man drei Kategorien der Münzen betrachten: Goldmünzen, Silbermünzen und Kleinmünzen aus Bronze, Kupfer oder Messing. Die erste Goldmünze, die man dabei betrachten sollte, ist die Semissis, deren Name ungefähr „Halbstück“ bedeutet. Zunächst bezog sich der Name noch auf eine alte, römische Goldmünze, genannt Aureus. Allerdings änderte sich das in den nächsten Jahrzehnten, denn eine andere Goldmünze, der Solidus, übernahm den Platz des Aureus und wurde zur bedeutsamsten Goldmünze der spätrömischen Zeit. Wichtigste Merkmale der Semissis sind die verschiedenen Büsten der Kaiser, die normalerweise auf der Vorderseite zu sehen waren, sowie eine Abbildung von Victoria, die in der römischen Mythologie die Gottheit des Sieges darstellt.

Der spätrömische Solidus

Dann kam jedoch der Solidus, die wichtigste Goldmünze der römischen Spätantike. Er wurde von Kaiser Konstantin dem Großen eingeführt und sollte einen großen Einfluss auf die folgenden Jahrhunderte sowie auch auf die heutige Zeit haben. So wurde zum Beispiel im Mittelalter der Schilling erschaffen, der gerade in den deutschsprachigen Regionen Europas sehr beliebt war. Dieser wird in offiziellen Dokumenten oft mit seinem lateinischen Namen „Solidus“ erwähnt. Doch auch in der heutigen deutschen Sprache finden sich noch Rückschlüsse auf die Bedeutung des Solidus. So lassen sich die Wörter „Sold“ und „Soldat“ zum Beispiel auf ihn zurückführen. Bis in die ersten Jahrhunderte des Mittelalters hinein konnte sich der Solidus halten, verlor jedoch mit der Zeit immer mehr an Wert, da sein Feingehalt immer wieder herabgesetzt wurde, bis er schließlich als Münze komplett verschwunden war.

Der Tremissis als spätrömische Goldmünze

Die dritte wichtige spätrömische Goldmünze ist der Tremissis, der genau ein Drittel des Solidus wert war und bald nach seiner Entwicklung in sehr großen Mengen ausgegeben wurde. Bis zum Zusammenbruch des weströmischen Reiches war er eine beliebte Münze und hatte oftmals Porträts der aktuellen Herrscher eingeprägt. Möchten Sie sich als Sammler auf die verschiedenen Tremissis konzentrieren, dann sollte erwähnt werden, dass die Münze auch nach dem Zusammenbruch von West-Rom in der späteren Zeit von einigen germanischen Stämmen übernommen wurde. Während des Mittelalters waren das zum Beispiel die Angelsachsen oder die Westgoten, die nach dem römischen Vorbild ihre eigenen Tremissis prägten.

Silbermünzen zur Zeit der römischen Spätantike

Die wichtigste Silbermünze im spätrömischen Reich war auch weiterhin dieselbe, wie schon Jahrhunderte zuvor: Der Denar konnte sich trotz wirtschaftlicher Probleme sehr lange halten und wurde oft geprägt. Allerdings konnte sich bereits zur Spätantike ein klarer Werteverfall erkennen lassen. War der Denar zu seiner Glanzzeit aus heutiger Sicht etwa 25 Euro wert, so fiel er im dritten Jahrhundert bereits auf wenige Euro und tendierte in den Folgejahren langsam in Richtung Wertlosigkeit. Er wurde immer mehr mit Kupfer versetzt und hatte gegen Ende seiner Laufbahn einen verschwindend geringen Silberanteil. Dafür kam zu dieser Zeit eine neue Silbermünze auf, die den Platz des Denars einnahm: Der Antoninian – nach Forschungsergebnissen auch als „Bicharactus“ bezeichnet – konnte sich sehr schnell zur am meisten geprägten Münze seiner Zeit mausern und wurde erst durch die Münzreform des Diokletians abgesetzt. Obwohl er eine festgelegte Wertigkeit von zwei Denaren hatte, zeigen Untersuchungen der alten Münzen, dass er wohl von Anfang an lediglich einen Materialwert von eineinhalb Denar hatte.

Argenteus und Siliqua im spätrömischen Reich

Auch andere Silbermünzen konnten sich zumindest eine Zeit lang auf dem Markt des spätrömischen Reiches etablieren, wie der Argenteus, dessen Name in etwa „Silberling“ bedeutet und der als Hommage an den Denar entwickelt worden war. Jedoch wurde er bereits einige Jahrzehnte nach seiner Entwicklung erneut ersetzt, denn Kaiser Konstantin II. hatte eine weitere Silbermünze in Auftrag gegeben, deren Name jedoch nicht überliefert worden ist. Die Münze findet man unter dem Namen Siliqua, was sich auf die Frucht des Johannesbrotbaumes bezieht, die ziemlich genau dasselbe Gewicht wie diese kleine Silbermünze hat. Allerdings werden auch oft andere kleine Silbermünzen mit einem Gewicht von zwei bis drei Gramm so bezeichnet. Ebenfalls unter Kaiser Konstantin II. eingeführt wurde der Miliarense, bei dem es sich um eine große Silbermünze handelte, die mit einem Gewicht von 4,55 Gramm zunächst viel wert war. Allerdings wurde ihr Gewicht rasch herab gesetzt, wodurch sie bereits relativ schnell nach ihrer Entwicklung und ersten Ausgabe wieder verschwand.

Bronzemünzen der spätrömischen Zeit

Natürlich gab es auch viele Kleinmünzen, also Münzen mit eher geringem Wert, während der spätrömischen Antike, die fast nur noch aus Bronze hergestellt wurden. Diese hielten sich jedoch selten über mehrere Jahrhunderte hinweg und wurden oft durch andere, sehr ähnliche Münzen ersetzt. Ein Beispiel wäre der Follis, der ungefähr ein halbes Jahrhundert lang geprägt wurde, dann jedoch durch eine Münzreform verschwand. Die bronzene Münze ist bei Numismatikern sehr beliebt, da sie mit einer dünnen Schicht Silber bezogen wurde und sich dadurch von den üblichen Kleinmünzen abheben kann. Ersetzt wurde sie durch die große Bronzemünze Maiorina, die jedoch ebenfalls lediglich ein halbes Jahrhundert lang geprägt wurde. Sie hatte einen geringen Silberanteil, doch wurde dieser kurz vor ihrem Verschwinden erst reduziert und verschwand letztendlich komplett. Eine gerade bei Sammlern stark gefragte Kleinmünze dieser Zeit ist der Quincunx, der nur in sehr geringer Auflage geprägt wurde und trotz seines damals geringen Wertes heutzutage hohe Preise erzielt.

Hilfreiche Tipps beim Münzkauf

Gerade bei größeren Investitionen in Münzen – sei es als Wertanlage oder als Beginn einer Münzsammlung – ist es immer sinnvoll, wenn Sie sich zunächst über die potentiellen Kaufobjekte informieren. So gibt es beim Fachmann oder im Internet Preislisten, die man sich ansehen kann. Dann wissen Sie in etwa, was Sie ausgeben sollten und können vielleicht ein gutes Geschäft machen. Außerdem sollten Sie sich mit der international anerkannten Skala der Erhaltungsgrade vertraut machen, die jeder Verkäufer nutzt, um den Zustand der Münzen zu beschreiben. Allerdings gilt es darauf zu achten, dass manche Verkäufer bewusst versuchen, die Münzen zu manipulieren oder nicht alle Angaben korrekt machen. So werden alte Münzen zum Beispiel poliert oder restauriert, was jedoch eine Wertminderung darstellt. Außerdem werden oft zum Beispiel Löcher gestopft, denn viele alte Münzen wurden einst als Amulett und Kette getragen. Achten Sie darauf, dass in der Beschreibung der Münze solche Mängel korrekt angegeben werden. Außerdem gibt es den sogenannten Katzenglanz, der durch Politur einer Münze entsteht und der sich stark vom Prägeglanz unterscheidet. Das mag für Laien zunächst schwer zu erkennen sein, doch es lässt sich mit der Zeit und durch das Vergleichen von Münzen herausfiltern.

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