Ratgeber: So wählen Sie die richtigen Reinigungsgeräte für Ihr Aquarium

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Ratgeber: So wählen Sie die richtigen Reinigungsgeräte für Ihr Aquarium

Die Grundlagen der Aquarienreinigung

Ein Aquarium ist kein eigenständig lebensfähiges Biotop. Vielmehr ist es eine künstliche, begrenzte Umgebung, in der zahlreiche natürliche Reinigungsaktivitäten nicht stattfinden. In einem Fluss trägt die Strömung Schadstoffe und Ausscheidungen weiter, in einem Aquarium sammeln sich diese Dinge im Laufe der Zeit an. Dementsprechend ist eine regelmäßige Reinigung eines Aquariums unumgänglich, um seine Bewohner gesund zu halten. Dabei gilt es, zwischen einer dauerhaften, internen Reinigung durch einen Filter und wiederkehrenden, externen Reinigungsmaßnahmen zu unterscheiden. 

Filter reinigen permanent das Wasser im Aquarium

Ein Filter reinigt Ihr Aquarium grundlegend auf zwei Arten: mechanisch, indem er Schwebstoffe und Schmutzpartikel auffängt, sowie biologisch, indem der Filter zahlreichen nützlichen Bakterien einen Lebensraum bietet. Diese reinigen das Wasser von Schadstoffen bzw. wandeln diese in für die Aquarienbewohner weniger gefährliche Stoffe um. Bei einem Filter ist es generell weniger wichtig, wie schnell er läuft, sondern wie viel Volumen er den biologischen Reinigungskräften bietet. Handelsübliche Filter werden in verschiedenen Größen angeboten, die sich nach dem Fassungsvermögen (Liter) des Aquariums richten. Filter enthalten eine Pumpe, die das Wasser durch sie hindurch bewegt, und verschiedene Filtermaterialien, welche die Reinigung übernehmen. Schaumstoffmatten und –patronen, Filterflies und zahlreiche biologische und künstliche Objekte bieten den nützlichen Bakterien eine gute Ansiedlungsfläche. Während das Wasser durch die Filtermaterialien fließt, können die Reinigungseigenschaften der Mikroorganismen ideal genutzt werden.
All diese Filtermaterialien müssen von Zeit zu Zeit bei zu großer Verschmutzung gereinigt und im Falle von Verschleiß ausgetauscht werden. Weiterhin gibt es Filtermaterialien, die besondere Aufgaben zur Reinigung übernehmen können, z.B. mittels chemischer Prozesse die Wasserwerte verändern oder Medikamentenrückstände binden.

Bei Aquarienfiltern gibt es grundlegend drei Typen zu unterscheiden:

Innenfilter

Die verhältnismäßig kleinen Innenfilter werden im Aquarium angebracht. Sie führen kein Wasser aus dem Aquarium heraus, weswegen das Risiko eines Auslaufens außerhalb des Beckens nicht besteht.

Außenfilter

Bei Außenfiltern wird das Wasser des Aquariums durch einen Schlauch in einen Filtertopf gesaugt, der sich außerhalb des Aquariums befindet. In diesem erfolgt die Reinigung, ehe das Wasser wieder zurück ins Aquarium gepumpt wird. Außenfilter besitzen üblicherweise ein größeres Volumen als Innenfilter für vergleichbar große Aquarien. Außerdem müssen sie zur Reinigung nicht aus dem Aquarium herausgeholt werden, was für die Aquarienbewohner deutlich weniger Stress bedeutet.

Hamburger Mattenfilter (HMF)

Der HMF ist ein Klassiker unter den Filtern und ist leicht und kostengünstig selbst zu bauen. Eine entsprechende Filtermatte aus Schaumstoff teilt einen Bereich des Aquariums ab. Dahinter wird eine Pumpe installiert, die das Aquarienwasser durch die Matte ansaugt, um es dort zu reinigen, und es anschließend wieder ins Becken zurückschickt. Richtig installiert ist der HMF ein Innenfilter mit hohem biologischen Wirkungsgrad und niedriger Wartungsintensität und wohl die einzige etablierte Filtermethode, die sich vom Aquaristen selbst konstruieren lässt.

Reinigung

Ein Filter allein kann das Aquarium nicht auf Dauer sauber halten. Im Wasser sammeln sich Schadstoffe, die nicht von den Bakterien bereinigt werden können. Auch Pflanzenteile sterben ab und werden bei ihrer Zersetzung zu einer Belastung des Beckens. Ebenso bilden sich Algen, die entfernt werden sollten. Ein gewisses Maß von Mulm, biologischen Zersetzungsprodukten, ist gut für ein Aquarium, da sich in ihm weitere nützliche Bakterien und Kleinstlebewesen ansiedeln und helfen, die Biologie des Aquariums zu stabilisieren. Ein „klinisch sauberes“ Aquarium ist deutlich weniger gesund für seine tierischen und pflanzlichen Bewohner als ein gut eingefahrenes Aquarium mit ein paar „Schmuddelecken“.
Trotzdem muss sich alles im Rahmen halten und eine gewisse Balance gewahrt bleiben. Alle Reinigungsgeräte und –hilfsmittel sollten von chemischen Reinigungsmitteln frei sein, da diese nie gut für das Aquarienwasser und seine Bewohner sind. Am besten legen Sie sich ein Putzset nur für das Aquarium zu. Dies gilt insbesondere für solche Hilfsmittel, die direkt oder indirekt mit dem Aquarienwasser in Kontakt kommen. So sollte die Gießkanne, mit der frisches Wasser für das Aquarium transportiert wird, nicht auch zum Gießen der Zimmerpflanze verwendet und schlimmstenfalls mit dem dafür vorgesehenen Dünger verschmutzt werden.

Regelmäßige Wasserwechsel sind nötig

Die wohl wichtigste, von außen eingreifende, wiederkehrende Reinigungsmaßnahme ist der regelmäßige Teilwasserwechsel des Aquariums. Die Meinungen über den idealen Abstand zwischen zwei Wasserwechseln variieren. Aber es gilt als unumgänglich, regelmäßig wöchentlich oder zumindest zweiwöchentlich, ein Viertel bis ein Drittel des Aquarienwassers durch frisches Wasser zu ersetzen. Sicherlich kann so ein Wasserwechsel auch einmal ausfallen oder verschoben werden, ohne dass dies sofort schädlich für die Aquarienbewohner ist. Ihrer Gesundheit zuträglich ist dies aber nicht.

Wasserwechsel leicht gemacht

Die gängigste Methode für einen Wasserwechsel ist es, mit Hilfe eines Schlauchs das Wasser des Aquariums in einen Eimer abzulassen. Dies erfolgt mittels eines Gefälles zwischen Becken und Eimer und läuft quasi von selbst. Es gibt drei Methoden dieses Gefälle herzustellen: Entweder saugen Sie das Wasser mit dem Mund durch den Schlauch an, Sie verwenden einen Schlauch mit Ansaughilfe oder Sie füllen den Schlauch mit Leitungswasser. Ein Schlauch mit Ansaughilfe hat eine integrierte Handpumpe, welche das Wasser ansaugt, die allerdings schnell durch größere eingesaugte Pflanzenreste verstopfen kann. Wenn Sie den Schlauch mit Wasser füllen, verschließen Sie beide Enden des vollen Schlauches mit den Daumen, halten ein Ende ins Aquarium und eines in den Eimer und nehmen beide Daumen fort.

Überschwemmungen vermeiden

Zum Absaugen des Wassers bietet sich ein sogenannter Mulmsauger an. Dies ist ein Schlauch, an dem eine größere „Glocke“ angebracht ist, mit der Sie über den Bodengrund fahren, um Mulm und Reste von Pflanzen oder Futter einzusaugen, ohne den Bodengrund in den Schlauch zu saugen. Der Durchmesser des Schlauchs definiert, wie schnell das Wasser in den Eimer fließt. Halten Sie stets den Schlauch fest, damit er sich nicht eigenständig bewegt (Überschwemmungsgefahr) und behalten Sie das Ende im Aquarium im Blick, um nicht aus Versehen kleinere Fische mit anzusaugen. Ein Daumen auf dem Schlauchende im Eimer kann den Wasserfluss bei Bedarf sofort stoppen und erleichtert es auch, mehrere Eimer am Stück zu füllen.
In der Praxis hat sich bewährt, vor dem Aquarium eine Anzahl Eimer zu positionieren, die das gewünschte Volumen des Wasserwechsels aufnehmen können. Wenn Sie also bei einem Wasserwechsel 30 Liter Wasser entnehmen möchten, stellen Sie drei 10-Liter-Eimer vor dem Becken bereit und müssen somit nicht immer wieder neu den Schlauch mit Wasser füllen, um das Gefälle zu überwinden.

So sparen Sie Zeit

Benutzen Sie einen Außenfilter, können Sie auch einen Schlauch mit einem entsprechenden Ventil besorgen und beim Ablassen bzw. Auffüllen an den entsprechenden Zu- bzw. Ablauf des Filters anschließen und die Filterpumpe die Arbeit machen lassen. Wenn Sie lange Schläuche verwenden, können Sie das abgesaugte Wasser direkt in den Abfluss leiten statt volle Eimer tragen zu müssen. Einige Aquarianer schließen als weitere Arbeitseinsparung den Schlauch zum Wiederauffüllen des Aquariums direkt an den Wasserhahn an. Zum Wiederauffüllen des Beckens mit entsprechend temperiertem Wasser verwenden Sie entweder handelsübliche Gießkannen aus Plastik oder die vorhandenen Eimer und den Schlauch, wobei der Eimer zum Auffüllen des Beckens natürlich höher stehen muss als dieses. Den Strahl des frischen Wassers richten Sie auf die hohle Hand im Aquarium, um ein unnötiges Aufwirbeln des Bodengrundes zu vermeiden.

Vielfach wird beim Wiederauffüllen des Aquarienwassers mit Frischwasser die Zugabe von Wasseraufbereitungsmitteln empfohlen. Mit solchen Zusätzen oder mittels technischer Lösungen lässt sich das Leitungswasser so verändern, dass es den Bedürfnissen der Aquarienbewohner entspricht.

Bei der Einrichtung des Aquariums empfiehlt sich eine Bürste zum Reinigen der Wurzeln und Steine, sowie ein Sieb zum Vorwaschen des Kieses bzw. Sandes. Außerdem sollten Sie alle Aquarieneinrichtung, die diese hohen Temperaturen verträgt, vor dem Einbringen abkochen – entweder mit kochendem Wasser übergießen oder im Backofen entsprechend erhitzen.

Algen müssen entfernt werden, wenn sie überhand nehmen

Zu den weiteren regelmäßigen Reinigungsarbeiten in einem Aquarium gehört der Umgang mit Algen. In nahezu jedem Aquarium werden sich Algen bilden. Dies ist an sich nichts Schlimmes und wird sich niemals ganz verhindern lassen. Wenn sie aber drohen, überhand zu nehmen oder die Frontscheibe des Aquariums undurchsichtig zu machen, gilt es, sie zu entfernen.
Algen auf Scheiben lassen sich am besten manuell mit einem Algenmagneten oder einem Algenschaber entfernen. Algen auf Pflanzen und Dekoration sind entweder mit den Fingern oder, im Falle von längeren Fadenalgen, gut und effizient mit einer Flaschenbürste aufzuwickeln und dann zu entfernen. Es gibt auch chemische Mittel gegen Algen, aber diese gehen nahezu immer mit Nebenwirkungen für Pflanzen und Tiere einher. Garnelen und Krebse reagieren äußerst empfindlich auf solche chemischen Mittel.

Auch die Pflanzenpflege gehört zur Aquarienreinigung

Die Pflanzen in einem Aquarium müssen regelmäßig gepflegt werden. Schnell wachsende Pflanzen müssen zurückgeschnitten und absterbende Blätter entfernt werden. Auch eine regelmäßige Düngung und die Zugabe von CO2 werden die Pflanzen mit besserem Wachstum und schöneren Farben danken. Plastikpflanzen sind kein Ersatz für echte Pflanzen, die ein wichtiger Bestandteil eines guten Aquarienklimas sind. Neben einer Haushalts- oder Bastelschere gibt es auch einige speziell für die Aquaristik angebotene Handlingshilfsmittel wie Greifer, die sich bei diesen Arbeiten als nützlich erweisen können. Scheren zur Aquarienpflege sollten nur für den Einsatz im Aquarium genutzt werden und dürfen nicht mit Klebern, Lösungsmitteln oder Ähnlichem in Kontakt kommen.

Die Außenreinigung sorgt für ein schönes Gesamtbild

Das Aquarium sollte auch von außen gereinigt werden, da die Scheiben irgendwann Wasserflecken bekommen, die schnell zu Kalkspuren führen. Bei allen Reinigungen außen am Aquarium sollten Sie beachten, dass immer das Risiko besteht, dass Reinigungsmittel ins Aquarium gelangen könnten. Deshalb ist es dringend zu vermeiden Reinigungsmittel einzusetzen, die chemische Stoffe enthalten, die das Aquarienwasser und die Aquarienbewohner belasten können. Scheiben lassen sich gut mit Essigessenz oder einfach nur klarem Wasser reinigen. Schwamm und Putztuch sollten reinigungsmittelfrei und idealerweise nur für den Gebrauch am Aquarium benutzt werden.

Abschlussgedanken

Ein Aquarium erfordert regelmäßige, nachhaltige Pflege, um dauerhaft ein Lebensraum für gesunde Tiere und Pflanzen zu sein. Wenn Sie sich konsequent engagieren, ist der Reinigungsbedarf allerdings überschaubar. Eine Stunde pro Woche ist auch bei größeren Becken mit vielen schnellwachsenden Pflanzen eine realistische Schätzung, die Ihnen im Gegenzug einen Quell von Entspannung, Schönheit und Leben in Ihrem Alltag bieten wird.

 

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden