Ratgeber: Münzen aus dem Deutschen Reich (1871-1945)

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Ratgeber: Münzen aus dem Deutschen Reich (1871-1945)

Qualitativ hochwertige Münzen zu finden, ist oft nicht leicht, da es bereits beim Kauf und bei der späteren Aufbewahrung der kostbaren Stücke viel zu beachten gibt. Nicht jeder Käufer ist bereits ein versierter Sammler, oft gelangen die wertvollen Metallstücke nämlich auch in die Hände eines Hobby-Sammlers.

Deutschland erlebte in der nur kurzen Zeitperiode von 1871 bis ins Jahr 1945 einen rasanten Wandel mit vielen Höhen und Tiefen. Die Münzen aus dieser Zeit sind daher in ihrer Beschaffenheit gänzlich unterschiedlich. Da das Land in diesem Zeitraum vielerlei Staatsformen durchlebte, sind auch die Währungen als solche sehr unterschiedlich.

So existieren Münzen aus einer Monarchie-Form, Notmünzen im Kriegsfall, Kolonialmünzen der ehemaligen deutschen Kolonien sowie Münzen aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg. Ein weiteres wichtiges Thema beim Münzkauf sollte natürlich auch die Qualität und Erhaltung der Münze sein. Hierbei gibt es einige Qualitäts- und Prägestufen, die im Folgenden noch genauer erklärt werden.

Des Weiteren ist es für Numismatiker und Hobby-Sammler natürlich auch von Belang, in welcher Verpackung man die Münzen aus dem Deutschen Reich erhält. Im besten Fall erhält man die wertvollen Stücke in einem ordentlichen und optisch ansprechenden Sammelalbum, jedoch lassen sich auch unter den einzeln verpackten Münzen noch wahre Schätze entdecken.

Die Qualität einer Münze - unterschiedliche Präge-Qualitäten und Materialien

Die Münzen aus der Epoche des Deutschen Reiches bestanden je nach Nominalwert aus unterschiedlichen Materialien, jedoch in der Regel aus einem in etwa identischen Verhältnis verschiedener Metalle. Diese Legierungen bestanden bei den nominal geringer wertvollen Münzen, zum Beispiel bei der 1-Pfennig-Münze von 1871-1889, der 2-Pfennig-Münze von 1873-1877, der 5-Pfennig-Münze von 1874-1889 sowie der 10-Pfennig-Münze von 1873-1889 und bis ins Jahr 1888 auch bei der 20-Pfennig-Münze von 1873-1877 aus einem Gemisch mit der Zusammensetzung aus 75 Prozent Kupfer und 25 Prozent Nickel.

Die kleineren 1- und 2-Pfennig-Münzen bestanden sogar aus 95 Prozent Kupfer sowie aus 4 Prozent Zinn und 1 Prozent Zink. Erst ab einem Nominalwert von mindestens 50 Pfennig und ab 1888 bereits auch ab den 20-Pfennig-Münzen bestanden die einzelnen Münzen aus wertvolleren Materialien, die teilweise sogar den Verkehrswert der Münze überstiegen und deshalb vielerorts sogar eingeschmolzen wurden.

So bestanden beispielsweise die 50 Pfennig von 1875-1877, die 1/2 Mark von 1905-1919, die 1 Mark von 1873-887, die 2-Mark-Silbermünzen sowie die 3-Mark-Silbermünzen und die 5-Mark-Silbermünzen aus einem Metallgemisch aus 90 Prozent Silber und 10 Prozent Kupfer. Die 5-Mark-Silbermünzen des Zeitraums zwischen 1874 und 1915 wiesen dabei ein Eigengewicht von ca. 28 Gramm auf und bestanden in diesem Zusammenhang ja bereits aus ca. 25 Gramm Silber. Da die Münze im Zahlungsverkehr 5 Mark wert war, jedoch das in der Münze enthaltene Silber wertvoller war als jene 5 Mark, wurde diese Münze oft eingeschmolzen, das enthaltene Kupfer wurde herausgelöst und im Endresultat schmolz man das Silber in Barren ein und verkaufte diese.

Münzen aus den verschiedensten Epochen

Bei eBay erhält man Münzen aus der Zeitperiode von 1871 bis 1945 aus allen Epochen und politischen Systemen. Zu nennen sind hierbei alle Münzen mit allen Nominalwerten aus dem Kaiserreich im Zeitraum von 1871 bis 1914, also bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs. Zeitlich in diese Periode integriert waren zudem noch Münzen aus den Deutschen Kolonien sowie den Deutschen Nebengebieten.

Das Deutsche Reich besaß zu Ende des 19. Jahrhunderts und zu Beginn des 20. Jahrhunderts Kolonien in Afrika, China sowie in Südostasien. Innerhalb der einzelnen Kolonien fungierten unterschiedliche Zahlungsmittel. Zu nennen sind hier beispielsweise die Münzen aus Kiautschou, der ehemaligen Deutschen Kolonie im Norden der heutigen Volksrepublik China. Des Weiteren hatten die Deutschen zahlreiche Kolonien in Ostafrika sowie im südlichen West- und Zentralafrika. Ein weiteres Zahlungsmittel war damals die Neuguinea-Mark in der ehemaligen Deutschen Kolonie Neuguinea.

Weitere Münzen deutschen Ursprungs gab es damals auch in den sogenannten Deutschen Nebengebieten. Münzen der Deutschen Nebengebiete sind bei Sammlern heute besonders beliebt, da sie oft auch Erinnerungen an die eigene Heimat bergen, die im Zuge des Zweiten Weltkriegs verlassen werden musste.
Zu nennen wären hierbei vor allem Münzen aus Böhmen und Mähren, der freien Stadt Danzig, Münzen aus dem Generalgouvernement Polen sowie aus dem geplanten Königreich Polen, Münzen aus dem Königreich Belgien während der deutschen Besatzung und Notmünzen der Stadt Gent. Aber auch für die damals während des Zweiten Weltkrieg besetzten Ostgebiete eingeführten Münzen für den Oberbefehlshaber Ost und die späteren Reichskreditkassen.

Weitere Münzen gab es in der Zeit der Inflation und Weimarer Republik mit den teilweise utopischen Gegenwerten wie zum Beispiel die 500-Mark-Münze. Auch für das Dritte Reich kursierte eine Schar unterschiedlicher Münzen, die man bei eBay finden kann.

Zusammenhang zwischen Qualität und Epoche, aus der die Münze stammt

Da die Münzen in ihrer Beschaffenheit und Bedeutung sehr verschieden sind, hängt es natürlich von den persönlichen Epochenvorlieben ab, für welche der zahlreichen Münzen man sich letztendlich entscheidet. Je weiter die jeweilige Epoche zeitlich zurückliegt, desto schwieriger wird es natürlich auch, gut erhaltene Exemplare zu finden. Auch wurde in Krisen- und Notzeiten an den Materialien und Rohstoffen, aus denen die Münzen bestehen, gespart. So ist es natürlich umso schwieriger, gut erhaltene staatliche Notmünzen und Notmünzen der Städte und Gemeinden zu finden.

Auch die Prägequalität der Münze spielt dabei eine wichtige Rolle. Zu beachten sind diesbezüglich vor allem die Abkürzungen der einzelnen Erhaltungsarten, die bei heutigen Verkäufen unter Sammlern gängig sind. Die Abkürzungen reichen hierbei von „ss“ – für „sehr schön“, bis hin zu „pp“ – polierte Platte, oder „sp“, was für Spiegelglanz steht.

In diesem Zusammenhang sind die wertvolleren Silbermünzen wie die 1/2 Mark von 1905-1919, die 1 Mark von 1891-1916 sowie die 2-Mark-Silbermünzen, die 3-Mark-Silbermünzen -und die 5-Mark-Silbermünzen, sofern diese nicht eingeschmolzen wurden, natürlich wahrscheinlicher in einer guten Qualität zu erhalten, als die nominal weniger wertvollen Pfennig-Kupfermünzen.

Ein Highlight in Qualität und Erhaltung, unabhängig vom Alter der Münzen, sind natürlich die äußerst seltenen und in diesem Zusammenhang auch wertvollen Goldmünzen mit den Nominalwerten 5 Mark, 10 Mark und sogar 20 Mark.

Vor- und Nachteile verschiedener Münzen aus den jeweiligen Epochen

Notmünzen der Städte und Gemeinden - was zu beachten ist

Notgeld wurde in den verschiedensten Gebieten, meist zu Kriegszeiten oder in den frühen Friedenszeiten danach ausgeben, um dem Notstand der Bevölkerung entgegenzuwirken. Da das Vertrauen der Bevölkerung zur damaligen Zeit in Notgeld oft höher war, als in offizielle Zahlungsmittel, waren diese Münzen und Scheine schon damals sehr beliebt und gerieten teilweise bereits bei Auszahlung in Sammlerhände. Somit sind zumindest die Münzen, die in Sammlerhände geraten sind, noch von relativ guter Qualität.

Hinsichtlich des Papiergelds ist es allerdings umso schwerer, noch an gut erhaltene Scheine zu kommen. Diese sind im Laufe der Zeit verwittert und oft nicht mehr als solches erkennbar. Problematisch bei den Notmünzen der Städte und Gemeinden ist dabei vor allem, dass diese nicht den aufgedruckten oder aufgeprägten Nominalwert verkörperten. So verkörperte beispielsweise eine 500-Mark-Münze in ihrer Zusammensetzung nicht den Wert des Metalls, aus dem sie geschaffen war. Somit kauft man als Sammler quasi nur einen gewissen Sammlerwert, den diese Münze ausmacht.

Münzen aus dem Kaiserreich - was zu beachten ist

Im damaligen Kaiserreich besaß jedes Herzogtum und jeder Kleinstaat seine eigenen Münzen. Somit waren keine einheitlichen Münzsätze geboten. Unterschieden wurde zudem noch in die Kategorien: Kursmünzen, Silbermünzen und Goldmünzen. Letztere waren für die einfache Bevölkerung nur schwer erhältlich und sind dementsprechend auch selten. Auch gab es von jeder Münze zwei Neuauflagen, die im Zeitraum zwischen 1874 und 1914 kursierten.

Münzen aus den ehemaligen Deutschen Kolonien - rar und begehrt

Die Münzen aus den damaligen Deutschen Kolonien sind in ihrer Beschaffenheit von den Stammlandmünzen deutlich zu unterscheiden und sind in ihrer Optik daher besonders interessant. Hier prägte man Münzen unterschiedlichsten Kalibers und unterschiedlichster Formen. Auch hatten die Münzen klangvolle Namen wie Heller, Rupie oder Cent. Besonders reizvoll ist die 5-Heller-Münze aus Deutsch Ostafrika 1913-1914, die in der Mitte ein Loch aufweist.

Münzen aus der Weimarer Republik – Wissenswertes

Auch währen der Zeit der Weimarer Republik existierten Münzen in unterschiedlicher Ausprägung. Zu nennen sind hier die Inflationsmünzen, die teilweise Nominalwerte von 500 Mark verkörperten. Des Weiteren existierten im späteren Verlauf nach der Inflation diverse Rentenmark-Münzen, die heute bei Sammlern heiß begehrt sind. Auch diese kann man bei eBay finden.

Münzen aus dem Dritten Reich - die Münzen während der Diktatur

Im Dritten Reich existierten Münzen in der Staffelung 1 Reichspfennig von 1936-1940, 2 Reichspfennig von 1936-1940, 5 Reichspfennig von 1936-1939, 10 Reichspfennig von 1936-1939, 50 Reichspfennig von 1935 sowie 1 Reichsmark von 1933-1939, 2 Reichsmark von 1936-1939 Silber und 5 Reichsmark von 1934-1939 Silber. Außerdem gab es noch diverse Gedenkmünzen wie die 2-Reichsmark-Gedenkmünzen und die 5-Reichsmark-Gedenkmünzen.

Nehmen Sie sich Zeit beim Kauf einer Münze

Beim Kauf einer Münze aus dem Zeitraum des Deutschen Reiches ist eine Menge zu beachten. Unterschiede gibt es hinsichtlich der Qualität der Prägung und dem Erhaltungsgrad der Münzen. Zudem weist diese Epoche eine Vielzahl unterschiedlicher politischer Systeme auf, die unterschiedliche Währungen und Münzen hervorbrachten.
Sollte Zweifel an der Echtheit einer Münze aufkommen, so kann man sich an diverse Organisationen für Numismatik wenden. Prinzipiell gesehen sind Münzen auch eine gute Wertanlage.

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