Ratgeber Modellbau: Basiswissen zum RC-Modellbau für Einsteiger

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Ratgeber Modellbau: Basiswissen zum RC-Modellbau für Einsteiger

Modellbau ist eine beliebte Freizeitbeschäftigung. Nachbildungen von Flugzeugen und Autos zieren dabei längst nicht mehr nur die Vitrinen des Wohnzimmers. Mit Elektro- und Verbrennungsmotoren ausgestattete Modelle können auf Asphaltstrecken und querfeldein gefahren werden. Im Rahmen des folgenden Ratgebers erfahren Sie alles Wichtige über Buggys, Trucks und Lkw im Miniaturformat.

Sie erfahren alles Wichtige über verschiedene Ausführungen und ihre Funktionsweise. Besonders werden dabei Merkmale berücksichtigt, anhand derer Sie das für Ihren Bedarf geeignete Auto erkennen. Der Fokus liegt auf Automodellen.

Durch welche Besonderheiten zeichnet sich der RC-Modellbau aus?

Der RC-Modellbau unterscheidet sich durch ein zentrales Kriterium vom weitverbreiteten Modellbau mit Holz oder Polystyrol. Die zusammengebauten Nachbildungen werden über eine Funkfernsteuerung bedient. Dies kommt in der Bezeichnung RC zum Ausdruck, die für Radio Controlled oder Remote Controlled steht. Wie bei der Konstruktion von Standmodellen gibt es im RC-Modellbau verschiedene Fahrzeugtypen. Weit verbreitet sind Autos, Hubschrauber, Flugzeuge und Schiffe. Aufgrund der Möglichkeit zur Fernsteuerung ist RC-Modellbau erheblich komplexer als andere Bauformen. Die technische Ausführung kann von Modell zu Modell stark variieren. Der Modellbauer muss entsprechend über ein umfangreiches technisches Verständnis verfügen.

Modellautos mit Funksteuerung

Wie normale Modelle baut man ferngesteuerte Autos in einem bestimmten Maßstab. Es gibt kleine Ausführungen mit dem Maßstab 1:43 und große Modelle, die im Maßstab 1:5 gefertigt sind. Je nach zugrunde liegender Technik erreichen Modellautos mit Fernsteuerung eine Technik die vergleichbar mit denen echter Autos ist. Während einfacher konstruierte Autos Geschwindigkeiten von etwa 15 km/h fahren, sind stärkere Ausführungen zu Geschwindigkeiten von 130 km/h fähig. Der Rekord wurde von einem Tourenwagen im Maßstab 1:10 aufgestellt. Er erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 260,32 km/h.

Bei vielen RC-Cars ist der optische Aspekt in den Hintergrund getreten. Es gibt lediglich eine lackierte Abdeckung aus Kunststoff. Unabhängig von der Art der Färbung unterscheidet man zwei Gruppen, Toy-Grade und Hobby-Grade. Ausführungen des ersten Typs sind Autos mit geringeren Geschwindigkeiten, die in erster Linie für Kinder geeignet sind. Modelle des Hobby-Grades sind teurer und für den anspruchsvollen Modellbau konzipiert. Sie können zwar von Kindern bedient werden, doch sollte ein Erwachsener die Aufsicht haben, um im Bedarfsfall in die Steuerung des Geräts eingreifen zu können. Die folgenden Abschnitte befassen sich vorwiegend mit dem zweiten Typ.

Wichtige Hersteller sind RadioShack, Hobby Products International, Seben, Carson-Model Sport und HBX.

Die unterschiedlichen Ausführungen von Funkautos

Je nach Auslieferungsform unterscheidet man vier verschiedene Typen. Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick.

Ready-to-Run-Modelle (RTR)

RTR-Modelle sind bereits fertig zusammengebaut. Der Käufer kann es aus der Verpackung nehmen und direkt nutzen. Die Fernsteuerung ist in vollem Umfang vorhanden. Sie umfasst Empfänger, Sender, Akku, Ansteuerungs- und Antriebseinheit. Für Anfänger bietet sich bei dieser Lösung der Vorteil, dass keine umfangreichen Vorarbeiten notwendig sind. Eine Schwierigkeit offenbart sich allerdings im Falle eines Defekts. Da das Verständnis für den inneren Zusammenbau des Fahrzeugs fehlt, ist eine Reparatur für Anfänger häufig schwierig.

Beachten Sie vor dem Kauf eines RTR-Modells, dass der Kauf von zusätzlichem Zubehör wie Akkus notwendig sein kann. Bei Modellen mit Verbrennungsmotoren muss zudem Treibstoff erworben werden.

Almost-ready-to-Run-Modell (ARR)

Wie das RTR-Modell sind Fahrzeuge dieses Typs vormontiert. Der einzige Unterschied besteht darin, dass keine Fernbedienung und kein Empfänger im Lieferumfang enthalten sind. Der zusätzliche Kauf eines Akkus ist ebenfalls häufig notwendig.

Bind-and-Drive-Modell (BND)

Auch dieser Modelltyp ist vormontiert. Der Empfänger ist bereits eingebaut. Damit Sie mit diesem Modell fahren können, müssen Sie Fernsteuerung und Empfänger zunächst binden. Das bedeutet, dass Sie sie auf dieselbe Frequenz einstellen und füreinander erkennbar machen.

Ein Funkauto als Bausatz

Dies ist die vierte Form. Das Modell wird in Einzelteilen geliefert, die passend zusammengestellt worden sind. Zum Inhalt des Pakets gehört eine Bauanleitung, der der Modellbauer entnehmen kann, wie er das Fahrzeug schrittweise zusammensetzen kann. Im Gegensatz zu einem RTR-Modell sind viele Bauteile nicht serienmäßig im Bausatz enthalten. Fernsteuerungen, Motor und Reifen, Ritzel und Regler werden individuell eingebaut. Ein Vorteil, den der Käufer dabei hat, ist eine bedarfsgerechte Zusammenstellung aller Teile, die seinen Vorstellungen in größtmöglichem Maße entspricht. Aufgrund der vielen Variationsmöglichkeiten und der komplexen Technik sind RC-Bausätze vordergründig für erfahrene Nutzer geeignet. Erst mit einer gewissen Routine sollte man sich mit Modellen dieses Segments auseinandersetzen. Ein Vorteil dabei besteht in einer Erleichterung von Wartungs- und Reparaturarbeiten. Der Modellbauer hat ein sehr viel genaueres Verständnis dafür, an welcher Stelle des Innenlebens ein Defekt aufgetreten sein könnte. Darüber hinaus sind einzeln vertriebene Bauteile nicht selten von besserer Qualität als Teile eines Komplettsatzes.

Die verschiedenen Fahrzeugklassen im RC-Modellbau

Es gibt grundlegend sechs verschiedene Fahrzeugtypen mit Funksteuerung. Ein weitverbreiteter davon ist der Buggy. Es handelt sich dabei um Fahrzeuge, die für die Fahrt im unebenen Gelände konzipiert sind. Ermöglicht wird dies durch eine hohe Profiltiefe der Reifen und ein stark gefedertes Fahrwerk. Das Eindringen von Schmutz wird durch verschlossene Getriebe verhindert. Die Stoßdämpfer funktionieren in der Regel hydraulisch. Mit verschiedenen Ölen können sie an unterschiedliche Streckenbegebenheiten angepasst werden. Die meisten Fahrzeuge bis zum Maßstab 1:10 werden mit Elektromotoren betrieben. Bei größeren Ausführungen nutzt man hauptsächlich Verbrennungsmotoren.

Ein weiterer Typ umfasst verschiedene Variationen von Monstertrucks. Sie haben besonders große Reifen und ein komplexes Stoßdämpfersystem. Wie die Buggys sind sie in erster Linie für die Fahrt im Gelände ausgelegt. Durch den großen Abstand der Karosserie zum Boden haben sie einen hohen Schwerpunkt. Im höheren Preissegment zeichnen sich Monstertrucks durch doppelte Motoren und Allradantriebe aus. Es gibt Ausführungen mit Starrachsenaufhängung und Modelle mit Einzelradaufhängungen.

Weitere Fahrzeugtypen sind Lkw, Trial und Crawler, Stadium Trucks und Short Course Trucks.

Was sagt der Maßstab eines RC-Modells aus?

Durch den Maßstab erkennt der Modellbauer, wie viel kleiner das Modell als das Original ist. Der Maßstab 1:18 sagt aus, dass das Original 18mal länger ist als die Nachbildung. Bei den anderen Größenverhältnissen verhält es sich ebenso. Die 1 steht für die Originalgröße, die 18 für den Verkleinerungsgrad. Der Interessent findet RC-Cars in den Maßstäben 1:36, 1:28, 1:18/16, 1:12, 1:10, 1:8, und 1:5. Je kleiner die zweite Zahl ist, desto größer ist das Modell im Vergleich zum Original.

Ein Aspekt, der beim Maßstab eine besondere Rolle spielt, ist das Verhältnis von enthaltener Technik und Wendigkeit. Dies lässt sich gut am Maßstab 1:18/16 veranschaulichen. Er ist sehr weit verbreitet, weil er Technik von größeren Modellen (1:10) beinhaltet, aber einen wesentlich geringeren Platzbedarf hat. Das geringe Gewicht kommt überdies Fahranfängern zugute. Bei Fahrfehlern ist die Beschädigungsgefahr bei leichten Autos erheblich geringer. Ein weiterer Vorteil, der Anfängern zugutekommt, ist der geringere Preis von Reglern, Akkus und Motoren von 1:18/16-Maschinen. Bei der Geschwindigkeit ergeben sich trotz des geringeren Preises keine Nachteile. Die Modelle können Geschwindigkeiten von 120 km/h schaffen. Auf glatten Bahnen sind Tempos von 140 km/h möglich.

Was gibt es über die Steuerung von RC-Modellen zu wissen?

Beschleunigt und gelenkt werden RC-Cars über Fernsteuerungen mit zwei Kanälen, die stufenlos reguliert werden können. Über einen Kanal wird das Auto beschleunigt oder gebremst, über den andern gelenkt. Bei besonders hochwertigen Modellen mit Verbrennungsmotor kann es zusätzliche Kanäle für Rückwärtsgang und weitere Funktionen geben. Die passende Funkfrequenz wird mit dem Sendebereich und dem Quarzbereich bestimmt. Man verwendet Frequenzen zwischen 27 und 40 MHz. Der Quarzbereich dient der genauen Einstellung der Kanäle. Bei Wettkämpfen ist es von besonderer Bedeutung, dass nicht zwei Fahrzeuge dieselbe Frequenz haben. Sie würden sonst unsteuerbar.

Teilweise werden Frequenzen im Bereich 2,4 GHz verwendet. Dies ist besonders bei hochwertigen Fahrzeugen der Fall. Der Vorteil der Frequenz liegt in einer geringeren Anfälligkeit gegen Störungen, einer automatischen Kanalauswahl und der Unabhängigkeit von einer langen Antenne.

Die Fernsteuerung steuert einen Empfänger am Auto an, der mit einer Batterie betrieben wird. Der Empfänger wandelt die Signale in elektrische Impulse um und leitet sie an die Servo-Einheit weiter. Dort wird das elektrische Signal in mechanische Energie umgewandelt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Sender und Empfänger mit Energie zu versorgen. Man verwendet am Sender häufig 8 Nickel-Metallhydrid-Akkus, die in Reihe geschaltet sind. Am Modell selbst werden Lithium-Ionen-Akkus und Traktionsbatterien verbaut.

Unterschiedliche Antriebsformen von RC-Cars

Es gibt im Wesentlichen vier verschiedene Typen, Elektro- und Verbrennungsantrieb sowie Zweirad- und Vierradantrieb. Bei Verbrennungsmotoren wird Benzin als Kraftstoff verwendet. Es gibt sie in Zwei- und Viertaktausführung. Bei kleineren Modellen nutzt man Glühzündermotoren, bei größeren Fremdzündermotoren. Die Hubräume der meisten Modelle im Maßstab 1:10-1:8 bewegen sich im Rahmen von 2,11 bis 6 cm³. Viertaktmodelle werden vorrangig bei Flugzeug- und Bootsmodellen verbaut. Als Treibstoff nutzt man Methanol mit einem Zusatz von Nitromethan. Beachten Sie hierbei, dass ein höherer Nitromethananteil zwar eine höhere Leistung ermöglicht, dafür aber die Lebensdauer des Motors verkürzt. Dies hängt damit zusammen, dass mehr Sauerstoff zur Verbrennung in den Motor gelangt. Dies führt zur Überhitzung und zum Klemmen des Kolbens. Wichtig ist, dass die Vergasereinstellung nicht zu mager ist. Die Mischung des Öls wird mit Rizinus- oder Synthetiköl bewerkstelligt.

Bei den Elektromotoren sind bürstenlose Ausführungen am stärksten. Dabei wird am wenigsten Reibung erzeugt, was eine höhere Kraftübertragung auf die Räder ermöglicht. Leerlauf-Drehzahlen von bis zu 100.000 Umdrehungen pro Minute sind möglich. Die Motorsteuerung erfolgt über einen elektronischen Fahrtregler. Ein Vorteil von Elektromotoren besteht darin, dass sie leichter bedienbar sind und nicht gestartet werden müssen. Die Kosten sind darüber hinaus niedriger, ohne dass die Leistung signifikant niedriger ist als beim Benzinmotor.

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