Ratgeber Freerideboards

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Ratgeber Freerideboards? Nun, ansich kann man doch mit allen Boards, wo man mit Softboots draufsteht, freeriden. So sehen das die Hersteller auch und schreiben fast überall dabei, daß ihre Boards auch gut zum freeriden sind. Wenn man die Bindung nur weit genug nach hinten setzt, kann man mit fast jedem Board abseits der Piste powdern. Aber es gibt eben Boards, mit denen man das besser kann als mit anderen, weil sie speziell dafür gebaut wurden. Und glaubt mir - die Unterschiede sind gewaltig. Nun bin ich nicht gerade der, der ständig abseits der Piste fährt und hatte daher an einen Testtag keine allzu hohen Erwartungen geknüpft. Würde ich die Unterschiede überhaupt bemerken?

 Das Surfen im Powder gibt einem ein unbeschreibliches Gefühl der Leichtigkeit, das Yeeeaaaahhh-Feeling. Das hatte ich Mitte Januar 08 bei den Freeridedays in Davos aber lange nicht bei allen Boards. Ist ja auch klar, denn in den meisten Fällen versucht man einen Kompromiss für verschiedene Einsatzzwecke zu finden. Allein bei Offpiste gibt es die Varianten: satt Tiefschnee, etwas Neuschnee über Altschnee, Waldabfahrten, zerfahrenes Gelände und Sprünge. Weiterhin Naßschnee und Harsch. Und dann kommt es natürlich noch darauf an, wo ihr sonst noch mit dem Board unterwegs seid.

Wird das Board häufiger auf Pisten zum Carven eingesetzt, muß es lang sein. (Ausnahme: Swoard Dual und Pureboarding Two) Wer eher Waldabfahrten und buckliges Gelände fährt, braucht natürlich ein kürzeres und damit wendigeres Board. Richtiger Tiefschnee und Naßschnee verlangt nach einem Board, daß gut aufschwimmt.

Bei den Freeridedays konnte ich ein paar Boards testen, woraus sich meine Empfehlungen ableiten.  Hersteller von Swallowtails waren leider, leider nicht vertreten. Sie gelten als das Nonplusultra im Tiefschnee.       Testkriterium war für mich ausschließlich Tiefschnee- und Pistentauglichkeit. Dazu habe ich Boards von Rad Air, Völkl, Arbor und Never Summer gefahren. Damit ihr mein Testverhalten einschätzen könnt, zuerst meine Daten: ich bin 185cm groß und 80kg schwer. 

Erstaunlicherweise war für mich das beste Freerideboard kein Longboard, sondern ein nur 167cm langes Board mit speziellem Tiefschneeshape. Zum einen ist das taper und bedeutet, daß es vorne breiter ist als hinten. 1-2 cm sind es meistens. 4cm sind beim Dupraz D1 zu finden. Dadurch läuft das Boad leichter. Ein möglichst weicher Flex ist wichtig. Je länger und spitzer die Schaufel ist, umso mehr schwimmt das Board auf und ist entsprechend leicht zu drehen. Also: wer ein Board mit guten Tiefschneeeigenschaften sucht, sollte auf diese Umstände achten. Dabei sind diese Boards häufig schmaler als sonstige Allroundboards. Ergo: gute Powdereigenschaften sind unabhängig von der Mittelbreite. Eine lange Schaufel dagegen hilft gewaltig.  

Nun aber weiter: besagtes Board hatte ein eher spitzes Tail und drehte dadurch im Powder harmonischer. Also ist auch das ein weiterer Pluspunkt. Auf der Piste hatte es einen enormen Grip, konnte das aber bei gecarvten Turns nicht exakt umsetzen, da es für stabil durchgezogene Turns zu kurz war. Fazit: solch ein Board ist klasse für alle oben genannten Einsatzzwecke, nur nicht zum Carven. Fürs Driften dürfte es aber reichen.

Aber es gibt ja noch die Longboards. Länge ist Körpergröße und länger. Tiefschneesurfer sollten den Spruch verinnerlichen: Länge läuft! Wer schon kein Board mit oben beschriebenen Eigenschaften besitzt, sollte wenigstens darauf achten, daß es laaaannnnggg ist. Weil diese Boards so lang sind, haben sie meist auch eine lange effektive Kante (sollte bei meiner Größe mind. 140 cm sein ) und sind von daher wesentlich besser zum Carven auf der Piste geeignet. Sprünge, enge Waldabfahrten und Buckel sollten die Ausnahme bleiben. Wer aus diesen Boards wählen will, hat die Qual der Wahl. Und das meine ich auch so. Entweder geht die Tendenz der Boards mehr Richtung Tiefschnee, oder mehr Richtung Piste. Das sieht man dem Board aber nicht an, sondern kann das nur durch Ausprobieren herausbekommen.          

Das Rad Air Tanker als Freeridelegende habe ich als erstes getestet. Die 181 waren aber wohl zu knapp für mich und die Performance dementsprechend. Ich vermute, daß es wesentlich länger als Körpergröße sein muß und auch dann für die Piste nicht optimal ist. Für den Powder müsste es dann aber ok sein.

Die Qualitäten des Völkl Selecta waren als Fishtail zu meinem Erstaunen mehr auf der Piste als im Powder zu finden.

Arbor hat eine klasse Holzoptik und mit dem A-Frame ein super ausgewogenes Freeride/Piste- Board. Das fanden auch zwei Kumpel. Ein Crack hat es in einem Snowboardforum aber verrissen, da es ihm nicht freerideorientiert genug war (zu viele Nosediver). Daran seht ihr, wie wichtig es ist, den richtigen Einsatzzweck zu definieren.

Never Summer Titan ist etwas pistenlastig. Tiefschnee ok, aber Naßschnee ist mit mehr Körpereinsatz verbunden.

Never Summer Summit ist das klasse Funboard, aber eben nicht zum Carven geeignet. Weshalb es so gut lief, kann ich nicht sagen, denn es hat weder eine besonders lange, noch spitze Schaufel. Das ist wohl das Geheimnis des Herstellers.  

Die LTB´s konnte ich nicht mehr ausprobieren, aber nach Aussage des Cracks war die weiche Ausführung in mehr als Körpergröße sowohl für Piste als auch Powder hervorragend geeignet.

Geschwärmt hat er vom Jester Element, bzw. Powderequipment Typ B , daß als eines der wenigen Longboards zusätzlich Taper besitzt. In ersten Testberichten las ich von Begeisterung des Verfassers.   

Ja, aber was ist denn nun mit den Boardmarken, die man auch in den Läden findet? Allen voran Burton, F2, Nitro, Radical, Pogo, usw.. Ohne selbst getestet zu haben, sag´ ich lieber nix. Aber vielleicht erleichtern meine Tipps ja die Auswahl bei der Durchsicht der Homepage des jeweiligen Herstellers. Ohne vorherigen Test gleicht die Wahl aber einem Glückspiel. Wie gesagt: nur allein aufgrund der techn.Daten und des Shapes hätte ich nie vermutet, daß z.B das Summit so gut läuft, oder daß das Selecta besser auf der Piste ist.      

Weitere Infos speziell zu Freerideboards findet Ihr bei "erste Spur.de". Die Snobocom ist freestylelastiger und beim Hersteller Swoard sind die Freeridethemen pistenorientierter (Suchfunktion benutzen). Aber jede Empfehlung ist immer nur subjektiv und kann bei Euch zu völlig anderen Fahreindrücken führen. Und das bedeutet?   

Das gleiche wie bei mir: testen, testen, testen   

Wie, Ihr wisst nicht wie Ihr das machen sollt, weil die Testevents so selten sind? Meine Güte - laßt Euch was einfallen. Fragt mal einen Kumpel zwecks Boardtausch. Überredet einen guten Tiefschneefahrer mal für ein Bier o.ä., ob er Euch das Board für ´ne Abfahrt überlässt. Holt Euch ein gebrauchtes Board hier bei eBay. Wenns nicht das Wahre ist - wieder weg damit. Mit ein bißchen Kreativität findet Ihr schon ´ne Möglichkeit was passendes zu testen. Ich garantiere Euch: es lohnt sich.   

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