Ratgeber: Altdeutsche Goldmünzen

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Ratgeber: Altdeutsche Goldmünzen

Die lange Geschichte der goldenen Münzen

Gold übt seit vielen Jahrtausenden einen unvergleichlichen Reiz auf die Menschen aus. Egal, ob Schmuck, rituelle und religiöse Gegenstände oder als Dekoration in Palästen: Gold hat einfach einen gewissen Ruf und sorgt selbst heutzutage in einigen Ecken der Welt noch für den berühmten Rausch. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass sich bereits vor tausenden von Jahren Menschen gedacht haben, dass es nicht nur ein perfektes Handelsgut ist, sondern sich auch als Material zur Prägung von Münzen eignet. Diese Goldmünzen haben sich über die Antike und das Mittelalter bis in die Neuzeit hinein durchgesetzt – und zwar auf der ganzen Welt. Im alten Griechenland und den asiatischen Ländern, sowie im kompletten römischen Reich deutscher Nationen und allen westlichen Ländern. Da wundert es nicht, dass es auch altdeutsche Goldmünzen gibt, die nicht nur für Numismatiker – so nennt man Münzsammler und -kenner –, sondern auch als Wertanlage von Interesse sind. Was für goldene altdeutsche Münzen gibt es jedoch und woran erkennt man sie?

Goldmünzen und ihre Geschichte

Die ältesten der Menschheit bekannten Münzen sind im Mittelmeerraum gefunden worden und werden auf ungefähr 2.000 vor Christus datiert. Damals wurden Abbilder von Haustieren in Bronze geprägt und haben den Münzhandel eingeleitet. Jedoch wurden erst 1.400 Jahre später die ersten Goldmünzen hergestellt, die gleich mehreren Zwecken dienen sollten. Zunächst einmal wurde Gold und Silber als Handelsgut immer beliebter, doch der Tausch Ware gegen Gold brachte einige Schwierigkeiten mit sich: Man musste eine Waage haben, um einen genauen Wert des Goldes feststellen zu können. Doch diese Waage konnte manipuliert werden oder das Gold konnte verunreinigt sein.

Die erste Münzprägung

Der selbst heute noch weltbekannte König Kroisos ließ das Gold erstmals in Münzenform prägen und konnte damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Es wurde ein gewisser Qualitätsstandard mit der Prägung geschaffen, denn die Händler und Untertanen konnten sich sicher sein, dass eine einheitliche Qualität der Münze vorhanden war. Außerdem ließ er seinen Namen und seinen Kopf mit auf die Goldmünzen prägen, wodurch er seine Popularität enorm steigerte. Viele Zeitgenossen dachten, dass er unermesslich reich sei.

Vorgänger der altdeutschen Goldmünzen

In den folgenden Jahrhunderten kamen immer wieder neue Goldmünzen in den verschiedensten Ländern auf den Markt, die sich nicht nur zu den wichtigsten Münzen ihres Staates entwickelten, sondern auch darüber hinaus Beliebtheit erlangen konnten. Ein Beispiel wäre der antike griechische Stater, der weit über die Grenzen Griechenlands hinaus bekannt und beliebt wurde und durch regen internationalen Handel bis in die entlegensten Ecken der Welt kam. Doch auch das größte Reich Europas, das Römische Reich, ließ sich natürlich nicht lumpen und entwickelte zunächst mit dem Gold-Aes eine den Griechen ebenbürtige Münze, die jedoch schon bald vom römischen Stater abgelöst wurde. Bald darauf wurde außerdem der Aureus hergestellt, der sich dann zur Hauptkurantmünze des Römischen Reiches entwickelte und alle anderen Goldmünzen verdrängte. Später kam dann der Solidus, der auch heutzutage noch in unserem Sprachgebrauch („Sold“ und „Soldat“) zu finden ist. All diese Münzen sind die Vorreiter der altdeutschen Goldmünzen.

Die verschiedenen altdeutschen Goldmünzen

Gerade im Mittelalter waren Goldmünzen im deutschen Raum zunächst sehr selten geworden, denn Gold hatte den Nachteil, dass es nur über lange und teure Handelsrouten in die europäischen Gefilde kam, während man Silber zum Beispiel in den Alpen abbauen konnte. Eine der wichtigsten altdeutschen Münzen war der Dukat, der das erste Mal gegen Ende des 13. Jahrhunderts hergestellt wurde und der sich über komplett Europa und den Orient verbreiten konnte. Deshalb wurde der Dukat im 14. und 15. Jahrhundert als Welthandelsmünze angesehen und wurde sogar im 16. Jahrhundert zur deutschen Reichswährung ernannt. Oft wurden auch zu besonderen Anlässen extra Sondereditionen geprägt, die dann an die Reichen und Mächtigen ihrer Zeit verschenkt wurden. Auch heute noch werden Dukaten in einigen Ländern als Nachprägungen angefertigt und zum Beispiel zu Feierlichkeiten verliehen. Besonders bekannt sind österreichische Nachprägungen, die als Paten- und Taufgeschenk genutzt werden.

Goldgulden im deutschen Reich

Eine weitere wichtige Goldmünze des altdeutschen Reiches ist der Goldgulden, der in Deutschland das erste Mal 1340 in Lübeck geprägt worden ist und eigentlich aus Italien stammt. Da er das erste Mal in Florenz geprägt wurde, wird er auch teilweise als Florin bezeichnet und konnte sich im gesamten Westeuropa durchsetzen. Da das Recht, Münzen zu prägen, lediglich vom Kaiser vergeben werden konnte, sind nur wenige verschiedene Arten des altdeutschen Gulden geprägt worden. Neben den Lübecker Goldgulden gab es zum Beispiel den rheinischen Goldgulden, der Johannes den Täufer auf der Vorderseite und das nassauische Wappen, sowie in den Bögen die Schilde von Kurmainz, Kurköln, Kurtrier und Kurpfalz eingeprägt hatte. Da die rheinischen Fürstentümer räumlich gesehen viel miteinander zu tun hatten, war eine gemeinsame Währung durchaus sinnvoll, da so der Handel und andere Geschäfte erleichtert wurden. Allerdings war der Goldgulden von Anfang an dem Untergang geweiht, denn viele Münzherren und Pächter senkten unerlaubterweise immer weiter den Goldanteil in der Münze, was zwar verpönt war, jedoch nicht unterbunden wurde. Dadurch hatten viele Händler Einbußen und beschwerten sich - bis zu einem Zeitpunkt, zu dem sie den Goldgulden nicht einmal mehr annahmen.

Der Kaiserliche auf einer Goldmünze

Kaiser Friedrich II. ließ fast ein Jahrhundert vor dem Goldgulden jedoch eine weitere Goldmünze prägen, die auf der Vorderseite sein Abbild hatte, während die Rückseite den Reichsadler zeigte. Die Münze wurde unter dem Namen Augustalis bekannt, was so viel bedeutet wie „Der Kaiserliche“. Erneut sollte sie neben der praktischen Nutzung von Qualitätssicherung auch propagandistischen Zwecken dienen: Sein auf die Münze geprägtes Abbild nahm mit Lorbeerkranz und Pallium Bezug auf die alten deutsch-römischen Kaiser und sollte seine Stellung dem gemeinen Volk näher bringen, sowie ihn als idealen Herrscher für das Reich identifizieren. Da sie sehr sorgfältig und aufwändig produziert wurden, werden diese Münzen oft auch als die schönsten Münzen des Mittelalters bezeichnet und sind bei Sammlern gerne gesehene Objekte. Die Münzen und auch die Regierungszeit Friedrich II. haben sich nachhaltig auf die kommenden Jahrzehnte und Jahrhunderte ausgewirkt, denn das auf den Münzen geprägte Abbild des Kaisers war auch später noch Vorbild für verschiedene Münzen sowie für Kleriker-Siegel. Außerdem dienten die Augustalis bis ins 16. Jahrhundert hinein als symbolische Münzeinheit, zum Beispiel in Chroniken oder Gesetzestexten. Auch in Sizilien haben die Münzen die Geschichte stark beeinflusst, und so wurde der Reichsadler auf der Rückseite der Münze bis in das 19. Jahrhundert hinein als Nationalsymbol angesehen und weiterhin auf den dortigen Münzen geprägt.

Die deutsche Goldmark

Die letzte Münze Altdeutschlands ist die Mark, inoffiziell auch als Goldmark tituliert, die nicht mit der Reichsmark zu verwechseln ist, da man von dieser erst 1924 als offizielle Währung des deutschen Reiches spricht. Die Goldmark hingegen erschien schon 1871 und war eine sogenannte Kurantmünze. Das bedeutet, dass ihr Metallwert auch dem Wert entspricht, der auf die Münze geprägt worden ist. Dabei gab es Münzen im Wert von 5, 10 und 20 Mark, die dementsprechend viel Gold beinhalteten. Diese Währung war eine große Revolution und vereinte acht verschiedene Landeswährungen mit über hundert verschiedenen Münzarten. Dies wurde nicht nur nötig, um ein geeintes Deutschland zu gewährleisten, sondern auch, weil die meisten anderen Münzen sich zu sogenannten Scheidemünzen entwickelt hatten. Sie waren also mehr wert als das für sie verwendete Material und sollten deshalb ersetzt werden. Die Goldmark wird aus heutiger Sicht als sehr wertstabil angesehen und ist ein beliebtes Objekt bei Sammlern.

Tipps zum Kauf von altdeutschen Goldmünzen

Der größte Fehler, den viele Laien begehen, ist es, sich einfach eine Münze anzuschauen und diese dann zu kaufen - denn neben überhöhten Preisen gibt es auch einige schwarze Schafe, die die Münzen bearbeiten und versuchen, ahnungslose Käufer über den Tisch zu ziehen. Deshalb ist es gerade bei größeren geplanten Investitionen immer von Vorteil, wenn man sich zunächst über Verkaufsobjekt und Verkäufer informiert. Außerdem sollten Sie sich vorab über die altdeutschen Goldmünzen genauer informieren: Wie alt ist die Münze und welchen Preis kann ich erwarten? Dafür gibt es beim Experten oder im Internet extra Preislisten, die man sich angucken sollte, um zu vergleichen und ein Schnäppchen zu erkennen. Auch ist es von Vorteil, wenn man weiß, wie genau die Münze auszusehen hat, aus welchem Material sie hergestellt wurde und was für Prägungen auf ihr zu sein haben.

Ziehen Sie die internationale Skala zum Erhaltungsgrad zurate

Auch die Seltenheit spielt eine große Rolle, denn manche Münzen wurden nur in sehr limitierter Auflage produziert und haben deshalb einen höheren Wert als Münzen, die über mehrere Jahrhunderte hinweg immer wieder aufs neue hergestellt worden sind. Achten Sie außerdem auf die Mängelbeschreibung: Eine international gültige Skala zum Erhaltungsgrad legt fest, wie eine Münze beschrieben werden muss. Finden sich jedoch Mängel auf der Münze, die nicht in dieser Skala festgehalten werden, dann müssen diese extra erwähnt werden. Ein Beispiel hierfür ist der sogenannte Katzenglanz, der oft dann auftritt, wenn Münzen restauriert und geputzt werden. Ein ebenfalls beliebter Trick ist das Stopfen von Löchern: Viele alte Münzen wurden zum Beispiel als Amulett getragen und hatten ein Loch, um dort die Schnur durchzustecken. Manche Händler stopfen dieses Loch, geben das jedoch bei der Verkaufsbeschreibung nicht an. Dabei handelt es sich allerdings um eine klare Wertminderung, die angegeben werden sollte. Also ist es ratsam, sich das Kaufobjekt genau anzusehen.

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