Raptor: Western Digital Raptor-Serie: Ja oder Nein?

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Die Raptoren von Western Digital - Schnelle Enterprise-Festplatten, die Dank eines S-ATA-Anschlusses in allen PC's etwas aktuellerer Bauart verwendet werden können und die Festplatten-Performance extrem steigern. Aber rechtfertigt die Mehrleistung der Platte ihren doch sehr hohen Preis?

Dieser Frage versucht der folgende Ratgeber auf den Grund zu gehen...

Eckdaten der Raptor-Serie:

  • 10.000 U/min
  • S-ATA I (S-ATA150)
  • Standard-4pin-Stromanschluss (KEIN Netzteil mit S-ATA-Stromanschlüssen oder Adapter erforderlich)
  • 8 oder 16MB Cache (Standard 8MB, die neuen Versionen alle auch mit 16MB Cache erhältlich)
  • nur die neuen Modelle sind mit NCQ (Native Command Queuing) ausgerüstet - die älteren haben nur CQ - eben nicht nativ!
  • Kapazitäten derzeit: 36, 74 und 150GB
  • 5 Jahre Garantie - für den Dauereinsatz in Servern konzipiert (Standard: 2 Jahre)
  • Die "Alten" haben einen silbernen Deckel - die "Neuen" sind komplett schwarz

Der Hauptunterschied zu einer günstigeren Platte ist die Drehzahl von 10.000 Umdrehungen pro Minute, die ansonsten ausschliesslich in SCSI-Systemen zu finden ist. Diese Tatsache bringt auch den Leistungsunterschied mit sich. Neben der schnelleren Zugriffszeit und höherem Datenduchsatz ist diese Platte allerdings auch lauter und in der Regel etwas wärmer als herkömmliche 7.200 U/min-Platten.

Das bedeutet im Klartext: Dateien können schneller gelesen und wieder auf die Platte geschrieben werden, Ladezeiten in Spielen verkürzen sich, Kopiervorgänge sind schneller, Programme öffnen schneller und Server profitieren von schneller abgearbeiteten Anfragen.

Grob gesagt ist eine Raptor ähnlich schnell wie ein RAID 0 aus zwei schnellen und aktuellen 7.200U/min-Platten.

Ist es sinnvoll in eine solche Platte zu investieren?

Wer mit Video- und/ oder Audiodateien (oder einfach nur großen Datenmengen) arbeitet wird die Vorzüge einer solchen Platte schnell schätzen lernen. Auch der ambitionierte Gamer darf sich über verkürzte Ladezeiten freuen - ein insgesamt runder laufender PC wird die Folge nach einer derartigen Anschaffung sein.

Das es nicht sinnvoll ist, die Urlaubsbildersammlung auf dieser Platte zu speichern sollte klar sein ;) Diese Platte ist vorrangig für den intensiven Gebrauch entwickelt worden - also bestens für Anwedungen geeignet, die mit großen Datenvolumen umgehen müssen oder bei denen eine schnelle Zugriffszeit eine wichtige Rolle spielt.

Tips & Tricks:

Die Raptoren werden gerne als "sehr laut und heiss" bezeichnet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, das die Platte zwar nicht eine der leisesten ist, aber es sehr viele Platten gibt, die deutlich lauter sind! Auch die Abwärme, vor allem die der neueren Raptor-Modelle, wird oftmals auch von 7.200 U/min-Platten getoppt!

Ein empfehlenswerter Trick die Platte auf ein angenehmes Geräuschniveau zu bringen, ist die Entkopplung vom Gehäuse - dies kann mit einer Vielzahl im Handel erhältlicher Produkte (beispielsweise von Revoltec, Noiseblocker, etc.) einfach und kostengünstig realisiert werden.

Noch einfacher und ohne zusätzliche Kosten ist eine provisorische Lösung, wie auf folgendem Bild gezeigt:

Die Platte ist hier mit Gummifüssen entkoppelt und wird so unten in das Gehäuse oder in den Schacht für CD-Rom-Laufwerke gestellt. So, zum Beispiel, ist die Platte nicht merklich lauter als andere... Auch die Entkopplung auf Schaumstoffbalken ist einfach und bewährt.

Über die höhere Temperaturen der Platte muss man sich keine Sorgen machen - dafür ist sie konzipiert! Allerdings sollte sie eine Temperatur von über 55°C nicht überschreiten. Dies kann mit einer Vielzahl von Diagnoseprogrammen (z.B. Everest, Speedfan, etc.) ausgelesen und überwacht werden. Gegebenenfalls sollte man diese dann durch einen zusätzlichen Lüfter kühlen oder die Gehäusebelüftung verbessern.

Allgemeines:

  • Die 150GB-Version ist geringfügig schneller als die 74GB-Platte.
  • Die   74GB-Version ist geringfügig schneller als die 36GB-Platte.

Fazit:

Wer seinen PC nicht nur für die alltäglichen Schreibarbeiten nutzt, sondern auch wirklich damit "rechnet", wird eine solche Platte nicht mehr hergeben wollen. Für schnelle Workstations ein Muss! Im Standard-PC ist diese Platte allerdings zu überdimensioniert und, wenn nicht entkoppelt, zu laut - und bietet darüber hinaus zu wenig Speicherplatz.

In einem High-End-Spielersystem darf eine solche Platte selbstverständlich nicht fehlen - bringt aber weniger Vorteile als es zum Beispiel ein schnellerer Prozessor, eine schnellerer Grafikkarte oder besserer Arbeitsspeicher würde. Die Platte ist hier nur für das letzte Quentchen Performance relevant.

 

Ich hoffe, der Ratgeber konnte Ihnen die Einordnung der Western Digital Raptoren in die Festplattenlandschaft etwas vereinfachen! Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung. Direkt auch unter w*w.effizienzgurus.de.

Beste Grüße

dracoonpit

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