Räucherofen - welche Qualität sollte es sein

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Liebe Räucherfreunde,

in diesem Ratgeber wollen wir auf die Qualität und Verarbeitung eingehen und wieso die Preise oft so unterschiedlich sind. Ein schönes Photo und plakative Schlagworte verleiten oft zu einem vorschnellen Kauf.

Woran machen sich Qualitätsunterschiede bemerkbar:

1. Material:

verzinktes oder aluminiertes Stahlblech ist ca. halb so teuer wie Edelstahl. Edelstahl ist natürlich am langlebigsten, wird nicht durch Räucherlauge oder Pökelsalz angegriffen und ist das Material, welches üblicherweise für die Lebensmittelzubereitung verwendet werden sollte.

Aber auch bei Edelstahl gibt es große Unterschiede: Die Öfen aus AlSi340 sind nochmal ca. 40% günstiger als die hochwertigen Geräte aus dem 1.4301 (Volksmund V2A). Das liegt an dem fehlenden Nickel bei den AlSi340 Öfen. Für die Rostbeständigkeit ist der Nickelgehalt allerdings unerheblich und daher können die AlSi340 Öfen sinnvoll genutzt werden. Allerdings kommt es an den Schweißverbindungen einige Jahre früher zu Rostansätzen, als bei den V2A-Öfen, steht der OFen ständig im Regen, kann dies bereits nach einem halben Jahr eintreten.

Wenn Sie sich für ein Edelstahlgerät entscheiden, dann achten Sie darauf, dass die Nieten, Türscharniere usw. aus Edelstahl sind. Hier wird sehr gerne bei den Herstellern gespart, und die unedlen Teile rosten dann selbst am Edelstahl, wenn der Ofen ein wenig im Regen gestanden hat (Galvanische Brücke).

2. Materialstärke:

Generell gilt: Die Materialstärke sollte mindestens 0,8 mm betragen. Durch Versteifungen oder durchdachte Kantungen wird dann die notwendige Stabilität eingebracht.

Fragen Sie insbesondere dann nach der Materialstärke, wenn diese nicht angegeben ist oder die Tür keinen umlaufend gekanteten Rahmen hat.

3. Verarbeitung/Ausstattung:

Folgende Punkte sollte ein Ofen aufweisen:

  • eingebaute Halterungen für Roste, Körbe und Stangen, die ein gerades Einschieben der Roste ermöglichen
  • Öfen sind in der Regel genietet oder punktgeschweißt werden. Genietet Öfen sehen sehr ordentlich aus, da die Löcher beim Zuschnitt bereits an fest vorgegebenen Punkten gesetzt werden. Nieten sind auch nicht rostanfällig wie Schweißstellen, aber nur, wenn es auch Edelstahlnieten sind (s.o.).
  • die Tür sollte umlaufend gekantet sein, so dass Blech auf Blech liegt, und nicht die ca. 1 mm dünne Blechseite an den Ofen drückt. Sonst ist die Front wabbelig und Sie brauchen mehrere Schlösser.
  • Thermometer, Griffe, Zuluftklappen an der Kohleschublade, Entlüftungsklappen oben und ein Fettauffangblech sind Pflicht, je nach Ausführung auch eine Räuchermehlschale und Möglichkeiten zum Einsatz eines Gasbrenners oder Elektroheizung

  • im Angebot des Herstellers sollte auch ein Unterbau vorhanden, in dem man eine Gasflasche unterbringen kann und den OFen auf eine angenehme Arbeitshöhe bringt.

4. Räuchermöglichkeiten:

Man kann mit Holzkohle, Gaskocher oder Elektroheizung die nötige Hitze erzeugen und Räuchermehl im Räuchermehlkasten hinzugeben.

Oder man kann nur mit Holzscheiten räuchern.

Um mit einem Gerät alle Möglichkeiten zum Räuchern ausnutzen zu können, sollte der Räucherofen:

  • den Einsatz einer Kohleschublade, eines Gaskochers und einer Elektroheizung ermöglichen
  • ein gelochtes Trennblech zwischen Räucherraum und Heizraum haben (nur mit Holz räuchern)
  • eine komplett schließende Kohleschublade haben; dann kann man auch nur mit Holz Räuchern

Und nun viel Glück bei der Suche nach dem richtigen Ofen, 2 mal hinschauen lohnt sich.

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