RC Monster Truck Ingle - Erfahrungsbericht

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Erfahrungsbericht zum

RC USA Monster Truck "Ingle"


Hier meine Erfahrungen beim Kauf  des RC Monster Trucks sowie mit der Qualität und Verarbeitung. Dieser Bericht läßt sich wahrscheinlich auch auf andere „NoName“ RC-Trucks (Made in China) anwenden. Gut - namhafte Hersteller lassen auch in Fernost produzieren, aber bei denen sind die Qualitätsstandards und -kontrollen sicherlich auch schärfer.
Man sollte nicht allzuviel erwarten, dann wird man auch nicht enttäuscht. Aber dazu später mehr.

Ich habe den  Truck als Geschenk für meinen Neffen gekauft und diesen hier bei eBay per Preisvorschlag für 23,00 Euro sofort erworben (Sofortkaufpreis lag bei knapp 30 Euro). Die Preise bei dem Anbieter (der Name wird hier nicht genannt) schwanken stark und orientieren sich offensichtlich am derzeit aktuellem Kaufinteresse. Ich hatte den Artikel nach dem Kauf noch in der Beobachtung. Gleich nach meinem Kauf stieg der Preis auf knapp 45 Euro an, dann war er bei etwa 35 Euro und dümpelt nun - zum Zeitpunkt dieses Berichtes - bei knapp 40 Euro rum.

Der Kaufpreis ging für mich in Ordnung, für den Preis kann man nicht viel falsch machen. Aber man kann - wie oben bereits erwähnt - auch nicht allzu viel dafür erwarten. Wer aber je nach Anbieter bis zu 50 Euro hinblättert, der stellt sicherlich andere Ansprüche in punkto Qualität.
 

Der Transportschaden

Der Truck wurde sehr schnell und mit DPD versandt, aber leider nicht ordentlich vom Händler verpackt. Eine ordentliche Umverpackung hätte den Transportschaden, den ich anschließend zu reklamieren hatte, sicher vermieden. (abgerissener rechter Außenspiegel, Kratzer (vermutlich durch das lose Teil) auf dem Fahrzeugdach.

    Man sieht schon:  Keine Polsterung zwischen Umverpackung und Originalkarton und Umverpackung besteht nur aus hauchdünner Pappe. Jeder Stoß, Absturz oder Kontakt mit einem spitzen Gegenstand oder der Kante eines anderen Kartons wirkt direkt auf den Truck, der zwar in einer Styropor Form im Originalkarton liegt, aber der mechanischen Belastung nicht unbedingt standhält.
 

Euphorie und Ernüchterung

Der erste Eindruck nach dem Auspacken :  WOW !!! – der macht was her.

   Mit seinen 45cm Länge und der Lackierung in dunkelrot-Metallic, macht der Monstertruck optisch, einen sehr guten Eindruck. Die Scheinwerfer und Rückleuchten sind beleuchtet - allerdings nur während der Fahrt. Das Fahrgestell des Monstertrucks verfügt über Einzelradaufhängung und Stoßdämpfern an beiden Achsen. Die  Gummireifen haben ein grobstolliges Profil. Beste Voraussetzungen für den Einsatz im Gelände und auf weichem Untergrund.

Dem tollen ersten Eindruck folgte allerdings genauso schnell die Ernüchterung. Dabei ist der Transportschaden nur einer von vielen Punkten, die ich im Folgenden beschreiben möchte.

Die Plastik-Karosserie und die komplette Fahrzeugtechnik (Mechanik, Aufhängung) wirkt ein wenig billig und empfindlich, was sie wahrscheinlich auch ist. Das erklärt auch den Verlust des rechten Außenspiegels allein durch den ruppigen Versand. Was mag da erst passieren, wenn man irgendwo im Gelände „hängenbleibt“?
   Wie schon eingangs erwähnt, hatte sich das Fahrzeug in der Styroporform selbstständig gemacht. Dabei wurde der rechte Außenspiegel abgeschlagen.

Auch wenn die Beschriftung am Fahrzeug anderes vermuten läßt - das Foto oben ist  nicht spiegelverkehrt. Es ist tatsächlich die rechte Seite des Monstertrucks. Die Klebefolie mit der Beschriftung selber ist das Problem.
Sie wurde schlichtweg spiegelverkehrt angefertigt - oder sehen Sie darin einen anderen Hintergrund - ich jedenfalls nicht. Bei realen Rettungsfahrzeugen habe ich spiegelverkehrte Schriftzüge "Feuerwehr", "Rettungsdienst" oder "Notarzt" an der Front des Fahrzeuges schon gesehen (damit Autofahrer den Schriftzug im Rückspiegel sofort erkennen können, aber an der Seitenpartie eines Monstertrucks finde ich das ziemlich wertfrei.

Den Arbeiterinnen im Werk, die im Akkord die Teile anbringen, dürfte es ohnehin egal gewesen sein, was und wie herum etwas auf dem Aufkleber steht. Das ist eben schlampige Arbeit aus Fernost und Massenproduktion ohne jegliche Qualitätskontrolle.

   Die Aufkleber selber wurden recht lieblos und schlampig angebracht. Dieses Mal ist die linke Seite des Trucks zu sehen. Hier paßt zwar die Beschriftung, aber wie bei allen Klebefolien am Truck strotzt auch diese vor Falten und Lufteinschlüssen oder steht an den Rändern ab.

   Die Kratzer und Lackmacken auf dem Dach sind vermutlich das Resultat des Transportschadens oder "Fertigungstoleranzen". Gut - daran muß man sich nicht unbedingt stören. Im Laufe des weiteren Monstertruck-Lebens werden sicherlich noch weitere dazu kommen. Aber bei Neuware, die man direkt auspackt, ärgert es einen schon.
 

Die Fernsteuerung

   Mehr Schein als Sein. Der erste Eindruck trügt auch hier. Was wohl Hochwertigkeit suggerieren soll, ist nur Attrappe. Alle Schieberegler für die Trimmung sind natürlich nur angedeutet. Das kann man bei einem Spielzeug dieser Preisklasse auch nicht anders erwarten. Leider ist aber auch der Hauptschalter nicht echt und das ist Schade. ( Der RC-Truck hingehen verfügt über einen Hauptschalter an der Fahrzeugunterseite )

Nachdem der 9V Block eingelegt ist, ist die Fernbedienung direkt betriebsbereit. Da ich im Inneren der Fernsteuerung aufgrund der Aufmachung auch keine anspruchsvolle Regelelektronik vermute, dürfte auch kein Ruhestrom fließen.
Aber man sollte beim Wegräumen darauf achten, daß nichts auf der Fernsteuerung abgelegt wird und dabei die Steuerknüppel aus der Mittelstellung bewegt werden, da dann die Batterie natürlich entladen wird. Bei längerer Nichtbenutzung sollte man sie ohnehin herausnehmen. Eine LED zwischen den beiden Steuerknüppeln signalisiert beim Betätigen die Einsatzbereitschaft der Batterie.

Die Antenne liegt separat bei und wird vor Betrieb der Anlage angeschraubt. Sie hinterläßt aber auch nicht unbedingt den Eindruck besonderer Stabilität. Also möglichst nirgends hängenbleiben.
 

Irreführende Angaben

   Wenn der Händler Akkubetrieb und Akkus im Lieferumfang anpreist, mit Aussagen wie „ …einfach Akku einlegen und losfahren…“, so ist dies mit Vorsicht zu genießen. Lieber nochmals nachfragen. Bei diesem Fahrzeug ist zwar ein Akku für den Truck selber vorhanden, aber der 9V-Block für die Fernsteuerung hingegen ist nur eine herkömmliche Batterie. (aber wenigstens ist beides schon im Lieferumfang enthalten).
Die Belastung des 9V-Blockes durch die Fernsteuerung dürfte nicht so hoch ausfallen, so daß eine hochwertige Batterie lange halten sollte. Ob die mitgelieferte 9V-Batterie hochwertig ist, sei dahin gestellt.

Das im Set enthaltene Ladegerät verfügt den entsprechenden Adapter für den Akku. Zum Laden muß dieser allerdings ausgebaut werden, denn eine Ladebuchse am Fahrzeug gibt es nicht. Dafür läßt sich der Akku aber einfach am Fahrzeugboden in eine Führung einsetzen und mit einem Riegel gegen das das Herausfallen sichern, was den Einbau und das Entnehmen erleichtert.
Die Buchse zum Einstecken des Akkus am Fahrzeugboden ist ein wenig nach innen versetzt.was das Ein- und Ausstecken etwas erschwert. Stecker und Buchse sind codiert, so daß eine versehentliche Verpolung im Normalfall ausgeschlossen ist.

 

Fahreigenschaften

Eine Dosierung des Fahrtreglers ist nicht möglich. Es geht nur FullSpeed vor und zurück. Wie lange das die Kunststoffritzel am Motor und Antrieb wohl aushalten? Auf glatten Oberflächen eignet sich die Bereifung überhaupt nicht, da die Reifen aufgrund des Stollenprofils und des sehr geringen Eigengewichts des Trucks keinen Grip bekommen und deshalb ständig durchdrehen. Das entwickelt sich sehr schnell zur Spaßbremse, es sei denn man steht auf Driften und Powersliding. Auch bei der Lenkung gibt es nur den kompletten Links- oder Rechtsanschlag. Um die landwirtschaftlichen Toleranzen bei der Fertigung auszugleichen ist ein mechanischer Regler an der Fahrzeugunterseite angebracht, mit dem der Geradeaus-Lauf justiert werden kann.
 

Fazit

Auf die anfängliche Euphorie folgte schnell die Ernüchterung. Der Transportschaden wurde von mir reklamiert und durch einen ordentlichen Preisnachlaß reguliert. Da ich ohnehin schon sehr günstig an den Truck herangekommen bin, kann ich mit den genannten Abstrichen leben.
Angesichts der vorliegenden Qualität, Verarbeitung und Technik hätte ich persönlich den derzeitig aktuellen Preis auch ohne Transportschaden aber nicht akzeptiert und den Artikel umgehend zurückgesandt. Natürlich hat Qualität ihren Preis. Nur sehe ich die bei diesem RC-Truck leider nicht.

Da man weder Geschwindigkeit noch Lenkung dosieren kann braucht man ausreichend Freiraum: Also ist der Monstertruck nichts für die Wohnung sondern nur was für die Straße oder das Gelände.

Auch wenn meine Bewertung insgesamt negativ ausfällt, will ich auch nicht generell vom Kauf abraten. Jeder soll das für sich entscheiden. Ich möchte lediglich vor allzu hohen Erwartungen warnen, damit die darauf folgende Ernüchterung beim Käufer und die Enttäuschung bei dem Beschenkten nicht zu groß ausfällt.
Wer allzu ruppig mit dem Truck umgeht, wird nicht allzu lang Freude daran haben. Kontakte mit Mauern und Bordsteinen würde ich genauso meiden wie aprupte Wechsel von Vorwärts auf Rückwärts. Das gibt das Material auf Dauer nicht her.
 

Nachtrag

Ich durfte den Monster Truck auch schon reparieren, weil die Beleuchtung am Truck komplett ausgefallen war. Das Chassis ist mit vier Schrauben am Fahrgestell befestigt. Vorsicht beim Abnehmen, die Kabel, die zu den LED der Beleuchtung an Front- und Heckpartie führen sind nicht allzu lang. Schnell konnte ich den Grund für den Totalausfall der Beleuchtung ermitteln.
Die Kabel sind schlampig an die Zentralplatine gelötet. Als "gelötet" möchte ich diesen Pfusch eigentlich nur ungern bezeichnen. Das ist eher "Anheften" von Kabeln. Durch die Erschütterungen beim ersten Straßen- und Geländeausritt hat sich dann eine dieser "Heftungen" gelöst und zwar die Spannungsversorgung der LEDs.
Bei der Gelegenheit habe ich gleich alle Lötstellen nochmals vernünftig nachgelötet und so die eine oder andere "kalte" Lötstelle gleich mit beseitigt. Mal sehen, was als nächstes kommt ...

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