RC Modell Hubschrauber Helicopter Einführung

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  Helicopter
Mit dem folgenden Ratgeber möchte ich einen Überblick geben über die vielen funkferngesteuerten Hubschrauber, die z.Z. auf dem Markt erhältlich sind. Die Weiterentwicklung der Akku- und Motorentechnik in den letzten Jahren hat einen regelrechten Elektro-Heli-Boom ausgelöst. Auch die Kreiseltechnik ist enorm fortgeschritten.

Zu allererst:

Für Tipps und Updates bin ich jederzeit dankbar.  So, nun gehts aber los...
Helis angefangen vom kleinen 3-Kanal Hubi bis hin zum ausgereiften Modell für Fortgeschrittene sollen hier beschrieben werden.
Die zahlreichen Outdoor- und Kunstflugheli´s für Profi´s werden am Ende angesprochen.
Quadcocopter werden hier nur kurz beschrieben. Auch hier gibt es inzwischen unzählige Modelle auf dem Markt, z.B. den Phantom von DJI oder auch einen Blade 350 QX. Der Vorteil der Quadrocopter ist, dass sie selbständig über GPS die Position beibehalten, auch die Höhe behalten Sie über Drucksensoren bei ohne steuern zu müssen. Mit einem Gimbal lassen sich so schöne Video Aufnahmen machen.

Hubschrauber lassen sich nach ihrem Funktionsprinzip in drei Klassen einteilen:

Koaxial Helis: (z.B. Graupner Micro Reihe, Hirobo SRB), Einstufung: für Anfänger

Ein Hubschrauber mit Koaxialrotor hat eine konstante Drehzahl und verwendet zwei gegenläufig drehende Hauptrotoren, die übereinander in einer Drehachse angeordnet sind. Ein großer Vorteil dieser Bauweise gegenüber der gängigen Heckrotorkonfiguration besteht darin, dass kein Heckrotor notwendig ist um die Eigenrotation auszugleichen, da sich die Momente der beiden Hauptotoren aufheben. Das System ermöglicht einen sehr ruhigen Schwebeflug. Die Steuerung der Links/Rechts Drehung erfolgt durch das Verhältnis der zwei elektronisch geregelten Elektromotoren. Der untere Rotor, mit dem der Heli über eine Taumelscheibe gesteuert wird, wird über eine Hohlwelle angetrieben.
Für Anfänger im Helisport empfohlen.

Helis mit Fixed Pitch FP, Single Rotor: (z.B. Multiplex Funcopter, Blade mSRx, Nine Eagles Solo Pro), Einstufung: für Fortgeschrittene

Die Koax-Helis werden heute mehr und mehr durch die Single-Rotor-Helis verdrängt.
Als Pitch bezeichnet man den Anstellwinkel eines Rotorblatts gegenüber der anströmenden Luft.
Helis mit festem Anstellwinkel (fixed Pitch, FP) sind elektronisch aufwendiger als die Koax-Helis aber mechanisch einfacher aufgebaut als die unten genannten CP-Helis und steuern die Höhe über Drehzahländerungen des Rotors. Wegen der einfachen Mechanik überleben viele FP-Helis mal einen Absturz und können eher von Anfängern geflogen werden. Die Rotorblätter haben eine Krümmung (Anstellwinkel), der Heli steigt mit zunehmender Drehzahl nach oben, wird die Drehzahl über den Steuerknüppel reduziert, sinkt der Helikopter.
Das Flugverhalten der Single-Rotor Helis ist zwar ein wenig anspruchsvoller als das der Koax-Helis, sehen dafür realistischer aus, da auf die zweite Rotor-Ebene verzichtet werden kann. Typisches Verhalen beim Starten, bevor der Heli abhebt: Rechts drehende Single-Rotor-Heli werden beim Starten vom Heckrotor nach links weggeschoben.

Bekannte Single Rotor Helis sind die Arrow-Reihe von Robbe, Helis von Ikarus, von E-Flite die Blade MSR Modelle, Modelle von Revell oder die Solo-Pro Reihe von Nine-Eagles, der T-Rex100 von Align, ... Von Multiplex gibts den Funcopter im Angebot, der für das Fliegen im Freien entwickelt wurde und sehr crashresistent ist.
Empfehlung: Für fortgeschrittene Piloten.

Helis mit Collective Pitch CP: (z.B. Align T-Rex Modelle, Mikado Logo Reihe, Graupner WP Reihe, Thunder Tiger Raptor Reihe, Blade mcpx, Nano cp x,...),  Einstufung: für Profis

Bei der kollektiven Blattverstellung (collective Pitch, CP) wird die Drehzahl mithilfe des Drehzahlreglers konstant gehalten, das Auf und Ab des Helis wird über den Anstellwinkel der Blätter gesteuert. Diese Methode hat den Vorteil, dass bei Änderung der Knüppelstellung  sofort eine Reaktion erfolgt, da nur die Blätter gekippt werden, und der Motor nicht erst hochdrehen muss. Dafür ist der Rotorkopf anspruchsvoller aufgebaut, auch ein aufwendiger Drehzahlregler ist dazu notwendig.
Da die Rotorblätter auch negativ angestellt werden können (Negativ Pitch) kann auch auf dem "Kopf" geflogen werden, das ist mit FP (Fixed Pitch) nicht möglich. CP gibt es ohne und auch noch mit Paddelstange heute auf dem Markt. Mehr dazu weiter unten.
Außerdem sind diese Modelle aufgrund der Größe fast ausschliesslich für draußen konstruiert. Nur kleine CP-Helis können alternativ in der Halle geflogen werden.
Empfehlung: Für Profis und solche die es werden wollen. Je früher man anfängt umso besser. Erwachsene tun sich am Anfang erfährungsgemäß schwerer als Jugendliche. Diese Helis verlangen zwar am Anfang viel Übung, Ehrgeiz und Geduld, jedoch wird man früher oder später mit sehenswerten Flügen belohnt, die süchtig machen können.

Es gibt heute sehr viele Indoor-Modelle von den unterschiedlichsten Herstellern. Eine Gesamtüberblick zu geben ist heute einfach nicht mehr möglich und dieser Ratgeber kann nur einen Auszug geben. Der Ratgeber müsste laufend aktualisiert werden um allen Weiterentwicklungen zu berücksichtigen.
 

Paddelstange

Bis vor ein paar Jahren arbeiteten alle Helisysteme mit einer Paddelstange. Kurz gesagt stabilisiert diese den Heli und sorgt für einen ruhigen Flug.
Heute gibt es Systeme, die ohne diese Stabistange auskommen:

Flybarless Systeme

Auch bei Indoor-Helis wird heute auf die stabilisierende Paddelstange verzichtet, in Englisch "flybarless". Verwendet wird das System bei Helis mit collektiven fixen Pitch "CP". D.h. die Drehzahl ist konstant und die Steuerung erfolgt über eine zyklischen Anstellwinkel der Rotorblätter über drei Taumelscheibenservos. Als Indoor Helis zählen dazu z.B. der mCPx von E-flite oder die Blue Arrow 3D Reihe von Robbe.
Für Profis und Outdoor Fliegen wurde z.B. das FBL System Microbeast von Beastx entwickelt, s. unten bei Outdoor.
Diese Helis sind jedoch nur demjenigen zu empfehlen, der bereits erste Erfahrungen mit einem der obigen Koax- bzw. Single Rotor Helis mit Paddelstange gesammelt hat. Lt. Anbieter erst ab 14 Jahre geeignet.

Auf dem Markt gibt es noch zahlreiche andere Modelle, z.B. von Ikarus, von E-flite die MSR-Reihe, ESky, Robbe, LRP, Revell oder Carson.
Sie sind meistens RTF, also ready to fly, mit allem notwendigem Zubehör inkl. 2.4 GHz Funkfernsteuerung. BNF sind "bind and fly" Modelle, d.h. es muss die eigene Fernsteuerung an das Modell gebunden werden.
Um all diese Heli´s zu beherrschen, sollte man zuvor am Flugsimulator üben, damit sich ein schneller Erfolg einstellt und man nicht zuviel gleich am Anfang schrottet. Vom Alter her so ab ca. 10 Jahre geeignet.
Hier bietet sich zum Anfang der kostenlose Flugsimulator MULTIflight an. Die Software steht im Internet zum Download bereit. Jedoch wird ein eigener Sender und ein USB-Adapterkabel (USB Simulator Interface) zum Anschluss an den PC benötigt. Andere Flugsimulatoren, wie der Easyfly haben den Gamecontroller teilweise gleich mit an Bord.
Professionelle Flugsimulatoren sind z.B. der Ikarus Aerofly oder der Reflex-XTR Simulator.

Generell empfehle ich immer eine Beratung und Kauf im Fachhandel. Dort wird das Modell sauber getrimmt und eingestellt.
Bei gebrauchten Heli´s ist dagegen oft was vertrimmt, der Heli eiert in der Gegend rum und man verliert sehr schnell wieder die Lust am RC-Hobby.
Auch Hersteller aus Fernost mit eigenen Entwicklungen sind heute stark am Markt vertreten, jedoch mit fragwürdiger Qualität.
Jede lose Schraube kann das Modell zum Absturz bringen!

Outdoor Modelle

Wer sich für den Outdoorbetrieb gerüstet fühlt, kann sich bei den weltbekannten schwäbischen Modellbaufirmen von Graupner und Multiplex oder Ikarus und Krick im Schwarzwald umsehen. Auch Mikado bietet Profi-Qualität. Hier sei z.B. der ECO7 von Ikarus, der Mikrostar von Graupner,  die Logo-Reihe von Graupner bzw. Mikado, der Funcopter von Multiplex, Modelle von Hirobo, die Raptor-Reihe von Thunder Tiger oder die bekannten T-Rex Modelle vom taiwanesischen Hersteller Align genannt.
Graupner, Ikarus, Multiplex und Mikado bieten hier sehr gute Qualität und Service.
Ikarus bietet z.B. auch den High-End Flugsimulator an, den AeroFly 5.
Günstigere Heli-Varianten sind der Piccolo oder ECO8 von Ikarus oder von Hirobo der SRB Quark als Folgeheli nach dem Koax. Auch hier gibt es heutzutage jede Menge weiterer Anbieter, ob im Lowcost- oder Profibereich.

Outdoor Hubi´s für Kunstflug und 3D  werden alle mit collektivem Pitch CP gesteuert, also mit variablem Rotoranstellwinkel und programmierter Drehzahl. Sie fliegen nicht eigenstabil und hier geht der Spass ab ein paar Hundert Euro los. Das ist dann auch kein Spielzeug mehr!
So ist man mit einem vernünftigen Heckkreisel/Gyro bzw. Flybarless System heute mit gut 100€, mit einem 6-Kanal Sender von Graupner oder Multiplex mit moderner 2.4 GHz ab 300€ dabei. Dafür tummelt man sich dann in der Königsklasse des RC-Modellflugs und diese Modelle haben inzwischen eine unglaubliche Power. Die Lipo-Akkutechnologie hat hier neben den Brushless Motoren maßgebend dazu beigetragen.
Motoren und Drehzahlregler werden z.B. von der schwäbischen Firma Kontronik angeboten, welche eine unglaubliche Performance haben.
Natürlich sind noch viele Verbrenner-Helis auf dem Markt, die mit Nitro oder Benzin befeuert werden. In großen Scale Helis sind sogar richtige Turbinen-Antriebe weit verbreitet, z.B. von JetCat aus dem Schwarzwald.
Wie erwähnt benötigen heutige Heli´s keine stabilisiernde Paddelstange mehr, über ein Flybarless-System wird die Paddelstange softwaremäßig simuliert und überflüssig. Sogar der Heckkreisel ist im Flybarless-System integriert. Allerdings benötigen diese Systeme auch schnelle und starke Digitalservos. Das Flugverhalten ist sehr direkt, kann aber softwaremäßig eingestellt werden. Bsp. ist hier das Microbeast von Beastx, Made in Germany.
Am besten dazu im Fachhandel beraten lassen und auch im Fachhandel kaufen!
Dort wird der Heli in der Regel exakt eingestellt, eingeflogen und getrimmt. Nicht zuletzt auch wegen der ausführlichen Beratung und der Ersatzteilbeschaffung ein guter Rat. Außerdem hat sich noch immer folgende Modellbauer Weisheit bewahrheitet:
"Wer billig kauft, zahlt doppelt."
Aus Erfahrung kann ich sagen, dass auch eine RC Flugschule eine sinnvolle Investition ist.


==>> Wer jetzt auch vom Heli-Fieber infiziert ist, erhält z.B. unter rclineforum(punkt)de, rc-heli-action(punkt).de, rc-network(punkt).de und natürlich beim Fachhändler jede Menge weiterer Info´s.

Viele crashfreie Flüge...
E.Huchler


 
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