Quarz - mehr als nur ein schöner Stein

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Quarz - mehr als nur ein schöner Stein

Quarz ist in aller Munde. Auf das weit verbreitete Mineral trifft man in Uhren, Schmuck, in der Technik und in vielen Dekorationsartikeln. Warum Quarz so vielseitig einsetzbar ist und wieso man es sogar in Fliesen und in der Esoterik findet, erläutert dieser Artikel.

Was ist Quarz und wo findet man es?

Dass Quarz ein Mineral ist, wurde schon eingangs erwähnt. Genauer gesagt ist es das zweithäufigste Mineral in der Erdkruste. Mit der Erdkruste ist die äußere, feste Schale der Erde gemeint, die ca. 35 km tief reicht und den Erdmantel umschließt. Sie besteht zu ca. 60% aus Quarz, so auch die Wüsten mit ihren Quarzsanddünen. Heutzutage wird Quarz kaum noch in Bergwerken wie in Brasilien gefördert. Die künstliche Herstellung von Quarz oder der Abbau in Quarzsandgruben ist wesentlich effizienter und kostengünstiger. Die chemische Zusammensetzung von Quarz ist SiO2 (Si steht für Silizium). Es ist ein sehr hartes Mineral mit einer sogenannten Mohshärte von 7, während Diamant als Vergleich eine 10 hat. Der beliebte Rohstoff bildet in seiner reinen und natürlichen Form Glas ähnliche, transparente Kristalle, variiert aber oft in ganz unterschiedlichen Farben durch Verunreinigungen und Verbindungen mit anderen Mineralien und Gesteinen, was ihn neben seiner Robustheit und die damit einhergehende, einfache Schleifbarkeit so begehrt als Edelstein und Schmuck macht.

Herkunft des Minerals und seines Namens

Quarz kennt man schon seit dem Mittelalter. Damals wurde der Begriff für sämtliche Kristalle, die der Menschheit bekannt waren, verwendet. Erst im 16. Jahrhundert schränkte man dies etwas ein und bezog sich auf die in Bergwerken an die Erdoberfläche beförderten Kristalle. Die Bezeichnung „Quarz“ lässt sich ableiten vom slawischen „hart“ oder lateinischem „Felsgestein“ und findet heutzutage international Verwendung, wenn auch in leicht abgewandelter Form, wie das englische „quartz“. Die Verallgemeinerung des Begriffes „Quarz“ für verschiedene Minerale, wie es damals gängig war, findet sich auch heute noch wieder. So bezeichnet die sogenannte Quarzgruppe diverse ähnliche oder gleiche Minerale wie zum Beispiel Opale oder Amethysten.

Natürliche Vorkommen und künstliche Herstellung von Quarz

Natürliche Quarzvorkommen gibt es überall auf der Welt. Durch die Entstehung von Quarz in der Erdkruste findet man es flächendeckend auf der Erde verteilt. Quarz bildet natürliche Kristalle und durch Variationen und verschiedene geologische Gegebenheit sehen diese alle sehr unterschiedlich in Form und Farbe aus. Auch nicht kristalline Formen können auf natürliche Weise entstehen. Sie werden auch als Achate bezeichnet, die in ihrer natürlichen Form etwas wie Muscheln aus Stein aussehen. Auch diese Quarzform wird in der Schmuckindustrie sehr geschätzt. Durch den vielseitigen Einsatz von Quarz, aber auch durch die sehr unterschiedlich und somit oft nicht ideal geformten Kristalle im natürlichen Entstehungsprozess wird das Mineral seit den 1950er Jahren synthetisch hergestellt. So kann auch präzise auf die Reinheit des Quarzkristalles Einfluss genommen werden.

Vielfältige Verwendung von Quarz

Quarz findet sich in seiner ursprünglichen Form, aber auch industriell weiterverarbeitet, in vielen Bau-, Roh- und täglichen Gebrauchsmaterialien wieder. Durch seine Härte und glänzende Kristallform kann es vielseitig eingesetzt und optisch ansprechend verarbeitet werden. Selbst im Esoterikbereich hat Quarz eine wichtige Bedeutung.

Quarzsand als Rohstoff

Als wichtiger, weltweit genutzter Rohstoff gilt Quarzsand, also Sand, der aus Quarzkörnern besteht. Er wird vor allem in der Glasindustrie zur Herstellung von Fenstern, so genanntes Quarzglas, genutzt. Quarzglas ist widerstandfähiger als andere Glassorten und hält starken Temperaturwechsel und Temperaturen von bis zu 1400 °C stand. Es ist beständig gegen die meisten Säuren und andere chemische Substanzen und bietet eine geringe elektrische Leitfähigkeit. Als extremes Anwendungsbeispiel sei die Verwendung von Quarzglas als Fenster für Space Shuttles genannt. Ansonsten findet man es in Gefäßen für Chemikalien oder in optischen Linsen. Quarzsand selber findet sich auch in der Keramikherstellung wie z.B. bei Porzellan wieder. Hierfür spricht die Härte, die Säure- und Laugenbeständigkeit und die gute Wärme- und Elektrizitätsisolierung von Quarz. Weiterhin wird es als Bremssand für Schienenfahrzeuge und in Putz- und Schleifmitteln verwendet. Auch in Handschuhen findet sich Quarzsand. Er dient hier als zusätzlicher Schutz vor Schnittverletzungen, und diese so verstärkten Handschuhe finden somit im Polizeidienst oder als Militärausrüstung Verwendung.

Quarz als Baumaterial für Fußböden und Arbeitsplatten

Im Allgemeinen wird Quarz zur Herstellung von harten Oberflächen genutzt, wie zum Beispiel in Fußböden oder in Arbeitsplatten. So gibt es eine Vielzahl von bunten Fliesen aus Quarz. Sie bieten ähnliche Eigenschaften wie Steinfliesen, sind jedoch widerstandsfähiger, leichter und können wesentlich flacher in der Höhe, aber auch auf die Fläche gesehen breiter geschnitten werden, ohne brüchiger zu sein. Hinzu kommt die bereits erwähnte, gute Temperaturbeständigkeit, weswegen sich die Fliesen in Verbindung mit einer Fußbodenheizung anbieten. Einsetzbar sind Quarzfliesen sowohl im Außen- als auch im Innenraum. Weitere Verwendung findet man in Arbeitsplatten für beispielsweise Küchenplatten, Ablagen im Bad, Fensterbänken oder Möbeloberflächen. Auch hier wirken sich die besondere Härte in Form von Kratz- und Schlagfestigkeit, sowie der geringe Abrieb des Quarzes positiv aus. Weitere, angenehme Vorteile von Quarz bei Arbeitsplatten, Ablagen oder Böden ist die große Farbvielfalt und die dichte, makellose Oberflächenbeschaffenheit, die stets edel wirkt und leicht zu reinigen ist.

Quarzuhren und weitere Verwendung in der Technik

Eine Besonderheit von Quarz ist die so genannte piezoelektrische Eigenschaft. Das heißt, dass durch eine elektrische Ladung mechanische Schwingungen im Kristall ausgelöst werden. Dies führt zu einem sehr stabilen Taktsignal mit genau definierbarer Frequenz. Diese hier synthetisch gezüchteten Quarzkristalle werden Schwingquarze genannt. Sie werden künstlich hergestellt, da die Symmetrie und die Reinheit der Quarze für die Funktionsweise und die Genauigkeit der Schwingungen entscheidend sind. Verwendung finden diese Schwingquarze vor allem sehr präzise arbeitenden Quarzuhren. Da der Taktgeber hier nicht mechanisch ist, kann er in einem sehr breiten Frequenzspektrum arbeiten und wird auch in Mikrocontrollern oder Sendeanlagen genutzt - ideal also für sämtliche Technik, die mit Taktgebern arbeitet. Die Robustheit der Schwingquarze erlaubt zudem eine sehr kleine Bauweise, so dass sie auch in kleinen Uhren, wie zum Beispiel in Armband- oder Taschenuhren, Platz finden oder aber auch im Modellbau, wo möglichst kleine Quarzempfänger und weitere Feinelektronik aus Quarz benötigt werden.

Schmuck aus Quarzkristallen

Die weit verbreiteten Quarzmengen weltweit und die verschiedenen Variationen in Form und Farbe haben Quarz seit jeher als wichtiges Mineral für die Herstellung von Schmuck und Dekorationen interessant gemacht. Viele klassische Edelsteine sind nichts weiter als bearbeitete Quarzkristallvariationen. Die hier aufgeführten und wohl bekanntesten Vertreter dieser Schmucksteine sind nur ein kleiner Teil der Artenvielfalt von Quarz. Der Amethyst ist ein bekannter Vertreter dieser Edelsteine. Er erstrahlt in violetter Farbe, die jedoch bei direkter und längerer Sonneneinstrahlung ausbleicht. Wie auch alle weiteren Edelsteine findet man Amethysten geschliffen an Ringen, Ketten, Armbändern oder Ohrsteckern. Doch auch in ihrer ursprünglichen, kristallinen Form bieten sie eine wunderschöne Dekoration in Regalen oder auf Schreibtischen. Der Citrin, dessen Wortherkunft auf das lateinische „citrus“ also Zitrone, zurückgeht, verdankt seinen Namen seiner gelben Farbe. Er ist in seiner natürlichen Form sehr selten, weshalb er als Schmuckstein fast ausschließlich künstlich hergestellt wird. Oft werden Citrine auch Topas genannt, was jedoch irreführend ist, da Topas-Minerale nicht aus Quarz bestehen. Der Jaspis ist eine weitere Quarzvariation, die sehr selten in reiner Form auf der Welt vorkommt, dafür aber durch zahlreiche Vermengungen mit anderen Mineralien mit wunderschönen Farbverläufen glänzt. Durch die vielfältigen Farbmuster ist es jedoch sehr schwer, echte Jaspissteine von Imitationen zu unterscheiden.

Der Onyx hat, anders als seine Quarzverwandten, keine kristalline Form, ist undurchsichtig und beeindruckt in natürlicher Form durch feine Schwarz-Weiß-Linien und Farbverläufe. In Edel- und Schmucksteinen findet aber vor allem die tiefschwarze und dennoch leuchtende Farbe Gefallen. Weiße Linien oder Flecken im Schwarz zeugen von der Echtheit des Edelsteins. Wie der Onyx, ist auch der oben bereits erwähnte Achat kein Quarzkristall im eigentlichen Sinne, sondern eher steinförmig. Geschliffen und verarbeitet ist er dennoch ein weit verbreiteter und beliebter Edelstein, der durch farbliche Vielfalt zu beeindrucken weiß. Alle vorgestellten Edelsteine haben die gleichen Vorteile, nämlich die schon oft erwähnte Härte des Quarzes, einhergehend mit der guten Schneid- und Polierbarkeit. So können auch kleine, jedoch stabile Schmucksteine angefertigt werden.

Der Quarz und die Esoterik

Verbunden mit den positiven Eigenschaften von Quarz ist auch eine spirituelle Sicht der Edelsteine. Ihren besonders leuchtenden und anmutend wirkenden Farben wurden schon im Mittelalter heilende Kräfte zugesagt. Der reine Quarzstein gilt als Heilstein, der für innere Ruhe und Ausgeglichenheit sorgen soll. Der Hautkontakt wird als angenehm und warm empfunden. Weiterführend sollen sogenannte Rauchquarze, eine Quarzmineralvariation mit graubräunlicher Farbe, Kopfschmerzen bekämpfen und Nackenverspannungen lösen. Der Amethyst mit seiner farbliche Nähe zu Wein dient als unterstützende Heilwirkung bei Alkoholabhängigkeit. Der Jaspis gilt als Schutz vor Krankheiten und beschert innerliche Harmonie und Frauen gesunde Schwangerschaften. Der Onyx hilft bei Wetterfühligkeit, stärkt das Selbstbewusstsein und die Lebensfreude. Der Achat bietet Schutz und Geborgenheit durch Erdverbundenheit.

Heilsteine werden als Amulette oder in natürlicher Form in handlicher Größe vermarktet. Es gibt viele Bücher, die sich mit dem Thema Heilsteine beschäftigen. Die unüberschaubare Anzahl an Quarzvariationen und die spezifischen Bedeutungen und Heilwirkungen dieser Kristalle bieten der Esoterik-Literatur viele Inhalte. Die heilende Wirkung dieser Quarzkristalle ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen, auch die Ausprägung der Farben und die damit verbundenen, gezielten Anwendungsgebiete werden jeher intensiv diskutiert. Die weite Verbreitung im Mittelalter wurde durch die Wissenschaft und die damit ausbleibenden Beweise getrübt und erst mit der New-Age Welle wurden Heilsteine wieder populärer. Vielen dieser Steine wird nur ein Placebo-Effekt nachgesagt, der Glauben allein entscheidet hier.

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