Qualität und Ursprung von Hochzeitsmandeln

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Mandeldragees werden im deutschsprachigen Raum hauptsächlich als Hochzeitsmandeln oder Taufmandeln bezeichnet. Es handelt sich um Mandeln, die mit einer Zuckerdragierung überzogen sind. Dabei gilt es die Pariser Mandel (Mandel mit Dragierung) sowie die Wiener Mandel (Mandel mit Schokolade und Dragierung) zu unterscheiden. Leider werden sie oft verwechselt. Da minderwertige Mandeldragees teilweise teuerer als hochwertige angeboten werden, wollen wir versuchen, Ihnen die Entscheidung beim Kauf zu erleichtern.
Qualität:
Im Handel erhalten Sie Mandeldragees (Hochzeitsmandeln) unterschiedlicher Qualität: erhältlich sind bereits Mandeln mit einem Mandelanteil von 15%. Wir empfehlen Hochzeitsmandeln mit mindestens 40% Mandelanteil. Umso höher der Mandelanteil (in Prozente angegeben) ist, umso dünner ist die Dragierung und umso hochwertiger sind die Hochzeitsmandeln. Leider scheuen sich viele Anbieter die Prozentzahl anzugeben.
Auch ist die Mandelsorte und deren Herkunft für die Qualität der Hochzeitsmandeln entscheidend. Mandeln aus dem Mittelmeerraum sind den kalifornischen Mandeln vorzuziehen, weil sie schmackhafter sind und den Mandeldragees einen besseren Geschmack verleihen.
Als drittes Kriterium für die Qualität der Hochzeitsmandeln ist die Zusammensetzung der Dragierung entscheidend. Zutaten wie  z. B. Gummi Arabicum (werden aus dem Pflanzensaft von Verek-Akazien gewonnen) sind den tierischen Zutaten (wie z. B. Gelatine) vorzuziehen. Natürliche Vanille ist künstlichen Aromen wie Vanillin vorzuziehen. Fette sind nicht notwendig und besser zu meiden, da die Hochzeitsmandeln dadurch temperaturempfindlicher werden. Natürliche Farbstoffe sind den künstlichen natürlich vorzuziehen.
Geschichte und Ursprung:
Der genaue Ursprung des Dragees ist nicht bekannt, es gibt drei Versionen:
1. In der griechischen Antike bedeutete das Wort „tragem“ Süßigkeit und bezeichnete eine Speise, die am Ende der Mahlzeit gereicht wurde. Daraus entstand der Begriff Dragee.
2. Ein römischer Confiseur namens Julius Dragatus erfand das Dragee, als er eine Mandel in Honig fallen lies und zu einer Taufe verschenkte.
3. Im Jahr 1220 suchte ein Apotheker aus Verdun in Frankreich nach der Möglichkeit seine Mandeln für den Transport haltbarer zu machen. So hatte er die Idee, diese mit Rohrzucker und Honig zu überziehen und durch Hitze zu härten. Die dadurch süßen und schmackhaften Mandeln wurden schnell beliebt. Behilflich für einen wohlriechenden Atem und bei der Verdauung, wurde Ihnen auch eine heilende und aphrodisierende Wirkung nachgesagt. So kamen sie bei familiären Festlichkeiten wie z. B. Hochzeiten, Taufen und Kommunionen auf den Tisch. Die Adligen am Hofe des Sonnenkönigs Ludwig XIV führten in ihrem Drageoir Ihre Mandeldragees (Hochzeitsmandeln) mit. Schnell wurden sie am Europäischen Hofe und somit europaweit bekannt.
Heute werden die Mandeldragees in Frankreich und vielen anderen Ländern bei Familienfesten traditionell in Tüllsäckchen oder Schatullen bis 500 g als Gastgeschenke überreicht. In manchen Regionen wird symbolisch nur eine bestimmte Anzahl Mandeln überreicht. In Deutschland hat sich hauptsächlich die Tradition aus einer italienischen Gegend mit 5 Hochzeitsmandeln durchgesetzt. Dabei stehen die Mandeln z. B. für Liebe, Gesundheit, Glück, Erfolg und Segen. Die Bedeutung kann variieren und genau so für Kinderreichtum, Wohlbefinden o. ä. stehen. In anderen Regionen werden die Verpackungen ganz gefüllt. Teilweise werden die Mandeldragees dabei mit Schokoladendragees gemischt.


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