Produktleitfaden für den Kauf von Rückprojektions-TV-Lampen

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Produktleitfaden für den Kauf von Rückprojektions-TV-Lampen

Wie funktioniert ein Gerät mit Rückproduktionstechnik?

Der Begriff „Rückprojektion“ bezeichnet all jene Vorgänge, bei denen Bilder, seien sie nun statisch oder bewegt, von hinten auf eine Leinwand geworfen werden. Im Gegensatz zur im Kino verwendeten Projektion, bei der das Bild direkt auf eine Leinwand abgebildet wird, scheint das Bild bei der Rückprojektion vom Betrachter aus von vorne auf die Projektionsfläche. Offizieller Erfinder der Rückprojektionstechnik war der Ingenieur Josef Behrens. Bereits 1918 entwickelte er das erste Verfahren zur Rückprojektion, 1935 ließ er dann seine Weiterentwicklung für Farbfilme patentieren.

Für eine Rückprojektion können keine gewöhnlichen Kinoprojektoren verwendet werden. Letztere verfügen nicht über die benötigte Lichtstärke, ohne den Film dabei durch Überhitzung zu beschädigen. Bei Rückprojektionen kamen Diaprojektoren mit starker Lichtquelle und großem Diapositiv zum Einsatz. Sie waren in der Lage, weite Flächen mit genügend Helligkeit zu versorgen und gleichmäßig auszuleuchten. Dabei wurden Projektionslampen von bis zu 10.000 Watt, sogenannte Kohlebogenlampen, welche die benötigten 60.000 Lumen erreichen können, benutzt. In die riesigen Rückpro-Projektoren ist ein eigenes Kühlsystem eingebaut, um die Geräte und den Film vor Überhitzen zu schützen. Als Projektionsfläche wurden riesige Wände aus Nylon oder Perlon hergestellt, die sich vor allem absolut gleichmäßig ausleuchten lassen müssen. Eine unterschiedliche Helligkeit oder dunklere Färbung an den Rändern würde an der Authentizität des Hintergrunds zweifeln lassen. Die DEFA-Studios besaßen beispielsweise Rückprojektionswände von sechs mal achtzehn Metern.

Anwendung von Rückprojektoren in der (Film-)Industrie

Diese Methode der Rückprojektion wird bis heute für Spezialeffekte bei der Aufnahme von Filmen verwendet. Der Darsteller befindet sich in einem Filmstudio vor einer Projektionsfläche, auf der von hinten ein beliebiger Hintergrund projiziert wird. Das Resultat im Film wirkt dann so, als befände sich der Schauspieler inmitten der rückprojizierten Umgebung. Studioaufnahmen wurden durch diese Technik authentischer und das Drehen an den Originalschauplätzen konnte vermieden werden, was die Produktionskosten erheblich verringerte. Nicht das gesamte Filmteam musste an einen Drehort reisen, es genügte, wenn ein kleines Kamerateam Aufnahmen vom gewünschten Hintergrund machte und diesen dann über die Rückprojektion im Studio einspielte. Auch die bekannten Szenen von reprojizierten Autofahrten im Kino wurden besonders in den Vierziger- und Fünfzigerjahren mit dieser Technik simuliert.

Rückprojektion oder Computerbildbearbeitung in der Filmproduktion?

Nach der Erfindung der digitalen Bildbearbeitung mittels Computer geriet die Methode der Rückprojektion zunächst in den Hintergrund. Heute wird sie jedoch wiederentdeckt, besonders wenn der Hintergrund, wie bei Traumszenen, mit surrealen Effekten verfremdet werden soll. Neue Beamer-Technik verbesserte das Verfahren, auf teure und langwierige Computerbearbeitungen kann auf diese Weise verzichtet werden. Rückprojektionen werden gerne bei Konzerten und Theateraufführungen als Kulisse und Bühnenbild verwendet, auch in der Werbebranche und wie seit je her im Film wird die variabel einsetzbare Methode gerne angewendet. Viele Künstler greifen bei Video-Installationen auf diese alt bewährte Technik zurück. Mit Rückprojektionen kann fast jeder Effekt erzielt und sowohl Natur als auch fantastische und einzigartige Hintergründe dargestellt werden.

Die Technik der Rückprojektion in TV-Geräten für den privaten Gebrauch

Dem Prinzip nach ist jeder herkömmliche Fernseher eine Art Rückprojektor, da die Bilderzeugung hinter dem Bildschirm geschieht und dem Betrachter entgegenstrahlt. Sprechen wir jedoch heute von einem Rückprojektions-TV, meinen wir die großformatigen Fernsehgeräte, die eine echte Alternative zu teuren Plasma- und LED-Geräten darstellen. Ihre Tiefe ist geringer als die eines Röhrenfernsehers, jedoch erheblich höher als die eines Flachbildschirms. Der Trend geht jedoch hin zu immer flacheren Geräten, soweit dies eben die benötigten technischen Elemente erlauben. Wer sich für ein Heimkino mit Rückprojektor entscheidet, braucht also vor allem Platz im Wohnzimmer. Die Diagonale dieser Geräte kann bis zu 160 Zentimeter betragen.

Grundvoraussetzung für einen Rückprojektions-Fernseher ist ein lichtdichtes Gehäuse. In dessen Inneren befindet sich ein Videoprojektor, welcher das Bild über Spiegel von hinten auf die lichtdurchlässige Projektionsfläche lenkt. Bei den Videoprojektoren kann es sich um Geräte mit Röhren-, LCD- oder DLP-Technik handeln. Wie herkömmliche TV-Geräte verwenden Rückprojektoren mit Röhrentechnologie das Kathodenstrahlprinzip. Das bedeutet, dass es für die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau es jeweils eine Braunsche Röhre gibt, deren Lichtstrahlen sich an einem exakten Punkt treffen müssen, um ein farbgetreues, scharfes Bild zu liefern. Diese Röhren müssen für gewöhnlich, im Gegensatz zu den Lampen der LCD- und DLP-Rückprojektoren, nicht gewechselt werden. Die Technologie garantiert brillante Farben, auch DLP-Geräte überzeugen im Preis-Leistungs-Verhältnis. DLP steht für „Digital Light Processing“, eine moderne Beamertechnologie, die bei moderneren Rückprojektoren deutlich im Vormarsch ist. Über einen Mikrochip werden digital zahlreiche kleinere Spiegel zur Abbildung auf die Projektionsfläche gesteuert. Mit dieser Methode kann eine Bildqualität in High Definition erzielt werden.

Vor- und Nachteile eines Fernsehers mit Rückprojektor-Technologie.

Problematisch wird der Faktor Bildqualität, wenn der Betrachter nicht direkt gerade vor dem Gerät sitzt, sondern mit einem zu steilen Blickwinkel fernsehen möchte. Kontrastwerte und Helligkeit werden dadurch beeinträchtigt, die Oberfläche des Bildschirms neigt zu Reflexionen und Siegelungen bei falschem Betrachtungswinkel. Auch ist darauf zu achten, genügend Abstand zum Bildschirm zu halten. Aus der Nähe betrachtet erscheint das Bild nämlich meist unscharf. Platz ist demnach das entscheidende Kriterium bei der Wahl eines Rückprojektors.

Vorteile sind allerdings die geringen Anschaffungskosten im Vergleich zu LED- oder Plasma-Fernsehern der entsprechenden Diagonale. Dabei muss, wie bereits erwähnt, auf HD-Qualität nicht verzichtet werden. Begeisterte Spielkonsolen-Fans schwören auf die Rückprojektions-Technologie und berichten von einmaligen Spielerlebnissen. Auch die geringe Geräuschentwicklung und kurze Reaktionszeiten eines Rückprojektors sind in der Liste der Vorteile zu verbuchen. Um ein gutes Farbergebnis zu erhalten, muss der Raum nicht abgedunkelt werden. Auch der Sound kann sich bei einem Rückprojektor-TV hören lassen. Aufgrund des großen Gehäuses ist genügend Platz vorhanden, Lautsprecher mit Raumklang in Dolby Digital zu verbauen. Cineasten nehmen gerne einige Nachteile in Kauf und sind begeistert von dem kinonahen Erlebnis in den eigenen vier Wänden.

Rückprojektions-TV-Lampen müssen von Zeit zu Zeit getauscht werden

Besitzer eines Rückprojektors müssen sich darüber im Klaren sein, dass nach etwa sechs bis zehntausend Betriebsstunden die Lampen des Projektors zu wechseln sind. Dabei müssen Sie mit Kosten rechnen, was sich aber in Anbetracht der langen Betriebsleistung und den geringen Anschaffungskosten des TV-Geräts dennoch bezahlt macht.

Es muss beachtet werden, dass jeder Hersteller unterschiedliche Lampen verbaut. Auch können diese von Gerätetyp zu Gerätetyp unterschiedlich ausfallen. Neben den Lampen werden auch Leinwände und weitere Ersatzteile für Rückprojektions-TV-Geräte angeboten.

Die Rückprojektions-TV-Lampen sollten immer als Ganzes, das heißt mit dem Gehäuse getauscht werden, da sich im inneren ein Vakuum befindet. Von eigenständigen Basteleien an den Lampengehäusen wird in einschlägigen Technik-Foren im Allgemeinen abgeraten. Lampen sollten nie mit bloßen Händen angefasst werden, da unsere Haut unwillkürlich einen Fettfilm hinterlässt, der nach Erhitzung der Lampe zu sogenannten heißen Flecken führen kann. Gemeint sind damit kleine Implosionen oder Risse auf der Oberfläche. Wenn Sie in Kontakt mit den Lampen kommen, verwenden Sie daher stets einen sauberen, möglichst fusselfreien Lappen oder spezielle Handschuhe.

Maßnahmen für eine längere Laufzeit der Rückprojektions-TV-Lampen

Wie bereits erwähnt, kann von einer Rückprojektions-TV-Lampe eine Lebensdauer von bis zu ungefähr 10.000 Betriebsstunden erwartet werden. Das sind umgerechnet fünfeinhalb Jahre bei einer Inbetriebnahme des TV-Geräts von täglich durchschnittlich fünf Stunden. Die erreichbaren Betriebsstunden fallen selbstverständlich von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich aus. Diese Angaben beziehen sich nur auf einen zu erwartenden Wert. Einige Verbraucher berichten von einer Lebenszeit der Rückprojektionslampen von über zehn Jahren und mehr.

Doch keine Angst – die Lampen gehen für gewöhnlich nicht einfach so mit einem plötzlichen Knall kaputt, wie Sie es von herkömmlichen Glühbirnen kennen. Sie merken, dass die Zeit naht, die Lampen zu wechseln, wenn sich das Bild langsam zu verändern beginnt. Die Farben werden dunkler, der Kontrast ist nicht mehr so groß. Dieses Nachlassen der Bildqualität ist zunächst vor allem an den Ecken und Rändern zu bemerken, später auf dem gesamten Bildschirm.

Um die Lampen möglichst lange am Leben zu erhalten, sind einige Ratschläge zu beachten. Schalten Sie einen Rückprojektor-TV nicht zu häufig und unnötig an und aus. Das Hochfahren der Lampen ist mit der Zündung eines Autos vergleichbar. Häufiges Anlassen des Motors strapaziert die Zündung, welche früher oder später den Dienst verweigern wird. Daher ist es auch, was die Laufzeit der Lampen anbelangt, eher von Vorteil, Ihren Rückpro-Fernseher fünf Stunden unentwegt laufen zu lassen, als ihn nach einer Stunde abzuschalten, um ihn dann eine kurze Zeit später wieder in Gebrauch zu nehmen.

Tipps zu Pflege und Reinigung

Weiter sollte das TV-Gerät in regelmäßigen Abständen abgestaubt und gereinigt werden. Feinster Staub ist der größte Feind in Bezug auf die Lebensdauer der verbauten TV-Lampen. Von der Verwendung von Staubtüchern wird abgeraten, da sie die empfindlichen Oberflächen zerkratzen könnten. Empfohlen wird hingegen die Reinigung mit dem Staubsauber und einer speziellen PC-Reinigungs-Düse. Vor allem der Ventilator und der Lampenraum sollten möglichst staubfrei gehalten werden. Kleinere Linsen und Spiegel sollten mit Baumwollwattepads (in der Drogerie erhältlich), destilliertem Wasser und reinem Propanol aus der Apotheke vorsichtig gereinigt werden. Nach der Grundreinigung genügt es, den Ventilator einmal wöchentlich abzusaugen. Auf diese Weise gelangen die kleinen Partikel gar nicht erst ins Innere des Gehäuses.

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