Probleme mit 4 Spur Tonbandgeräten Teac Akai Sony usw.

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Sind Sie stolzer Besitzer einer TEAC, TECHNICS, Tandberg, Pioneer, Philips oder Akai 1/4 Spur Maschine ? Kennen Sie das und sind ratlos ? Höhenverlust ? Übersprechen auf einem Kanal ? Unterschiedliche Pegel auf dem rechten und linken Kanal ? Woher kommt es und wie kann man es korrigieren ?

Viele ursprünglichen Besitzer von Bandmaschinen haben die Betriebsanleitung nicht aufmerksam gelesen ! Es geht um die Verwendung der originalen NAB Adapter und der dazugehörigen Gummi Distanzscheiben. Diese können am Spulenteller in 2 Arten verwendet montiert werden. Variante 1 für dickere Kunststoffspulen ohne Gummischeibe und Variante 2 für dünnere Aluspulen mit Gummischeibe. Betreibt man nun das Gerät mit der falschen Spule in Verbindung mit dem falschen NAB Adapter und mit oder ohne Gummischeibe, dann ergeben sich minimale Spurlagefehler, die dazu führen, daß die Pegel sich bei Vor und Hinterband unterscheiden - und zwar auf einem Kanal stärker als auf dem anderen (ich meine nicht den gleichmäßigen db-Abfall auf beiden Kanälen aufgrund der unterschiedlichen Bandmaterialien). Das wird durch die 4 Spur Autoreversetechnik noch verstärkt, da die Tonkopfspalte sehr schmal sind und kaum Toleranzen zulassen.

Beliebt war auch das wechseln der Bänder, wenn man mehrere Geräte hatte oder sich gebrauchte Bänder gekauft hatte - heißt - man versuchte ein Viertelspurband welches auf einer REVOX aufgenommen wurde auf seiner AKAI abzuspielen. Klar, daß es zu Problemen kam, denn jedes Gerät hat eine minimal andere Spurlage. Das rührt daher, daß der Japaner, der das Gerät im Werk eingestellt hat, nun mal auch nur ein Mensch ist - und der macht bekanntlich Fehler oder ist mal mehr mal weniger genau bei seiner Einstellerei. Übrigens ist das auch der Grund, warum sich im professionellen Bereich nur Halbspurgeräte durchgesetzt haben - weil es einfach kein Übersprechen von Spur zu Spur gab. Und warum gab es kein Übersprechen - richtig - weil die Kopfspalte oder Spuren viel breiter sind als die von Viertelspurgeräten - und da fallen Toleranzen nicht so ins Gewicht. In der Praxis sah es dann so aus, daß man das gebrauchte Band nicht komplett löschen konnte - man hörte immer noch Musikfetzen im Hintergrund  - oder, daß man auf seiner neu aufgenommenen Klassikaufnahme immer noch ein wenig Motörhead duchblitzen hörte. Das konnte es doch nicht sein....!

 

Was machte nun der unzufriedene Nutzer vor ca. 20 Jahren ? Er suchte zweit bis drittklassige Werkstätten auf, die öfter sogar Tonkopfdefekte diagnostizierten. Was für ein Blödsinn ! Ich glaube ich lehne mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich behaupte, daß 99 % aller ausgetauschten Köpfe unnötig ausgetauscht worden sind. Die Werkstätten wußten es oft - haben aber prima daran verdient. Wenn der Tonkopf nicht ausgetauscht wurde, dann wurden die am Boden befindlichen Einstellpotis der Hauptplatine munter verdreht. Dazu wurde von diesen ahnungslosen Ignoranten die Versiegelungsfolie durchstochen und ein wenig am Level und ein wenig am Bias gedreht - solange bis die Signale bei Vor und Hinterband wieder gleich waren. Oft wurden auch die Tonköpfe sinnlos verstellt. Jedes Schräubchen was erreichbar war, wurde ein wenig nach rechts und nach links gedreht - in der Hoffnung der Pegel würde sich angleichen. Meistens war es jedoch eine Kombination aus Fummeln am Tonkof und drehen an den internen Potis. Der Kunde war meistens zufrieden, wenn die Pegel wieder gleich zappelten und das Gerät war nun in Wahrheit versaut. Seriöse Werkstätten haben das Gerät aufwendig neu eingemessen. Das sind aber die wenigsten Geräte. Ich möchte behaupten, daß z.B. 80 % aller AKAIs nicht mehr den Werkseinstellungen entsprechen und ihr Klangpotential nicht voll entfalten können. Die Frequenzgänge sind verbogen und die Geräte klirren, daß es einem die Schuhe auszieht. Was solls sagen die einen - wer hört schon 20000 HZ ? Hauptsache die Teile sehen geil aus und die VUs zappeln ein wenig. Schade sagen die anderen - durch die falsche Verwendung der NAB Adapter sind die Geräte unnötig verstellt worden. Wer kennt sich heute schon noch mit Bandmaschinen aus ? Die Service Leute vom alten Schlag sind alle in Rente oder schon tot. Die aufwendigen Meßplätze sind alle aufgelöst und bei den Stundenlöhnen heute, kann es sich niemend mehr leisten sich 3 Stunden Zeit zu nehmen und eine Bandmaschine vernünftig einzumessen. Was macht der leidenschaftliche Sammler - er kauft immer weitere Geräte und hofft, daß endlich eins dabei ist, welches vernünftig klingt, bzw. welches noch intakte Poti Versiegelungsfolien und originalen Tonkopfversiegelungslack hat. Der "Ausschuß" wird schnell bei Ebay weiterverkauft. Schade um die schönen Geräte !

Mein Rat für Tonband Käufer: Wollen Sie sich ein 1/4 Spur Tonbandgerät zulegen - prüfen Sie vor allem bei AKAI Geräten, ob die Folien an der Bodenplatine durchstochen wurden. Das ist ein untrügliches Zeichen, dafür daß an dem Gerät herumgewerkelt worden ist. Prüfen Sie, ob der originale Versiegelungslack an den Tonköpfen noch vorhanden ist oder ob bunter Nagellack darüber gekleckst wurde. Finden Sie ein Gerät, wo die Potischutzfolien noch intakt sind und wo der Tonkopfversiegelungslack noch original ist - greifen Sie schnell zu - es gibt nicht mehr viele davon. Achten Sie auf  Auktions-Fotos auf denen Maschinen mit markenfremden NAB Adaptern angeboten werden (z.B. schicke REVOX Alu NABs auf einer AKAI). Wenn diese Maschinen dann angeblich perfekt laufen (gleiche Pegel bei Vor und Hinterband), dann ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an deren internen Einstellungen herumgefummelt worden - aus meiner Sicht - Finger weg !  

P.S. Spurlagefehler können auch von verbogenen Fühlhebeln herrühren !  Diese Spurlagefehler um Gottes Willen nicht damit versuchen zu korrigieren, daß man an den internen Geräteeinstellungen herumfummelt oder die Tonköpfe verstellt ! Dann geht der Ärger erst richtig los !

 

Wegen vieler Fragen:

OK - noch einmal langsam zum mitschreiben. Bei AKAI, TEAC und alten SONY Geräten sind Gummi Scheiben nicht notwendig, da die unterschiedlichen Dicken von Alu und Kunststoffspulen durch den originalen Adapter selbst ausgeglichen werden können. Bei allen anderen Marken (TECHNICS, PIONEER, TANDBERG usw.)  müssen die Gummischeiben beim Betrieb mit Aluspulen und original NABs benutzt werden !

Akai Adapter funktionieren nur an Akai Maschinen korrekt !

Alles andere ist Murks und führt zu Spurlagefehlern und damit verbundenen Höhenverlusten oder Übersprechen von der gegenläufigen Tonbandspur !

Und noch eine Fehlerquelle: Manche Schlaumeier haben den Bandteller auf der Motorachse verschoben, um Spurlagefehler zu korrigieren. Das ist dann auch tödlich und nur mit größtem Messaufwand wieder auszubügeln (und die Soll Maße muß man erst einmal haben) !

 

Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten dieses Ratgebers ! 

 

Du meine Güte - 1400 Ebayer lesen diesen Ratgeber rund lächerliche 84 bewerten ihn auch ! Traurig traurig ! 

 

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