Privatverkauf- keine Haftung- Transportrisiko

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Bei Privatverkäufen haftet der Verkäufer nicht für das Transportrisiko

Kauft ein Internet-Nutzer hingegen von einer Privatperson - der Klassiker wäre hier beispielsweise die Auktionsplattform eBay -, sieht die Rechtslage anders aus: "In diesem Fall muss der Käufer die Gefahr der Versendung tragen, sobald der Verkäufer die Ware bei einem Transport­unternehmen abgeliefert hat (Paragraph 447 BGB)", erläutert Christian Solmecke. Im Falle des Paket-Verlusts müsse der private Verkäufer den Kaufpreis daher nicht erstatten.

Allerdings hat der Käufer dann Ansprüche gegenüber dem Paketlieferanten, sofern es sich um eine versicherte Sendungsform gehandelt hat. In diesem Fall sollte sich der Internet-Besteller an den Privatverkäufer wenden "und sich dessen Ersatzansprüche gegen den Paketdienstleister abtreten lassen (sog. Dritt­schadens­liquidation). Nach der Abtretung kann der Käufer sich dann an den Paketdienstleister wenden und Schadensersatz verlangen", rät der Anwalt.

Das Risiko für die Abgabe beim Nachbarn trägt das Lieferunternehmen

Übrigens: Wenn die von einem Privatverkäufer erworbene Ware beim Nachbarn verschwindet, weil der Paketbote sie dort abgegeben hat, muss das Lieferunternehmen dennoch für den Verlust geradestehen. "Beruft sich der Paketdienstleister auf eine Klausel in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), wonach er berechtigt ist, Pakete auch bei Nachbarn abzugeben, so ist diese nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln aus dem Jahre 2011 unwirksam (OLG Köln, Urteil vom 02.03.2011, Az: 6 U 165/10)." Daher müsse das Unternehmen den Schaden auch dann voll ersetzen.
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