Private Briefdienste - Alternative zur Deutschen Post?

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So wie der Paketversand bereits liberalisiert ist, wird auch der Briefmarkt bis Ende 2007 vollständig für Konkurrenz geöffnet. Doch sind die neuen Anbieter wirklich eine Alternative zur Deutschen Post AG?

Status Quo des deutschen Briefmarktes

Eigentlich hat die Deutsche Post AG noch bis Ende 2007 ein gesetzliches Monopol zum Transport von Briefsendungen (und adressierten Katalogen) bis zu einem Gewicht von 50 Gramm. Doch schon seit einiger Zeit sind in vielen deutschen Regionen konkurrierende Briefdienste tätig, die das im internationalen Vergleich teure Inlandsporto der Deutschen Post preislich unterbieten. Möglich macht dies eine Klausel im Postgesetz, die den Post-Konkurrenten "höherwertige Leistungen" erlaubt.

Nachdem die neuen Briefdienstleister anfangs nur für Geschäftskunden, wie Behörden und Großversender, zustellten, werden von einigen größeren Unternehmen nun auch Privatkunden zugelassen (Übersicht bei w w w . p o s t t i p . d e). Aber lohnt es sich für "Otto Normalversender" überhaupt, wegen ein paar Cent Portoersparnis anstelle des gelben Briefkastens oder der nächstgelegenen Post eine der wenigen Annahmestellen der Konkurrenz aufzusuchen? Welche Nachteile stehen den Vorteilen gegenüber?

Vorteile

Der entscheidende Vorteil, mit dem die Briefdienstleister punkten, ist ein niedrigerer Preis: So kostet etwa ein Standardbrief (bis 20 Gramm) meist weniger als 50 Cent (Deutsche Post: 55 Cent), Kompaktbriefe (bis 50 Gramm) und Groß- oder Maxibriefe sind ebenfalls deutlich billiger als bei der Deutschen Post.

Für vorsteuerabzugsberechtigte Geschäftskunden ist dieser Preisvorteil netto infolge des Mehrwertsteuerausweises noch höher, da die Deutsche Post von der Mehrwertsteuer befreit ist. Entgeltermäßigungen, beispielsweise für Bücher- oder Warensendungen, gibt es bei Briefdiensten nur vereinzelt, so dass diese Versandarten bei der Deutschen Post im Regelfall preisgünstiger sind. Gegen Aufpreis bieten Briefdienstleister zumeist auch einen eingeschriebenen Versand an.

Aufgrund der oben erwähnten "höherwertigen Leistung" sind die Briefdienstleister per Gesetz verpflichtet, die nach 17 Uhr angenommenen Sendungen bis 12 Uhr des nächsten Tages beim Adressaten abzuliefern. Dies gilt jedoch nur für den sogenannten Monopolbereich (Standard- und Kompaktbriefe)! Während also Groß- und Maxibriefe auch langsamer befördert werden können, gilt bei der Deutschen Post auch für die Beförderung schwerer Briefsendungen generell E + 1 (Einlieferungstag + 1 Tag).

Nachteile

Die Briefdienstleister bedienen nur bestimmte Regionen, diese allerdings flächendeckend, zum Beispiel auch auf dem flachen Land. Zwar kooperieren einige Anbieter, um zusammen ein größeres Zustellgebiet abzudecken, jedoch ist noch kein deutschlandweiter Versand, das heißt von jedem Ort an jeden anderen Ort innerhalb Deutschlands, möglich. Sendungen ins Ausland  verschicken zu können, ist ebenfalls noch nicht sehr verbreitet (zur Zeit bei PIN AG Berlin möglich über das Botschaftsnetzwerk "Das Corps – Liga internationaler Hauptstadtkontakte"; Preise bei Maxibriefen jedoch teilweise höher als mit Luftpost der DP AG!).

Die Briefdienstleister sind auf das Geschäft mit Großversendern spezialisiert, welche ihre Post bei einer der wenigen Annahmestellen selbst aufliefern. Für Privatkunden bedeutet dies in aller Regel, erst längere Wege bis zur Aufgabe der Sendung zurücklegen zu müssen. Als preiswertere Alternative zur Deutschen Post kommen die privaten Briefdienste daher nur in Betracht, wenn die Portoersparnis die Zeit- und Wegekosten zur Konkurrenz lohnt.

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