Prismen & Zenitspiegel richtig auswählen

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Prismen & Zenitspiegel richtig auswählen

Teleskope dienen dazu, Sterne und andere Himmelskörper zu beobachten. Himmelsforscher gewinnen dabei wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse und auch Hobby-Astronomen können auf diese Weise ihr Wissen erweitern. Neben dem eigentlichen Teleskop benötigen Sie auch noch weiteres Teleskop-Zubehör. Ein wichtiger Bereich sind hierbei Prismen & Zenitspiegel, die in diesem Ratgeber vorgestellt werden sollen.

Welchen Verwendungszweck haben Prismen und Zenitspiegel?

Wenn Sie ein Teleskop verwenden, steht dieses in der Regel auf einem Stativ. Die Montierungen ermöglichen es, das Gerät so auszurichten, dass es steil zum Himmel weist. Diese Position ist zwar notwendig, um die Sterne am Nachthimmel zu beobachten, doch bringt sie für den Astronomen einige Probleme mit sich. Das untere Ende des Tubus befindet sich in diesem Moment nur in einem relativ geringen Abstand über dem Boden. Um die Sterne zu beobachten, müsste man sich also auf den Boden setzen oder legen. Eine unbequeme Haltung, die sich nicht besonders für die Erforschung von Himmelskörpern eignet. Aus diesem Grund werden sehr häufig Zenitprismen oder Zenitspiegel verwendet. Beide Geräte haben exakt den gleichen Aufgabenbereich. Sie lenken das Licht, welches durch das Teleskop dringt, so um, dass es an der Seite austritt. In vielen Sets ist zwar bereits ein entsprechender Spiegel oder ein Prisma enthalten, dennoch wird dieses Zubehörteil oft separat erworben. Daher sollen hier die wichtigsten Punkte vorgestellt werden, die für die Kaufentscheidung wichtig sind.

Die Vor- und Nachteile von Prismen und Spiegeln

Der Verwendungszweck von Prismen und Zenitspiegeln ist zwar identisch, im Inneren sind diese Geräte jedoch unterschiedlich aufgebaut. Prismen bestehen aus einem dreieckigen Glaskörper. In der Regel haben zwei Seitenflächen die gleichen Maße, während die dritte Fläche größer ist. Bei der Verwendung als Zenitprisma wird der Lichtstrahl durch eine der kleinen Seitenflächen geleitet. Er trifft daraufhin auf die größere Fläche, wird hier reflektiert und somit umgelenkt. Daraufhin tritt er an der anderen kurzen Seite wieder aus. Wenn ein Zenitspiegel verwendet wird, trifft der Lichtstrahl einfach auf die Spiegelfläche und wird dort umgeleitet.

Mögliche Fehlerquellen

Jedes Mal, wenn der Lichtstrahl von einem Medium in ein anderes übertritt oder wenn er reflektiert wird, birgt dies das Risiko einer fehlerhaften Abbildung. Wenn beispielsweise eine winzige Unebenheit auf einer Glasfläche vorhanden ist, wird das Licht ungleichmäßig gebrochen und die Abbildung kann nicht originalgetreu wiedergegeben wird. Wenn ein Prisma verwendet wird, wechselt der Lichtstrahl zweimal das Medium - beim Ein- und Austritt in das Prisma - und wird einmal reflektiert. Daher entstehen drei mögliche Fehlerquellen. Bei der Verwendung eines Spiegels wird der Lichtstrahl hingegen nur ein einziges Mal reflektiert, so dass nur eine potenzielle Fehlerquelle vorhanden ist. Aus diesem Grund ist die Wahrscheinlichkeit für optische Fehler bei der Verwendung eines Spiegels erheblich geringer. Darüber hinaus können bei der Verwendung eines Prismas auch Farbfehler auftreten. Diese entstehen, wenn das Licht nicht genau im rechten Winkel auf die Oberfläche des Prismas trifft, da so die unterschiedlichen Wellenlängen verschieden stark gebrochen werden. Dies führt dazu, dass in der Abbildung die Regenbogenfarben zu sehen sind.

Doch bietet das Prisma auch Vorteile. In der Regel wird hier das Licht fast vollständig zurückgeworfen. So entsteht ein sehr lichtstarkes Bild. Bei der Verwendung eines Spiegels ist dies jedoch nicht immer der Fall. Zwar gibt es auch hier Modelle, bei denen nur ein minimaler Verlust bei der Reflexion auftritt, doch sind diese in der Regel sehr teuer. Wenn Sie einen günstigen Spiegel verwenden, hat die Abbildung daher in der Regel eine geringere Leuchtkraft.

Die Qual der Wahl - Spiegel oder Prisma?

Die Entscheidung, ob ein Spiegel oder ein Prisma bevorzugt werden soll, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielt der preisliche Aspekt eine wichtige Rolle. Wenn Ihnen ein größeres Budget zur Verfügung steht, ist sicherlich ein Zenitspiegel mit einer sehr hohen Reflexionsrate eine gute Wahl, da dieser ein leuchtstarkes Abbild garantiert, aber optische Fehler vermeiden kann. Sollte diese Möglichkeit jedoch nicht bestehen, müssen Sie sich für eine der beiden Varianten entscheiden.

Dabei spielt es eine wichtige Rolle, ob Sie selbst ein leuchtstarkes Bild mit einigen optischen Fehlern bevorzugen, oder eine Abbildung mit geringer Leuchtkraft, die jedoch fehlerlos ist. Doch auch das von Ihnen verwendete Gerät spielt eine wichtige Rolle. Wenn Sie beispielsweise Filter für das Teleskop verwenden, schränken diese die Leuchtkraft zusätzlich ein. In diesem Fall ist es nicht ratsam, die Lichtstärke noch weiter zu schwächen. Auch die Bauart des Teleskops ist von Bedeutung. Wenn die Strahlen parallel eintreffen, entstehen in der Regel kaum optische Fehler, weshalb in diesem Fall auch problemlos ein Prisma verwendet werden kann. Sollten die einzelnen Strahlen jedoch in einem unterschiedlichen Winkel auftreffen, steigt die Fehlerhäufigkeit. Ob die einfallenden Strahlen parallel verlaufen, hängt vom Öffnungsverhältnis des Teleskops ab. Ist dieses sehr groß, sind die Strahlen weitestgehend parallel. Die Meinungen gehen hier etwas auseinander, doch sind die meisten Astronomen der Meinung, dass die Verwendung eines Zenitprismas ab einer Öffnungsweite von f/10 oder f/15 zu empfehlen ist. Ab dieser Größe sind die optischen Fehler kaum noch wahrnehmbar.

Die Reflexionsrate - ein wichtiger Wert bei der Auswahl eines Zenitspiegels

Wie im vorangegangenen Abschnitt bereits angedeutet, gibt es erhebliche Unterschiede darin, welcher Anteil des einfallenden Lichts zurückgeworfen wird. Bei der Verwendung eines Prismas ist die Reflexionsrate fast immer sehr hoch, weshalb hier dieser Punkt nur eine geringere Rolle spielt. Dennoch ist es auch hier sinnvoll, auf diesen Wert zu achten. Wenn Sie einen Zenitspiegel erwerben möchten, wird dieser Punkt jedoch noch wichtiger. Hier kann es erhebliche Unterschiede geben. Hochwertige Spiegel reflektieren bis zu 99 Prozent des Lichts. Bei günstigen Angeboten liegt die Reflexionsrate jedoch erheblich niedriger. Insbesondere bei der Verwendung eines lichtschwachen Teleskops sollte hier ein Produkt mit einer hohen Reflexionsrate gewählt werden, um die Lichtstärke des Bildes nicht noch weiter zu reduzieren.

Die Größen spielen eine wichtige Rolle

Wenn Sie ein Prisma oder einen Zenitspiegel erwerben wollen, müssen Sie immer auch auf die Auswahl der richtigen Größe achten. Das Gerät sollte stets zum Ausgang des Teleskops passen, aber auch die verwendeten Okulare sollten problemlos daran angeschlossen werden können. Dabei können sie zum einen die Geräte anhand ihrer Marke auswählen. Ein Produkt der Marke Celestron, Vixen oder Baader sollte in der Regel auch problemlos auf ein Teleskop des jeweiligen Herstellers passen. Dennoch ist es immer sinnvoll, die genaue Größe zu beachten. Im Bereich der Teleskope sind sowohl Öffnungen mit einem Durchmesser von 1,25 Zoll als auch von 2 Zoll üblich. Daher werden die Prismen und Spiegel in der Regel auch in diesen beiden Größen angeboten. Sollte es einmal Probleme bereiten, eine passende Größe zu finden, ist es auch möglich, einen geeigneten Adapter zu verwenden, um die Geräte zusammenzufügen.

Einen passenden Auslenkwinkel auswählen

Wenn ein Prisma oder ein Zenitspiegel verwendet wird, lenkt dieses Produkt den Lichtstrahl um einen bestimmten Winkel ab. Dieser wird als Auslenkwinkel bezeichnet. Bei unterschiedlichen Artikeln kann der Auslenkwinkel verschieden groß sein. Am häufigsten werden Prismen und Spiegel mit einem Auslenkwinkel von 90 Grad verwendet. Diese bieten sich insbesondere dann an, wenn Sie Objekte beobachten, die zentral am Himmel stehen. In diesem Fall muss das Teleskop sehr steil eingestellt werden, damit es auf diese Himmelskörper weist. Ein Auslenkwinkel von 90 Grad ist in diesem Fall ideal.

Doch stehen nicht alle interessanten Objekte immer steil am Himmel. Oftmals können Sie auch interessante Sterne betrachten, die direkt über dem Horizont stehen. In diesem Fall müssen Sie die Position des Teleskops verändern und es so einstellen, dass es annähernd waagerecht steht. In dieser Position ist jedoch das Zenitprisma mit einem Auslenkwinkel von 90 Grad nicht mehr so gut geeignet. So müssen Sie sich stark über das Gerät beugen und in Richtung des Bodens schauen. Für diese Zwecke werden daher auch Produkte mit einem anderen Auslenkwinkel angeboten. Oftmals wird hier ein Winkel von 45 Grad gewählt. Es gibt aber auch Produkte, bei denen der Winkel 30 oder 60 Grad beträgt. So können Sie das Teleskop auch in anderen Positionen problemlos verwenden. Besonders praktisch ist ein Zenitspiegel, dessen Ausfallwinkel verändert werden kann.

Fazit

Prismen und Zenitspiegel zählen zu den wichtigsten Zubehörteilen für Teleskope. Diese Produkte ermöglichen es Ihnen, seitlich in das Teleskop zu schauen. Dies erleichtert die Beobachtung der Himmelskörper erheblich. Die wichtigste Entscheidung, die Sie beim Kauf eines derartigen Produkts treffen müssen, ist sicherlich, ob Sie einen Spiegel oder ein Prisma verwenden wollen. Beide Produkte haben zwar den gleichen Verwendungszweck, doch bieten sie verschiedene Vor- und Nachteile. Bei der Verwendung eines Zenitprismas ist die Wahrscheinlichkeit für optische Fehler höher und auch Farbfehler können auftreten. Dafür ist - zumindest bei Produkten im unteren Preissegment - die Reflexionsrate höher. Diese ist immer einer der wichtigsten Werte, die Sie bei der Auswahl des Produkts beachten sollten. Darüber hinaus bestehen jedoch auch Unterschiede im Auslenkwinkel. Außerdem sollten Sie beachten, dass der Artikel die richtige Größe aufweist und problemlos an Ihr Teleskop angeschlossen werden kann.

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