Preismanipulation durch Zweitnicks oder Freunde

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Ich habe in einigen Ratgebern anderer eBay-Mitglieder gestöbert und dabei fiel mir eine Sache besonders in's Auge: "Pushen des Preises durch Zweitnicks oder Dritte".
Einmal mehr wende ich mich somit an Euch mit einem Bericht über aktuelle Begebenheiten und leiste Aufklärungsarbeit.
 

Einführung

Ich kann nicht nachvollziehen, wieso Verkäufer derart unseriöses und illoyales Verhalten an den Tag legen. Selbstverständlich bezweckt jeder mit seiner Auktion einen hohen Verkaufspreis zu erzielen, dennoch sind solche Taten verboten. - Zumal es auch arg unseriös ist.

Anstelle jedoch entsprechend dagegen zu handeln, jammern viele eBay-Mitglieder in etwaigen eigenen Ratgebern oder Testberichten mit einem Appell an eBay. - Das ist definitiv der falsche Weg!

 

"Pushing" ist verboten!

Es heißt bereits in § 10 Nr. 6 der AGB's von eBay:
"Mitglieder dürfen den Verlauf einer Auktion nicht durch die Abgabe von Geboten unter Verwendung eines weiteren Mitgliedskontos oder durch die gezielte Einschaltung eines Dritten manipulieren. Insbesondere ist es dem Anbieter untersagt, selbst Gebote auf die von ihm eingestellten Angebote abzugeben."

Nochmals mit eigenen Worten:
Es ist Dir VERBOTEN, mit einem weiteren Account auf deine eigene/n Auktion/en zu bieten. Du darfst auch NICHT jemanden Dritten damit beauftragen.

 

Eine Preismanipulation, egal ob selbst oder durch "Freunde", ist auch gesetzeswidrig!

Durch eBay lediglich vor die Türe gesetzt zu werden, ist wohl das geringste übel.
Vielmehr ist relevant: Hiermit wird/wurde Betrug bzw. ein Betrugsversuch begangen und das ist wiederum nach deutscher Gesetzgebung strafbar!

Auch wenn eBay luxemburgische Steuern ausgibt und zugleich der Hauptsitz des Unternehmens in San José (Kalifornien, USA) liegt, so dürfte wohl bekannt sein, dass das Unternehmen eBay wohl auch eine Niederlassung in Deutschland, genauer gesagt in Dreilinden - nahe Berlin - in Rechtsform einer GmbH etabliert hat. Durch die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, kurz GmbH, ist das Unternehmen eBay hier in Deutschland vollstens geschäfts- und rechtsfähig. Tacheles bedeutet es, dass eBay auch gegen jeden Einzelnen seiner Mitglieder auch rechtlich vorgehen kann.

In § 263 Strafgesetzbuch (StGB) heißt es zu Betrug:
(1) "[...] wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft",
(3) "In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. [...]" ,
Darüber hinaus heißt es in Absatz 2: "Der Versuch ist strafbar."

Der "Freund" kann hierbei der Mittäterschaft angezeigt werden - und zack sitzen nun Beide im selben Boot.

Für ein paar dazugewonnene Euronen ist es das ganze Spektakel sicherlich nicht lohnenswert, zumal die private und berufliche Laufbahn durch einen Eintrag im polizeilichen Führungszeugnis verbaut werden kann.

 

ebay im Zwiespalt 

Natürlich ist es für eBay nicht erfreulich, wenn Sie gegen eines ihrer Kunden angehen oder denjenigen vor die Türe setzen müssen, schließlich verdient eBay umso mehr, wenn jemand einen höheren Verkaufspreis erzielt. Dennoch ist eBay durch die deutsche Rechtsform GmbH auch an das deutsche Recht und Gesetz gebunden.

 

Möglichkeit zur Nachverfolgung

Im Angebot des Artikels hast Du die Möglichkeit, auf die Verlinkung "xx Gebote" zu klicken. Hierüber kann in Erfahrung gebracht werden, wer auf diesen Artikel geboten hat.

Mit Klick auf den - anonym gehaltenen - Namen des Bieters kann nachvollzogen werden, auf wie viele Artikel derjenige geboten hat. Zwar sind die Verkäufer allesamt anonymisiert ("Verkäufer 1", "Verkäufer 2", "Verkäufer 3", ...), dennoch kannst du anhand der Angaben einsehen, wie hoch der prozentuale Anteil der Gebote dieses Mitglieds bei diesem Verkäufer sind. Hierdurch kann sich rasch des Verdacht erhärten.

Das Mitgliedskonto ist aber nicht VÖLLIG anonym! Du hast immerhin die Anzahl der Bewertungen einsehbar und nicht alle Bewertungen des Verkäufers dürften wohl diese Bewertungsanzahl besitzen, darüber hinaus fällt einem wohl auch eine Bewertungswiederholung ins Auge. So kannst du möglicherweise denjenigen ausfindig machen und deinen Verdacht erhärten, dass einige Auktionen an das Verdachts-Mitgliedskonto zur Manipulation der Auktion gegangen waren. Ebenfalls hast du so schon das Pseudonym entlarvt. Mit etwas weiterer Recherche mittels Beobachten kannst du auch rasch feststellen, ob der Artikel erneut eingestellt wurde, demzufolge ist der Verdacht an dieser Stelle bestätigt, denn welcher Verkäufer hat schon mehrere Artikel einer Sorte Zuhause rumfliegen?! Der Verkauf über eBay ist schließlich bindend und niemand darf aufgrund der deutschen Rechtslage vom Kaufvertrag zurücktreten, heißt also: Nach Abschluss der Auktion ist der Käufer zur Abnahme des Artikels verpflichtet.

Beachtet bitte, dass der anonymisierte Name, z.B. "y***z", NICHTS mit dem eigentlichen eBay-Mitgliedsnamen zu tun hat. Die ersten und letzten Buchstaben sind - vermutlich - per Zufallsmechanismus entstanden (ich konnte noch kein System erkennen, daher gehe ich dieser Annahme).

 

Hintergrund der Anonymität von Mitgliedern

Die Anonymität ist von eBay eingeführt worden, da das Datenschutzgesetz dies verlangte. Ein Appell an eBay ist hier sinnlos, da diese sich nur an unsere Gesetzgebung halten. Dieser Appell müsste - wenn überhaupt - an die Deutsche Bundesregierung gestellt werden, um eine Änderung des Gesetzes zu erwirken und die Regelungen im Falle von Internetauktionen zu lockern. Andererseits befürworte ich jedoch diese Anonymität, schließlich geht es andere Käufer nichts an, welche Mitglieder - wenn auch nur mittels Pseudonym genannt - sich für etwaige Artikel interessieren und wo ihr Einkaufsschwerpunkt liegt. Ohne diese Anonymität wäre es leicht, potentielle Käufer zu suchen und sie mit Werbung für ihre Produkte "vollzubomben".

Nun aber zurück zum eigentlichen Kontext.

 

Vollzug der Meldung an eBay

Niemand schwärzt gerne einen Anderen an, doch da man letzten Endes anonym bleibt, kann einem das - offen gesagt - scheiß egal sein, schließlich handelt man in diesem Augenblick im Interesse aller ebay-Mitglieder - und somit im Interesse der Allgemeinheit.

Im Artikel selbst (d.h. die Auktionsseite) gibt es UNTERHALB des grau unterlegten Kästchens "Angaben zum Verkäufer" die Verlinkungen "Weiterempfehlen: .......", "Drucken" und "Melden". Voilá, damit hätten wir doch schon den Link zum Meldungsformular gefunden. Aber hier muss nur noch das richtige ausgewählt werden, dies machen wir mittels:
- Auswahl von "Grund von Meldung: Angebote mit möglichen betrügerischen Absichten" und
- "Ausführliche Begründung: Verkäufer bietet auf eigene Artikel unter Verwendung anderer Mitgliedskonten" (alternativ: "Angebot möglicherweise betrügerisch/unseriös - Sie haben aber nicht geboten").

Mit Klick auf den "Weiter"-Button können nun - wenn auch eher mangelhaft ausgelegt, da die Eingabemöglichkeit SEHR gering ist - weitere Informationen eingegeben werden. Hier würde ich einfach nur den Namen des möglicherweise Verdacht-Accounts eintragen (auch wenn nur die Abkürzung bekannt ist). eBay hat sicherlich weiter reichende Möglichkeiten und kann bestimmt auch die KOMPLETTEN Namen einsehen inklusive einer recht umfassenden vorhergehenden Hostorie an Geboten).

 

Es hilft sicherlich nicht Dir, aber möglicherweise Anderen

eBay benötigt ein bisschen Zeit, um den Verdacht zu prüfen. Bis die Meldung geprüft ist, kann es gut möglich sein, dass bis dahin die Auktion vorüber ist. Dennoch kann dein Verdacht auf Zustimmung stoßen und auf diesem Wege können daher zukünftige Manipulationen verhindert werden und somit profitieren Andere davon. Die Erfolgsaussichten mögen nicht rosig aussehen, aber immerhin hast du das Richtige getan.

 

Ich hoffe, ein wenig zur Aufklärungsarbeit beigetragen zu haben. Vielmehr hoffe ich aber, zugleich einigen Verkäufern, die Preismanipulationen vollziehen, die Augen geöffnet zu haben, dass ihr Handeln sogar gesetzeswidrig ist.

Viel Spaß weiterhin im Online-Auktionshaus eBay.

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