Preisgekrönte US-amerikanische Serie Breaking Bad: Wie ein Chemielehrer zum Kriminellen wird

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Breaking Bad: Preisgekrönte US-amerikanische Serie um die Wandlung des krebskranken Chemielehrers zum Kriminellen

„Breaking Bad“ begeistert mit schwarzem Humor, Thrill und moralischen Dilemmata

„Breaking Bad" ist eine US-amerikanische Fernsehserie, die seit ihren ersten Folgen im Jahr 2008 für immer größere Begeisterung bei Zuschauern und Kritikern gleichermaßen sorgt. Die Geschichte um den krebskranken Chemielehrer Walter White, der ins Drogengeschäft einsteigt, um seine Familie nicht mit einem Berg Schulden zu hinterlassen, ist so vielschichtig und spannend erzählt, dass sie ein breites Publikum anzieht. Egal, ob Sie sich für action-geladene Thriller-Handlung interessieren oder mitreißende Schauspielkunst und reale Probleme ganz normaler Menschen eher Ihr Fall sind, „Breaking Bad“ bietet beiden Zuschauergruppen etwas. In Deutschland lief die Serie seit 2009 zunächst auf dem Pay-TV-Sender AXN, seit 2010 ist sie auch bei ARTE zu sehen. Im August 2013 begann der Sender AMC, der die Serie zusammen mit Sony Pictures produzierte, in den USA mit der Ausstrahlung der letzten Folgen. „Breaking Bad“ gewann eine Reihe bedeutender Preise, darunter dreimal in Folge den Emmy für den besten Hauptdarsteller, und wurde von der Kritik überschwänglich gelobt. Diverse DVD-Editionen der bisher erschienenen Staffeln können Sie bei eBay erwerben.

Worum geht es in der Erfolgsserie „Breaking Bad“?

Die Ausgangssituation von „Breaking Bad“ ist ebenso bizarr wie plausibel: Walter White erfährt kurz vor seinem 50. Geburtstag, dass er an einem schwer operablen Lungenkrebs erkrankt ist und nur noch sehr wenig Zeit zu leben hat. Er ist Chemielehrer an einer High School in Albuquerque, New Mexico, hat einen Sohn, Walter Jr., im Teenageralter, der an einer mittelschweren Form von Kinderlähmung leidet, und seine Frau Skyler ist gerade mit ihrem zweiten Kind schwanger. Da sein Lehrergehalt nicht ausreicht, um Hypothek und den Lebensunterhalt zu bestreiten, ist Walter auf einen Nebenjob in einer Autowaschanlage angewiesen. In dieser Situation - und im amerikanischen Gesundheitssystem - ist an eine kostspielige Chemotherapie kaum zu denken, schon gar nicht, wenn er seine Familie nicht völlig überschuldet zurücklassen möchte. Soweit die Ausgangslage der Serie, die durchaus recht trist und bedrückend wirken könnte, wäre da nicht der lakonische Humor, mit dem in „Breaking Bad“ viele Absurditäten der amerikanischen Gegenwart dargestellt werden.

Die Idee

In ihrem Ton erinnert die erste Staffel der Serie damit an Filme wie „About Schmidt“ von Alexander Payne oder an die Filme der Coen-Brüder, mit denen „Breaking Bad“ auch einen sehr sarkastischen Zugang zur Gewalt teilt. Denn statt sich in eine Chemotherapie zu begeben, sucht Walter nach einer Lösung, wie er möglichst schnell das marode Familienvermögen vor seinem Ableben noch instand setzen kann. Die zündende Idee dazu liefert ihm, ohne es zu wissen, sein Schwippschwager Hank, der als Ermittler bei der staatlichen Drogen-Fahndungs-Behörde DEA arbeitet. Von Hank erfährt Walter, wie viel Geld sich mit der Herstellung illegaler chemischer Drogen verdienen lässt. Und wie der Zufall es so will, nimmt Hank ihn mit zu einer Razzia in einem Drogenlabor, bei der Walter in einem flüchtenden Verdächtigen seinen ehemaligen Schüler Jesse Pinkman wiedererkennt. Er sucht Jesse zu Hause auf und bietet ihm eine Zusammenarbeit an, die dieser nur widerwillig akzeptiert. Aber da sein bisheriger Partner von der DEA verhaftet wurde und Walter ihm androht, ihn ebenfalls anzuzeigen, willigt Jesse ein, in Zukunft mit Walter zusammen Crystal Meth herzustellen. So beginnt Walts Karriere im Drogengeschäft.

Das Abenteuer beginnt

Viele komische Aspekte der Serie rühren von der Dynamik des ungleichen Paares Walter und Jesse her. Der penible Chemielehrer mit den genialen wissenschaftlichen Kenntnissen, die er jahrzehntelang an uninteressierte Schüler verschwendet hat, und der selbst drogenabhängige, chaotische und impulsive Kriminelle, der zugleich Walters ehemaliger Schüler ist, ergeben vor allem in der ersten Staffel ein komisches Duo im Stil vieler beliebter Gangsterfilme. Doch je weiter die Serie voranschreitet, desto mehr steigen die Helden ins kriminelle Milieu ab, und umso düsterer werden die Handlungsstränge. Der Titel der Serie, „Breaking Bad“, ist einem amerikanischen Südstaaten-Ausdruck entnommen. „To break bad“ heißt so viel wie „vom rechten Weg abkommen, straucheln“ - und genau das ist es, was Walter White im Laufe der Serie passiert.

Der harmlose Chemielehrer Walter White

Walters Wandlung vom unscheinbaren Jedermann zum Drogenbaron, der über Leichen geht, können Sie schon in den Cover-Bildern der jeweiligen DVD-Editionen nachvollziehen. Auf dem Titel der ersten Staffel sieht Schauspieler Bryan Cranston, der Walter White spielt, noch wie eine amerikanische Version von Michael Palin aus, der in Unterhose und mit korrekt geknöpftem Hemd mit gezückter Pistole in der Wüste steht und wild entschlossen, aber etwas lächerlich sein Leben zu verteidigen bereit ist. Er wirkt noch wie ein unbeholfener Zivilist, der plötzlich in kriminelle Machenschaften gerät. Genau diese Ablösung vom Alltagsleben ist Thema der ersten Staffel von „Breaking Bad“, die es sowohl als DVD-Box als auch als Blu-Ray-Version bei eBay zu kaufen gibt. Außerdem lernen Sie hier auch schon viele der anderen Charaktere von „Breaking Bad“ kennen. Walters Frau Skyler, sein Sohn Walter Jr., die kleptomanische Schwägerin Marie und ihr etwas machohafter, aber eigentlich gutmütiger Mann, der Drogenfahnder Hank, treten alle auf - und schließlich ist auch Walters Krankheit stets präsent.
Zunächst hält er sie noch vor seiner Familie geheim, doch als seine Frau mit seiner zunehmenden Verstrickung ins Drogengeschäft seinen veränderten Charakter bemerkt, dient der Krebs als gute Entschuldigung für seine Gemütsschwankungen. Damit beginnt für Walters Familie die Auseinandersetzung mit seinem Krebsleiden, was zu einer Reihe teils komischer, teils tragischer Konflikte führt, und sich ab jetzt wie ein roter Faden durch mehrere Staffeln der Serie zieht.

Walters Alter Ego Heisenberg

Die andere Welt, nämlich die der Drogenhändler und -hersteller, wird ebenfalls in der ersten Staffel eingeführt. So kaufen Walter und Jesse ein Wohnmobil, um in der Wüste von New Mexico untertauchen und sich ungestört der Herstellung von Crystal Meth widmen zu können. Durch Walters Chemietalent gelingt es ihnen, den besten Stoff auf dem Markt zu produzieren. Doch sie werden von ehemaligen Geschäftspartnern von Jesse aufgespürt. In Notwehr bringen sie einen der Drogenhändler um, der andere der beiden überlebt mit schweren Vergiftungserscheinungen. Per Münzwurf wird entschieden, dass Walter den zweiten Drogenhändler umbringen soll. Für beide ist es ihr erstes Abrutschen in die Welt der Gewaltverbrechen und mehrere Folgen behandeln die Auswirkungen, die diese Erlebnisse auf ihr Leben und ihre Partnerschaft haben. Auf Druck seiner Familie willigt Walter schließlich in die Krebstherapie ein. Damit ist aber noch mehr Geld vonnöten. Nachdem er so viel riskiert hat, will Walter nun auch den Gewinn maximieren. Dies bringt ihn im weiteren Verlauf der Serie in Kontakt mit immer gefährlicheren Gestalten. Walters Wandlung zum Gangster nimmt zum Ende der ersten Staffel auch schon äußere Form an: von der Chemotherapie fallen ihm die Haare aus, sodass er sich den Schädel rasiert und ganz in Schwarz und mit Sonnenbrille auftritt. Der ehemalige Chemielehrer Mr. White legt sich nun das Pseudonym Heisenberg zu - und ist definitiv auf Abwegen. Auf den Titelbildern späterer Staffeln werden der geschorene Schädel und der chemische Schutzanzug, der an Häftlingskleidung erinnert, immer bedrohlicher in Szene gesetzt - passend zur Handlung, in der Walters Weg schon ab der zweiten Staffel mit immer mehr Leichen gepflastert ist.

“Breaking Bad“ verbindet schwierige Themen der Zeit mit spannender Unterhaltung

Doch auch die anderen Thematiken kommen nicht zu kurz: Walters familiäre Schwierigkeiten nehmen einen großen Teil der Handlung ein. Seine Beziehung zu Skyler, die erst kurz vor der Scheidung steht, bis seine Frau plötzlich seine Komplizin wird, oder sein Kampf mit dem Krebs, der alle Beteiligten durch dramatische Höhen und Tiefen führt, sorgen dafür, dass „Breaking Bad“ neben den Thriller-Elementen immer auch menschlich plausibel bleibt. Auch Walters Beziehung zu seinen Komplizen ist immer wieder ein Thema. Wiederholt machen er und Jesse den Versuch, das Drogengeschäft aufzugeben, und geraten dabei immer häufiger miteinander in Konflikt. Auch Jesses eigene Drogensucht, sein Kampf dagegen und der Verlust nahestehender Menschen spielen eine Rolle in den folgenden Staffeln der Serie. Hank, der Drogenfahnder, muss sich mit Korruption in den Reihen seiner Kollegen auseinandersetzen und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen weite Teile der amerikanischen Mittelschicht seit der Finanzkrise ausgeliefert sind, sind Ausgangspunkt für viele spannende Handlungsstränge. Auch ihre absurden Formen wie Geldwäsche und Korruption auf höchstem Niveau werden angesprochen. Getreu dem Serienmotto sehen Sie hier eben ganz normale Menschen, deren Schicksal sie auf Abwege führt.

Die Staffeln 1-5 von „Breaking Bad“ als DVD-Edition oder als Blu-Ray-Discs

Sollten Sie „Breaking Bad“ noch nicht kennen, empfiehlt sich natürlich die erste Staffel als Einstieg. Danach oder wenn Sie bereits Fan der Serie sind, können Sie sich alle bisher ausgestrahlten Folgen in den insgesamt fünf Box-Sets mit DVDs oder Blu-Ray-Discs zulegen. Bei eBay gibt es sowohl die deutsche Ausführung als auch das englische Original zu kaufen. Die Boxen enthalten neben sämtlichen Folgen der jeweiligen Staffel eine Reihe von spannenden Extras, die das Fernseh-Vergnügen um mehrere Stunden verlängern. So gibt es Making-Off-Filme, in denen Sie einen Blick hinter die Kulissen werfen können und sehen, wie die einzelnen Folgen der Serie entstehen. Sie können mitverfolgen, wie Charaktere entwickelt oder Stunts gedreht werden und vieles mehr. Ebenso vorhanden sind Audio-Kommentare von Produzent und Schauspielern, die sehr ausführlich mit Anekdoten vom Dreh belegen, wie das Team gearbeitet hat. Diskussionsrunden und Interviews, nicht verwendete Szenen und Foto-Galerien vom Set runden das Programm ab.
Die DVD-Box zur zweiten Staffel enthält noch ein paar ungewöhnlichere Extras: hier sind die sechs „Webisoden“ zu finden, die der amerikanische Sender AMC auf seiner Website vor Ausstrahlung der zweiten Staffel im Februar 2009 exklusiv veröffentlicht hat. Diese kurzen Videos enthalten Szenen, die vor Beginn der ersten oder zwischen den beiden ersten Staffeln spielen. Dies sind so unterschiedliche Geschichten wie ein Video-Tagebuch von Walts kleptomanischer Schwägerin Marie, das Valentins-Dinner von Marie und Hank, ein Gespräch der beiden Schwippschwager am Hochzeitstag oder ein Musikvideo von Jesses Band. Beim Kauf der Sammlungen ist zu beachten, dass die Staffeln von „Breaking Bad“ jeweils unterschiedlich viele Folgen enthalten. Staffel Eins musste nach Folge 7 aufgrund eines Streiks der Drehbuchautoren beendet werden. Die zweite, dritte und vierte Staffel enthalten jeweils 13 Folgen. Staffel Fünf besteht aus 16 Folgen, die allerdings zweigeteilt ausgestrahlt wurden. Die ersten acht Folgen wurden bereits ab Sommer 2012 im amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt, die Folgen 9-16 (manchmal auch als Staffel Sechs bezeichnet) hingegen erst ab August 2013. In der DVD-Box von Staffel 5 sind nur Folge 1-8 enthalten. Für Fans und Neueinsteiger sind die Komplett-Sets mit fast allen Folgen dennoch gleichermaßen empfehlenswert.

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