Praktische Möbel mit Pfiff: Truhen & Kisten als Aufbewahrungsboxen, Hocker und Sitzbänke

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Praktische Möbel mit Pfiff: Truhen & Kisten als Aufbewahrungsboxen, Hocker und Sitzbänke

Truhen und Kisten sind als Möbelstück äußerst vielseitig einsetzbar und außerdem noch einfach zu transportieren. Sie waren nicht ohne Grund lange Zeit das Möbelstück schlechthin.

Erfahren Sie in unserem Ratgeber, wie pfiffig und dekorativ man Truhen und Kisten in der eigenen Wohnung einsetzen kann. Wir erklären Ihnen, welche Varianten es gibt und was man damit alles tun kann. Von der Aufbewahrung von Kleidung und anderen Gegenständen über Sitzmöbel bis hin zum Tisch, Truhen und Kisten können fast alles.

Truhen und Kisten als Wohnmöbel

Bevor es Schränke und Kommoden gab, verwendete man überall Truhen und Kisten. Es handelt sich bei der Truhe tatsächlich sogar um eines der älteste Möbelstücke der Welt. Sie war lange Zeit das einzige Möbelstück zur Aufbewahrung von Kleidung. Später, als der Schrank ihr schon Konkurrenz machte, blieb sie trotzdem die verbreitetste Form des Möbelstücks. Unser moderner Schrank ist eigentlich nur eine Weiterentwicklung der Truhe – gewissermaßen eine hochgestellte Truhe. Man weiß, dass die Truhe schon im Altertum Verwendung fand und vielleicht auch schon lange vorher. Im antiken Rom stellte man Truhen sogar schon im 1. Jahrhundert unserer Zeit auf, um sie als Schrank zu verwenden.

Truhen blieben aber in ihrer Form erhalten, weil sie sich viel einfacher transportieren lassen. Aus einer Truhe kann beim Anheben nichts herausfallen. Sie ist im Allgemeinen nicht so groß, dass sie nicht von zwei Personen getragen und transportiert werden kann. Auch im Mittelalter blieb die Truhe daher das Möbelstück der Wahl für Arme wie Reiche. In dieser Zeit war es vor allem für die Adeligen wichtig, ein leicht transportables Möbelstück zu besitzen. Es sind uns heute prächtig verzierte und mit wertvollen Intarsien ausgelegte Truhen erhalten, die oft auf hohen Füßen stehen.

Der Unterschied zwischen Kiste und Truhe

Der Bedeutungsunterschied zwischen Kiste und Truhe ist recht fließend, ebenso wie zu den verwandten Begriffen Kasten und Lade. Kisten werden jedoch weniger als Möbelstücke gebraucht als Truhen. Während Truhen ausschließlich in einer Wohnung als Aufbewahrungsbox für Kleidung oder andere persönliche Gegenstände dienen, werden Kisten vorwiegend außerhalb der Wohnung verwendet. Sie dienen dort unter anderem zur Lagerung von Lebensmitteln oder Werkzeugen. Man spricht also von der Kleidertruhe, aber von der Weinkiste oder Werkzeugkiste. Tendenziell ist die Kiste auch nicht so aufwendig verziert und oft leichter gebaut oder nicht komplett geschlossen. Obstkisten etwa haben Abstände zwischen den Brettern, während eine Truhe immer solide gebaut ist. Eine Kiste kann zudem auch offen sein und keinen Deckel haben. Die Truhe verfügt immer über einen Deckel.

Arten und Formen von Truhen und Kisten

Da die Truhe eine derart lange Geschichte hinter sich hat, gibt es auch unzählige Ausführungen. Auch, wenn die Truhe eigentlich immer länglich und kastenförmig ist und über einen Deckel verfügt, kann man baulich variieren. Zu den bekanntesten Bauarten zählen:

  • Seekiste
  • Schatztruhe
  • Feldtruhen
  • Koffertruhen
  • Sechsbretttruhen
  • Stollentruhen

Ähnliches gilt für Kisten. Hier gibt es z. B. die Formen Werkzeugkiste, Obstkiste, Waffenkiste, Bettkiste und Familienkisten. Letztere waren als Aufbewahrung von wichtigen Dokumenten und Urkunden in schweizerischen Familien gedacht. Heute findet man eine Vielzahl von Formen, mit oder ohne Beine, als Sitzmöbel gedacht, mit Polsterung oder mit extra Fächern. Sie werden erstaunt sein, wie viele attraktive und vielseitige Modelle man findet.

Wenig Platz? Die Sitztruhe schafft mehr!

Schon im Mittelalter kam man auf die Idee, dass eine Truhe auch zum Sitzen geeignet sein könnte. Wir kennen aus dieser Zeit Truhen mit ganz flachem Deckel und sogar mit Rückenlehnen. Man hatte sicher schon zuvor spontan Truhen zum Sitzen verwendet, diese hatten aber oft einen gewölbten Deckel, der das Sitzen unangenehm machte. Auch in heutiger Zeit hat man das Prinzip wieder genutzt und für moderne Wohnungen finden sich viele pfiffige Sitztruhen und Sitzbänke. Mitunter sind sie auch unter dem Begriff Sitzhocker zu finden, wenn es sich um besonders kleine Exemplare handelt.

Der Vorteil eines Möbelstücks, das gleichzeitig als Aufbewahrung und als Sitzmöbel dient, liegt auf der Hand. Es spart sehr viel Platz. Wenn Ihre Wohnung recht klein ist oder sie in manchen Räumen mit Platzproblemen zu kämpfen haben, dann ist eine Sitztruhe eine hervorragende Lösung. Es ist egal, um welchen Raum es sich handelt. In Fluren mit wenig Platz oder in Fluren, die zwar groß, aber schmal sind, eignen sich Sitztruhen aus Rattan. In Schlafzimmern oder Badezimmern sind Sitzhocker, die auch als Wäschetruhen dienen, geeignet. Aber auch vor dem Wohnzimmer muss diese Lösung nicht haltmachen. Es gibt sehr edle gepolsterte Sitztruhen mit Lederüberzug, die zu jeder Couchgarnitur passt. Darin können Sie extra Decken für kalte Winterabende vor dem Fernseher aufbewahren oder auch ein paar Flaschen Wein, Spiele oder DVDs.

Für Landratten: Die Schatzkiste im Kinderzimmer

In Kinderzimmern sind Aufbewahrungsboxen für das Spielzeug schon lange beliebt. Sie verstauen schnell und effektiv Legosteine, Spiele, Matchboxautos, Puppen und vieles mehr und können leicht transportiert werden. Dabei sind sie auch für die Kleinsten einfach zu handhaben, denn Spielzeug aufheben und Dinge in eine Truhe legen, können schon Kinder unter zwei Jahren. Falls die Kiste keinen Schließmechanismus hat, sondern einen losen Deckel, besteht für die Kleinen auch dieses Hindernis nicht. Für sehr kleine Kinder eignen sich klare oder bunte Kunststoffkisten noch am besten, für größere Kinder sind dann aber ansprechendere Designs wünschenswert. Zum Beispiel ist eine Schatztruhe oder Piratenkiste für das Kinderzimmer empfehlenswert.

Diese Kisten und Truhen sind entweder aus Holz oder aus Kunststoff, das optisch wie Holz aufgearbeitet wurde. Für den besonderen Spaß sind viele Modelle auch mit einem kleinen Schloss ausgestattet. Solche Kisten sind zwar nicht als Sitzmöbel geeignet, bieten Kindern aber einen übersichtlichen und dabei unterhaltsamen Stauraum. Eine Schatzkiste animiert Kinder dazu, ihr Zimmer aufzuräumen und darin Spielzeug und andere Gegenstände zu verstauen. Kisten und Truhen haben hier den unschlagbaren Vorteil, dass darin nichts geordnet werden muss und alles durcheinander hineingelegt oder geworfen werden darf. Eine Piratenkiste ist in jedem Kinderzimmer eine beliebte und aufregende Ergänzung und sorgt gleichzeitig für mehr Platz und Ordnung.

Wie auf dem Piratenschiff: Alte Frachtkisten als Tisch

Nicht nur für Kinder ist das Piratenthema interessant. Auch Erwachsene sind an Truhen und Kisten interessiert, die optisch solchen Piratenkisten ähneln. Eine besonders ausgefallene Idee ist es hierbei, eine Frachtkiste oder Holztruhe als Tisch zu verwenden. Einige Firmen restaurieren alte Frachtkisten der Post, sodass sie gebraucht aber edel aussehen und einen schönen Glanz haben. Die Oberseite lässt sich als Tischplatte verwenden und gibt dem Raum, in dem der Truhentisch steht, ein ganz besonderes Flair. Eine andere Variante der Truhe als Tisch wird nicht aus alten Truhen hergestellt, sondern völlig neu. Hierbei wird statt dunklem, gealtertes Holz, oft neues, helles Holz verwendet und gezielt ein Truhentisch geschaffen. Als Truhe erkennbar ist dieser Tisch dennoch. Dafür sorgen Metallbeschläge und die Tatsache, dass der Deckel sich hochheben lässt. Es gibt hier Varianten, die zusätzlich über Schubladen verfügen und eher einem Tisch ähneln und andere, die äußerlich noch stark wie eine Truhe wirken.

Welches Holz soll es sein? Farben und Verzierungen

Eine Truhe oder Kiste ist in den meisten Fällen aus Holz angefertigt. Truhen und Kisten aus Kunststoff sind zumeist nur für das Kinderzimmer gedacht. Bei der Auswahl der Truhe sollte man auch auf die restliche Einrichtung achten. Eine dunkle schwere Eichentruhe passt nicht unbedingt in Räume mit hellen oder weißen Möbeln. Verschiedene Holzarten bieten aber viele attraktive farbliche Möglichkeiten auch bei Truhen und Kisten. Die Farbwahl reicht hier von sehr dunkelbraunem Holz bis hin zu hellem, fast weißem Holz. Beachten Sie bei hellem Holz nur, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit dunkler verfärben wird, wenn es an exponierter Stelle mit Sonnenschein steht. Dies passiert vor allem bei unbearbeitetem Holz. Dunkles Holz wird, wenn überhaupt, nur wenig nachdunkeln. Selten findet man auch Truhen aus schwarzem Holz oder Truhen, die farblich angestrichen wurden.

Verzierungen an Truhen sind quasi von Natur aus oft schon Metallteile, die dem Zusammenhalt dienen. Als Alternative dazu gibt es aber auch attraktive Kisten, die mit richtigen Verzierungen versehen sind. Zum Beispiel mit geometrischen Mustern und Figuren im afrikanischen Stil oder auch Ähnlichem. Häufiger findet man aber die Bildung von Mustern durch geschicktes Anlegen der einzelnen Bretter. Dadurch ergeben sich hübsche Muster aus der natürlichen Maserung des Holzes.

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