Praktische Helfer im Haushalt: Ratgeber für den Kauf von Haushaltshandschuhen

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Praktische Helfer im Haushalt: Ratgeber für den Kauf von Haushalts-Handschuhen

Bei vielen Arbeiten im Haushalt kommen Sie mit Wasser, Schmutz oder Reinigungsmitteln in Berührung. Ihre Haut leidet unter diesen Bedingungen enorm, vor allem an Ihren Händen. Wasser trocknet aus und Schmutz hinterlässt ein ungutes Gefühl. Gleichzeitig setzen sich Keime an den Händen fest, die Sie nur unnötig weiter im Haus verteilen sollten. Reinigungsmittel hingegen enthalten Säuren oder ätzende Stoffe. Auch stark alkalische Reinigungsmittel sollten nicht mit der Haut in Berührung kommen. Hat ein Kontakt stattgefunden, spülen Sie Ihre Hände sofort mit klarem Wasser ab. Von Schleimhäuten und Augen sind die Mittel grundsätzlich fernzuhalten. Hier besteht große Verletzungsgefahr.
Um sich bei den Reinigungsarbeiten optimal zu schützen, bietet der Handel unterschiedliche Haushaltshandschuhe an. Ob einfache Gummihandschuhe oder stark schützende Haushaltshandschuhe – dieser Ratgeber zeigt Ihnen die Unterschiede auf und stellt Ihnen die einzelnen Modelle vor.

Diese Vorteile bieten Ihnen Handschuhe während der Hausarbeit

Die wichtigste Aufgabe von Haushaltshandschuhen ist der Schutz Ihrer Haut vor Flüssigkeiten und Chemikalien. Doch die Einsatzbereiche sind noch vielfältiger. Mit den richtigen Handschuhen verhindern Sie beispielsweise die Verbreitung von Keimen und Bakterien im Haushalt. Außerdem ist die Gefahr deutlich gemindert, dass Sie sich selbst mit den Keimen infizieren oder in Berührung bringen. Die Handschuhe schützen nicht nur die gesunde Haut, sondern sind zwingend erforderlich, wenn sich Wunden an den Händen befinden. Andernfalls brennen die Reinigungsmittel in den offenen Stellen und Keime dringen schnell in den Körper ein. Beugen Sie diesen Verunreinigungen und Schmerzen vor.
Menschen mit einer empfindlichen Haut oder mit einer Allergiegefährdung müssen zwingend auf einen solchen Schutz zurückgreifen können. Reizen Sie Ihre Haut an den Händen nicht unnötig. Mit übergestreiften Haushaltshandschuhen scheuen sich viele Menschen nicht vor der Hausarbeit. Sie reinigen problemlos die Toilette, Spüle oder andere kritischen Oberflächen. Die Handschuhe zielen daher auch auf hygienische Aspekte ab. Mit den richtigen Utensilien machen Sie sich im eigenen Haushalt nicht mehr die Hände schmutzig.

So wenden Sie die Haushaltshandschuhe richtig an

  • Tragen Sie die Handschuhe über einen längeren Zeitraum, stauen sich Wärme und Feuchtigkeit unter dem Material. Die Haut schwitzt, wird durch die Feuchtigkeit weich und quillt auf. Damit entsteht ein Badewannen-Effekt. Ihre Haut ist deutlich anfälliger für Allergien und nimmt durch den Schweiß gelöste Schadstoffe aus dem Material der Handschuhe aus. Ziehen Sie deshalb unter die Haushaltshandschuhe dünne Baumwollhandschuhe. Diese nehmen den Schweiß auf und verhindern den Effekt.
  • Fahren Sie niemals mit feuchten Händen in die Handschuhe. Das verstärkt den eben genannten Effekt noch mehr. Sollten die Hände nass sein, trocknen Sie diese erst gut ab. Eine gute Handcreme schützt die Haut zusätzlich bei der Verwendung von Handschuhen.
  • Ziehen Sie die Handschuhe nach dem Gebrauch komplett auf links. Der Innenbereich wird immer etwas feucht sein und kann in dieser Lage deutlich schneller abtrocknen.
  • Handelt es sich bei Ihren Modellen um Einweghandschuhe, ist das zweite Tragen nicht zu empfehlen. Entsorgen Sie die Handschuhe nach dem Tragen sofort im Mülleimer. Bei mehrmaliger Verwendung kann die Schutzwirkung bereits verloren sein.
  • Prüfen Sie vor dem Einsatz die Handschuhe auf Beschädigungen oder Risse. Andernfalls dringen Wasser und Reinigungsmittel in den Handschuh ein. Bemerken Sie einen Riss während der Hausarbeit, wechseln Sie die Handschuhe am besten sofort aus.
  • Achten Sie auf eine kurze Tragzeit. In der Regel liegt diese bei maximal zwei Stunden. Legen Sie danach eine Pause ein oder beginnen Sie eine Arbeit, die Sie auch ohne Handschuhe durchführen können.
  • Aus hygienischen Gründen müssen wiederverwendbare Handschuhe vor dem Ausziehen gründlich abgewaschen werden. Erst danach hängen Sie diese zum Trocknen auf.

Was ist besser: Einmalhandschuhe oder wiederverwendbare Modelle?

Einweghandschuhe besitzen einen entscheidenden Vorteil: Sie sind günstig und lassen sich nach dem Gebrauch sofort mit allen festsitzenden Keimen entfernen. Gerade im Gesundheitsbereich kommen deshalb Einweghandschuhe zum Einsatz. Doch auch im Haushalt sind sie dienlich. Durch ihr dünnes Material passen sie sich optimal an die Größe Ihrer Hände damit. Damit behalten Sie auch in den Fingerspitzen ein besseres Gefühl und führen Arbeiten filigraner aus. In den meisten Fällen reichen die Handschuhe bis knapp über das Handgelenk und sind transparent gehalten. Unter Berücksichtigung der hygienischen Aspekte dürfen die Handschuhe kein zweites Mal getragen werden. Nach dem Gebrauch führt also der Weg direkt in den Mülleimer. Hintergrund ist hierbei das dünne und anfällige Material. Zwar halten die Handschuhe dicht und beugen der Keimverbreitung vor, doch die Haltbarkeit ist stark begrenzt.
Bei normalen Haushaltshandschuhen kommen dickere Materialien zum Einsatz, die sich deutlich robuster zeigen. Ein mehrfacher Gebrauch stellt kein Problem dar. Allerdings passen sich die Handschuhe nicht immer perfekt den Händen an, sodass Ihnen Fingerspitzengefühl verloren geht. Dagegen ist der Schaft deutlich länger. Er reicht oft bis weit über das Handgelenk hinaus und bedeckt zum Teil den Unterarm. Mit diesen Handschuhen greifen Sie tiefer in einen Eimer Wasser oder in andere Flüssigkeiten hinein, ohne sich diesen direkt auszusetzen. Durch diese Eigenschaften sind die Modelle deutlich teurer. Einweghandschuhe gibt es oft in einer großen Box zu bestellen mit mehreren Modellen einer Größe. Wiederverwendbare Handschuhe sind meist einzeln verpackt.

Die richtige Größe der Haushaltshandschuhe ermitteln

Haushaltshandschuhe müssen sich den Händen anpassen, um ihre Funktionalität und bestmöglichen Schutz zu sichern. Das Fingerspitzengefühl in den Handschuhen hängt hauptsächlich von der Größe ab. Außerdem dürfen die Modelle nicht einfach von der Hand rutschen oder zum Unterarm einen zu großen Spielraum lassen. Zu kleine Handschuhe schnüren wiederum ein und erweisen sich beim Tragen als sehr unangenehm. Achten Sie beim Kauf deshalb auf die richtige Größe und ermitteln Sie Ihre Größe anhand folgender Tabelle selbst. Messen Sie dabei den Umfang Ihrer Handfläche und sparen den Daumen aus.

Handumfang in cm

Größe der Handschuhe

17,5

6 1/2

19

7

20

7 1/2

21,5

8

22,5

8 1/2

Materialien und Beschaffenheit der Handschuhe

Haushaltshandschuhe können aus verschiedenen Materialien bestehen. Sie unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Langlebigkeit und sollten nach vorliegenden Allergiebelastungen ausgewählt werden. So ist Latex beispielsweise ein beliebtes Material für Gummihandschuhe. Als natürlicher Rohstoff löst er bei manchen Menschen jedoch Allergien aus und kann Hautreizungen hervorrufen. Eine Alternative dazu stellen die Vinyl-Handschuhe dar. Hierbei handelt es sich um einen sehr widerstandsfähigen Kunststoff, der dennoch eine Flexibilität besitzt. Latexhandschuhe müssen auf der Verpackung entsprechend gekennzeichnet sein. Ebenso gibt es Nitril-Handschuhe als wiederverwendbare Artikel oder als Nitril Einweghandschuhe.

Manche Modelle bieten im Inneren eine Schicht aus Puder. Damit kleben die Handschuhe nicht zusammen und lassen sich besser anziehen. Die Hände gleiten deutlich einfacher in das Material als bei normalen Gummihandschuhen. Das Puder verbindet sich bei der Verwendung der Handschuhe jedoch mit Schweiß und greift im schlimmsten Fall den natürlichen Säureschutzmantel der Haut an. Es entstehen Rötungen und das Risiko für Allergien verstärkt sich. Außerdem reibt das Puder auf der Haut und kann schnell unangenehm wirken. Besser sind Handschuhe mit einer kleinen Baumwollschicht im Inneren. Oder Sie ziehen zusätzlich dünne Baumwollhandschuhe unter die eigentlichen Haushaltshandschuhe. Sondermodelle sind mit bestimmten Beschichtungen versehen und somit beispielsweise resistent gegen Säuren oder andere Chemikalien. Derartige Handschuhe kommen im Allgemeinen Haushaltsbedarf eher seltener zum Einsatz.

Das sollten Sie beim Kauf der Handschuhe beachten

  • Die Handschuhe müssen zwingend wasserdicht und beständig gegen viele Chemikalien sein.
  • Am besten entscheiden Sie sich für ein Modell mit langen Stulpen. Sie haben deutlich mehr Spielraum, was die Tiefe von Flüssigkeiten betrifft. Schlagen Sie die Stulpen nach außen um, kann keine Flüssigkeit an den Unterarmen entlanglaufen und Ihre Haut reizen.
  • Für längere Tragzeiten entscheiden Sie sich für puderfreie Modelle mit integrierter Baumwollschicht. Nur so vermeiden Sie das zu starke Schwitzen in den Handschuhen.
  • Planen Sie dünne Baumwollhandschuhe unter den eigentlichen Modellen ein, sollten Sie die Größe entsprechend anpassen und wählen. Der Vorteil: Sind die Baumwollhandschuhe voll Schweiß gesogen, lassen Sie sich einfach austauschen.
  • Zu steife Handschuhe behindern das Gefühl in den Fingern. Außerdem brechen die Materialien deutlich schneller und weisen Risse auf.
  • Passen Sie das Material und die Stärke der Handschuhe grundsätzlich auf den Einsatzzweck im Haushalt ab.
  • Für Arbeiten mit stark hygienischen Ansprüchen sind Einmalhandschuhe deutlich besser geeignet als wiederverwendbare Modelle.
  • Grundsätzlich sagen die Farben der Handschuhe nichts über dessen Zusammensetzung und Materialien aus. Es gibt sie in transparent oder in leichten Einfärbungen wie Gelb, Lila oder Blau. Manche Hersteller bieten wiederverwendbare Haushaltshandschuhe sogar mit einem speziellen Muster oder mit Applikationen an.

Wichtige Hinweise für Allergiker und Menschen mit Allergiebelastung

Manche Menschen wissen nicht, ob eine Allergie auf Latex oder eine an dere Allergiebelastung bei ihnen vorliegt. Beim Tragen von normalen Handschuhen rötet sich die Haut sehr schnell oder zeigt erheblichen Juckreiz auf. Eine Latexallergie ist hier als Kontaktallergie zu verstehen und tritt nur an den Stellen auf, an denen Sie mit dem Material in Berührung gekommen sind. Wird Latex zum großen Teil eingeatmet, können sogar Übelkeit und Luftbeschwerden die Folge sein. Hier gibt es spezielle hypoallergene Handschuhe, die vor allem für Allergiker gefertigt sind. Die meisten dieser Modelle sind mit dem synthetischen Gummi Nitril gefertigt. Sie sind ebenso widerstandsfähig gegen viele Öle, Säuren oder Basen. Ähnlich verhält sich Neopren als synthetischer Kautschuk. Als Stoff für Gummihandschuhe überzeugt er mit einer hohen Empfindlichkeit. Gleichzeitig gehören Neopren-Handschuhen zu den teuersten Modellen. Vinyl Handschuhe bestehen aus Polyvinylchlorid und sind damit komplett frei von Kautschuk. Allerdings ist die Empfindlichkeit deutlich geringer und sie bieten nicht annähernd die Elastizität von Gummi.

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