Power für den PC – so finden Sie die passenden Netzteile

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Power für den PC – so finden Sie die passenden Netzteile

Damit ein PC reibungslos funktioniert, benötigt er Strom. Zu den Hauptstromfressern der Computerkomponenten gehören dabei der Prozessor und die Grafikkarte. Fakt ist, dass ein gut ausgestatteter PC heute etwa so viel Strom verbraucht wie eine kleine Elektroheizung.

Damit der Energiebedarf aus der Steckdose in den PC gelangt, befindet sich im Gehäuse ein entsprechend ausgelegtes Netzteil. Wer einen fertigen Computer kauft, muss sich keine Gedanken über dessen Leistungsfähigkeit machen.

Was aber, wenn das Netzteil streikt oder der PC umgebaut und aufgerüstet wird? Dann muss die Überlegung angestellt werden, welches Netzteil notwendig ist, um den Strombedarf zu decken, ohne dass es überlastet wird.

Die Angebote sind vielfältig und es ist wichtig, die Unterschiede zu kennen. Nur so sind Sie in der Lage, ein Netzteil zu kaufen, das für Ihre Ansprüche geeignet ist.

Das Netzteil – ein Hochleistungssystem in Sachen Strom

Mit dem richtigen Netzteil werden alle Komponenten im PC mit genau der Spannung versorgt, die sie für ein einwandfreies und zuverlässiges Arbeiten benötigen.

Da der Haushaltsstrom mit ca. 230 Volt und 50 Hertz aus der Steckdose kommt, muss das Netzteil diesen Strom in die unterschiedlichen, von den einzelnen PC-Bauteilen benötigten Spannungen umwandeln. Netzteile sind dabei in der Lage, zeitgleich unterschiedliche Spannungen abzugeben, und können insofern als Hochleistungssysteme der Stromversorgung bezeichnet werden.

Die Bestandteile des Netzteils, die Aufgaben und Besonderheiten

Ein handelsübliches Netzteil besteht aus

  • Transformator,
  • Gleichrichter und
  • linear arbeitenden Reglern.

Sie sind zum Beispiel in der Lage, Spannungsschwankungen auszugleichen. Der Strom aus der Steckdose hat nicht immer eine gleichbleibende Spannung. Anstelle der üblichen 220 Volt kommen auch schon einmal nur 180 oder sogar bis zu 250 Volt kurzfristig in die Leitung. Der Ausgleich dieser Schwankungen schützt die teilweise hochempfindlichen Komponenten im Computer, die ansonsten Schaden nehmen könnten.

Netzteile, die so zusammengesetzt sind, sind preiswert und deshalb in den meisten Computern vorhanden. Sie haben aber auch einen Nachteil: Sie sind unhandlich und schwer.

Inzwischen gibt es für viele Anwendungen sogenannte Schaltnetzteile. Sie sind leichter, beanspruchen weniger Platz und haben einen höheren Wirkungsgrad als die herkömmlichen Netzteile.

Nach dem Aufrüsten: Netzteil überprüfen und eventuell austauschen

Wer seinen PC aufrüstet, ihm einen neuen Prozessor oder ein neues Motherboard, zusätzliche Grafikkarten oder Soundkarten einbaut, sollte sehr genau überprüfen, wie hoch der Energiebedarf des aufgerüsteten Computers ist. Besonders bei etwas älteren PCs dürfte das vorhandene Netzteil rasch an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit geraten. In diesem Fall hilft nur ein Austausch.

Denn das vorhandene Netzteil war auf die Komponenten ausgelegt, die vorher im Computer gearbeitet haben. Die neuen und teilweise höheren Spannungsanforderungen kann es meist nicht mehr bewältigen. Das äußert sich unter anderem in Systemabstürzen. Im Ernstfall schaltet sich der gesamte PC automatisch ab. Oft wird diese Problematik auf Fehler im Betriebssystem oder Treiberprobleme zurückgeführt. In vielen Fällen liegt es aber definitiv an einem hoffnungslos überlasteten Netzteil.

Netzteile und ihre unterschiedliche Bauart

Für Computer gilt überwiegend der ATX-Standard (Advanced Technology Extended). Dieses Kürzel bezieht sich generell auf die Gehäuseform und die Bauart des Computers. Dementsprechend tragen auch die Netzteile, die für diese PCs verwendet werden können, das Kürzel ATX.

Im Anschluss an diese Bezeichnung des Standards findet man häufig verschiedene Ziffern, die etwas über die äußere Form und die Technik des Netzteils aussagen. Für alle modernen Computer werden Netzteile benötigt, die 12-Volt-Spannung liefern können. Nur so lassen sich zum Beispiel PCI-Express-Steckplätze mit Strom versorgen.

Die Ziffern (1.3 bis 2.3) hinter der Bezeichnung ATX geben die Version des Netzteils wieder, wobei die höchste Ziffer auf das modernste Modell hinweist. Das zeigt sich unter anderem auch an den Steckern, mit denen das Netzteil an die Hauptplatine angeschlossen wird. Ältere Versionen wie zum Beispiel 1.3 haben einen 20-poligen Stecker, während ab der Version 2.0 ein 24-poliger Stecker auf dem Mainboard zum Einsatz kommt.

Das Mainboard entscheidet also im Grunde darüber, welche Version eines Netzteils ohne Probleme angeschlossen werden kann.

Hinweis: Auch wenn auf Ihrer Hauptplatine nur ein 20-poliger Stecker für die älteren Netzteilversionen vorhanden ist, können Sie ein modernes Netzteil kaufen und anschließen. Dazu ist dann ein zusätzlicher Adapter notwendig.

Achtung: Es gibt Hersteller, die für moderne Netzteile teilbare Stecker verwenden. Hier können die überzähligen vier Kontakte einfach abgebrochen werden, und das Netzteil passt auch auf die ältere Hauptplatine. Diese Lösung hat den Vorteil, dass weniger Kabel benötigt werden. Dadurch ist mehr Platz im Gehäuse, somit kann die Luft besser zirkulieren, und der Lüfter arbeitet effektiver.

Grundsätzlich ist zu raten, ein Netzteil ab der Version 2.0 oder höher zu kaufen, weil der Wirkungsgrad deutlich höher ist. Der Arbeitsbereich liegt bei den ATX-Netzteilen bei Netzspannungen zwischen 180 und 265 Volt und bei einer Toleranz für den Wechselstrom zwischen 47 und 63 Hertz.

Netzteile und ihre Leistung

Eines der wichtigsten Kriterien beim Kauf eines neuen Netzteils ist die Leistung. Sie muss den Bedarf aller eingesetzten Computerkomponenten sicher abdecken.

Hinweis: Verlassen Sie sich beim Netzteilkauf nicht auf die maximale Leistungsangabe des Herstellers. Viel wichtiger ist die sogenannte Combined Power (kombinierte Leistung). Sollte dieser Wert nicht in der Produktbeschreibung oder den Technischen Daten auf der Herstellerwebseite ablesbar sein, ziehen Sie von der Maximalleistung des Netzteils etwa 20 bis 30 Watt ab. Damit haben Sie einen realistischen Wert über die tatsächliche Leistung des Netzteils.

Der Grund, warum die maximale Leistung nicht aussagefähig ist, liegt auf der Hand. Das Netzteil liefert nicht nur gleichförmig eine bestimmte Leistung, sondern muss unterschiedliche Spannungen für die verschiedenen Bauteile im PC bereitstellen.

Combined Power und Power Factor Correction für eine sichere Stromversorgung

Wenn in Ihrem Computer Komponenten verbaut sind, die einen hohen Strombedarf haben, muss das Netzteil entsprechend leistungsfähig sein. Dazu ist es wichtig zu wissen, wie viel Strom die einzelnen Bauteile unter Volllast brauchen und ob das Netzteil dann noch zusätzliche Spannungsbereiche für andere Komponenten mit ausreichend Energie versorgen kann.

Bei der sogenannten Combined Power steht den Bauteilen aber nicht die maximale Leistung des Netzteils zur Verfügung. Die einzelnen Spannungsbereiche nehmen sich nämlich gegenseitig Leistung weg. Damit die Versorgung in jedem Fall sichergestellt ist, sollte das Netzteil also ausreichend dimensioniert sein. Verbrauchen die Komponenten zum Beispiel insgesamt etwa 300 Watt, benötigen Sie auf jeden Fall ein Netzteil, das mindestens 400 Watt bereitstellen kann. Je häufiger ein Netzteil unter Volllast arbeiten muss, umso rascher kann es zu Fehlfunktionen kommen. Systemabstürze, zu hohe Wärmeentwicklung und auch der vorzeitige Verschleiß sind die Folge. Zu groß sollte die Reserve allerdings nicht sein, denn das führt zu unnötig hohem Stromverbrauch.

Auf einigen Netzteilen werden Sie das Kürzel PFC (Power Factor Correction) finden. Es besagt, dass das Netzteil über eine integrierte Korrekturfunktion verfügt, die Spannungsschwankungen ausgleicht. So kann die Energie besser ausgenutzt werden, und das Netzteil selbst kann auch keine Störungen im Stromnetz verursachen.

Kauftipp: Entscheiden Sie sich für ein Netzteil, das über aktive PFC verfügt. Es ist zwar ein wenig teurer, hat allerdings einen wesentlich besseren Wirkungsgrad.

Netzteile haben unterschiedliche Wirkungsgrade

Der Wirkungsgrad eines Netzteils ist abhängig von seiner Auslastung. Bei besonders schwacher Auslastung ist der Wirkungsgrad extrem niedrig. Hier werden oft nur etwa zwei Drittel des aufgenommenen Stroms genutzt, der Rest verpufft ungenutzt als Wärme. Der Wirkungsgrad steigt und erreicht seine besten Werte bei etwa 50 Prozent Auslastung. Wird das Netzteil unter Volllast betrieben, sinkt der Wirkungsgrad wieder.

Wichtig ist aber nicht nur die Tatsache, dass ein Netzteil bei möglichst allen Belastungen sparsam im Stromverbrauch sein sollte. Es ist auch ausschlaggebend, wie viel Energie im Stand-by-Betrieb verbraucht wird. Die Technischen Datenblätter auf der Webseite des Herstellers geben darüber Auskunft.

Ein guter Ausnutzungsgrad schlägt sich in der Stromrechnung nieder. Die Investition in ein teureres Netzteil mit einem hohen Wirkungsgrad wird sich also schnell amortisieren, wenn der PC häufig und regelmäßig genutzt wird.

Kauftipp: Achten Sie darauf, dass das neue Netzteil das 80-Plus-Logo trägt. Das garantiert Ihnen einen gleichbleibend hohen Wirkungsgrad, der bei jeder Auslastung immer über 80 Prozent liegen muss. Außerdem regelt der 80-Plus-Standard, dass das Netzteil allen PC-Komponenten jederzeit qualitativ hochwertigen Strom in der richtigen Spannung liefert. Das erhöht zusätzlich die Lebensdauer der einzelnen Bausteine.

Lüfter verhindern ein Überhitzen des Netzteils

Nicht nur die Leistung ist ein Auswahlkriterium für das Netzteil. Auch die Geräuschentwicklung kann sehr wichtig sein. Geräusche entstehen durch die Lüfter des Netzteils, die idealerweise möglichst unhörbar arbeiten sollten.

Kauftipp: Achten Sie darauf, dass das Netzteil temperaturgeregelt ist. Dann dreht sich der Lüfter bei geringer Wärmeentwicklung nur sehr langsam und verursacht kaum störende Geräusche. Es gibt Netzteile, bei denen man die Umdrehungsgeschwindigkeit manuell regeln kann. Diese Lösung ist aber bei Weitem nicht so gut wie eine automatische Steuerung, die sich nach der Betriebstemperatur des Netzteils richtet.

Andere Varianten von Netzteilen kommen ganz ohne Lüfter aus. Hier spricht man von passiven Netzteilen. Anstelle des Lüfters verfügen Sie über einen Kühlkörper, der mit seinen Rippen aus Aluminium ein wenig an altmodische Heizkörper erinnert. Solche Netzteile sollte man aber vorzugsweise nur in Gehäuse einbauen, die sehr viele Öffnungen haben, damit die Wärme abziehen und die Luft im Inneren zirkulieren kann. Außerdem haben passive Netzteile eine geringere Leistung als die aktiv belüfteten Modelle.

Wichtiger Sicherheitshinweis: Öffnen Sie niemals ein Netzteil. Im Inneren eines Netzteils herrschen sehr hohe Spannungen. Bei unsachgemäßem Öffnen kann es zu einem tödlichen Stromschlag kommen, selbst wenn das Netzteil zu diesem Zeitpunkt nicht an das Stromnetz angeschlossen ist.

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