Postkarten und Briefe als Zeitzeugen: So finden Sie Ganzsachen aus der DDR

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Postkarten und Briefe als Zeitzeugen: So finden Sie Ganzsachen aus der DDR

Geschichte, die ganz Deutschland verbindet

Nachdem Deutschland im Zweiten Weltkrieg besiegt worden war, teilten die Besatzungsmächte das Land in vier Zonen ein: Die französische, US-amerikanische und britische Besatzungszonen sollten später die Bundesrepublik Deutschland bilden, wohingegen die sowjetische Besatzungszone sich zur Deutschen Demokratischen Republik entwickelte. Diese existierte von 1949 bis 1990 und wurde von der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) geführt. Die Regierung verstand sich als Führung eines „sozialistischen Staats der Arbeiter und Bauern“, was sich auch für Philatelisten, also Briefmarkensammler und -kenner, auf den Objekten der Begierde widerspiegelt: Bei der näheren Betrachtung der Briefmarken der DDR sind Motive zu erkennen, die diese Einstellung vortrefflich unterstreichen. Neben den großen Führern der Ideologie, wie zum Beispiel Karl Marx, wurden auch sehr gerne Briefmarkenmotive gewählt, die Maurer, Bauern oder sonstige Arbeiterberufe zeigen. Dadurch sollte dem Volk suggeriert werden, dass jede Frau und jeder Mann wichtig für den Staat ist und einen Ehrenplatz verdient. Natürlich ist diese propagandistische Nutzung von Briefmarken nicht neu und wurde seit dem 19. Jahrhundert ebenso erfolgreich angewendet, wie in den folgenden Jahrzehnten und natürlich auch noch heute.

Briefmarken in der DDR

Tatsächlich wurde der Briefmarke an sich eine besondere Stellung in der DDR eingeräumt: Seit dem 7. Oktober 1949 wurde dieser Tag jedes Jahr als „Tag der Briefmarke“ geehrt und 1967 in den „Tag der Philatelisten“ umbenannt. Dazu wurden fast jedes Jahr Sondermarken herausgegeben, die immer wieder ein propagandistisches Motiv nutzten, um die eigene Ideologie in den Köpfen der Menschen zu verankern. Zu diesen Sondereditionen wurden und werden ganze Briefmarkenausstellungen zusammengestellt, die zum Beispiel meistens in den ostdeutschen Städten gelegenen Museen begutachtet werden können. Aber nicht nur die Sondereditionen der Postmarken sind für Sammler und Ausstellungen von großem Interesse: Gerne werden auch die sogenannten Dienstmarken gezeigt, bei denen es sich um ebenfalls sehr spezielle Postwertzeichen handelt, die lediglich von den staatlichen Behörden und Ämtern genutzt werden durften. Das sorgt natürlich für eine gewisse Rarität, da normale Menschen kaum an diese Briefmarken gekommen sind und die Zahl der Auflage auch entsprechend klein gehalten worden ist. Viele Philatelisten, die aus der ehemaligen DDR stammen, sind ständig auf der Suche nach solchen Briefmarken. Sollten auch Sie sich für diese Postmarken interessieren, dann werden Sie dank der großen Auswahl an unterschiedlichen Motiven bestimmt bei eBay fündig.

Ganzsachen als Sammelobjekt

Als „Ganzsache“ bezeichnet man bereits im Voraus bezahlte Belege, die ein Wertzeicheneindruck haben. Dazu zählen zum Beispiel Postkarten, Umschläge, aber auch Kartenbriefe oder Postanweisungen. Eine Ganzsache ist dabei einem Postwertzeichen, wie einer Briefmarke, gleichgestellt und bietet damit dieselben Leistungen der Post. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand: Während man bei Nutzung von Postmarken sowohl für die Marke an sich, als auch für den Umschlag, beziehungsweise die Postkarte zahlen muss, bekommt man dies in der Ganzsache direkt zusammen. Das ist nicht nur preiswerter und auch ein wenig umweltbewusster, sondern bietet auch wesentlich mehr Bequemlichkeit. Der Grund, warum diese bei Sammlern so beliebt sind, liegt vor allem an der Tatsache, dass Ganzsachen viel mehr Informationen enthalten, als es eine Briefmarke im Normalfall tut. Wenn echte Exemplare, die aus dem ganz alltäglichen Leben stammen, angeboten werden, dann zeigen diese nicht nur den Absendeort, Absender und Adressat, sondern auch Datum und teilweise sogar einen Ankunftsstempel, was eine wirkliche Rarität ist.

Alte Postkarten

Natürlich werden vor allem alte Postkarten gerne gesammelt, die gleich in vielerlei Hinsicht für Sammler interessant sind: Philatelisten interessieren sich für die Stempel, die Herkunftsorte, den Postweg und eigentlich allem, was mit dem postalischen Weg an sich zu tun hat. Besonders interessant sind auch die lediglich zu speziellen Anlässen und Festivitäten genutzten Sonderstempel der Deutschen Demokratischen Republik, die eine Postsendung wertvoll machen können. Aber auch für Sammler ganz anderer Art sind die Postkarten mitunter sehr wertvoll: Viele Interessenten sind aufgrund der diversen Bilder auf der Vorderseite einer solchen Karte auf der Suche nach den unterschiedlichsten Motiven, was für viele Philatelisten die Jagd erschwert. Denn je mehr sich mit den Objekten beschäftigen, desto schwieriger ist es halt auch, genau das zu bekommen, was zur eigenen Sammlung passen würde, beziehungsweise diese noch ergänzt.

Einfacher Einstieg für Neulinge der Philatelie

Ein großer Vorteil von Ganzsachen liegt darin, dass sowohl alte und erfahrene Sammler, aber auch frische und unerfahrene Philatelisten sich schnell in das Themengebiet einarbeiten können und auf recht einfache Weise eine gute und umfassende Sammlung zusammenstellbar ist. Doch natürlich gilt auch hier: Einfach zu erlernen, schwierig zu meistern. Denn die vielen verschiedenen Stempel, die unterschiedlichen und mitunter sehr selten genutzten Arten von Ganzsachen, sowie eine nahezu unüberschaubare Anzahl von möglichen Objekten sorgen dafür, dass man sich Jahrzehnte lang mit dieser Materie beschäftigen kann und trotzdem immer wieder Neues entdeckt. Gerade die Stempel können, ähnlich wie bei den verschiedenen Bedarfsbriefen, faszinierende Zeitzeugen sein. Gerade in Verbindung mit möglicherweise aus der Geschichte bedeutenden Persönlichkeiten der DDR können Ganzsachen aus historischen Gründen enorm wertvoll sein und lassen die Korrespondenz zwischen den diversen Personen nachvollziehen. Viele Ganzsachen und philatelistisch interessante Exemplare finden Sie problemlos bei eBay.

Postanweisungen

Die vielen verschiedenen Ganzsachen bieten außerdem für jeden etwas: Neben den Postkarten gibt es zum Beispiel auch sogenannte Postanweisungen, die früher ein Angebot der Postämter waren, um einen in bar eingezahlten Geldbetrag an den jeweiligen Empfänger zu überweisen, beziehungsweise auszuzahlen. Diese Methode wurde 1792 zum ersten Mal durch ein privates Unternehmen eingeführt und lief damals noch unter dem Namen „Geldanweisung“. Eine weitere Ganzsache ist das sogenannte Streifband, das auch unter dem Namen „Streifbandzeitung“ (StrbZtg) bekannt geworden ist. Dabei handelt es sich um eine Versandart für Zeitungen und Zeitschriften, die per Post gesendet werden sollen. Da viele der Bänder, die zum Zusammenhalten der Zeitung gedacht sind, eine eingedruckte Briefmarke aufweisen, zählen sie ebenfalls zu den Ganzsachen und werden von speziellen Sammlern gerne gesehen. Diese Methode hat sich jedoch im Laufe der letzten Jahrzehnte stark geändert, denn mittlerweile werden die Streifbänder nur noch in Form eines Etikettes genutzt, auf dem sowohl die Adresse des Empfängers als auch die Nummer zur Portobestätigung aufgedruckt sind. Seit 2011 gibt es auch eine neue Produktmarke, die die alten Streifbänder komplett abgelöst hat.

Verschiedene Ganzsachen für Philatelisten

Eine weitere Kategorie sind die sogenannten Kartenbriefe, bei denen es sich um eine vereinfachte Briefform handelte. Sie wurden einmal, in seltenen Fällen auch zweimal, zusammengefaltet, woraufhin die Ränder aufeinander klebten und beim Öffnen aufgerissen worden sind. Der Vorteil dieser Art von Brief lag daran, dass sie etwas mehr Platz als Postkarten boten und außerdem von niemand gelesen werden konnten, ohne die selbstklebenden Ränder zu zerstören. Zum ersten Mal kamen sie 1879 auf den französischen Markt und wurden zwanzig Jahre später auch im Deutschen Reich eingeführt. Außerdem gibt es sogenannte Sonderganzsachen, die vor allem Sonderkarten und -postkarten, sowie Sonderumschläge beinhalten und zu ganz besonderen Anlässen und Festivitäten genutzt werden. Für Sammler werden sogar direkt von den Postämtern diese Sonderausgaben verkauft und gerade aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik sind viele besondere Ganzsachen erschienen, die immer einen propagandistischen Zweck erfüllten und für besondere Feiertage gedruckt worden sind. Vor allem geistige Führer der idealistischen Regierung und des Ostblocks wurden sehr gerne als Leitmotiv verwendet, doch auch wichtige Gebäude der großen Städte, sowie große Festivitäten und natürlich Flora und Fauna sind beliebte Abbildungen. Wenn auch Sie auf der Suche nach den verschiedensten Ganzsachen sind, dann werden Sie dank der großen Auswahl an unterschiedlichsten Motiven selbstverständlich bei eBay fündig.

Ersttagsbriefe

Nicht nur für Briefmarkenfreunde sind die Briefumschläge von sammlerischem Interesse: Natürlich sind Ganzsachen ebenso interessant, wie die bereits erwähnten Bedarfsbriefe. Doch auch die sogenannten Ersttagsbriefe erfreuen sich großer Beliebtheit bei Sammlern. Dabei handelt es sich um Umschläge, die im Normalfall eine Briefmarke aufgeklebt haben, die am selben Tag herausgekommen ist, wie sie abgestempelt wurde. Doch auch diverse Ganzsachen fallen mitunter in diese Kategorie, denn letztendlich ist der Stempel von großer Wichtigkeit. Wenn also eine Ganzsache noch am selben Tag ihres Erscheinungstermins einen Stempel bekommt, so ist sie wesentlich wertvoller und für Sammler interessanter. Der Grund dafür liegt vor allem in der Exklusivität. Manche Philatelisten suchen jahrelang nach einem Ersttagsbrief, der ihre Sammlung komplettieren würde. Vor allem in Nachlässen oder aufgelösten Sammlungen könnten Sie in diesem Fall fündig werden, allerdings ist ein gewisses Vorwissen dabei sehr hilfreich, um wertlose Umschläge von den wirklichen Raritäten unterscheiden zu können.

Posten und Lots

Ein weiteres mitunter sehr lohnendes Angebot sind sogenannte Posten und Lots, bei denen es sich um eine nicht näher definierte Anzahl von Ganzsachen handelt. Dabei bezeichnet ein Lot eine eher geringe Anzahl von Objekten, während ein Posten für eine größere Anzahl bestimmt ist. Der Vorteil dieser Angebotsart liegt dabei darin, dass man erstens durch Erfahrung ein Schnäppchen schlagen kann, da man zwischen den vielen Briefen und Umschlägen eventuell eine Rarität entdeckt, die dem vielleicht unerfahrenen Verkäufer entgangen ist. Außerdem ist es sehr bequem und sinnvoll, durch diese Angebote eine neue Sammlung zu starten, da man dadurch einen bereit guten Grundstock an Sammelobjekte bekommt. Allerdings sollten Sie sich im Vorfeld etwas mit dem Themengebiet beschäftigen, gerade wenn Sie planen, eine größere Summe zu investieren: Preislisten können eine ungefähre Vorstellung davon liefern, was auf Sie zukommen könnte. Dadurch sind Sie außerdem schnell in der Lage, ein überteuertes Angebot von einem kostengünstigen zu unterscheiden und können vielleicht sogar das eine oder andere Schnäppchen ergattern. Selbstverständlich finden Sie bei eBay eine riesige Auswahl an verschiedensten Angeboten: Gerade im Bereich Philatelie und Ganzsachen aus der ehemaligen DDR sind viele gute und kostengünstige Angebote vorhanden.

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