Pop der 1980er: Tipps zum Kauf von Depeche Mode auf Vinyl

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Pop der 80er: Tipps zum Kauf von Depeche Mode auf Vinyl

Die Laufbahn von Depeche Mode ist voller Highlights. Allerdings musste die Combo um Sänger Dave Gahan auch schwierige Talsohlen durchschreiten. Besonders die schweren persönlichen und gesundheitlichen Probleme von Gahan brachten die Gruppe immer wieder an den Rand einer Trennung. 1980 in der ostenglischen Stadt Basildon gegründet, feierte die Band schon früh große Erfolge, wurde aber von Kritikern eher als Teenie-Band belächelt. Je älter die Musiker wurden, desto reifer wurde die Musik von Depeche Mode und umso größer wurde die Anerkennung durch die Fachpresse. Dem trägt auch die große Auswahl an Wiederveröffentlichungen auf Vinyl Rechnung.

Mittlerweile zählt Depeche Mode mit mehr als 100 Millionen verkauften Alben zu den erfolgreichsten britischen Bands. Ab der fünften Album-Veröffentlichung der Band, „Black Celebration" im Jahr 1986, schaffte es jeder der neun Longplayer in einem oder mehreren Ländern auf Platz 1 der Charts. Jedes der insgesamt dreizehn Studio-Alben wurde mit mehreren Goldenen oder Platinen Schallplatten ausgezeichnet. Dieser Ratgeber bietet Ihnen einen Überblick über die Veröffentlichungen von Depeche Mode und welche Vinyl-Alben der Band Sie als Fan der Band unbedingt in Ihrem Plattenregal stehen haben sollten. 

Die Anfänge einer großen Karriere: „Speak & Spell"

Die vierköpfige Band Depeche Mode hatte erst etwas mehr als ein Jahr Bestand, als 1981 mit „Speak & Spell" ihr Debüt erschien. Der Schlagzeuger Vince Clarke, Gitarrist Martin L. Gore und Keyboarder Andrew Fletcher waren Schulkameraden. 1976 gründeten sie ihre erste gemeinsame Band und nach deren Auflösung im Jahr 1979 die zweite. Sie wurde French Look genannt und kurze Zeit später um den Sänger Dave Gahan erweitert. Der brachte auch gleich den Vorschlag mit, den Bandnamen zu ändern. Gefunden wurde er im Namen einer französischen Modezeitschrift: Depeche Mode, was übersetzt so viel wie „Telegramm-Modus" bedeutet. Die Band hatte eine klare Vorstellung vom avisierten Sound. Klassische Rock-Instrumente wurden kaum verwendet, stattdessen setzte sich die Musik der Band schon früh aus Synthesizer-Klängen und elektronischen Elementen zusammen.

Synthesizer-Klänge der 1980er

Auf die Idee war nicht nur Depeche Mode gekommen, und so entstand im Großbritannien der frühen 1980er-Jahre eine lebhafte Szene aus Synthesizer-lastigen Bands, die gern unter dem Begriff „New Romantic" zusammengefasst wurden. Neben Depeche Mode waren Human League und O.M.D. bedeutende Vertreter.

Auf „Speak & Spell" war noch wenig von der düsteren Atmosphäre von Depeche Mode zu spüren; vielmehr war es ein sehr heiteres Album mit tanzbaren Beats und unbeschwerten Keyboard-Klängen. Zumindest in England feierte es große Erfolge. Die dritte Single „Just Can't Get Enough" kam auf Platz 8 der Hitparade, das Album schaffte es auf Position 10.

Umstrukturierungen in der Band und wachsende Erfolge

Nach „Speak & Spell" verließ Vince Clarke die Band, sein Platz blieb vorerst vakant. Erst für das dritte Album kam Alan Wilder in die Band. Als gelernter Schlagzeuger hatte er großen Einfluss auf den Rhythmus der Band. „Construction Time Again" war ein wichtiger Schritt, nicht nur für Depeche Mode, sondern für die ganze Musik-Geschichte. Bis dahin selten eingesetzt, experimentierten die Musiker auf „Construction Time Again" intensiv mit der Sampling-Technik, die später für das Entstehen der zahlreichen Spielarten von elektronischer Musik elementar war. Die Songs wurden in London aufgenommen, die Nach-Produktion fand allerdings in Berlin statt, was der Anfang einer bis heute andauernden Liebesbeziehung zwischen Berlin und Depeche Mode war. Mit „Everything Counts" platzierte sich die erste Depeche Mode-Single auch in Deutschland in den Charts.

Der Durchbruch mit „Some Great Reward"

Das Album „Some Great Reward", wie auch die daraus ausgekoppelten Singles, bescherten Depeche Mode die bis dahin größten Erfolge ihrer Karriere. Während das Album in Deutschland Platz 3 und in England Platz 5 erreichte, schaffte es die Single „People are People" auf die oberste Position der deutschen Hitparade und wurde mit verschiedenfarbigen 12''-Platten gewürdigt, von denen einige rare Exemplare noch zu finden sind. Auf „Some Great Reward" zeigte sich die Band schon sehr gereift und der unverwechselbare Depeche-Mode-Sound war endgültig gefunden.

Der Nachfolger und somit das insgesamt fünfte Album der Band, „Black Celebration", kam 1986 auf den Markt und brachte der Band endlich auch die erste Nummer-1-Platzierung in den Album-Charts ein, nämlich in der Schweiz. „Black Celebration" gilt bis heute als eines der düstersten Alben der Band: Die Musiker waren von der aufkommenden Gothic-Welle beeinflusst. Es das erste Album, das so abgemischt war, dass Pausen zwischen den Songs fast völlig ausblieben. 

Trotz der zunehmenden kommerziellen Erfolge und der musikalischen Experimentierfreude wurde die Band von erwachsenen Hörern weiterhin nicht ganz ernst genommen. Dave Gahan galt damals als „Posterboy" und Schwarm junger Mädchen. Von der „Bravo" wurde Depeche Mode stark unterstützt, was für ältere Fans wohl abschreckend wirkte und der Band die verdiente Anerkennung vorenthielt. Zahlreiche Depeche Mode-Poster aus der „Bravo" zeugen davon.

Der Sound der Band ändert sich und Depeche Mode werden zu Superstars: „Violator"

Nachdem schon 1987 mit „Music for the Masses" etwas positivere Klänge angeschlagen wurden, waren auf „Violator" völlig neue Depeche Mode zu hören: Klassische Rock-Instrumente standen erstmals in der Band-Laufbahn im Mittelpunkt. Beim Publikum und in zunehmendem Maße auch bei Kritikern fand die neue Musik der Band großen Zuspruch. Auf „Violator" waren mit „Personal Jesus" und „Enjoy The Silence" zwei der größten Hits der Band zu finden. Besonders „Personal Jesus" gehört zu den größten Klassikern der Pop-Geschichte und wurde von zahlreichen Interpreten wie etwa Johnny Cash oder Placebo gecovert. Zusätzlich zu der Vinyl-Single von '89 wurde sie 2011 mit neuen Remixes auf Vinyl neu veröffentlicht.

Diese Ära der Band zwischen „Music for the Masses", das in vielen seltenen Vinyl-Ausgaben vertreten ist, und „Violator" gilt für viele Fans als die beste Zeit von Depeche Mode. Allerdings brachte sie auch Probleme mit sich. Dave Gahan hatte Schwierigkeiten, mit dem Erfolg klarzukommen und so wurden seine Drogen-Probleme zusehends schlimmer. Auch innerhalb der Band gab es Probleme. Die musikalischen Differenzen zwischen Songwriter und Bandchef Martin Gore und Alan Wilder häuften sich. Dementsprechend schwierig gestalteten sich auch die Arbeiten am nächsten Album. Erst nach drei Jahren erschien „Songs of Faith and Devotion". Obwohl es das bis dahin erfolgreichste Depeche Mode-Album war und in Deutschland, England und den USA Platz 1 erreichte, zählt es unter Fans nicht unbedingt zu den besten Alben der Band. Der Sound des Longplayers war sehr rockig und deutlich beeinflusst vom Alternative-Sound, der rund um die Zeit der Grunge-Welle populär war.

Die schwerste Zeit der Band und ein unerwartetes Comeback mit „Ultra"

Alan Wilder hatte die Band aufgrund häufiger Streitigkeiten verlassen. Dave Gahan machte die dunkelste Zeit seines Lebens durch. 1995 war seine Abhängigkeit von Kokain und Heroin so schlimm gewesen, dass er im Drogenrausch einen Suizid-Versuch beging. Die darauf folgende Entziehungskur brach er nach wenigen Tagen ab. 1996 spritzte er sich eine Überdosis Crack und war daraufhin mehrere Minuten klinisch tot. Nur knapp kam er mit dem Leben davon. Die Arbeiten an „Ultra" gestalteten sich dementsprechend. Dave Gahan musste die Aufnahmen mehrfach abbrechen und befand sich in einem katastrophalen Gesundheitszustand. Nur wenige Fans rechneten nicht mit einer baldigen Auflösung.

Umso überraschender war das grandiose Comeback, das Depeche Mode 1997 mit dem Album „Ultra" hinlegten. Verschiedene Studio-Musiker, wie etwa der österreichische Schlagzeuger Christian Eigner, ermöglichten der Band einen breitflächigen und vielfältigen Sound. „Ultra" konnte die Verkaufszahlen von „Songs of Faith and Devotion" wiederholen und wurde auch von Kritikern begeistert empfangen. „It's No Good" und „Barrel of the Gun" waren erfolgreiche Single-Hits.

Die Band erreicht ruhigere Gewässer: „Exciter" und „Playing The Angel"

Martin Gore und Dave Gahan hatten sich inzwischen aus England verabschiedet und waren in die USA gezogen. Nach den anstrengenden Jahren gönnten sich die Depeche Mode-Musiker eine längere Auszeit. Gahan nutzte sie für die Arbeit an seinem ersten Soloalbum, während Gore mit seiner Kreativität zu kämpfen hatte und erst nach längerer Zeit wieder Songs schreiben konnte. So ergab es sich auch, dass auf den späteren Alben von Depeche Mode erstmals Songs aus der Feder von Dave Gahan zu hören waren.

Direkt nach dem Erscheinen von „Exciter" im Jahr 2001 ging die Band wieder auf eine Welttournee. Das Album schaffte die mittlerweile schon gewohnten, großartigen Erfolge. In vielen Ländern errang es die oberste Position der Hitparaden und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Mit „Dream On" landete Depeche Mode ebenfalls wieder einen großen Single-Hit. Auch wenn längst die Zeit von CDs und Downloads gekommen war, wurde Exciter", wie auch alle anderen Alben der Band, gleich nach Erscheinen auch als Vinyl-Album angeboten. 

Ebenso großer Erfolg stellte sich auch ein, als 2005 „Playing The Angel" erschien, das bereits elfte Studio-Album der Band aus Essex. „Precious" wurde zu einer der meistverkauften Depeche Mode-Singles aller Zeiten und hielt sich bis zu einem halben Jahr in den Single-Charts. „An Playing The Angel" war auch bemerkenswert, dass sich auf dieser Aufnahme erstmals drei Songs von Dave Gahan fanden. Einer der Songs, „Suffer Well", wurde auch als Single ausgekoppelt, allerdings nur mit mäßigem kommerziellen Erfolg. Allerdings wurde ein Song der Band für einen Grammy als bester Song des Jahres nominiert, den Depeche Mode aber letztlich nicht erhielt.

Die Lust am Experimentieren kehrt zurück: „Sounds of The Universe"

Nach der letzten Tour hatten sich Gahan und Gore vermehrt um ihre Solo-Alben, und Fletcher um sein eigenes Platten-Label gekümmert. Mit „Sounds of The Universe" folgte 2009 eine triumphale Rückkehr. Entgegen der letzten Alben, die für Depeche Mode-Verhältnisse recht brav und poppig waren, war es ein sperriges, eher schwer zugängliches Meisterwerk. Durch den Wegfall von Arrangements von Schlagzeug-Anteilen wirkte es organischer und lebendiger, auch weil die Synthesizer-Klänge sehr intensiv und weniger melodiös klangen als auf früheren Alben.

Obwohl es auf „Sounds of The Universe" an offensichtlich zur Single geeigneten Songs mangelte, schaffte es der Song „Wrong" auf die vorderen Plätze der Charts. Das Video dazu wurde 2010 für einen Grammy in der Kategorie „Bestes Video" nominiert und ist in der Deluxe-Box auf DVD enthalten. Ein Novum ist auch, dass sich auf „Sounds of The Universe" mit „Oh Well" das erste Mal ein Song befindet, der von Gore und Gahan zusammen komponiert worden war.

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