PolluSan, Vitan-Papier und Lifelite

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Das Sick-Building-Syndrom hat seine Ursache in der Verschmutzung unserer Raumluft mit Chemikalien wie Formaldehyd, Benzol, Trichlorethylen, Toluol, etc. Quelle der Schadstoffe sind z.B. Fußbodenbeläge, Farben, Lacke, Drucker, Kopierer, Tapeten, Stoffe, Polstermöbel und alle Kunststoffe, welche uns umgeben. Die Ausdünstungen dieser Chemikalien kann man nicht vermeiden - wenn man nicht bewusst zu biologischen Möbeln, Fußböden und Wandfarben greifen kann.

Eine Nasa-Studie (Wolverton, Sept. 1989) zur Entgiftung der Raumluft kam zu folgenden Erkenntnissen:

   1. Es existieren Pflanzen, die es im Laufe der Jahrtausende gelernt haben, mit hohen toxischen Belastungen zu leben und diese sogar für sich nutzbar zu machen.
   2. Pflanzen nehmen Umweltgifte und Schadstoffe zu ca. 95% über ihr Wurzelsystem und nur zu 5% über die Blätter auf.
   3. Bei entsprechender Belüftung des Wurzelwerks wurde der Dracaena marginata eine Entgiftungsleistung von über 75% bei den Umweltgiften Formaldehyd, Benzol und Trichlorethylen bescheinigt.

Das PolluSan-System ist mit seiner konischen Form durch den sog. "Kamin-Effekt" in der Lage, Luft auf der unteren Seite des Topfes hereinzuziehen. Die Luft zirkuliert permanent durch eine spezielle Erdmischung, diese speichert die Schadstoffe, bereitet sie auf und stellt sie dem Wurzelwerk der Pflanze zur Verfügung.

Vorteil dieser Art der Reinigung der Raumluft von schädlichen Chemikalien ist, dass weder kostbare Rohstoffe eingesetzt werden, noch dass während der Entgiftung Strom in Form von Energie benötigt wird.

Es gibt auch andere Entiftungs-Systeme, z.B. das Vitan-Papier, welches durch Photokatalyse wirkt: Wenn Licht auftrifft, werden Bakterien ebenso wie Raumgifte abgebaut. Dabei hilft der Halbleiter Titandioxid als Katalysator. Das Titandioxid-haltige Papier zersetzt Giftstoffe in unschädliche Substanzen wie Kohlendioxid und Wasser. Der Nachteil liegt klar auf der Hand: Energie in Form von Strom wird benötigt.
Titandioxid wird in einem aufwändigen, energieverbrauchenden Verfahren gewonnen. Bei der Herstellung von Titanoxid aus Ilmenit nach dem Sulfatverfahren wird die entstehende Dünnsäure (verdünnte Schwefelsäure) in einigen Ländern bis heute zum Teil in Flüsse und Meere geleitet oder verklappt. Die Gewinnung des Titandioxides nach dem Chloridverfahren, vorwiegend aus Rutil oder TiO2-Schlacke, lässt dagegen keine Dünnsäure entstehen. Das verwendete Chlor bleibt weitgehend im Prozesskreislauf.

Auch die Lifelite-Vollspektrum-Leuchtmittel sollen Schadstoffe aus der Raumluft eliminieren. Die der Beschreibung beigefügten Prüfunterlagen  berichten von einer hohen Ionisierung der Luft (Ladung mit negativen Ionen) und einer nachweislich hohen Staubreduktion (hierüber gibt es auch ein Video). Über den chemischen Abbau von Gasen und Aerosolen schreibt der Hersteller, allerdings ohne es näher zu belegen: In der Luft enthaltene Schadstoffpartikel, Staub- und Schwebeteilchen, giftige Gase, Rauch, Allergene usw., die zum weit überwiegenden Teil aus positiv geladen Teilchen bestehen, verbinden sich ... mit den negativen Ionen. So werden sie zunächst neutralisiert und dann selbst negativ aufgeladen. - Hier irrt die Beschreibung, denn ein neutralisierter Partikel wird sich nicht mit einem Ion verbinden. Im Übrigen ist z.B. Toluol (dessen 75%ige Entgiftung aus der Raumluft der TÜV Nord beim PolluSan-System bescheinigt) auf Ionisierung der Luft nicht möglich: Da Toluol relativ reaktionsträge ist, laufen elektrophile Substitutionsreaktionen an ihm nur relativ langsam ab.







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