Playstation 4

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Vor fast genau einem Jahr habe ich mir die Playstation 4 gekauft, voller Vorfreude aufgebaut und gleichermaßen begeistert als auch fröhlich gestaunt, als ich das mitgelieferte Killzone eingelegt habe. Ein Jahr später fällt mein Fazit zur neuen Sony Konsole insgesamt deutlich positiv aus, auch wenn Stand jetzt der Umstieg auf die neue Generation aus meiner Sicht nur für diejenigen sinnvoll ist, die Gaming als primäres Hobby haben.

Zunächst einmal zum System:
Im direkten Vergleich mit der X-Box One fällt augenblicklich auf, dass die PS4 hauptsächlich als Spielekonsole gedacht ist, nicht als Multi-Media-Instrument. Die Oberfläche des Systems ist angenehm übersichtlich gehalten ohne zu viele Schnörkel und die einzelnen Menü-Punkte sind gut bezeichnet: Man findet sich deutlich schneller zurecht als beim etwas überladenen Menü des Konkurrenzproduktes aus dem Hause Microsoft. Verschiedene Apps wie etwa Maxdome, Watchever oder Amazon Instant Video stehen als Testversionen zur Verfügung. Blu-Rays werden in guter Qualität wiedergegeben und sehen auf der PS4 deutlich schärfer aus als noch auf der PS3. Der Playstation Store bietet Filme, Serien und Spiele als Download zur Verfügung.

Was direkt auffällt ist die immense Power der Konsole: Als ich auf der Box von Killzone seinerzeit las, dass es einer 40GB-Installation bedarf, war ich beinahe sicher, dass ich erst am nächsten Tag spielen kann. 30 Sekunden später war das Spiel installiert. Was jedoch nach nunmehr einem Jahr Playstation 4 übel aufstößt, ist die viel zu mickrige Festplatte mit 500GB. Nach einem Jahr war ich bereits gezwungen, Spiele zu deinstallieren, um neue Titel aufzuspielen. Die meisten Games haben eine Installationsgröße dieser Kategorie, sprich: 10-12 Spiele und die Festplatte ist voll. Gleiches gilt übrigens auch für die X-Box One.

Überarbeitet und stark an Social Networks wie etwa Facebook angelehnt ist das Playstation Network, der Online-Service von Sony. Wie bei genannter Plattform erstellt die PS4 ein Aktivitätenprotokoll, das relativ personalisiert Meldungen an Freunde macht, was man auf der Playstation getan hat. Dies reicht von "XY hat dieses oder jenes Spiel zum ersten Mal gespielt" bis hin zu "XY hat diese oder jene Trophäe freigeschaltet".
Angenehm ist hierbei, dass man auf das publik machen solcher Feeds gänzlich verzichten kann oder das ganze auf die Spitze treiben kann, indem man sein Network-Profil mit seinen Profilen aus Facebook und Twitter verbinden kann. Ein nett gemeintes Feature, allerdings ist die Verwendung doch recht zweifelhaft. Weitergehend kann man per Knopfdruck auf dem Controller gar Screenshots und Gameplay-Videos erstellen und teilen, was ein wirklich cooles Feature ist.
Insgesamt fällt der generelle Fokus auf stärkere Community bei der neuen Konsolengeneration auf: Die Features sind allesamt optional und geben eine gute, aber etwas eingeschränkte Möglichkeit, seine Spielerlebnisse mit anderen zu teilen, sofern man dies möchte.

Was Sony in Sachen Service zu bieten hat, ist insgesamt überwältigend: Zwar ist für die Mehrzahl der Spiele nun die kostenpflichtige Mitgliedschaft bei Playstation Plus vonnöten, allerdings belohnt Sony die Mitgliedschaft mit Unmengen an wirklich beeindruckenden Rabatten und kostenlosen Downloads von Spielen. Besonders interessant wird dies allerdings erst, wenn man die übrigen Sony Konsolen Playstation 3 und Playstation Vita besitzt. Sony wirft hier wirklich so viele unwiderstehliche Angebote auf den Markt, dass man höllisch aufpassen muss, nicht zu viel zu kaufen. Ein absolut unwiderstehlicher Service, den Microsoft nun zu kopieren versucht, aber noch nicht erreicht hat.

Jeden Monat gibt es mehrere Spiele kostenlos, wobei sich diese eher auf kreative Indie-Games wie etwa das grandiose Resogun bezieht, sowie Rabatte von teilweise 50% und mehr für Vollpreis-Spiele wie zuletzt Tomb Raider oder Assassins Creed IV.

Auf der anderen Seite hinkt Sony leider in Sachen Stabilität ihres Netzwerkes dem Konkurrenzprodukt X-Box Live immer noch hinterher: Zu oft fordert die Playstation 4 ein Update des Systems, zu häufig sind Updates von Spielen vonnöten. Am schlimmsten jedoch: Deutlich zu oft wird das Network heruntergefahren für Wartungsarbeiten. Besonders nervig hieran sind die Zeitpunkte: Warum Sony solche Arbeiten ausgerechnet besonders gerne im Zeitraum von Freitags bis Sonntags macht, bleibt wohl ihr Geheimnis.
Insgesamt ist das Gesamtpaket um die Konsole selbst sehr positiv: Natürlich nerven die Updates und Wartungsarbeiten, aber insgesamt läuft das System recht gut und ist stringenter als das X1-Betriebssystem.

Was eine Konsole jedoch ausmacht, sind selbstverständlich die Spiele. Nach einem Jahr mit der Konsole bin ich zwar zufrieden, aber gleichzeitig auch etwas enttäuscht. Es war insgesamt kein gutes Jahr für die hochgelobten Exklusivtitel von Sony, die in der letzten Generation den Unterschied gemacht haben. Leider bekommt man bei Killzone:Shadow Falls und Infamous: Second Son das Gefühl, dass man die Möglichkeiten der Konsole nicht ausschöpft. Die Grafik der Spiele sind bombastisch, die Spielererlebnisse hingegen lassen einen relativ kalt. Zu viel Optik, zu wenig und zu schwacher Inhalt. Weitere Exklusivtitel wie Knack sind frustrierend designed, neuere Spiele wie Little Big Planet 3 oder Driveclub funktionieren nicht so, wie sie sollten.

Bezeichnend ist, dass meine bisherigen Lieblingsspiele auf der Konsole überarbeitete Versionen alter Spiele sind wie etwa Diablo 3. Meine Spielebibliothek umfasst eine irre Anzahl nach nur einem Jahr, allerdings ist der Großteil entweder auch auf der X1 erhältlich oder remasterte Versionen, z.B. The Last of Us oder GTA V. Viele der neuen Games lassen einfach den Fokus vermissen, sich wirklich auf etwas festzunageln und durchzuziehen. Häufig genug versuchen die Spiele, alles für jedermann zu sein und machen dabei nichts konsequent richtig.

Insgesamt bereue ich meinen Kauf keine Sekunde, wenn ich auch etwas enttäuscht auf das erste Jahr zurückblicke. Positiv stimmt natürlich die Aussicht auf weitere Exklusivtitel wie Bloodborne, Uncharted 4 und vermutliche unzählige weitere Fortsetzungen und neue Franchises . In dieser Sicht bietet die X1 aktuell sogar tatsächlich mehr mit Titanfall, Forza Horizon 2 und Sunset Overdrive. Bleibt nur zu hoffen, dass die Qualitätsschraube wieder angezogen wird, denn Stand jetzt ist der Wechsel zur neuen Generation zwar schön, aber weit davon entfernt nötig zu sein, zumal es die meisten Games gar nach wie vor auf der Vorgängergeneration gibt.

Eine Kaufempfehlung für die PS4 gibt es von mir angesichts des positiven Ausblicks über die nächsten Jahre. Zudem richtet sich die Konsole nach wie vor trotz aller Social-Features generell eher an Solisten als an Partyspieler. Die allermeisten Games besitzen zwar einen Online-Mehrspieler, aber der gute, alte Mehrspieler am gleichen Bildschirm verschwindet leider immer mehr.
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