Plattenspieler/Turntables – Online-Ratgeber

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Plattenspieler/Turntables – Online-Ratgeber

Es ist zwar kaum zu glauben, allerdings durch Zahlen belegbar: Der Plattenspieler feiert eine kleine Renaissance. Nach Angaben der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) wurden 2011 insgesamt 118.000 Plattenspieler in Deutschland verkauft. Zur Jahrtausendwende lag die Verkaufszahl noch bei 100.000 Exemplaren.

Diese Zahlen sind natürlich in keiner Weise zu vergleichen mit der Situation vor dreißig Jahren. Hier beherrschte der Plattenspieler neben der Audio-Kassette die Tonträgerlandschaft. Mit der Einführung der Compact Disc wurde er jedoch weitestgehend vom Markt verdrängt.

Gerade in unserer schnelllebigen Zeit von MP3-Downloads und Internet-Streaming-Diensten wird wieder mehr Wert auf Audioqualität gelegt. Dass die Schallplatte eben nicht überall und immer verfügbar ist, macht sie attraktiv. Darüber hinaus bietet sie gegenüber den digitalen Audiodateien einige Vorteile.

Zum einen ist der Vinyl-Datenträger Schallplatte um einiges langlebiger als eine CD oder eine Festplatte mit MP3-Titeln. Zum anderen überträgt der Schallplattenspieler die Musik in seinem gesamten Frequenzspektrum. Nicht so die MP3, die „nicht hörbare“ Frequenzen kurzerhand löscht.

Besonders audiophile Experten attestieren der Schallplatte auch gegenüber der CD einen besseren und angenehmeren Klang. Der Plattenspieler ist darüber hinaus auch eines der wichtigsten Werkzeuge für DJs und in der Hip-Hop-Szene und dort entsprechend weit verbreitet.

Aber auch im privaten Bereich kann die Anschaffung eines guten neuen Schallplattenspielers Sinn ergeben. Viele besitzen nach wie vor eine Sammlung von Schallplatten aus älteren Tagen. Die Musik wieder anzuhören und Platten aufzulegen kann große Freude bereiten. Auch für die Übertragung in digitale Formate sind heutige Plattenspieler mit entsprechenden Schnittstellen ausgerüstet.

Was Sie auch immer anstreben, wenn Sie sich für einen neuen Plattenspieler interessieren, können Sie hier getrost weiterlesen. Wenn Sie schon jetzt einen Blick auf die Auktionen und „Sofort-Kaufen“-Angebote für Plattenspieler werfen wollen, klicken Sie einfach auf folgenden Link. Angebote für Plattenspieler bei eBay.

De Plattenspieler ist eine schon sehr alte und ausgereifte Technologie. Emil Berliner ist als Erfinder der Schallplatte zu nennen. Er erhielt das Patent auf seine Idee bereits 1887. Als Vorläufer des Plattenspielers, wie wir ihn kennen, gilt das Grammophon und der Phonograph.

Bis in die 1920er Jahre hinein bliebt der Antrieb noch rein mechanisch. Danach kamen die ersten elektrischen Aufnahmen und Tonabnehmer auf den Markt. Beliebt waren zunächst Schallplatten aus Schellack, die in den 1950er Jahren durch Vinylplatten ersetzt wurden.

Zwischen 1920 und dem Ende der 1960er Jahre hatte die Schallplatte eine Monopolstellung als Tonträger inne, und teilte sich bis in die 1980er Jahre hinein den Markt mit der Audio-Kassette. Mit dem zunehmenden Aufkommen von digitalen Medien, besonders der Compact Disc, wurde die Schallplatte vom Markt verdrängt. Nach wie vor sind jedoch Millionen Schallplatten in Archiven und privaten Sammlungen vorhanden.

Im folgenden wird Ihnen der Ratgeber einige Informationen zur Funktionsweise eines Plattenspielers liefern. Dieses Basiswissen kann Ihnen behilflich dabei sein, die richtige Kaufentscheidung für Ihren neuen Plattenspieler zu treffen.

Die grundlegende Funktionsweise des Plattenspielers ist denkbar einfach

Beim Plattenspieler wird die Rille der rotierenden Schallplatte durch eine Nadel, die sich am Tonabnehmer befindet, abgetastet. Der Tonabnehmer wandelt die geringen Schwingungen, die die Nadel überträgt, in elektrischen Strom. Dieser schwache Strom muss dann verstärkt und entzerrt werden.

Schallplattenspieler drehen den Plattenteller mit der darauf liegenden Vinyl-Scheibe in möglichst konstanter Geschwindigkeit. Die übliche Umdrehungsgeschwindigkeit beträgt dabei 33 1/3 bzw. 45 Umdrehungen pro Minute (UpM). Weitere Modelle unterstützen auch eine optionale Umdrehungsgeschwindigkeit on 78 Umdrehungen pro Minute.

Plattenspieler können unterschiedliche Antriebe besitzen

Damit überhaupt ein Tonsignal entstehen kann, muss die auf dem Schallplattenteller liegende Vinylplatte in Rotation versetzt werden. Dabei haben sich im Verlaufe der Zeit zwei unterschiedliche Antriebsformen herausgebildet: Der Direktantrieb und der Riemenantrieb.

Der Direktantrieb

Beim Direktantrieb bildet die Achse des Antriebsmotors auch gleichzeitig die Achse des Plattentellers. Darüber hinaus gibt es auch Antriebe, denen ein Zahnrad als Übersetzung von Motor zu Plattenteller dient. Auch diese Art wird zu den Direktantrieben gezählt.

Aus dem Direktantrieb erwachsen einige Vorteile, die sich vor allen dingen für DJs bemerkbar machen. Bei der Hochlaufzeit des Plattentellers entsteht fast keine Verzögerung. Die Bauweise des Direktantriebes ist äußerst robust und erlaubt zum Beispiel dadurch Scratchen und Beat-Juggling.

Der Riemenantrieb

Die Kraft des Antriebsmotors wird in diesem Fall nicht „direkt“ auf den Plattenteller übertragen, sondern funktioniert mithilfe eines flachen Gummiriemens. Dieser verbindet die Motorspindel mit einer speziellen Walze am Plattenteller und dient damit als Übersetzung. Dadurch sind Motor und Teller von einander entkoppelt.

Diese Bauweise hat ebenso ihre Vorteile. Abhängig vom Aufstellort des Plattenspielers, kann sie unerwünschte Vibrationen abschwächen, die die Nadel sonst auf der Schallplatte „springen“ lassen würden.

Nachteilig wirkt sich der Direktantrieb im DJ-Bereich aus. Durch das rhythmische Vor- und Zurückbewegen der Platte mit der Hand, kann es zu Beeinträchtigungen kommen. Dabei leiert in der Regel der Riemen aus oder rutscht sogar ab. Weiterhin besitzen riemengetriebene Plattenspieler eine höhere Hochlaufzeit.

Der Motor

Die Eigenschaften des Motors sind ebenfalls bedenkenswert im Vorfeld eines Plattenspielerkaufs. Je nach dem, wie sie Ihren Plattenspieler nutzen wollen, ist ein leistungsstarker Motor unabdingbar. Dabei sollte er generell das Entstehen von  Gleichlaufschwankungen minimieren. Wenn Sie Ihren Plattenspieler auch zum „Turntabelsim“ einsetzen möchten, sind schnelle Anlaufzeiten von entscheidendem Vorteil.

Nadel und Tonabnehmer sind entscheidende Komponenten

Der Tonabnehmer befindet sich am vorderen Teil des Tonarms. Er besteht aus mehreren Komponenten; der Abtastnadel, dem Nadelträger, dem Wandler und aus einem entsprechenden Gehäuse. Die Nadel kann dabei aus unterschiedlichen Materialien konstruiert sein.

Außerdem kann sie unterschiedliche Schliffarten aufweisen. Die Nadel kann entweder elliptisch oder sphärisch geschliffen sein. Elliptisch geschliffene Nadeln „lesen“ mehr Informationen aus der Rille der Schallplatte und bilden ein höheres Frequenzspektrum ab. Sphärisch geschliffene Nadeln nutzen die Schallplatte hingegen weniger schnell ab.

Tonabnehmer für den privaten Schallplattengenuss sind zumeist sogenannte „Unterdecksysteme“ mit einer Schraubbefestigung. Am Ende des Nadelträgers befindet sich ein Diamantsplitter, manchmal auch ein Saphir- oder Rubinsplitter. Am Schaft des elastischen Nadelträgers werden die Schwingungen an den Wandler übertragen. Dieser wandelt die Schwingungen in elektrische Spannung um.

Unterschiedliche Bauweisen des Tonarm

Der Tonarm ist dafür verantwortlich, dass die Nadel des Tonabnehmers in der Spur der Schallplattenrille bleibt. Am häufigsten kommen sogenannte Radialtonarme zum Einsatz. Sie sind so konstruiert, dass sie um einen Punkt herum drehbar sind. Sie werden mit speziellen Gegengewichten austariert.

Es existieren zwei Typen von Radialtonarmen. Auf der einen Seite sind das Tonarme mit einer gebogenen Bauform. Auf der anderen Seite finden Sie ebenso Tonarme mit einer geraden Bauform, die auch gerne in der Hip-Hop-Szene Verwendung findet.

Weitere Bestandteile und Eigenschaften eines guten Plattenspielers 

Ein adäquater Plattenspieler, der auch auf Ihre persönlichen Bedürfnisse hin zugeschnitten ist, besitzt einige weitere Eigenschaften, auf die Sie achten können. Das fängt schon bei den Füßen an.

Damit unnötige Vibrationen abgedämpft und die Schallplatte in bester Qualität abgespielt werden kann, sollte der Plattenspieler sehr gerade stehen. Um eventuelle Unebenheiten auszugleichen, sollten daher die Füße verstellbar sein. Die Verwendung von Filz und Gummi ist bei Füßen ebenfalls von Vorteil.

Der Plattenteller anderseits sollte ein höheres Gewicht haben. Ein schwererer Teller beugt beugt Erschütterungen vor und lässt sich sehr gleichmäßig antreiben. Auf dem Teller sollte eine sogenannte Slipmat liegen. Diese runde Matte aus Neopren oder Filz schützt auf der einen Seite die Unterseite der Schallplatte. Beim Scratchen verringert sie die Reibung mit dem Plattenteller.

Des Weiteren sollte der Plattenspieler mit einer Schutzhaube ausgestattet sein. Diese schützt das Gerät und den Tonträger vor Staub. Sie ist nach oben aufklappbar und bietet sich besonders für den Fall an, dass der Plattenspieler längere Zeit außer Betrieb ist.

Weiterhin sollte der Plattenspieler mit einem Anti-Skating-System ausgestattet sein. Beim Skating rutscht die Nadel auf der Platte nach außen hin weg. Dies liegt zumeist an der falschen Justierung des Tonarms. Mit dem Regler des Anti-Skating-Systems kann eine Kraft eingestellt werden, die der Rotationskraft des Tellers entgegenwirkt.

Besonders zum Mixen von Schallplatten ist ein Pitch unabdingbar. Der Pitch steuert als Schieberegler die Geschwindigkeit des Plattenspielermotors stufenlos. Hiermit lassen außerdem Ungenauigkeiten im Zusammenspiel von Platte, Motor und Teller bereinigen. Die Drehgeschwindigkeit lässt sich zumeist zwischen acht bis zehn Prozent schneller bzw. langsamer regeln.

Über welche Anschlüsse verfügt ein Plattenspieler

Die Audioschnittstellen für einen Plattenspieler können vielfältig ausfallen- Standardmäßig sind die meisten Modelle jedoch mit normalen Cinch-Stereo-L/R-Ausgängen bestückt. Modelle mit DIN- oder XLR-Ausgängen sind allerdings ebenso erhältlich.

Wenn Sie mit der Digitalisierung Ihrer Schallplattensammlung beginnen wollen, sollten Sie auf digitale Audioschnittstellen achten. Plattenspieler mit USB-Anschluss werden mittlerweile auch produziert.

Falls Ihr ersteigerter Plattenspieler über keinen internen Vorverstärker verfügen sollte, müssten Sie ein externen Gerät anschließen. Die Kosten für externe Vorverstärker sind jedoch sehr überschaubar.

Wenn Sie sich die Fülle an unterschiedlichen Angeboten zum Thema Plattenspieler ansehen, werden Sie schnell merken, dass hier die bekannten und wichtigsten Hersteller vertreten sind. Sie werden hier Plattenspieler von Dual und Ortofon genauso wiederfinden, wie von Pro-Ject, Technics oder Thorens.

Besonders wenn Sie ein gebrauchtes Exemplar im Auge haben, sollten Sie auf eine lückenlose Dokumentation des Gerätes bestehen. Große und detailreiche Fotos gehören ebenso dazu. Bei neuen Geräten ist der Ausweis einer Prüfzertifizierung ein nützlicher Anhaltspunkt über den Zustand des Gerätes.

Wenn Sie darüber hinaus Fragen haben, die Ihnen die Artikelbeschreibung nicht beantworten konnte, setzen Sie sich ruhig mit dem Verkäufer direkt in Verbindung.

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