Pioneer CDJ-Serie: DJ Turntables der nächsten Generation

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Pioneer CDJ-Serie: DJ Turntables der nächsten Generation

DJ-CD-Player sind mittlerweile aus Clubs nicht mehr wegzudenken. Trotz der Tatsache, dass sich auch auf anderen Wegen digitale Musikfiles mixen lassen, vertrauen weiterhin viele DJs einem Set-up aus Plattenspielern und DJ-CD-Playern. Vor allem die Firma Pioneer hat mit ihrer CDJ-Serie bereits mehrere Male unter DJs für großes Aufsehen sorgen können. Denn mit jedem Modell wurden die CD-Player um innovative Funktionen erweitert.

Im Folgenden erfahren Sie einiges über die Firma Pioneer. Darüber hinaus werden die wichtigsten DJ-CD-Player der CDJ-Serie vorgestellt.

Pioneer: ein wahrer Technikpionier

Der Name Pioneer wird vielen bereits in anderen Zusammenhängen abseits von DJ-Equipment aufgefallen sein. Denn dieser japanische Hersteller für Unterhaltungselektronik verfügt über ein recht breit gefächertes Portfolio an unterschiedlichen Technologieprodukten.

Vor allem als Hersteller von Autoradios konnte Pioneer bereits früh große Erfolge verzeichnen. Konsequenterweise wurde dieser Bereich ausgebaut und um technologische Innovationen wie Lautsprecherboxen, Navigationssysteme oder CD-Tuner erweitert. Im Heimgebrauch sind die Produkte von Pioneer unter anderem unter den DVD-Playern und Heimkinosystemen zu finden.

Dabei kann Pioneer mittlerweile auf die Erfahrung von mehr als 70 Jahren zurückgreifen. Denn bereits 1938 startete die Firma ihre Aktivtäten, allerdings noch unter dem Namen Fukuin Shokai Denki Seisakusho. Dieser wurde dann im Jahre 1947 vom heutigen Namen abgelöst.

DJ-Equipment von Pioneer setzt Maßstäbe

Nicht nur für seine DJ-CD-Player, sondern auch für die Entwicklung von Mischpulten ist die Firma Pioneer im Clubleben berühmt. Ähnlich wie der Technics SL-1210 MK2 und seine Nachfolger sind die Mischpulte der DJM-Serie zum Clubstandard avanciert. In den meisten Fällen werden Sie in Clubs unter Garantie einen DJM-Mixer finden, für gewöhnlich einen DJM 800 oder höherklassig. Neben der qualitativ hochwertigen und robusten Verarbeitung der Regler und Knöpfe spielt die eingebaute Effektbank ebenfalls eine Rolle. Für viele DJs sind diese Effekte als Teil ihrer Arbeit nicht mehr wegzudenken. So überrascht es auch nicht, bei Livemixen öfters mal den Flanger oder einen anderen Effekt eines DJM-Mixers zu hören.

Ähnlich verhält es sich mit Kopfhörern der HDJ-Serie von Pioneer, allerdings mit dem kleinen Unterschied, dass Sie hier auch Einsteigermodelle erhalten – für DJ-Neulinge, die noch nicht sicher sind, ob sie diesem Hobby längerfristig frönen wollen. Ein Kopfhörer wie der HDJ-200 ist im Vergleich zu Produkten anderer Anbieter zwar teurer, dafür zeichnet sich dieser aber durch eine ausgezeichnete Verarbeitung sowie einen besonders guten Klang aus. DJ-Kopfhörer sollten einerseits fest anliegen, andererseits aber auch flexibel sein, da sie durch das permanente Auf- und Absetzen auf Dauer einer starken Belastung ausgesetzt sind.

Aber vor allem bei DJ-CD-Playern konnte Pioneer immer wieder aufs Neue den Standard definieren. Aber wie funktioniert solch ein Player überhaupt und was unterscheidet ihn von einem herkömmlichen?

CDJ-Player: die grundlegenden Funktionen

Da ein DJ-CD-Player das Äquivalent zu einem Turntable bildet, muss dieser verständlicherweise über dieselben Funktionen verfügen. So besitzen DJ-CD-Player sämtlicher Couleur ein Pitch Adjustment zur Beschleunigung oder Verlangsamung der Musik, um diese mit anderen Stücken hinsichtlich des Tempos in Einklang bringen zu können. Die Eingabe der CD erfolgt bei CDJ-Playern über einen Disc-Slot an der Vorderseite des jeweiligen Gerätes. Durch das Einschieben geht der Wechsel von CDs schneller vonstatten als bei Playern mit Abdeckung.

Der größte Unterschied zu einem normalen Heim-CD-Player ist das sogenannte Jog Wheel. Dabei handelt es sich um eine Drehscheibe, die prinzipiell einer Schallplatte nachempfunden ist, allerdings mit einer anderen Haptik. Der Vergleich zur Schallplatte rührt daher, dass das Jog Wheel zur Beschleunigung und Verlangsamung genutzt wird, um Stücke hinsichtlich ihres Tempos angleichen zu können. Das Synchronisieren lässt sich nicht über herkömmliche Tasten regeln, weil diese zu ungenau sind. Mithilfe des Jog Wheels können DJs CDs wie Schallplatten steuern.

Zu guter Letzt weisen die meisten CD-Player noch zusätzliche Funktionen auf, um mit der Musik kreativ arbeiten zu können. Nahezu jeder Player verfügt z. B. über eine Loop-Funktion. Damit lassen sich während des Auflegens Endlosschleifen aus mehreren Takten bilden. Einfallsreiche DJs zaubern auf diese Weise neue Klangerlebnisse in Echtzeit.

CDJ-100S

Der CDJ-100S setzte den Startschuss für die CDJ-Serie und ist somit der dienstälteste CD-Player von Pioneer. Dieser setzte mit seiner robusten Verarbeitung die anderen Hersteller im Markt unter Druck. Für einen gewissen Zeitraum waren CDJ-100S-Player aus vielen Clubs nicht wegzudenken. Dabei bot dieser CD-Player aus heutiger Sicht nur wenige der zusätzlichen Annehmlichkeiten, wie sie moderne DJ-CD-Player haben. Das Jog Wheel ist mit 100 mm zwar vergleichsweise klein, es lässt sich aber trotzdem weitestgehend sauber beschleunigen oder verlangsamen.
Aus heutiger Sicht weist der CDJ-100S allerdings zwei kleine Mankos auf. Zum einen ist dieser Player nicht imstande, MP3s abzuspielen. Zum anderen besitzt der CDJ-100S keinen Vinylmodus. Moderne Player verfügen oftmals über zwei Modi, den einen für eine CD-, den anderen für eine Vinylhaptik. Einige DJs bevorzugen den Vinylmodus, da das Manipulieren der CD zwar mehr Fingerspitzengefühl verlangt, aber auch leichter und schneller vonstattengeht. Im CD-Modus muss meist recht robust und länger gearbeitet werden.

Nichtsdestotrotz ist der CDJ-100S ein sehr gutes Einsteigermodell. Wenn Sie jedoch nicht auf MP3 verzichten möchten, dann ist der Nachfolger CDJ-200 eventuell das Gerät Ihrer Wahl. Dieses basiert auf dem 100S, wurde aber um einige Funktionen wie etwa der MP3-Unterstützung erweitert.

CDJ-1000 MK3

Während der CDJ-100S noch Neuland betrat, konnte Pioneer bei dem Nachfolger CDJ-1000 MK3 auf seine Erfahrung bauen, was sich auch an diversen Neuheiten ablesen lässt. Auf den ersten Blick fällt die edlere Optik und stabilere Verarbeitung des CDJ-1000 auf, ebenso wie das große Jog Wheel. Dieses hat eine Größe von 206 mm und ist aufgrund der verbesserten Oberfläche bedienungsfreundlicher als das Jog Wheel am CDJ-100S. Des Weiteren lässt sich die Empfindlichkeit des Jog Wheels individuell über einen Regler einstellen. Auf diese Weise kann ein DJ den Player an seinen Mixstil anpassen. Es ist aber auch möglich, zwischen dem Vinyl- und CDJ-Modus zu wechseln.

Grundsätzlich wurden die Cue-, Loop-, Scratch- und Stretchfunktionen verbessert und das Pitch Adjustment stark erhöht. Demnach verfügt dieser Player über eine Geschwindigkeitsanpassung von 70% bis -100%, während sie beim CDJ-100S bei /-10% liegt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist der CDJ-1000 in der Lage, MP3-CDs abzuspielen. Neben der bereits erwähnten Erneuerung des Gehäuses verfügt dieser Player über ein großes Display mit einer klar erkennbaren Darstellung. Alle Namen und Zahlen lassen sich problemlos auch von leichter Entfernung erkennen. Dank dieser zahlreichen Features gelang es dem CDJ-1000 MK3, zu einem weltweiten Clubstandard zu werden. Für 15 Jahre hielt er diese Position nahezu unangetastet, bis der Nachfolger ihm ab dem Jahr 2009 den Platz streitig machen sollte.

CDJ-2000

Einen weiteren großen Sprung machte Pioneer mit dem CDJ-2000. Denn dieser Player war erstmalig in der Lage, Musik von sämtlichen Datenträgern wie CDs, DVDs, USB-Sticks, externen Festplatten sowie SD-Karten abzuspielen. Das obligatorische Brennen neuer CDs vor einem Auftritt wird somit obsolet. Es genügt, einen USB-Stick an den CDJ-2000 anzuschließen. Über eine Steuereinheit lassen sich die Ordner bequem und schnell nach Musikstücken durchforsten.
Eine weitere Neuerung betrifft das Display. Dies ist zum einen in einem 45°-Winkel angeordnet, was die Übersicht einfacher gestaltet. Zum anderen handelt es sich dabei erstmalig um ein Farbdisplay mit einer ausgezeichneten grafischen Darstellung. Die Größe von 15,5 cm trägt ebenfalls ihren Teil zum Komfort dieses Players bei, dessen Darstellung die eines Computers gleicht.
Dank der Standfüße ist der Player gut vor Erschütterungen geschützt. Darüber hinaus kann via USB ein Digital-Vinyl-System an den CDJ-2000 angeschlossen werden. Auch in klanglicher Hinsicht wurde dieser Player optimiert. Durch einen Wolfson-DAC-Prozessor sowie eine 24-Bit/48-kHz-Soundkarte gibt der CDJ-2000 eine klaren und warmen Klang wieder. Dadurch erinnert der Sound eher an einen Plattenspieler als an einen DJ-CD-Player, welchen nachgesagt wird, kalt zu klingen. Der CDJ-2000 lässt wahrscheinlich keine Wünsche offen und wird auf nicht absehbare Zeit in Clubs bestimmend sein. Diese Qualität hat allerdings ihren Preis. So lag der Ausgabepreis bei etwa 1.899 €. Wem dies zu teuer ist, kann allerdings auf zwei preisgünstigere Varianten zurückgreifen.

CDJ-900

Der CDJ-900 ist sozusagen die Mittelklasse unter den modernen CD-Playern von Pioneer. Er verfügt über einen Großteil der Funktionen wie der CDJ-2000 und dieselbe Audio-Ausgangsschaltung. Er ist ebenfalls in der Lage, von sämtlichen regulären Datenträgern abzuspielen. Optisch ähneln sich beide Player sehr und haben dasselbe Jog Wheel. Die Unterschiede liegen im Detail. So lässt sich der Widerstand des Jog Wheels beim CDJ-900 nicht individuell einstellen, und er verfügt über weniger Funktionen wie etwa Hot-Cue-Buttons. Die Darstellung erfolgt per Punktmatrixdisplay und ist dementsprechend nicht ganz so komfortabel wie beim CDJ-2000. Dafür ist dieser Player deutlich günstiger, liegt aber immer noch über 1.000 €.

CDJ-350

Der CDJ-350 basiert ebenfalls auf der Technologie des CDJ-2000, allerdings in deutlich reduzierter Form. Per USB-Schnittstelle können Datenträger angeschlossen und fast alle Formate außer FLAC abgespielt werden. Im Gegensatz zu seinen großen Brüdern fällt der CDJ-350 kleiner aus und verfügt dementsprechend über ein kleineres Jog Wheel. Auch die Gestaltung weicht von den Profivarianten ab und orientiert sich sichtbar an dem CDJ-400. So besitzt der CDJ-350 keine Standfüße.
Dieser Player ist ein qualitativ hochwertiges Einsteigermodell, welches nicht für den permanenten Clubbetrieb gedacht ist. Da der CDJ-350, wie erwähnt, auf der Technologie des CDJ-2000 aufbaut, ist dieser Player einerseits die logische Weiterentwicklung des CDJ-400, andererseits momentan einer der besten Einsteiger-CD-Player. Angehende DJs erlernen ihr Handwerk auf technisch höchstem Niveau und benötigen kaum Eingewöhnungszeit, wenn sie später mit einem CDJ-900 oder CDJ-2000 auflegen.

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