Piccolo-Flöten kaufen – worauf es zu achten gilt

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Piccolo-Flöten kaufen – worauf es zu achten gilt

Die Piccoloflöte ist die kleine Schwester der Querflöte und ist für die hohen Töne zuständig. Wie beispielsweise auch die Klarinette, die Oboe und das Fagott zählt sie zur Gruppe der Holzblasinstrumente. Sie erhalten die Piccoloflöte aus verschiedenen Materialien und von unterschiedlichen Herstellern.

Die Geschichte der Piccoloflöte – von der Militärmusik bis zum Einsatz im Orchester

Im Mittelalter fand beim Militär eine kleine Flöte mit sechs Grifflöchern ihre Verwendung. Die Flöte wurde bereits damals quer gehalten, die hohen Pfeifentöne der Piccoloflöte und die dunklen Trommelklänge waren charakteristisch für das Fußvolk. Diese Querpfeife gilt als Vorläufer der Piccoloflöte und auch der großen Querflöte. Im Laufe des 16. Jahrhunderts entwickelte man viele Instrumente in verschiedenen Stimmlagen nach dem Vorbild der menschlichen Stimme. Dabei wurden auch viele verschiedene Flöten in unterschiedlichen Höhen gebaut.

Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts war vor allem die Traversflöte weit verbreitet. Die Entwicklungen dieses Vorläufers der Querflöte wurden auch auf die kleine Schwester, das Piccolo traverso, übertragen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Piccoloflöte erstmals mit Klappen versehen. Zu Beginn hatten die Instrumente maximal vier Klappen, im Laufe des Jahrhunderts stieg die Anzahl. Mitte des 19. Jahrhunderts erfand der Münchner Flötist Theobald Böhm einen völlig neuartigen Klappenmechanismus, der die Querflöte revolutionierte. Diese Klappenmechanik wurde auch auf die kleine Piccoloflöte übertragen.

Die Verwendung der Piccoloflöte – hohe Pfeifentöne für Naturlaute oder Schreckensszenen

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gab es in Partituren bereits Stimmen für „flauto piccolo". Allerdings ist nicht ganz ersichtlich, ob diese Stimmen für eine einklappige Piccoloflöte oder eine hohe Blockflöte gedacht waren. Unter anderem tauchen in Werken von Georg Friedrich Händel und Antonio Vivaldi diese Stimmen auf. Ludwig van Beethoven verwendete als erster die Piccoloflöte, um Naturlaute nachzuahmen. In seiner sechsten Sinfonie übernehmen die kleinen Flöten beispielsweise das Pfeifen eines Sturms. Auch Mozart machte sich den speziellen Klang der Piccoloflöte zunutze und stellte damit beispielsweise in der „Zauberflöte" Eunuchen dar. Auch Schreckensszenen wurden oft mit schrillen und sehr lauten Töne von Piccoloflöten untermalt. Spätestens mit der Romantik, allen voran bei Komponisten wie Richard Strauss und Gustav Mahler, wurde die Piccoloflöte vollständig in das Orchester integriert. Auch in modernen Musikgenres wie bei der Filmmusik werden die hohen Piccolotöne für besondere Effekte genutzt. Wenn Sie Piccoloflöte spielen, können Sie also auch in Orchestern mitwirken. Aber auch solistische Werke wurden für die Piccoloflöte komponiert.

Aufbau und Funktion der Piccoloflöte – kleines Exemplar einer Querflöte

Die Piccoloflöte ist etwa halb so groß wie die normale Querflöte. Der Durchmesser des Blasinstruments beträgt rund einen Zentimeter. Im Gegensatz zur dreiteiligen Querflöte besteht das Rohr der Piccoloflöte nur aus zwei Teilen. Auf dem Kopfstück befindet sich die Mundlochplatte mit dem Anblasloch. Das Loch ist nur unwesentlich kürzer als bei einer Querflöte, dafür jedoch enger. Reine Holzflöten besitzen keine Ansatzplatte am Mundstück, bei ihnen ist das Anblasloch direkt am Kopfstück eingelassen. Besonders Flötisten, die häufig zwischen der normalen Querflöte und der Piccoloflöte wechseln, wählen lieber ein Modell mit Ansatzplatte, da der Ansatz auf diese Weise nicht so stark umgestellt werden muss. Der zweite Teil des Rohres wird Rohrstück genannt und verläuft meist in konischer Form. Auf diesem größeren Teil befinden sich die Klappen der Flöte. 

Die moderne Piccoloflöte besitzt wie die große Querflöte meist die Böhm'sche Klappenmechanik. Die Tonlöcher liegen aber etwas enger beieinander und die Klappen sind kleiner. Da die Piccoloflöte kein Fußstück besitzt, fallen die entsprechenden Klappen weg.

Die Tonerzeugung erfolgt nach demselben Prinzip wie bei der normalen Querflöte. Wenn Sie richtig durch das Anblasloch blasen, entsteht ein schwingender Luftstrahl, der die Luftsäulen im Rohr der Flöte zu periodischen Schwingungen anregt. Durch Grifflöcher und Klappen können Sie die Luftsäule im Flöteninneren verkürzen und den Ton somit erhöhen. Durch das untere offene Ende und die offenen Klappen gelangt der Klang schließlich nach außen.

Klang und Spieltechniken der Piccoloflöte – Ähnlich wie bei der Querflöte

Der Tonumfang der Piccoloflöte liegt rund eine Oktave höher als der einer Querflöte. Somit können Sie mit einer Piccoloflöte in C Töne von d2 bis c5 spielen. Der Klangcharakter der Piccoloflöte ist je nach Lautstärke und Tonhöhe sehr unterschiedlich. Er reicht von klar, zart und lieblich über brillant und intensiv bis hin zu schneidend, schrill und durchdringend. Im Piano klingt die Piccoloflöte häufig zart und lieblich, während der Klang im Forte oft eindringlich und schrill ist. Laute hohe Töne lassen sich sogar aus dem Tutti eines Orchesters aufgrund des durchdringenden Klangs heraushören. In den sehr hohen Lagen piano zu spielen, ist mit der Piccoloflöte nicht ganz einfach, denn es wird ein sehr scharfer Luftstrahl benötigt.

Das tiefe Register von d2 bis g2 ist wie auch bei der Querflöte recht obertonarm. Der etwas matte und hohle Klang wird teilweise genutzt, um eine geisterhafte Wirkung zu erzeugen. Die mittleren Töne von gis2 bis c4 können je nach Einsatzgebiet zart und graziös klingen und beispielsweise Naturlaute wie Vogelstimmen nachahmen. Im Forte oder Fortissimo sind auch schaurige Effekte möglich. Die Töne ab dem cis4 klingen schneidend und stechend, besonders im Forte.

Auf der Piccoloflöte können Sie dieselben Spieltechniken wie auf der großen Querflöte anwenden. Eine dieser Spieltechniken nennt sich Einfachzunge, hierbei wird der Luftstrom mit der Zunge begonnen und wieder unterbrochen. Dazu wird die Silbe „Da" oder für härtere Passagen „Ta" artikuliert. Bei der Doppel- oder Dreifachzunge werden Silben wie „Ta-ka", „Da-ga" oder „Te-ke-te" artikuliert. Bei der sogenannten Flatterzunge wird mit einem rollenden R in das Mundstück geblasen. Für leisere Passagen eignet sich auch ein R aus dem Gaumen.

Welche Flöte die richtige ist - Qualitätsmerkmale bei den Piccoloflöten

Wie bei anderen Musikinstrumenten gibt es auch bei der Piccoloflöte Qualitäts- und Preisunterschiede. Als erstes sollten Sie sich überlegen, welche Erwartungen Sie an die Flöte haben. Als Anfänger haben Sie vielleicht andere Ansprüche, als wenn Sie bereits jahrelang im Orchester spielen. Wenn Sie eine berufliche Laufbahn anstreben, werden Sie sich wahrscheinlich nach möglichst hochwertigen Modellen umsehen. Egal, welche Erfahrungen Sie mit der Flöte besitzen, Sie sollten sich davor hüten, ein allzu günstiges Instrument zu erwerben. Hier wird oft stark an der Verarbeitung gespart und der Klang ist alles andere als gut.

Wissenswertes zu Mundloch und Mechanik

Ein wichtiges Merkmal einer guten Piccoloflöte ist das Mundloch. Es muss genau richtig geformt sein, damit das Instrument möglichst einfach anspricht. Besonders bei der Piccoloflöte ist das wichtig, denn der Ansatz ist hier schon von Natur aus etwas schwerer als bei der großen Querflöte. Bei der Piccoloflöte sollte sich also möglichst leicht ein Ton erzeugen lassen. Auch das Überblasen und das Verändern der Lautstärke dürfen nicht zu schwer sein. Weiterhin sollten Sie auf eine solide Mechanik achten. Gut verarbeitete Klappen ermöglichen ein deutlich besseres Spielgefühl, besonders schnelle Passagen fallen dann wesentlich leichter. Bei schlechter Klappenmechanik schließen teilweise einzelne Klappen nicht mehr optimal und bestimmte Töne können nicht mehr oder nur noch sehr schwer gespielt werden.

Beachtenswertes in puncto Material

Auch das Material der Piccoloflöte unterscheidet sich. Viele Instrumente sind aus Metall gefertigt. Hier wird häufig die Silberlegierung Neusilber verwendet. Das Rohr ist weiterhin auch oft aus Holz oder Kunststoff. Beim Kopfstück werden üblicherweise Holz oder Metall verwendet. Beim Kopfstück aus Holz ist keine Mundlochplatte vorhanden, ein Kopfstück aus Metall erinnert dagegen an das einer normalen Querflöte. Die klanglichen Möglichkeiten einer Flöte mit einem Korpus aus Kunststoff sind allerdings begrenzt, besonders sauberes leises Spielen wird hier erschwert. Bei Instrumenten aus Holz wird häufig Grenadillholz verwendet. Bei den großen Querflöten sind Modelle aus Holz selten, bei der kleinen Schwester jedoch durchaus üblich.

Wichtig: der Klang

Teilweise können Sie aus einer Piccoloflöte mit einem anderen Kopfstück noch mehr herausholen. Oft verbessern sich dadurch die Intonationsfähigkeit und der Klang, auch der Ansatz fällt leichter. Natürlich ist auch der Klang der Piccoloflöte ein besonders wichtiges Merkmal. In tiefen, mittleren und hohen Lagen sollte das Instrument möglichst einfach ansprechen sowie einen schönen und dynamischen Klang besitzen. Auch die Intonation einer Piccoloflöte sollte möglichst genau sein. Wichtig ist es, dass bei allen Lagen die Stimmung der Piccoloflöte richtig ist. Besonders in hohen Lagen sollte das Instrument nicht von der Stimmung abweichen, sonst sticht das Instrument unangenehm aus dem Orchester heraus.

Noten, Tücher, Bürsten und sonstiges passendes Zubehör für Ihre Piccoloflöte

Sie erhalten natürlich auch umfangreiches Zubehör für Ihre Piccoloflöte. So wird eine große Auswahl an verschiedenen Noten für die kleine Flöte angeboten. Auch wenn die Piccoloflöte recht klein ist, bietet sich ein Koffer zur Aufbewahrung und zum Transport an. Darin wird Ihre Flöte vor Schmutz, Staub und sonstigen äußeren Einflüssen geschützt. Häufig wird auch mit dem Instrument eine passende Hülle mitgeliefert. Weiterhin können Sie spezielle Reinigungsartikel wie Tücher oder Bürsten erwerben, um Ihre Flöte richtig zu pflegen. Mit einem Stimmgerät können Sie Ihre Flöte schnell richtig stimmen, im Orchester und Ensemble ist das besonders wichtig.

Tipps zur Pflege und Reinigung der Piccoloflöte für eine lange Lebensdauer

Nach jedem Spielen sollten Sie Ihre Piccoloflöte innen und außen komplett reinigen. Für innen nehmen Sie am besten ein normales Tuch oder eine spezielle Bürste. Außen eignet sich ein Mikrofasertuch, um das Instrument von Fettrückständen zu befreien. Beim Reinigen sollten Sie darauf achten, dass Sie nicht die Polster unter den Klappen berühren. Diese Polster sind sehr empfindlich. Werden sie beschädigt, funktioniert die Mechanik deutlich schlechter und auch die Klangqualität nimmt ab. Wenn sich das Silber an der Außenseite verfärbt, können Sie es mit einem Silberputztuch vorsichtig wieder zum Glänzen bringen. Das sollten Sie aber nicht zu oft machen, da dabei auch immer ein Stück der Versilberung abgetragen wird. Sie sollten Ihr Instrument möglichst keinen extremen äußeren Einflüssen wie Feuchtigkeit oder Hitze aussetzen, da die Polster auf Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen reagieren.

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